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Apotheken im Internet - Pillen per Mausklick

  • Preisvorteil hält sich in Grenzen
  • Nicht für dringend gewünschte Arzneien geeignet
  • Zuverlässige Bezugsquellen wählen

Medikamentenkauf per Internet

Noch deckt sich die überwiegende Mehrzahl der Österreicher nach wie vor lieber in der Apotheke vor Ort mit Medikamenten ein als über den Kauf per Internet. Denn im gewohnten Ambiente gibt es gewissermaßen gratis dazu Beratung und die Gewähr, dass das, was auf der Packung draufsteht, auch drinnen ist.

Mehr Lebensqualität

Für manche Patienten kann die elektronische Bestellmöglichkeit aber nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch mehr Lebensqualität bringen: Wenn die Mobilität eingeschränkt ist oder wenn man weit entfernt von der nächsten Apotheke wohnt, aber auch für chronisch Kranke, die viel Geld in Medikamente stecken müssen und genau wissen, was sie brauchen. Oder wenn es peinlich ist, ein Präparat am Verkaufspult zu verlangen.

Beratung ist möglich ...

Um die fehlende Beratungsmöglichkeit beim Bestellen etwas auszugleichen, können sich die Online-Kunden per E-Mail mit Fragen zu einem bestimmten Medikament oder auch zu Wechselwirkungen an die Online-Anbieter wenden. Wir wollten wissen, wie es um die Beratungsqualität steht, und schickten an alle getesteten Apotheken eine fingierte Anfrage.

... aber die Ausnahme

Sechs Online-Apotheker antworteten zum Teil ausführlich und rieten zur Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, der überwiegende Teil ließ unsere Tester aber im Regen stehen: keine Reaktion! Allerdings ergab sich ein ähnliches Bild, als wir dieselbe Anfrage an neun österreichische Apotheken (in jedem Bundesland eine) schickten: Drei Antworten waren qualitativ gleichwertig mit jenen der Online-Anbieter, von den restlichen sechs Apotheken kam keine Rückmeldung.

Lieferdauer variiert stark

Auch der eigentliche Bestellvorgang bietet Extrembedingungen – von sehr benutzerfreundlich bis äußerst mühsam. Hier braucht es gelegentlich schon etwas Erfahrung und vor allem Geduld, bis das gesuchte Medikament in der richtigen Packungsgröße fertig zur Bestellung auf dem Bildschirm ist.

Bezahlung mit Kreditkarte: Bequem aber kostspielig

Bei der Zahlungsweise hat sich die Kreditkarte als kommodeste Variante erwiesen. Aber Achtung: Manche Anbieter verrechnen dabei einen Zuschlag bis zu vier Prozent; das sollten Sie beim Preisvergleich mit einberechnen! Preisabschläge gibt es manchmal bei Lieferung gegen Vorkasse, das heißt, wenn Sie vor Erhalt der Arznei zahlen. Eine nicht unproblematische Zahlungsabwicklung, wie wir meinen. Denn was tun, wenn das Medikament nicht oder in beschädigtem Zustand ankommt oder wenn das Falsche geliefert wird?

Bankeinzug hat sich nicht bewährt

Die Internet-Apotheken bieten zwar üblicherweise ein 14-tägiges Rückgaberecht an; aber ob und wie das in der Praxis beim jeweiligen Anbieter funktioniert, zeigt immer erst der Einzelfall. Scherereien sind auf jeden Fall vorprogrammiert. Sicherer fährt man mit der Bezahlung auf Nachnahme bzw. Rechnung. Nicht bewährt hat sich der Bankeinzug bzw. das Lastschriftverfahren: Auch wenn zunächst zugesichert wurde, dass auf diese Weise bezahlt werden könne, stellte sich dann oft nach mehreren Tagen heraus, dass es so nicht klappt – die Folge war ein umständliches Hin und Her an Mails und Telefonaten.

Schwarze Schafe im Netz

Erfreulich war, dass die bestellten Arzneien auch wirklich eintrafen, und zwar wie geordert und in Originalpackung, bis auf eine Ausnahme: European Pharmacy schickte die gewünschten Tabletten lose in eine Cellophanhülle verpackt – eine absolut inakzeptable Form des Arzneimittelverkaufs, bei der höchste Vorsicht angebracht ist (siehe dazu: Inhaltsvereichnis - „Das sollten Sie nicht schlucken!“). Derartige ungekennzeichnete Medikamente könnten nämlich gefälscht sein. Daher ließen wir das Präparat  durch den Hersteller analysieren. Und der Verdacht wurde auch prompt bestätigt.

In dringenden Fällen abzuraten

Was die Dauer der Zustellung betrifft, so gilt: Wenn Sie etwas dringend brauchen, wählen Sie besser die Apotheke bei Ihnen ums Eck. Wir hielten zwar einige Sendungen schon am zweiten Tag in Händen, dafür trudelte das letzte Päckchen erst nach 17 Tagen ein. Wie lange die Lieferung dauert, hängt unter anderem davon ab, ob das Medikament lagernd ist, wie lange der Zustelldienst braucht und ob er Sie gleich beim ersten Zustellversuch antrifft.

Ein Tipp: Wenn Sie untertags selten zu Hause sind, geben Sie als Zustelladresse beispielsweise Ihre Arbeitsstelle an.

Ersparnis nur unter bestimmten Bedingungen

Damit sich der Arzneikauf via Internet wirklich lohnt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Zunächst gilt es, als Ausgangsbasis den Preis des Medikaments in Österreich zu ermitteln. Dann ist gutes Sitzfleisch erforderlich: Die Online-Suche nach dem niedrigsten Preis kann dauern. Und mitunter führt sie nur zu dem Ergebnis, dass das Gute doch so nah liegt. Bei unserer Erhebung war beispielsweise die Antibabypille„Yasmin“ in Österreich um zwei Euro billiger zu bekommen als in deutschen Apotheken. Haben Sie tatsächlich ein günstigeres Angebot entdeckt, dann müssen Sie als Nächstes auf weitere Kosten achten, vor allem für die Lieferung.

4 bis 15 Euro Versandkosten

Bei der Mehrzahl der getesteten Internet-Apotheken lagen die Versandgebühren zwischen 4 und 15 Euro (für Sendungen bis zu einem Kilo). Die Extreme lagen bei 0 Euro (1-apo.de) und 27 Euro (europeanpharma.com). Die Staffelung der Lieferkosten hängen von der Bestellmenge ab und manchmal von der Art der bestellten Ware. So liefert z.B. 1-apo.de nach Österreich versandkostenfrei ab einem Warenwert von 75 Euro und generell versandkostenfrei bei Bestellung rezeptpflichtiger Medikamente.

Spürbare Zusatzspesen

Diese Zusatzspesen machen die meisten Produkte deutlich teurer als vor Ort; es sei denn, Sie ordern gleich en gros oder geben eine Sammelbestellung auf. Und nicht zuletzt müssen Zu- oder Abschläge bei den Bezahlweisen mit einberechnet werden, vor allem eine eventuelle Nachnahmegebühr. Genaue Kalkulation ist also gefordert, damit das Medikament auch wirklich billiger kommt als in der nächsten Apotheke.

Im Internet bestellte Präparate 2/2006

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Zoll und Einfuhrgebühren

In Österreich ist der Versandhandel mit Arzneiwaren nicht erlaubt. Dem steht ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegenüber, das dieses Verbot auf rezeptpflichtige Medikamente beschränkt. Wir erhielten jedenfalls alle Produkte anstandslos geliefert und der Kunde hat bei derartigen Bestellungen – mit Ausnahme von Arzneien, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen – keine rechtlichen Folgen zu befürchten.

Vorsicht bei Nicht-EU-Ländern

Vorsicht bei Lieferungen aus Nicht-EU-Ländern: Hier fallen bei Waren, deren Wert über 22 Euro liegt, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an. Wer also etwa in den USA, Russland oder Asien bestellt, tut dies auf eigenes Kostenrisiko, denn „Sie haben sicherzustellen, dass alle in Ihrem Land geltenden gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, insbesondere Bestimmungen zur Einfuhr von Medikamenten“, wie es in den Geschäftsbedingungen meist sinngemäß heißt.

Wird die Ware vom Zoll beschlagnahmt, etwa weil sie falsch deklariert war, wird sie üblicherweise vernichtet. Zahlen muss der Besteller aber trotzdem.

Das sollten Sie nicht schlucken!

Lose verpackte Medikamente können alles Mögliche enthalten. Bei Medikamenten in Originalverpackung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die erwünschten Wirkstoffe drinnen sind.

Fehlende oder fehlerhafte Angaben auf der Verpackung. Auf der Außenpackung und dem Behälter müssen angegeben sein: Bezeichnung der Arzneispezialität, Name oder Firma und Sitz des Zulassungsinhabers, Zulassungsnummer, Angaben über Art und Menge der Wirk- und Hilfsstoffe, Inhaltsmenge, Arzneiform (Tabletten, Dragees, Tropfen …), Art der Anwendung, Charge, Verfalldatum, Hinweis „Für Kinder unerreichbar aufbewahren“.

Mangelhafte oder fehlende Gebrauchsinformation. Behördlich genehmigte Gebrauchsinformationen enthalten die Informationen der Verpackung und zusätzlich Informationen über die pharmazeutisch-therapeutische Kategorie, Wirkungsweise, Anwendungsgebiet, Gegenanzeigen, Neben- und Wechselwirkungen, Gewöhnungseffekte, besondere Warnhinweise zur sicheren Anwendung sowie das Datum der Erstellung der Gebrauchsinformation.

Dubiose Bezugsquellen. Wie in allen „jungen“ Geschäftsbereichen gibt es auch hier viele Glücksritter und falsche Pillendreher. Relativ sicher ist der Kauf bei zugelassenen Apotheken. In Deutschland darf der Online-Handel mit Arzneimitteln von Gesetzes wegen ausschließlich von niedergelassenen Apotheken betrieben werden.

Internet-Apotheken: Kompetent mit Konsument

  • Nicht automatisch günstiger. Vor allem bei kleinen Einzelpackungen rechnet sich der Online-Kauf kaum.
  • Zusatzkosten beachten. Versandgebühren und Aufschläge auf Kreditkartenzahlung können den Kaufpreis verdoppeln.
  • Vorauskasse meiden. Abgesehen davon, dass die bereits bezahlte Ware vielleicht nie oder nicht in der richtigen Form ankommt, geht der Lieferung oft ein aufwendiger E-Mail-Schriftverkehr voraus.

Internet-Apotheken: So haben wir getestet

Im Test: 14 Online-Apotheken, die nach Österreich liefern.

Benutzerfreundlichkeit: 6 Testern wurde die Aufgabe gestellt, ein vorgegebenes Präparat zu finden und zu bestellen. Anschließend erfolgte eine subjektive Bewertung von Navigation, Übersichtlichkeit und Optik.

Zahlungsweise: Die Bewertung erfolgte nach der Anzahl der angebotenen Möglichkeiten der Bezahlung (Kreditkarte, Rechnung, Nachnahme, Vorauskasse, Bankeinzug/Lastschrift).

Abwicklung:

a) Dauer. Es wurde ermittelt, am wievielten Tag nach der Bestellung das Präparat bei uns einlangte, wobei 1 bis 2 Tage „sehr gut“ und mehr als 8 Tage „nicht zufriedenstellend“ beurteilt wurden.
b) Service. Bewertet wurden Beratungsqualität, Einhaltung der Rezeptpflicht und Unkompliziertheit der Abwicklung, gemessen an nötiger zusätzlicher Korrespondenz entweder über
E-Mail oder Telefon und an der Qualität der Antworten auf Fragen zu Wechselwirkungen. Getpharma.com und European Pharmacy wurden abgewertet, da sie die Rezeptpflicht nicht beachtet haben.

Lieferkosten: Bewertet haben wir jene Lieferkosten die uns die Anbietern tatsächlich verrechnet haben (unabhängig von eventuell abweichenden Angaben auf deren Website).

Internet-Apotheken: Mehr zum Thema

Die Erhebung wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Wenn Sie Konsumentenprobleme in anderen EU-Staaten haben, steht Ihnen die Europäische Verbraucherberatung zur Verfügung: Tel: 0810 810 225 aus ganz Österreich zum Regionaltarif. Informationen finden Sie auch auf www.europakonsument.at .

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