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Handy-Sperre - tele.ring

Mit dem „Abdrehen“ ist der Provider tele.ring schnell. Zu schnell, meinen wir.

SMS in der Nacht

Erschrocken fuhr Frau Nemcova aus dem Schlaf hoch. Ihr Handy hatte gepiepst. Mitten in der Nacht kam ein SMS: Dringend Frau Faber anrufen! War etwas mit dem Projekt schief gelaufen? Hektisch tippte Frau Nemcova die Nummer in ihr Handy. Doch obwohl sie es mehrfach versuchte, kam keine Verbindung zu Stande. Einen Festnetzanschluss hatte Frau Nemcova nicht. Also musste sie sich anziehen und die nächste Telefonzelle ansteuern.

Abgedreht

Mehrere Tage lang konnte Frau Nemcova nicht von ihrem Handy aus anrufen. Sie dachte an einen Defekt. Doch dann kam ein Brief: „Ihre Bank hat unsere Lastschrift zum Einzug von Ihrem Konto nicht akzeptiert. Daher können Sie Ihre tele.ring-Dienste nur eingeschränkt nutzen und lediglich Anrufe entgegennehmen, Sie selbst können nicht mehr anrufen. Wir bitten Sie, den offenen Betrag ...“

Frau Nemcova war empört. Durch mehrere Abbuchungen war ihr Konto kurzfristig ins Minus gerutscht, und schon wurde ihr das Handy abgedreht! Sie zahlte natürlich den ausständigen Betrag sofort, wollte der Sache aber nachgehen.

Rechtswidrige Vorgangsweise

So kam sie ins VKI Info-Center. Unsere Beraterin ließ sich die Sache schildern und meinte abschließend: „So sang- und klanglos darf der Netzbetreiber Ihnen nicht das Handy sperren. Laut Gesetz muss er erst ein Mahnschreiben schicken, in dem er eine Nachfrist von 14 Tagen setzt.“ Das war im Fall von Frau Nemcova nicht passiert. Sie wurde erst nachträglich informiert, als ihr Mobiltelefon schon gesperrt war.

Seltsame Rechtsauffassung

Wir waren der Ansicht, dass Frau Nemcova eine Entschädigung zusteht. Schließlich wurde sie nicht rechtzeitig von der Sperre informiert. In diesem Sinne schickten wir ein Fax an tele.ring. Dort verwies man auf die Geschäftsbedingungen. Die sehen vor, dass Telering nur bei ordnungsgemäßer Abwicklung des Bankeinzugsauftrages eine Leistung erbringen muss.

Immerhin sagte man der Kundin eine Gutschrift von 20 Euro zu. Wir halten die blitzartige Sperre dennoch für rechtlich nicht in Ordnung. Frau Nemcova offenbar auch nicht. Sie hat ihren Vertrag mit tele.ring zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt.

Namen betroffener Konsumenten wurden von der Redaktion geändert.

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