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Mindesthaltbarkeitsdatum auf Senf- und Mayonnaisetuben - Bald verdeckt

Lebensmittel-Check

Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: Senf- und Mayonnaisetuben, bei denen die Angabe zur Mindesthaltbarkeit nach dem Aufrollen verdeckt ist.

 

Konsumenten fragen uns immer wieder, warum das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Senf- und Mayonnaisetuben am unteren Ende, also am Falz aufgedruckt ist. (Bild: VK)
Konsumenten fragen uns immer wieder, warum das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Senf- und Mayonnaisetuben am unteren Ende, also am Falz aufgedruckt ist. (Bild: VK)

Konsumenten fragen uns immer wieder, warum das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Senf- und Mayonnaisetuben am unteren Ende, also am Falz aufgedruckt ist. (Bild: VK)

Das Problem: Rollt man die Tube auf, ist das MHD nicht mehr sichtbar. (Bild: VKI)
Das Problem: Rollt man die Tube auf, ist das MHD nicht mehr sichtbar. (Bild: VKI)

Das Problem: Rollt man die Tube auf, ist das MHD nicht mehr sichtbar. (Bild: VKI)

Die Hersteller sagen, die Prägung sei nur am Falz und nicht am Tubenkopf möglich. (Bild: VKI)
Die Hersteller sagen, die Prägung sei nur am Falz und nicht am Tubenkopf möglich. (Bild: VKI)

Die Hersteller sagen, die Prägung sei nur am Falz und nicht am Tubenkopf möglich. (Bild: VKI)

Prägung am Falz problematisch

Das steht drauf: Albatros Original Wiener Würstel Senf, Haas Salzburger Stiegl Bier Senf, Ramsa Englischer Spezialsenf süß-scharf, Kuner Original Mayonnaise

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem

Bei uns langen immer wieder Anfragen von Konsumenten ein, die wissen wollen, warum das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Senf- und Mayonnaisetuben am unteren Ende, also am Falz aufgedruckt ist. Das Problem: Rollt man die Tube auf, ist das MHD nicht mehr sichtbar.  

MHD am unteren Tubenende

Wir nahmen diese Anfragen zum Anlass, diverse Senf- und Mayonnaisetuben in einem Supermarkt einzukaufen. Bei einigen Produkten war die Mindesthaltbarkeit am oberen Tubenende, in der Nähe des Verschlusses, angegeben. Bei Albatros Original Wiener Würstel Senf von Spak, Haas Salzburger Stiegl Bier Senf, Ramsa Englischer Spezialsenf süß-scharf und Kuner Original Mayonnaise von Unilever war sie – wie in den Konsumentenanfragen bemängelt – am unteren Tubenende aufgedruckt.  

Keine technische Alternative

Wir baten die Hersteller dieser Produkte um Stellungnahme: Es gebe keine technische Alternative, die Prägung sei nur am Falz und nicht am Tubenkopf möglich, der MHD-Aufdruck am Falz sei geläufig, man wolle den Konsumenten lästiges Suchen des MHD ersparen, außerdem entspräche das den Anforderungen der Lebensmittelinformationsverordnung ..., erklärten sie. Einige Hersteller empfahlen weiters, Tuben nicht aufzurollen, sondern an einer Tischkante (o.Ä.) glattzustreichen. Durch das Aufrollen könne die Tube beschädigt und undicht, die Produktqualität in der Folge gemindert werden.  

Pflichtangaben müssen gut sichtbar sein

Für Konsumenten zählt das Mindesthaltbarkeitsdatum zu den wichtigsten Angaben auf Lebensmittelpackungen. Laut Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) muss es (so wie andere Pflichtangaben) „an einer gut sichtbaren Stelle deutlich, gut lesbar und gegebenenfalls dauerhaft angebracht sein“. 

Reaktionen der Firmen Spak, Haas, Ramsa-Wolf und Unilever

Was Spak, Haas, Ramsa-Wolf und Unilever dazu sagen, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum bei ihren Senf- und Mayonnaisetuben am Falz aufgedruckt ist.  

Reaktion von Spak
„Die MHD-Kennzeichnung erfolgt am Tubenfalz, weil es technisch keine Alternative gibt: Eine Prägung ist nur am Falz und nicht am Tubenkopf möglich, weil die Tube zur Befüllung in der Abfüllmaschine am Kopf stehend geführt werden muss, um befüllt zu werden. Weiters empfehlen wir, die Tube nicht aufzurollen, sondern glattzustreichen, um ein Restentleeren der Tube zu ermöglichen. Durch das Aufrollen kommt es zu einer Beschädigung (Brechen) des Tubenmaterials, wodurch negative Auswirkungen auf die Produktqualität nicht ausgeschlossen werden können. Zur Info: Der Mitbewerb setzt ebenfalls dieses Herstell- und Kennzeichnungsverfahren ein.“

Peter Spak GmbH
29. 4. 2019  

Reaktion von Ed. Haas
„Ursprünglich hat man sich bei der Positionierung des MHD-Aufdruckes für den Falz entschieden, um dem Konsumenten eine einfache Auffindbarkeit zu gewährleisten. Die Anbringung des MHD-Aufdruckes am Tubenfalz ist ein typischer Aufbringungsort bei Tuben und dem Konsumenten durch verschiedenste Produkte (Senf, Mayonnaise sowie auch Salben, etc.) über viele Jahre geläufig geworden. Durch eine möglichst ähnliche Anbringung des MHD-Aufdruckes bei ähnlichen Verpackungsvarianten soll dem Kunden das lästige Suchen nach den Haltbarkeitsinformationen erspart werden. Auch die zur Gewährleistung einer optimalen Lagerung so gewählte Ausrichtung der Tuben in den Verkaufstrays, spricht unserer Meinung nach gegen eine Positionierung des MHD-Aufdruckes neben dem Verschluss, da dieses am Point of Sale dann verdeckt wäre. Durch das Anbringen der MHD-Information auf dem Tubenfalz kommen wir den Anforderungen der LMIV nach und stellen sicher, dass die Mindesthaltbarkeitsangaben zum Zeitpunkt des Kaufes von unseren Kunden leicht auffindbar und gut lesbar angebracht sind. Des Weiteren empfehlen wir, die Tuben durch Glätten an einer Tischkante (o.ä.) zu entleeren, um eventuelle Beschädigungen durch das Knicken der Tuben (zu denen es beim Aufrollen der Tuben kommen kann) und damit verbundenen, undichten Stellen zu verhindern.“

Ed. Haas Austria GmbH
30. 4. 2019  

Reaktion von Ramsa-Wolf
„Leider tauchen bei der Markierung der Tuben an stark gerundeten Stellen einige technische Probleme auf. Die Einprägung bzw. Bedruckung der Tube am Falz hingegen ist sehr einfach zu realisieren und dürfte aus diesem Grund Branchenstandard sein. Der Vorschlag, das Mindesthaltbarkeitsdatum neben dem Verschluss zu platzieren, würde eine Adaptierung unseres Abfüllprozesses nötig machen. Dazu werden wir bei Maschinenparkerneuerung die Investitionskosten und Machbarkeit prüfen. Wir bitten zu beachten, dass es sich bei einem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht um ein Verfallsdatum handelt. Bei entsprechender Lagerung (siehe Tube: „Nach dem Öffnen gekühlt lagern“) wäre ein Verderb des Produktes, auch über das MHD hinweg, ungewöhnlich. Eine Veränderung des Geschmacks, der Konsistenz und der Farbe ist aufgrund von Oxidation und Wasserverdunstung nach dem Öffnen nicht zu verhindern, kann aber durch das Verschließen der Tube reduziert werden. Als Alternative zum Einrollen der Tube wäre es möglich, die Tube beispielsweise mit einem Messerrücken oder an einer Tischkante „auszustreichen“. Damit könnte das Problem des nicht mehr lesbaren MHD umgangen werden.“

Ramsa-Wolf GmbH
30. 4. 2019  

Reaktion von Unilever
„Das Aufbringen des Mindesthaltbarkeitsdatums erfolgt aus technischen Gründen an dieser Stelle. Konsumentinnen und Konsumenten sollten beachten, dass sich das Mindesthaltbarkeitsdatum grundsätzlich auf das ungeöffnete Produkt bezieht. Ist die Packung erst einmal geöffnet, beginnt der normale Verderb – abhängig von Lagerung, Kühlung und Verwendung. Auf der Tube ist daher zusätzlich der Hinweis vermerkt „Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb eines Monats verbrauchen.“

Unilever Deutschland Holding GmbH
9. 5. 2019  

Wir meinen: Wir sind dafür, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum einheitlich an derselben Stelle angegeben wird. Da manche Konsumenten die Tube einrollen und es auch eigens dafür Tubenschlüssel gibt, wäre es in der Nähe des Verschlusses einfach besser platziert. 

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