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Lippenpflegemittel: Schadstoffe enthalten - Manche haben es in sich

, aktualisiert am

 

Folgende Produkte finden Sie in den Testtabellen:

  • Balmi - Super Cube Lip Balm Coconut
  • Bebe - Young Care classic
  • Bee Natural - Lippenbalsam Granatapfel
  • Bepanthol - Lippencreme
  • Carmex - Feuchtigkeitsspendender Lippenbalsam
  • dm - Alverde Sonnen-Lippenpflege
  • dm - Balea Men Active care Lippenpflege
  • Dr. Bronner's - All-one zitrone-Limette Lippenbalsam
  • Dr. Hauschka - Lip Balm
  • Eos - Lippenbalsam Granatapfel Himbeere
  • Essence - Balmy Kiss Moisturizing Lip care 01 it's a spa time!
  • Labello - Original Lippenpflegestift
  • Labello - Sun Protect Lippenpflegestift
  • La Roche-Posay - Nutritic Lippen
  • Laverna - Basis sensitiv Lippenbalsam
  • Lipp Smacker - Coca Cola Lippenpflegestift mit Geschmack
  • Lush - Rose Lollipop Lippenbalsam
  • Müller - Aveo Lippenpflege Classic
  • Neutrogena - Lippenpflege
  • Pepsi - Lipbalm
  • Rituals - Smooth Operator Caring Lip Balm
  • Sebamed - Schützende Lippenpflege
  • The Body Shop - 01 Lip Care
  • Weleda - Everon Lippenpflege
  • Vichy - Aqualia Thermal Lippenbalsam
  • Yves Rocher - Nourishing Macadamia Lip Balm Protection

Nach folgenden Kriterien wurde getestet:

Im Labor wurde geprüft, ob und in welcher Konzentration die Lippenpflegeprodukte gesättigte und aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH) sowie synthetische Kohlenwasserstoffe ähnlicher Struktur (POSH) enthalten. Weiters wurden das Einhalten des Sonnenschutzfaktors (UVB) und der UVA-Schutz geprüft.

Lesen Sie im Folgenden den Testbericht:


Dass sich unsere Lippen meist geschmeidig und zart anfühlen, erscheint angesichts der Strapazen, denen sie ausgesetzt sind, fast etwas verwunderlich. Kälte, Hitze, trockene oder feuchte Luft, UV-Strahlung bedeuten permanente Belastungstests für das sensible Organ. Dass die Lippen damit verhältnis­mäßig gut fertig werden, ist erstaunlich, da die Haut hier deutlich dünner ist als an anderen Stellen des Körpers und zudem über keine Schweiß- und Talgdrüsen verfügt.

Permanente Belastungstests

Die Lippen trocknen daher auch schneller aus. Unter Extrembedingungen – etwa auf den Bergen, wo die UV-Strahlung erhöht ist, oder wenn es sehr kalt ist – sollten wir auf einen besonderen Lippenschutz achten (siehe dazu unseren Sonnenschutzmittel für den Winter - Dick auf(ge)tragen in KONSUMENT 1/2012). Auch im Alltag kann ein Lippenpflegeprodukt für Linderung sorgen, wenn die Lippen sich ausgetrocknet und rissig anfühlen.

Auf kritische Substanzen getestet

Das Angebot an Lippenpflegemitteln in Supermärkten, Drogerien und Apotheken ist groß, doch sind die Produkte auch alle empfehlenswert? Bezüglich der Pflegeeigenschaften können wir leider keine Aussagen treffen. Es gibt derzeit kein Standardverfahren, mit dem diese objektiv und ­zuverlässig beurteilt werden können. Jeder muss also für sich selbst herausfinden, ­welches Produkt am besten geeignet ist. ­

Eine nicht unwesentliche Entscheidungshilfe ­können wir dennoch bieten: Unsere Kolleginnen und Kollegen von der Stiftung ­Warentest haben 25 auch in Österreich erhältlich Lippenpflegeprodukte bezüglich enthaltener kritischer Substanzen unter die Lupe genommen. Im Fokus standen dabei vor allem bestimmte Kohlenwasserstoffe, nämlich MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) und MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons). Bei Ersteren handelt es sich um gesättigte, bei Letzteren um aromatische Kohlenwasser­stoffe.

13 Lippenpflegestifte belastet

In der Vergangenheit (Kosmetika: Mineralöl - Verzichtbar) haben Stichproben bereits gezeigt, dass Kosmetika mit MOAH und MOSH belastet sein können. Besonders problematisch ist dies bei Lippenpflegemittel, da sie zwangsläufig auch geschluckt werden und die Subs­tanzen somit in den Körper gelangen. Im ­aktuellen Test zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Präparate, ­nämlich 13, kritische Bestandteile enthielten.

Problematische Inhaltsstoffe

MOSH 

Welche gesundheitlichen Konsequenzen mit der Aufnahme von MOSH verbunden sind, ist noch nicht vollständig geklärt. Man weiß derzeit lediglich, dass sie sich etwa im ­Fettgewebe des Körpers anreichern. MOSH können auch in Lebensmitteln enthalten sein. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA bezeichnet die Menge an MOSH, die wir täglich mit der Nahrung aufnehmen, als poten­ziell bedenklich. Eine zusätzliche Aufnahme von MOSH sollte deshalb möglichst vermieden werden. Lippenpflegeprodukte werden zwar nicht in großen Mengen verwendet, dennoch kann die Aufnahme von MOSH ­daraus beachtlich sein.

Das zeigen Berechnungen des Wissenschaftlichen Ausschusses für Verbrauchersicherheit (SCCS) der EU-Kom­mission. Demnach schluckt etwa, wer regelmäßig Lippenstift aufträgt, im Lauf eines Jahres rund 20 Gramm dieses Kosmetikums. Bezogen auf das am stärksten mit MOSH belastete Produkt im Test, den Bebe Young Care classic Stift, würden somit pro Jahr mehr als 9 Gramm kritische MOSH aufgenommen.

MOAH

Als noch problematischer erachtet die EFSA die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOAH. Einige dieser Substanzen sind potenziell krebserregend. Lebensmittel sollten deshalb frei von MOAH sein. Leider zeigen Tests immer wieder, dass dem nicht so ist. MOAH gelangen beispielsweise über Druckfarben aus Verpackungen oder über Schmieröl, welches im Herstellungsprozess eingesetzt wird, in die Nahrungsmittel.

POSH

Der sicherste Weg, Kosmetika herzustellen, die frei von MOSH und MOAH sind, ist der Verzicht auf erdölbasierte Substanzen. ­Allerdings sind derartige Präparate deshalb nicht automatisch frei von bedenklichen Inhaltstoffen. In den Produkten von La Roche-­Posay und Vichy, die in der Apotheke erhältlich sind, wurden hohe Gehalte an POSH (Polymer Oligomeric Saturated ­Hydrocarbons) nachgewiesen. Bei POSH handelt es sich um Kohlenwasserstoffe, die den MOSH sehr ähnlich sind. Sie werden oft aus Biomasse oder Kohle synthetisch hergestellt und ­können sich ebenso im Körper anreichern. Verdächtige Produkte weisen in der Inhaltstoffliste Bezeichnungen wie ­Hydrogenated Polyisobutene, Polyethylene oder Poly­butene auf.

Naturkosmetika

Wie erwähnt, gelangen MOSH und MOAH durch die Verwendung erdölbasierter Zu­taten in Kosmetika. Da derartige Ausgangssubstanzen in Naturkosmetika in Österreich nicht erlaubt sind, sollte man also davon ausgehen können, dass diese frei von MOSH und MOAH sind. Fünf der elf Produkte, die frei von den kritischen Substanzen sind, haben ein Siegel für Naturkosmetik. Der Lippen­balsam Granatapfel von Bee Natural ist mit dem Natrue-Zertifikat versehen und enthielt dennoch Spuren von MOSH. Es könnte sein, dass dieses Produkt durch einen ­unsauberen Herstellungsprozess kontaminiert wurde. Auch wenn die gefundene Menge äußerst gering ist, erachten wir den Lippenbalsam nicht als empfehlenswert. Gerade bei zertifizierter Naturkosmetik sollten Verbraucher davon ausgehen können, dass Produkte „sauber“ sind.

Falsch deklariert

Insgesamt acht der getesteten Produkte ­haben zusätzlich einen UV-Schutz integriert. Bei Weleda Everon Lippenpflege und Neutrogena Lippenpflege ist dieser so niedrig, dass er praktisch zu vernachlässigen ist. Beim Sebamed-Drehstift Schützende ­Lippenpflege ist der UVA-Schutz falsch ausgewiesen. Das Produkt schützt deutlich weniger vor UVA-Strahlung als behauptet. Deshalb findet sich dieses Präparat ebenfalls in der Liste der nicht empfehlenswerten Mittel, ­obwohl es keine bedenklichen Inhaltstoffe aufweist.

Aufpassen bei Kindern

Insbesondere bei Kindern sollte man auf MOSH- und MOAH-freie Mittel achten. Dies gilt vor allem für Produkte, die mit ihrer ­Aufmachung Kinder ansprechen und durch einen fruchtigen Geruch und Geschmack dazu verleiten, sie von den Lippen abzulecken.

Testtabelle: Empfehlenswerte Lippenpflegeprodukte

Testtabelle: Nicht empfehlenswerte Lippenpflege lt. Deklaration mit Mineralöl

Testtabelle: Nicht empfehlenswerte Lippenpflege lt. Deklaration ohne Mineralöl

UV-Schutz und Lippenpflege

Die Haut der Lippen hat im Gegensatz zur restlichen Körperhaut keine Melanozyten und damit keinen Eigenschutz gegen UV-Strahlung. Die Lippen können deshalb durch UV-Licht relativ schnell geschädigt werden. Sie werden rau und schuppig und reißen ein. Wenn wunde Stellen nicht mehr richtig heilen, sollte man unbedingt einen Hautarzt aufsuchen.

Lippen speziell schützen

Erfolgt keine Behandlung, droht Hautkrebs. Dieser tritt bei Männern häufiger auf. Vermutlich liegt es daran, dass viele Frauen ­Lippenstift auftragen, der einen gewissen Schutz vor UV-Licht bietet. Besonders Personen, die sich arbeitsbedingt oder in der Freizeit viel im Freien aufhalten, sollten deshalb einen speziellen ­Sonnenschutz für die Lippen benutzen. Normale Sonnencremen und -lotionen sind nur bedingt geeignet, da sie sich leicht ablecken lassen.

Umstrittene Inhaltsstoffe

Folgende auf der Verpackung gelistete Inhaltstoffe sind ein potenzieller Hinweis für kritische MOSH, MOAH oder POSH:

Cera Microcristallina Wax, Ceresin, Mineral Oil, Ozokerite, Paraffin, Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Hydrogenated Polyisobutene, Polyethylene, Polybuten.

Wir empfehlen, Lippenpflegeprodukte zu benutzen, die keine der gelisteten Inhaltstoffe enthalten.

Zusammenfassung

Schadstoffe. Nicht wenige Lippenpflegemittel sind mit Schadstoffen wie MOSH, MOAH oder POSH belastet. Wir empfehlen, Präparate zu verwenden, die frei von diesen Verbindungen sind.

Sonnenschutz für die Lippen. Wer sich berufsbedingt oder in der Freizeit länger im Freien aufhält, sollte einen speziellen Sonnenschutz für die Lippen verwenden. Vor allem in größeren Höhen oder auf der Skipiste ist ein Lichtschutzfilter auf den Lippen wichtig.

Vorsicht bei Kindern. Besonders bei Kindern sollte man darauf achten, dass die verwendeten Produkte frei von MOSH, MOAH und POSH sind.

Testkriterien

Im Test

25 exemplarisch ausgewählte Lippen­pflege­produkte.

Mineralölbestandteile

Im Labor wurde geprüft, ob und gegebenenfalls in welcher Konzentration die Lippenpflegeprodukte gesättigte und aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (MOSH und MOAH) sowie synthetische Kohlenwasser­stoffe ähnlicher Struktur (POSH) enthalten. Positive MOAH-Befunde wurden durch ein spezielles Verfahren abgesichert, das zusätzliche Informationen über die Strukturen der MOAH liefert.

Einhalten des Sonnenschutzfaktors (UVB)

Um den Effekt von Sonne auf der Haut zu simulieren, wurden die Hautareale freiwilliger Testpersonen unter kontrollierten Laborbedingungen einer ­definierten UVB-Licht-Dosis ausgesetzt. Auf die Testfelder wurden die Lippenpflege­mittel in standardisierter Weise aufgetragen. Die Produkte sollen be­wirken, dass sich die Haut erst nach einer höheren Dosis UV-Licht rötet (minimale ­Erythem-Dosis), als sie es in unbehandeltem Zustand tun würde. Es wurde überprüft, ob die ­Produkte die ausgelobte Schutzwirkung vor UVB-Strahlen in vollem Umfang entfalten.

UVA-Schutz

Die Produkte wurden in definierter Weise auf transparente Kunststoffplättchen auf­getragen; ermittelt wurde, wie viel UVA-Strahlung sie dann noch durchließen. Die so erhaltenen Werte wurden in Beziehung zum jeweils auf den Produkten ausgelobten Sonnenschutzfaktor gesetzt. Sie müssen mindestens ein Drittel dieses Wertes betragen.

Testplakette

Achten Sie beim Kauf auf die KONSUMENT-Testplakette.

Unternehmen, deren Produkte von uns mit "gut“ oder "sehr gut“ beurteilt wurden, haben die Möglichkeit, eine Testplakette zu erwerben. Deren Nutzung ist zeitlich begrenzt, und unsere strengen Richtlinien sind einzuhalten. Laut einer für die österreichische Bevölkerung repräsentativen Umfrage vom Juli 2019 verbinden Verbraucher mit der KONSUMENT-Testplakette in erster Linie, dass das entsprechende Produkt durch ein objektives Testverfahren geprüft wurde (41,3 %), eine hohe Qualität aufweist (40,1 %) und ein gutes Preis-/ Leistungs-Verhältnis bietet (33,9 %).

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