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Kfz-Versicherungen - Die Kosten bremsen

Bei den Prämien für Kfz-Polizzen gibt es nach wie vor Riesenunterschiede. Wer regelmäßig vergleicht, spart sich Hunderte Euro im Jahr.

In unseren Tabellen finden Sie Prämienvergleiche zu folgenden Kfz-Versicherungsmodellen:

Opel Corsa (Bild: GM Company) Student mit Opel Corsa
Baujahr 2005
Leistung: 51 kW, angemeldet auf einen Mann,  20 Jahre, Bonus/Malus 09 (Einsteigerstufe) 
Variante: nur Haftpflicht (Versicherungssumme 10 Mio. €)
Inkl. motorbez. Versicherungssteuer 200,88 €
   
Seat Alhambra (Bild: Seat Mediacenter) Jungfamilie mit Seat Alhambra
Baujahr 2013
Leistung: 103 kW, angemeldet auf eine Frau, 30 Jahre, Bonus/Malus 06
Variante: Haftpflicht 15 Mio. €, Teilkasko, Selbstbehalt „minimal“, Freischaden
Inkl. motorbez. Versicherungssteuer 594 €
   
Fiat 500 (Bild: Fiatpress.at) Beamtin mit Fiat 500
Baujahr 2012
Leistung: 73,5 kW, angemeldet auf eine Frau, 50 Jahre, Bonus/Malus 00
Variante: Haftpflicht 10 Mio. €, Teilkasko, Selbstbehalt „minimal“
Inkl. motorbez. Versicherungssteuer 372 €
   
Audi A6 Avant (Bild: Audi AG) Manager mit Audi A6
Baujahr 2015
Leistung: 160 kW, angemeldet auf einen Mann, 40 Jahre, Bonus/Malus 00
Variante: Haftpflicht 15 Mio. €, Vollkasko, Selbstbehalt rund 350 €
Inkl. motorbez. Versicherungssteuer 1.099,44 €
   
VW Tiguan (Bild: Volkswagen Media Serivce) Pensionist mit VW Tiguan
Baujahr 2015
Leistung: 118 kW, angemeldet auf einen Mann, 65 Jahre, Bonus/Malus 00
Variante: Haftpflicht 10 Mio. €, Vollkasko, Selbstbehalt „minimal“
Inkl. motorbez. Versicherungssteuer 721,44 €


Bei allen fünf Modellen werden in der Tabelle die fünf günstigsten und die drei teuersten Anbieter und Jahresprämien dargestellt.


Nicht jeder, der in Österreich ein Auto fährt, hat einen Führerschein, wie sich bei Polizeikontrollen oder Unfällen immer wieder ­herausstellt. Die „Schwarzfahrer“ bleiben oft lange unentdeckt – was bei der Kfz-Haftpflichtversicherung zum Glück nicht der Fall ist: Ohne Versicherungspolizze gibt es kein „Taferl“; und das ist gut so, denn es gewährleistet, dass auf öffentlichen Straßen keine Verkehrsschäden mit Autos verursacht ­werden können, für die deren Verursacher finanziell nicht geradestehen können.

Kfz-Haftpflichtversicherung ...

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist übrigens nicht nur in Österreich, sondern EU-weit ­verpflichtend vorgeschrieben, was auch für Ausflüge über die jeweiligen Grenzen hinaus eine gewisse Sicherheit gibt. Ratsam ist, vor einer Reise ins EU-Ausland die dort gültige Versicherungssumme zu prüfen, sie kann auch deutlich niedriger sein.

... und motorbezogene Versicherungssteuer verpflichtend

Ebenfalls verpflichtend abzuführen ist in Österreich die motorbezogene Versicherungssteuer; keine Verpflichtung besteht hin­gegen für Kasko- und weitere Versicherungen rund ums Auto (siehe S. 10 „Kfz-Versicherungen: Was ist Pflicht, was freiwillig?“).

Prämien differieren starkt - hohe Einsparungen möglich

Basispaket oder Sonderausstattung

Da die Zahl der Autobesitzer kontinuierlich steigt, reißen sich immer mehr Versicherer um den beständig wachsenden Kuchen. Für die Kunden bedeutet das nicht nur eine ­große Auswahl an Anbietern, sondern auch eine immer beeindruckendere Varianten­vielfalt. Neben der Frage „Kasko oder nicht, und wenn ja, Voll- oder Teilkasko?“ müssen sie sich nun auch über viele weitere Details ­einer individuell passenden Kfz-Versicherung klar werden.

Fünf Modelle mit je acht verschiedenen Jahresprämien

Dass sich die regelmäßige Beschäftigung mit der Autoversicherung für ­jeden Versicherten lohnt, zeigen die immensen Unterschiede bei den Prämien, die wir mithilfe des VergleichsportalsDurchblicker erhoben haben. Dabei sind wir von fünf Modellen ausgegangen, die vom Führerscheinneuling mit einem gebrauchten, ­älteren Fahrzeug, lediglich haftpflichtversichert bis zum Manager mit einem teuren Neu­wagen und Vollkaskovariante reichen. Bei den Personen reichen die Modelle vom 20-jährigen Studenten bis zum 65-jährigen Pensionisten. Das Alter ist üblicherweise kein Kriterium für die Prämie, allerdings ­erhalten bestimmte Personengruppen bei manchen Anbietern gar keinen Versicherungsschutz; oft werden auch im Schadensfall Selbstbehalte verrechnet, z.B. wenn ein Fahranfänger mit dem Auto der Mutter einen Schaden verursacht. Für bestimmte Berufsgruppen – typisches Beispiel Beamte – kann es Rabatte geben. Die Prämiendifferenzierung nach Geschlechtern darf seit Ende 2012 im Versicherungsbereich nicht mehr sein.

Weite Prämienbandbreite - hohe Einsparungen möglich

Grob gesprochen kann man bei allen Varianten rund die Hälfte der Prämie einsparen, wenn man vom teuersten zum billigsten ­Versicherer wechselt. So zum Beispiel reicht die Prämienbandbreite für den Modellfall des Studenten mit dem älteren Fahrzeug für die reine Haftpflichtversicherung von rund 720 Euro bis 1.752 Euro. Damit könnte er sich knapp 60 Prozent ersparen. Beim ­teuren ­Audi reicht die Bandbreite für das Gesamt­paket inklusive Vollkasko von rund 2.115 Euro bis 3.947 Euro. Auch hier ist eine deutliche Ersparnis von 46 Prozent drin.

Zu den bestimmenden Kriterien für die Prämienhöhe zählen

  • die gewählte Variante (ob reine Haftpflicht oder auch Kasko),
  • die Leis­tung des Fahrzeuges sowie
  • die persönlichen Voraussetzungen wie Alter (junge Führerscheinneulinge müssen besonders viel auslegen) und
  • Einstufung in das 17-stufige Bonus-Malus-­System
    • Als Neueinsteiger ­beginnt man bei Stufe 09, das heißt, man zahlt 100 Prozent der Prämie.
    • Wer unfallfrei bleibt, rückt pro Jahr eine Stufe in Richtung Stufe 00 vor und zahlt dann nur noch die halbe Prämie.
    • Wer Unfälle verursacht, fällt pro über den Versiche­rer abgerechneten Schaden um drei ­Stufen zurück, im schlimms­ten Fall bis auf Stufe 17.

Das bedeutet deutlich mehr Prämie, und da die Einstufung zu anderen Versicherern mitgenommen wird, hilft auch ein Anbieter­wechsel nichts bzw. wird er deutlich schwieriger, denn Malus­fahrer sind nicht die beliebtesten Versicherungskunden.

Onlinevergleichsrechner bieten Orientierung

Online orientieren

Prämienwirksam sind unter Umständen auch der Versicherungsort – städtische und grenznahe Regionen gelten aufgrund häu­figerer Park- und Diebstahlschäden als riskanter – und insbesondere bei der Kasko die Selbstbehalte, also jene Beträge, die man im Schadensfall selbst zu übernehmen bereit ist, um so die Prämie niedriger zu halten. Hier gibt es bei den meisten Versicherern mehrere Varianten. Damit die Angebote vergleichbar bleiben, sollte man für sich eine bestimmte Selbstbehaltshöhe festlegen (z.B.: „Schäden bis zu 400 Euro übernehme ich jeweils selbst“). Die Höhe des Selbst­behaltes soll jedenfalls so gewählt werden, dass der Betrag im Fall des Falles verschmerzbar ist. Anhand des gewählten ­Modells sollten Sie dann mehrere Angebote vergleichen.

Vergleichsportale und Onlinerechner nutzen

Das ist dank Vergleichsportalen wieDurchblicker oderVersichern24: Versicherungsvergleich relativ einfach. Auch auf den Homepages vonallianz-direct - Kfz-Versicherungsangebot berechnenERGOdirekt - VersicherungsrechnerVAV Versicherungen - Autoversicherungssrechner und ­Zurich Connect Österreich - Kfz-Versicherungsrechner kann ein Angebot gerechnet werden. Stellt sich dabei heraus, dass man mit der aktuell bezahlten Prämie deutlich schlechter gestellt ist, sollte man sich im nächsten Schritt an den eigenen Versicherer wenden und ein entsprechend nachge­bessertes Angebot einfordern. Oft reicht die ­Erwähnung eines geplanten Wechsels.

Unabhängige Makler

Auch unabhängige Makler helfen bei der ­Suche nach einer besseren Polizze für den eigenen Bedarf. Wer über spezielle Wünsche und Voraussetzungen Informationen sucht, sollte ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen. Ist das nicht der Fall, so wird ein einigermaßen gut informierter Konsument mit einem Onlinevergleich das Auslangen finden.

Vorteil Vergleichsplattform: Der Vergleich ist einfach und kostet wenig Zeit. Hat man ein günstiges Alternativangebot entdeckt, sollte nicht ­vorschnell gekündigt, sondern erst ein schriftliches Angebot des Versicherers eingeholt werden. Wer sich einem Makler ­anvertraut, braucht sich um Formalitäten üblicher­weise nicht selbst zu kümmern.

Wann zahlt sich eine Kasko-Versicherung aus?

Kfz-Haftpflichtversicherung kurzfristig kündbar

Zeigt sich der bisherige Versicherer wenig verhandlungsbereit, kann die Kfz-Haftpflichtversicherung relativ kurzfristig gekündigt werden: Ein ordentlicher Ausstieg ist ohne Angabe von Gründen jährlich mit einer Kündigungsfrist von einem Monat möglich. In der Kasko kann die Mindestvertragsdauer drei Jahre betragen, und auch die Kündigungsfrist ist mit drei Monaten etwas länger angesetzt.

Kündigungsdurchführung: Damit die Kündigung wirksam wird, schicken Sie sie am besten eingeschrieben mit Rückschein an den Ver­sicherer. Achten Sie auch auf die exakte ­Einhaltung der Kündigungsfrist: Ausschlaggebend ist das Datum des Einlangens beim Versicherer, nicht der Poststempel – daher eher zu früh als zu knapp abschicken! ­Weitere Möglichkeiten zur Kündigung gibt es bei einer Beitragserhöhung sowie bei Fahrzeugwechsel, Neuzulassung oder im Schadensfall – übrigens auch vonseiten des Versicherers!

Empfohlene Versicherungssumme: € 10 Mio.

Beim Abschluss eines Neuvertrags sollte gleich auf eine zeitgemäße Versicherungssumme geachtet werden: 7 Millionen Euro müssen es laut Gesetz sein, um eine Massen­karambolage und ähnliche Albtraum­szenarien finanziell abzufedern; Experten empfehlen eher ab 10 Millionen Euro – das kostet nicht viel mehr an Prämie, kann aber eine Existenzgefährdung verhindern.

Jährlich Prämie bezahlen

Wichtig ist außerdem, eine jährliche Prämien­­zahlung zu vereinbaren. Sonst fällt nicht nur für die eigentliche Versicherung, sondern ebenso für die motorbezogene Versicherungssteuer ein kräftiger Zuschlag an (siehe Kasten „Was ist Pflicht, ...?“). Auch gut zu wissen: Eine erworbene Einstufung im Bonus-Malus-System kann an Verwandte weitergegeben werden. Klinken sich zum Beispiel Opa oder Oma aus dem aktiven ­Verkehrsgeschehen aus, können sie ihre ­Bonusstufe auf das ­Enkerl übertragen.

Kasko: ja oder nein?

Die Frage „Kasko oder nicht?“ muss jeder für sich entscheiden. Fix ist, dass die Kaskovarianten teuer sind, vor allem die Vollkasko. Fix ist auch, dass die Relevanz der Kasko mit steigendem Alter des Autos abnimmt. Zirka drei Jahre nach Kauf eines Neuwagens, so die generelle Empfehlung, sollte der Umstieg von einer Voll- in eine günstigere Teilkasko erwogen werden. Grundsätzlich hängt die Kaskofrage auch vom eigenen Fahrverhalten ab. Wer in den vergangenen Jahren nie einen Unfall hatte, eher defensiv und wenig unterwegs ist und das Auto überwiegend in einer Garage abstellt, kann auch ohne Kasko aus­kommen. Wer beruflich auf das Auto angewiesen ist und es womöglich über Leasing ­finanziert, wird eine Vollkasko­ver­sicherung abschließen. Die ist bei Leasing ohnehin fix vorgesehen und sinnvoll. Denn sonst müsste man nach einem Totalschaden noch Geld für ein Auto zurück­zahlen, das man gar nicht mehr besitzt.

Tabelle: Kfz-Versicherungen - Student

Tabelle: Kfz-Versicherungen - Jungfamilie

Tabelle: Kfz-Versicherungen - Beamtin

Tabelle: Kfz-Versicherungen - Manager

Tabelle: Kfz-Versicherungen - Pensionist

Kfz-Versicherungen: Was ist Pflicht, was freiwillig?

Kfz-Haftpflichtversicherung: Ist für jeden Autobesitzer Pflicht. Sie übernimmt die Kosten der vom Lenker verursachten Schäden.

Kfz-Kaskoversicherung: Ist freiwillig und springt bei Schäden am eigenen Auto ein. Vollkasko beinhaltet im Gegensatz zur Teilkasko auch Vandalismus- und selbst verursachte Schäden. Die Kaskovarianten sind sehr unterschiedlich gestaltet und müssen auf den eigenen Bedarf abgestimmt werden. Bei Vollkasko empfiehlt sich nach zirka drei Jahren der Umstieg auf Teilkasko.

Kfz-Rechtsschutzversicherung: Ist freiwillig und unterstützt bei der Durchsetzung recht­licher Interessen bei Streitfällen, die mit dem Auto im Straßenverkehr entstehen.

Insassenunfallversicherung: Ist verzichtbar, da die Ansprüche von verletzten Insassen über die Haftpflichtversicherung des Fahrers abgewickelt werden.

Schutzbriefe und Assistancepakete: Werden oft in Form von kostenpflichtigen Zusatzpaketen angeboten und beinhalten Pannenhilfe oder Unterstützung bei einem Unfall (Bergung, Abschleppung, Übernachtungs-/Rückreisekosten) – oft schon über die Mitgliedschaft bei einem Autofahrerclub abgedeckt.

Motorbezogene Versicherungssteuer: Ist für jeden Autobesitzer Pflicht. Sie wird zwar mit der Kfz-Haftpflicht eingehoben, geht aber direkt ans Finanzamt. Je PS-stärker das Auto, desto höher die Steuer. Wichtig zu wissen ist, dass diese Steuer bei monatlicher Zahlweise höher ausfällt – auch dann, wenn der Ver­sicherer z.B. bei einem Abbuchungsauftrag auf den Unterjährigkeitszuschlag für die Prämie verzichtet. Die Zuschläge liegen für die halbjährliche Zahlung bei 6 Prozent, bei vierteljährlicher Zahlung bei 8 Prozent und bei monatlicher Zahlung bei 10 Prozent!

Zusammenfassung

  • Alle paar Jahre überprüfen. Bei Kfz-Versicherungen sind Prämiensprünge von 1.000 bis 2.000 Euro zwischen güns­tigstem und teuerstem Anbieter keine Selten­heit. Haftpflichtpolizzen sind jährlich kündbar, Kaskopolizzen mindestens alle drei Jahre.
     
  • Vergleichsportale nutzen. Weicht die eigene Prämie deutlich von dem ab, was die Vergleichsplattformen aus­werfen, beim bisherigen Versicherer nachverhandeln oder konkrete Vergleichsangebote einholen.
     
  • Flexible Gestaltbarkeit nutzen. Die Bandbreite von prämienreduzierenden Selbstbehalten und kostenpflichtigen Zusatzpaketen wird immer größer und bietet Raum für eine individuelle Ver­sicherungsgestaltung.

Ihre Erfahrungen sind gefragt!

Ein entscheidendes Kriterium für die Qualität eines Versicherungsunternehmens ist die Schadensabwicklung. Falls Sie ungefähr im Laufe des vergangenen Jahres Ihre Kfz-Haftpflicht- und/oder Kaskoversicherung in Anspruch ­nehmen mussten, teilen Sie uns ­bitte Ihre Erfahrungen mit:

  • Was ist bei der Abwicklung des Schadens gut gelaufen, was weniger gut?
  • Was hat Sie positiv oder negativ überrascht?
  • War Ihr Versicherer/Versicherungsberater oder Makler hilfreich oder hätten Sie mehr Unterstützung gebraucht?

Bitte schicken Sie eine Mail mit Ihren ­Erfahrungen anMail an leserbriefe@konsument.at Stichwort Autoversicherung.

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