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Schärdinger Vanilletraum - Aroma statt Vanille

   Was Konsumenten alles versprochen und dann nicht gehalten wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Ein Milchmischgetränk, das außen groß mit Vanille protzt, aber gar keine Vanille enthält.

Schärdinger Vanilletraum  (Bild: K.Schreiner/VKI)
Schärdinger Vanilletraum - abgebildet ist eine Vanilleblüte ... (Bild: K.Schreiner/VKI)

Schärdinger Vanilletraum - abgebildet ist eine Vanilleblüte ... (Bild: K.Schreiner/VKI)

Schärdinger Vanilletraum: Zutaten (Bild: K.Schreiner/VKI)
... für den Geschmack sorgt aber Aroma. (Bild: K.Schreiner/VKI)

... für den Geschmack sorgt aber Aroma. (Bild: K.Schreiner/VKI)

Aroma statt echter Vanille

Das steht drauf

Schärdinger Vanilletraum

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Die Bezeichnung „Schärdinger Vanilletraum“ in großen Lettern vorne auf der Flasche zu lesen, gleich darunter das Bild einer vanillegelben Blüte – wohl eine Vanilleblüte, dachte eine Konsumentin, als sie die Flasche aus dem Milchregal genommen hatte. Für sie war klar: Was, wenn nicht Vanille, sollte beim Schärdinger Vanilletraum für den typischen Vanillegeschmack sorgen? Die Antwort fand sie in kleiner Schrift oberhalb und in der Zutatenliste.

Das Milchmischgetränk mit Vanillegeschmack (so steht es hier klein gedruckt) besteht demnach aus: Milch, Zucker, Glucose-Fructose-Sirup, Karamelsirup, modifizierte Stärke, Stabilisatoren Guarkernmehl, Carrageen, Farbstoff Beta Carotin, Aroma, Vitaminmischung mit Vitamin B1, B2, B6, E und Folsäure. Beim Schärdinger Vanilletraum sorgt also statt Vanille Aroma für den Geschmack. Die Kundin fühlte sich verschaukelt und machte uns zornig auf dieses Produkt aufmerksam.

Marktübliche Kennzeichnungspraxis

„Warum wird hier durch die Blüte auf dem Etikett vorgegeben, dass die Milch mit Vanille zubereitet ist?“ fragte sie uns. Wir leiteten die Frage an den Hersteller Berglandmilch weiter: „Entsprechend der marktüblichen Kennzeichnungspraxis wird die Abbildung einer Vanilleblüte als Hinweis auf die Geschmacksrichtung Vanille verstanden….“, wurde uns mitgeteilt.

Aha. Die Blüte ist also abgebildet, um zu zeigen, dass die Milch nach Vanille schmeckt. Doch was die Milch nach Vanille schmecken lässt, ist demnach eine ganz andere Geschichte. Rein rechtlich gesehen passt bei der Kennzeichnung von Schärdinger Vanilletraum natürlich alles. Doch konsumentenfreundlich ist sie eindeutig nicht.

Reaktion von Berglandmilch

Was Berglandmilch, zu der Schärdinger gehört, dazu sagt, dass ihr Vanilletraum keine echte Vanille enthält:

"In unserem Schärdinger Vanilletraum wird Vanillearoma verwendet, was zuerst einmal in der Sachbezeichnung zum Ausdruck kommt. Diese lautet: Milchmischgetränk mit Vanillegeschmack.
Die bildliche Darstellung (Vanilleblüte) wurde in Übereinstimmung mit unserer Untersuchungsanstalt (LVA Wien) sowie dem „Positionspapier zur Kennzeichnung „Vanille“ bei Milcherzeugnissen“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker gewählt.

In diesem heißt es: „Entsprechend der marktüblichen Kennzeichnungspraxis wird die Abbildung einer Vanilleblüte als Hinweis auf die Geschmacksrichtung Vanille verstanden, wohingegen die Abbildung einer Vanilleschote als Hinweis auf die Verwendung der Komponenten 1), 2) oder 3) [das sind gemahlenen Vanilleschoten, natürliche Vanillearomen und Vanilleextrakte bzw. natürliches Vanillearoma mit anderen natürlichen Aromen, Anm.] als Zutaten aufgefasst wird."

Berglandmilch eGen
13.6.2012

Wir meinen: Klare und konsumentenfreundliche Produktkennzeichnung und  „marktübliche Kennzeichnungspraxis“ sind offensichtlich zweierlei.

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