Zum Inhalt

Innocent Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere - Wenig Beeren drin

Lebensmittel-Check Was Konsumenten alles zugemutet wird. Diesmal im Lebensmittel-Check: ein Smoothie Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere von Innocent, in dem nur wenige Beeren stecken.

 

Innocent-Brombeere Erdbeere Johannisbeere (Bild: VKI)
Innocent-Brombeere Erdbeere Johannisbeere

Innocent-Brombeere Erdbeere Johannisbeere

Innocent Brombeere, Erdbeere, Johannisbeere: Zutaten; Bild: C. Pandur/VKI
Innocent Brombeere, Erdbeere, Johannisbeere: Zutaten; Bild: C. Pandur/VKI

Innocent Brombeere, Erdbeere, Johannisbeere: Zutaten; Bild: C. Pandur/VKI

Hauptzutaten Apfelsaft und Bananenmark

Das steht drauf: Innocent Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere 

Gekauft bei: in vielen Geschäften erhältlich

Das ist das Problem 

Smoothies gehören zu jenen Produkten, über die sich unsere Leser derzeit am meisten ärgern. Zu Recht, wie wir finden. Diese pürierten Obst- und Gemüsesäfte werden von vielen Herstellern angeboten – und die Käufer werden regelmäßig an der Nase herumgeführt. So auch von Innocent, einem Unternehmen, dem es gelungen ist, aus einem unspektakulären Lebensmittel ein hippes Lifestyle-Produkt zu machen. „Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere“ steht fett auf der Flasche des Innocent Smoothies. Und nicht nur die Gestaltung der Etiketten ist äußerst ansprechend, auch der Saft sieht tadellos aus. Eine KONSUMENT-Leserin konnte nicht widerstehen, legte 2 Euro für diesen Viertelliter Obstsaft ab und nahm eine Flasche Smoothie Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere mit nach Hause. Daheim angekommen studierte sie das Kleingedruckte auf der Flaschenrückseite. Als Sachbezeichnung war hier „Brombeer-, Erdbeer- & Johannisbeermischung aus püriertem Obst und Fruchtsaft (Direktsaft)“ angeführt.

Nur wenige Beeren enthalten

Bis dahin war für die Kundin noch alles in Ordnung. Doch dann las sie auch die Zutatenliste und entdeckte, dass dieser Smoothie hauptsächlich aus Apfelsaft, Bananenpüree und Traubensaft besteht. Erst nach diesen drei Zutaten wird in der Liste Erdbeerpüree (6 %) und Johannisbeerpüree (6 %) angeführt, danach Orangensaft und Brombeerpüree (5 %). Limettensaft steht an letzter Stelle der Zutatenliste. Insgesamt besteht dieses Produkt also nur zu 17 % aus den groß angeführten Beeren. Das ist nicht gerade viel. Und vor allem keineswegs das, was man sich von einem Produkt erwartet, das sich Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere Smoothie nennt. Wer genau wissen will, wie viele abgezählte Beeren in diesem Saft stecken, wird übrigens auf www.innocentdrinks.at fündig. In 250 ml dieses Smoothies stecken 3 Brombeeren, 15 Johannisbeeren und 1 ½ Erdbeeren. – Habe die Beere, und das bei einem Obstsaft um rund 8 Euro pro Liter!

Reaktion der Firma Innocent Alps

Was Innocent Alps dazu sagt, dass sein Smoothie Brombeere, Erdbeere & Johannisbeere nur wenig pürierte Beeren enthält.

„Alle unsere Smoothies bestehen zu 100 % aus Obst und Gemüse. Wir benennen jede unserer Smoothiesorten nach dem geschmacksgebenden Obst – also nach jedem Obst, das beim Trinken geschmacklich dominiert. Bei der Sorte ,Brombeere, Erdbeere und Johannisbeere‘ beispielsweise, ist der Beerengeschmack besonders ausgeprägt, was uns Testtrinker in zahlreichen Verkostungen bestätigt haben.

Natürlich könnten wir den Smoothie nach jedem Obst benennen, das mengenmäßig den größten Anteil am Smoothie ausmacht (z.B. ,Apfel & Banane‘). Doch genau damit würden wir den Konsumenten irreführen, weil der Smoothie viel mehr nach Beeren als nach Apfel und Banane schmeckt.

In einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom September 2013 wurde explizit entschieden, dass wir unsere Produkte nach Geschmack, nicht nach Inhalt benennen können, ohne dabei Verbraucher zu täuschen.“

Innocent Alps GmbH
25. 7. 2016

Wir meinen: Schön, dass die Sache schon vor Gericht geklärt wurde. Wie wäre es mit einer Aufmachung, die für mehr Klarheit sorgt? Etwa, alle enthaltenen Früchte auf der Vorderseite der Flasche abbilden. Oder den Smoothie nach jenen Zutaten benennen, die überwiegend im Saft vorkommen. Ein paar Produkte mit dieser kundenfreundlichen Kennzeichnung sind bereits am Markt. Nachahmung empfohlen!
 

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

STAUD’S Reine Frucht Marille: Glas mit Marillenfruchtaufstrich, Auslobung "reine Frucht" sorgt für Beschwerden.

STAUD’S Reine Frucht Marille: Mit Frucht und anderen Zutaten

STAUD’S Reine Frucht Marille ist eine Konfitüre, die auch Geliermittel und Zucker enthält. Die Auslobung „Reine Frucht“ sorgte für zahlreiche Beschwerden. Der Hersteller ließ zwar den falschen Hinweis „ohne Zuckerzusatz“ in einem Onlineshop entfernen, die Produktbezeichnung blieb jedoch gleich.

Ovomaltine Der Klassiker: alte und neue orange Verpackung nebeneinander gestellt; nur mehr 900 g statt 1000 g enthalten.

Ovomaltine Der Klassiker: jetzt Shrink-Ovomaltine

Nur mehr 900 g statt 1000 g enthält die Nachfüllpackung Ovomaltine Der Klassiker. Der Preis ist aber gleich geblieben. Das Fertigtrinkpulver wurde somit fast unbemerkt teurer. Das ärgert aufmerksame Konsumentinnen und Konsumenten.

Zipfer Hops Zitrone: Flasche mit gelbem Etikett; bisher fehlende Angabe zum Restalkohol nun am Etikett

Zipfer Hops Zitrone jetzt eindeutig alkoholfrei

Zipfer Hops Zitrone hat nun die bisher fehlende Angabe zum Restalkohol erhalten.
Alk. 0,0 vol % bedeutet tatsächlich kein Alkohol und gibt Konsumentinnen und Konsumenten Klarheit über das Produkt. Das finden wir gut!

Fleischregal bei Lidl

Lidl Fleischregal Herkunftswerbung: Pauschale Auslobung in rot-weiß-rot

Die großflächige Lidl Fleischregal Herkunftswerbung "aus Österreich" trifft nur für die Eigenmarke Wiesentaler zu, nicht jedoch für das ganze Sortiment der Fleischvitrinen. Für die Kundschaft ist es irritierend, Fleischprodukte anderer Herkunft unter der Auslobung "zu 100 % aus Österreich" anzubieten.

BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich: Verpacktes Sandwich von Billa.

BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich: Freilandeier ohne Widersprüche

Beim BILLA Schwarzwälder Schinken Sandwich sorgte eine widersprüchliche Kennzeichnung für Verwirrung. BILLA hat den schlecht sichtbaren Hinweis auf die vorübergehende Verwendung von Eiern aus Bodenhaltung bei gleichzeitig deklarierter Herkunft aus Freilandhaltung wieder entfernt.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang