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Carsharing - Einfach nur fahren

Immer mehr Menschen schätzen es, ein Auto nutzen zu können, ohne sich um (Neu-)Anschaffung, Erhaltung und Versicherungen kümmern zu müssen.

In den letzten Jahren haben sich in Österreich mehrere Formen der geteilten Autonutzung etabliert und freuen sich über wachsende Nutzerzahlen. Drei Arten sind zu unterscheiden.

Klassisches Carsharing

Beim klassischen Carsharing werden die Fahrzeuge an fixen Stationen entliehen und zurückgestellt; Mitglieder mieten sie und bringen sie nach Gebrauch wieder zurück. Überregionale Anbieter sind in Österreich

Immer öfter gibt es regional organisierte Carsharing-Angebote. EMIL in Salzburg hat mit 13 Stationen und 17 E-Autos das größte Angebot (kooperiert mit Flinkster, Emil-Carsharing: E-Mobil zum Ausleihen). Auch in kleineren Orten gibt es lokale Carsharing-Gruppen. Häufig teilen sie Elektroautos, für deren Anschaffung es Förderungen gibt.

Beispiele für regionale Carsharing-Anbieter

Free-Floating-Systeme

Free-Floating-Systeme

Sogenannte Free-Floating-Systeme punkten mit spontaner Nutzung und Funfaktor vor allem beim jungen städtischen Publikum. Ein Großteil der Fahrten findet auf Distanzen unter fünf Kilometern statt. Hier wird das zusätzliche Mobilitätsangebot vor allem für Wege genutzt, die alternativ mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder einem Taxi zurückgelegt würden. Die Zuwachsraten sind derzeit deutlich höher als beim klassischen Carsharing.

Such mich, find mich, app mich

Merkmale: keine fixe Stationen, sondern festgelegtes Gebiet in der Großstadt, in dem die Fahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt sind. Autos werden online, per App oder telefonisch gefunden, reserviert und gebucht.

Plattformen für privates Autoteilen

Plattformen für privates Autoteilen

Ein Fahrzeug wird nach selbst gewählten Kriterien zwischen Privatpersonen geteilt, im Bekanntenkreis oder über Vermittlung von Onlineplattformen. Fahrzeugübergabe und -rücknahme erfolgen persönlich. Die größte Plattform für privates Carsharing in Österreich ist Carsharing 24/7 mit etwa 8.000 Nutzern, die sich 580 Fahrzeuge teilen.

Vertrag errichten

Der ÖAMTC empfiehlt Privatpersonen, die an einem Fahrzeug Miteigentum begründen wollen, einen Vertrag zur gemeinsamen Anschaffung und Nutzung abzuschließen.
Darin sollten folgende Punkte geregelt werden:

  • Wer ist Eigentümer, Halter, Versicherungsnehmer des Autos; wer darf es nutzen?
  • Wo ist der Standort des Autos?
  • Wie ist die Nutzung geregelt, für kurzfristige, für langfristige Fahrten, bei Nutzungskonflikten?
  • Welche Versicherungen werden abgeschlossen?
  • Wie ist das Fahrtenbuch zu führen?
  • Wie sind Tanken, Service, Reinigung geregelt?
  • Wer ist für die Durchführung von Reparaturen zuständig?
  • Regelung für den Schadensfall?
  • Welche Kosten fallen an, wie werden sie abgerechnet bzw. auf die zu vereinbarenden Kilometerkosten umgelegt?
  • Wie wird das Vertragsverhältnis beendet?

Ibiola und Caruso

Die Ibiola Mobility Solutions: Carsharing und Informationstechnologie von Carsharing 24/7 berät lokale und private Carsharing-Initiativen und unterstützt sie mit Software für die Abwicklung der Entlehnvorgänge. Ähnliches bietet Caruso Carsharing, das sich besonders auf Firmenlösungen konzentriert und Gemeinden unterstützt, die selbst Carsharing betreiben wollen.

Privates Carsharing und Versicherung

Privates Carsharing und Versicherung

Wer ein Auto hat, muss verpflichtend die Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen. Der Versicherungsschutz gilt auch dann, wenn jemand sein Auto privat verborgt. Carsharing 24/7 bietet den Nutzern seiner Onlineplattform eine tageweise Versicherungslösung an (Prämie von 6,50 bis 10,50 Euro pro Tag), die Vollkaskoschutz, Insassenunfallversicherung, Rechtsschutz und Pannenservice inkludiert.

Versicherer muss es erlauben

Caruso wählt hier einen anderen Weg und lässt sich vom Versicherer des Autohalters bestätigen, dass das Auto für privates Carsharing genutzt werden kann. Strafrechtliche und verwaltungsstrafrechtliche Konsequenzen treffen nicht den Haftpflichtversicherer.

Carsharing statt eigenes Auto

Carsharing statt eigenes Auto

Beim Carsharing fallen vor allem Nutzungsgebühr an, die sich aus Zeitkosten (in Stunden) und einem Kilometersatz (Anzahl der gefahrenen Kilometer) zusammensetzen. Bei manchen Anbietern muss eine Kaution hinterlegt und/oder eine monatliche oder jährliche Grundgebühr bezahlt werden.

Darüber hinaus variieren die Preise je nach Fahrzeugtyp (Mini-, Mittel- oder Kompaktklasse etc.) und Tageszeit. Manche Tarife enthalten Freikilometer. Kommerzielle Carsharinganbieter stellen auch persönliche Anforderungen, etwa bezüglich Alter der Teilnehmenden und Dauer des Führerscheinbesitzes sowie Unfallfreiheit.

Kostenvergleich: privates Auto kontra Carsharing

Vergleich: eigenes Auto kostet ...

Im Kostenvergleich mit dem eigenen Auto ist die jährliche Kilometerleistung als Maßstab heranzuziehen. Als Richtwert gilt laut VCÖ, dass Carsharing unter 12.000 Jahreskilometern günstiger kommt als ein eigenes Auto. Die durchschnittliche Fahrleistung pro Pkw sank in Österreich in den letzten Jahren. Sie liegt laut VCÖ-Analyse bei etwa 13.000 Kilometern, bei Zweit- und Drittfahrzeugen deutlich darunter.

Beim eigenen Auto fallen neben den variablen Betriebskosten erhebliche Fixkosten an: Neben dem konstanten Wertverlust (in den ersten drei Jahren verliert ein Neuwagen 50 bis 70 Prozent seines Wertes) sind das etwa Versicherung, Kfz-Steuer, Autobahnvignette, mitunter die Gebühr für einen Garagenplatz bzw. das Parkpickerl. Das eigene Fahrzeug muss auch gepflegt, repariert und gewartet werden.

... 3500 bis 5000 Euro pro Jahr

In Zahlen ausgedrückt summiert sich das für 10.000 Jahreskilometer bei einem Kompaktwagen (z.B. VW Golf) auf rund 435 Euro pro Monat bzw. 5.220 Euro pro Jahr. Für ein Carsharing-Auto hat die deutsche Mobilitätsplattform mobilaro eine Beispielrechnung (10.000 Jahreskilometer, Mittelklassewagen) angestellt und kommt auf monatliche Gesamtkosten von 290 Euro bzw. 3.480 Euro pro Jahr.

Carsharing ist preiswerter

Addiert man dazu noch 50 Euro pro Monat für die ergänzende Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, ist Carsharing bei dieser Kilometerleistung immer noch preiswerter als ein eigenes Auto.

Carsharing fördert Öffis und Fahrrad

Nicht nur Kosten vergleichen

Neben den Kosten sollten weitere Entscheidungskriterien berücksichtigt werden. Insbesondere die persönliche bzw. familiäre Mobilitätssituation, Fahrgewohnheiten und -notwendigkeiten. Und das Vorhandensein eines Carsharing-Angebots am Wohnort (verfügbare Fahrzeuge, Kosten etc.). Wer in einer größeren Stadt wohnt, hat bessere Chancen, passende Angebote zu finden. Am Land ist oft private Initiative nötig – etwa, um selber Carsharing-Partner zu finden.

Wer regelmäßig mit dem Auto zur Arbeit pendeln muss, für den ist Carsharing nicht praktikabel. Leichter fällt der Wechsel zum Carsharing, wenn man für manche Wege sowieso bereits öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzt. Oder wenn es darum geht, ein nur gelegentlich genutztes Zweitauto zu ersetzen.

Mehr Carsharing, mehr Öffis, mehr Fahrrad

Untersuchungen zeigen, dass Carsharing das Verkehrsverhalten verändert. Ein Umstieg vom eigenen Auto auf Carsharing reduziert in der Regel die mit dem Auto zurückgelegten Kilometer. Laut Angaben des VCÖ fahren 43 Prozent der auf Carsharing umgestiegenen Personen häufiger mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Fahrrad.

Mitfahren und mieten

Mitfahren und mieten

Zwei weitere Möglichkeiten, ein Auto zu nutzen, sind Mitfahrgelegenheiten und Mietwagen. Bei Mitfahrgelegenheiten beteiligen sich die Mitfahrer an den Spritkosten. Onlineplattformen bringen Interessenten zusammen, z.B. auf "foastmit".

Ein Mietwagen rechnet sich vor allem dann, wenn viele Kilometer gefahren werden oder das Auto für einen längeren Zeitraum (etwa für ein Wochenende) gebraucht wird.

Tabelle Carsharing: klassisch (Zipcar, Flinkster)

Tabelle Carsharing: Free-Floating (car2go, DriveNow)

Tabelle Carsharing: private Plattformen (Carsharing24/7, Caruso)

Zusammenfassung

  • Durchrechnen: Rechnen Sie sich die tatsächlichen jährlichen Autokosten aus und analysieren Sie Ihre Mobilitätsgewohnheiten. Unter 12.000 Kilometern Jahresleistung ist Carsharing eine kostengünstige Alternative zum eigenen Auto. Das trifft oft auf Zweitautos zu. Was ist es mir wert, mich nicht um Autokauf, Reparaturen, Parkplatz, Wartung und das Putzen kümmern zu müssen?
  • Alternativen ausprobieren: Welche Optionen – gehen, radfahren, öffentliche Verkehrsmittel und (geteilte) Autonutzung sowie Kombinationen davon – habe ich für meine Mobilität? Gibt es im Ort ein Carsharingangebot oder ließe sich im persönlichen Umfeld privates Carsharing initiieren? Oft hilft ein Testlauf, sich mit dem Ablauf  vertraut zu machen.
  • Rabatte nutzen: Oft erhalten Kunden von Kooperationspartnern des Carsharing-Unternehmens (ÖBB, Wiener Linien, Autofahrerorganisationen) Nachlässe.

Leserreaktionen

Eingeschränkt

Ich nutze seit 4 Jahren in Wien Zipcar (bzw. den Vorgänger Carsharing) und Car2Go. Zipcar hat Standorte aufgelassen, was mich unmittelbar betrifft, weil ich bei einer Übersiedlung durchaus auch den Komfort der Mietautos berücksichtigt habe, und mein Auto abgemeldet habe.

Car2Go hat Transdanubien ziemlich aufgegeben, nur mehr ein kleiner Teil des 21. Bezirkes zählt nun zum Geschäftsbereich. Damit wird Car2Go für mich ziemlich uninteressant. Offensichtlich wird da die Politik gefragt werden, wenn BürgerInnen ihr Benützerverhalten nachhaltig ändern sollen.

User "Gundl"
(aus KONSUMENT 10/2015)

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