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Jö-Bonusclub: anmelden? - Rabatte mit Daten bezahlen

, aktualisiert am

Das Jö-Bonusprogramm von Rewe bündelt Treueprogramme von zehn Unternehmen. Angesichts der Fülle an gesammelten Daten ist Vorsicht angebracht.

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Selbst der Kaiser outet sich als „Majöstät“: Robert Palfrader, Darsteller des eigenwilligen Monarchen aus der ORF-Serie „Wir sind Kaiser“, ist der prominente Werbeträger des neuen Bonusprogramms des REWE-Konzerns, das in diesen Tagen mit beachtlichem Aufwand beworben wird. „Jö“ heißt die Bonuskarte, mit der Kundinnen und Kunden künftig nicht nur bei Rewe-Töchtern wie Billa, Merkur oder Bipa, sondern auch bei OMV-Tankstellen sowie den Filialen von Libro, Interio und Bawag PSK Vorteilspunkte sammeln können. 

All diese Unternehmen boten bisher eigene Treueprogramme an. Nun sollen sie über eine einzige Karte gebündelt werden. Bis zu 20 Prozent Rabatt neben allerhand anderen Vorteilen in mehr als 3.000 Partnergeschäften verspricht die Werbung. Das klingt nach einem guten Deal für Sparfüchse. Oder gibt es daran aus unserer Sicht als Konsumentenschützer etwas auszusetzen?  

Walter Hager (Bild: U. Romstorfer/VKI)Kein Rabatt ohne Preiserhöhung 

In der Tat. „Wir sind skeptisch gegenüber solchen Angeboten“, sagt Walter Hager, einer unserer VKI-Experten für Finanzdienstleistungen. Er rät zwar nicht grundsätzlich von Kundenkarten ab, gibt aber zu bedenken: „Solche Kundenbindungsprogramme gibt es nur, weil die Anbieter davon profitieren.“ Unterm Strich relativiere sich die scheinbare Ersparnis bei Einkäufen für Konsumentinnen und Konsumenten. Nicht jedes als Schnäppchen beworbene Angebot sei auch ein solches. „Damit ein Händler Rabatte geben kann, muss er erst die Preise erhöhen“, sagt Hager. Die Vergünstigung sei aus Unternehmersicht meist längst eingepreist.  

Gefahr des Kontrollverlustes 

Dazu komme ein psychologischer Trick, gegen den nur wenige Verbraucherinnen und Verbraucher gefeit sind: Rabattschilder führen bei nicht wenigen zu einer Art von Kontrollverlust beim Einkaufen. Im festen Glauben, ein gutes Geschäft zu machen, verzichtet man auf Preisvergleiche und kauft mehr ein als notwendig. „In vielen Fällen entscheiden sich die Konsumenten dann für das teurere Produkt und sind immun gegenüber anderen Angeboten“, sagt Hager.  

Was geschieht mit meinen Daten? 

Der gewichtigste Einwand unseres Experten ist aber der Datenschutz. Denn mit der Nutzung der Jö-Karte geben Konsumenten bei jeder Transaktion persönliche Informationen preis. Kaufen Sie bei Billa Vollkornbrot oder Semmeln? Apfelsaft oder Cola bei Merkur? Kaufen sie gelegentlich abends bei einer OMV-Tankstelle Bier? In Summe, warnt Hager, ließe sich aus diesen Informationen ein präzises Kundenprofil erstellen, das mehr Rückschlüsse zulässt, als den meisten Konsumenten bewusst sein dürfte. Könnte das Bonusprogramm am Ende gar Einfluss auf die Bonität haben? Beim Jö-Bonusclub beteuert man, dass Kundendaten unter den einzelnen Partnerunternehmen nicht getauscht und schon gar nicht an Dritte weiterverkauft werden. Datenschutz werde groß geschrieben.

Dennoch rät Experte Hager zur Vorsicht: „Der Kunde zahlt mit seinen Daten für das Bonusprogramm, sie werden nicht zufällig gesammelt. Fest steht, dass sie bei einer übergeordneten Stelle zusammenlaufen und man nicht genau weiß, was mit ihnen passiert. Mit dem Jö-Bonusprogramm reagiert der Rewe-Konzern auf die im Vorjahr eingeführte Payback-Karte (Payback: wenig Rabatt, viele Daten 6/2018), für die sich die Drogeriekette DM, die BP-Tankstellen und der Haustierbedarfshändler Fressnapf zusammengeschlossen haben. Die Supermarktkette Spar sowie die meisten Diskonter verzichten auf Bonuskarten. Der Rewe-Konzern hat hingegen große Pläne mit dem Jö-Bonusclub, für den eine eigene Tochtergesellschaft gegründet wurde. In den kommenden Monaten sollen sich weitere Handelsunternehmen beteiligen, bis Jahresende peilt man 3,7 Millionen Mitglieder an.  

Verschlechterung im System 

​Die bisherigen Bonusprogramme der einzelnen Rewe-Unternehmen werden nun auf die Jö-Karte umgestellt. Dass es auch innerhalb des Systems zu Verschlechterungen kommen kann, zeigt ein Beispiel, mit dem sich eine verärgerte Merkur-Kundin an uns gewandt hat. Bisher gewährte die Supermarktkette Mitgliedern des „Friends of Merkur“-Clubs nach zwei Einkäufen pro Monat einen Rabatt von zehn Prozent bei einem Einkauf im Folgemonat. Mit der neuen Jö-Karte hat sich das geändert: Nun gilt der Rabatt erst bei Einkäufen mit einem Mindestumsatz von 125 Euro. „Ich empfinde das als absolute Verschlechterung“, sagt die Kundin. 

Hier ein Musterbrief Datenlöschung beim jö Bonus Club

Nutzungsbedingungen und Kündigung

Kompliziert und intransparent

Etwas mehr als zwei Wochen nach der Umstellung auf Jö lässt sich auch sagen, dass das Ziel der Vereinfachung für die Kunden durch die Zusammenführung bisher nicht erreicht scheint. So sollte man sich als Kunde wohl regelmäßig auch selbst über die nutzbaren „Vorteile“ informieren, um angesichts der zahlreichen Jö-Partner stets auf dem aktuellen Stand zu sein. Das gilt für das Einlösen von Punkten (Ös) ebenso wie für Mitglieder-Rabattaktionen oder für diverse Möglichkeiten durch den Kauf bestimmter Produkte Bonus-Ös zu sammeln, also etwa die vierfache oder zehnfache Anzahl. „Kompliziert und intransparent“ lautet das momentane Fazit.  

Fragenkatalog und Nutzungsbedingungen

Auch Jö selbst ist in den letzten zwei Wochen offenbar mit einer Flut von Anfragen konfrontiert worden. Die wichtigsten Antworten hat man auf www.joe-club.at/hilfe-center in einem Fragenkatalog zusammengefasst. Rechtlich verbindlich ist natürlich das, was in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) steht, und die findet man unter www.joe-club.at/agb.  

Kündigung

In den AGB ist auch die Kündigung geregelt, nämlich unter Punkt 6, übertitelt mit Teilnahmebeendigung. Diese muss per Post oder E-Mail erfolgen. Die Angabe von Gründen ist nicht nötig.  

Keine Unterschrift erforderlich

Ein Diskussionspunkt ist auch die in manchen Geschäften offenbar kommunizierte Notwendigkeit der persönlichen Unterschrift beim Ausfüllen der Anmeldung zum Jö-Club auf Papier. Tatsache ist: Mit der Unterschrift stimmt man dem „Profiling“ zu – um am Programm selbst teilzunehmen, ist keine Unterschrift nötig! Zur Klarstellung: Wer unterschreibt, willigt ein, dass seine Daten (Stammdaten und Einkaufsverhalten) in der Form verwendet werden, dass „relevante und auf meine Interessen zugeschnittene, individualisierte Informationen“ zugesendet werden. Unterschreibt man nicht, gibt´s zumindest diese auf die Person zugeschnittene Werbung nicht, allgemeine Werbung aber vermutlich schon. 

Leserreaktionen

Vorteilsbons nur mit Profiling

Sie setzen sich seit Beginn sehr kritisch mit dem Jö-Kundenbindungsprogramm auseinander. Ich bin zwar Mitglied im Jö-Club, habe aber das Profiling deaktiviert. Bei Billa und Merkur habe ich bisher immer Bons zum Geburtstag bekommen, von Jö ist kein Gutschein eingetroffen. Ich habe daher nachgefragt. Die Antwort war „Für Vorteilsbons ist das Profiling erforderlich.“ D.h., ohne Zustimmung zum Profiling gibt es nicht nur keinen Geburtstagsgutschein mehr, sondern es gibt überhaupt keine Bons!

Da sowohl bei Billa als auch bei Merkur die Clubs aufgelöst werden und man auf Jö umsteigen muss, wenn man die Rabatte lukrieren will, bekommt man ohne Zustimmung zum Profiling keine Vorteilsbons mehr! Ein ziemlich brutaler Zwang, dem Profiling zuzustimmen!

Name der Redaktion bekannt
(aus KONSUMENT 4/2020)

Undurchsichtig

Als langjähriger Kunde der Firma Merkur Markt hatte ich bis vor Kurzem eine „Friends of Merkur“-Karte. Nachdem mir eines Tages an der Kasse mitgeteilt wurde, dass diese nicht mehr gültig ist, habe ich um die Löschung sämtlicher Daten ersucht und diese wurde lt. Mail auch durchgeführt. Auf die „Jö“-Karte habe ich – auch aufgrund der Medienberichte – bewusst verzichtet. Mit einiger Überraschung musste ich dann aber zur Kenntnis nehmen, dass für einige Aktionen die „Friends of Merkur“-Karte lt. Werbeaussendungen sehr wohl noch gültig gewesen wäre. Offenbar tut der Rewe-Konzern alles, um die Kartenverweigerer zu bestrafen.

Bei meinem Einkauf im Merkur Markt letzte Woche hatte ich, wie immer beim Bezahlen, meine Bankkarte mit NFC auf das Lesegerät aufgelegt. Dann drückte die Kassiererin auf ihrem Display eine Taste und ich musste noch einmal meine Karte auflegen. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass dies in den letzten Wochen beim Merkur immer so war. Auf meine Frage, warum ich die Karte zweimal auflegen muss, zuckte die Dame an der Kasse nur mit den Schultern und murmelte etwas von Punkte auslesen?! Nach Eingabe des Codes wurde der Kassabon gedruckt. Danach kam noch ein zweiter kleiner Bon aus dem Drucker, welchen die Kassiererin nach einem kurzen Blick darauf in der Lade verschwinden ließ. Ich war in diesem Augenblick so sprachlos, dass ich dies nicht weiter verfolgt habe.

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Firma Merkur Markt versucht, jene Kunden, die die Jö-Karte verweigern, über eine „Schattendatenbank“ zu erfassen. Ich für meinen Teil habe nun beschlossen, meine Einkäufe bei Merkur zu reduzieren und in Zukunft nur mehr bar zu bezahlen. Vielleicht haben andere Kunden ähnliche Erfahrungen gemacht.

Name der Redaktion bekannt
(aus KONSUMENT 11/2019)

Die Jö-Bonus-Card ist derzeit eines der dominierenden Themen in unserer Leserpost. Wir sind weiterhin an Ihren Erfahrungen damit interessiert. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Jö-Bonus-Club: Schwierige Kündigung - Nö zu Jö.

Die Redaktion

App „stocard“ abgelehnt

Die vielen problematischen Fälle mit der Jö-Card sind ja in Ihrem sehr geschätzten Magazin des Öfteren erläutert worden. Nun hatte ich auch ein sehr aufschlussreiches Erlebnis. Ich kaufte im Merkur in Wieselburg ein und hielt der Kassiererin stolz mein Handy entgegen, da die Jö-Card in der App „stocard“ aufgespielt ist. Dies wurde jedoch abgelehnt. Auf Nachfrage erklärte mir die nette Dame , dass man von der Stocard-App keine Kundeninformationen bekomme und es dem Kassapersonal verboten wurde, die Stocard-App anzunehmen. Tja, ein Rewe-Kunde weniger.

Gerald Hiesl
Wien
(aus KONSUMENT 10/2019)

Bei uns häufen sich derzeit Beschwerden über die Jö-Card. Wir sichten die Rückmeldungen und planen einen weiteren Beitrag. Wir sind weiterhin an Ihren Erfahrungen mit der neuen Karte interessiert.

Die Redaktion

Es gibt Alternativen

Das ist eine aufgelegte Pflanzerei und ich werde versuchen, bei den involvierten Firmen nicht einzukaufen – es gibt immer Alternativen (auch zu Amazon!). Nicht nur, dass man zwingend zum „gläsernen Menschen“ wird, sind auch die Angebote kaum interessant. Ich bleibe bei meiner Gewohnheit, 2 x monatlich einen größeren Betrag abzuheben und bar zu zahlen. Damit kennt nur die Bank mein Nutzungsverhalten.

Gerhard Schlosser
E-Mail
(aus KONSUMENT 9/2019)

Singles benachteiligt?

Für mich persönlich bedeutet dieser Club ganz abgesehen von der Datensammelei eine deutliche Verschlechterung. Ich sammle JÖs beinahe ausschließlich bei Merkur, da ich bei den anderen Partnern selten bis gar nicht einkaufe. Dadurch sammle ich natürlich relativ wenige JÖs, zumal ich auch allein lebe. Singlehaushalte sind in diesem Programm deutlich benachteiligt, da man weniger JÖs sammelt. Außerdem bringt JÖ Stress in den Einkauf, da man die JÖ-Karte nicht mehr mit der Bankomatkarte verbinden kann und somit zwei Karten in der Hand hat, während man nebenbei noch mit zahlreichen Gutscheinen hantieren muss, über die man erst mal den Überblick behalten muss.

Sabine Brunowsky
E-Mail
(aus KONSUMENT 9/2019)

Versuche meine Daten zu schützen

Ich verstehe diese Leute nicht, die sich ihre Bonuskarten (Billa, Penny Merkur, …) mit Bankomatkartenfunktion nehmen. Erst dann bin ich gläsern. Ich habe (noch) eine Billa-, Penny-, Merkur-Karte. Jedoch benutze ich sie nur dann, wenn sich damit für mich ein Vorteil ergibt. Ich tätige meine täglichen Einkäufe meistens beim Hofer bzw. bei Spar oder bei regionalen Geschäften (Unimarkt, Adeg, private Kaufleute). Das einzige, was der Rewe-Konzern von mir wissen kann: dass ich alkoholfreie Getränke (Cola, Fanta, Sprite) oder Bier (denn da sind die Aktionen wirklich ein Hammer) bei ihnen kaufe, da ich sonst meine Kundenkarte nicht vorweise („habe ich leider nicht“).

Was halt zu befürchten ist: dass diese geringe Menge an Daten auch weitergegeben werden kann und dann sagt mir meine Krankenversicherung oder die NÖGKK, dass ich mich nicht gesund genug ernähre und daher meine Beitragsleistungen erhöht werden müssen. Ich nehme lieber zwei Karten in die Hand oder gehe vorher zum Bankomaten und zahle in bar und versuche so, meine Daten zu schützen.

Wolfgang Skamrada
Starzing
(aus KONSUMENT 9/2019)

Für mich keine Verbesserung

Ich sehe unter Abwägung aller Aspekte gegenüber bisher eine Leistungsverschlechterung, zumindest aber keine Verbesserung. Was mich weiters stört ist, dass ich bisher meine Bankomatkarte mit „Friends of Merkur“-Speicherung auch gleich als Zahlkarte verwenden konnte - jetzt brauche ich 2 Karten. Solange die „Friends Speicherung“ funktioniert, werde ich es nutzen und danach aber keine Jö-Karte bestellen.

User "forster"
(aus KONSUMENT 8/2019)

Gläserner Mensch???

Wenn Jö sagt die gewonnenen Daten werden nicht weiterverkauft, kann ich nur lachen. Selbst die (seriöse) Post hat ja die gewonnenen Daten über uns weiterverkauft, mit dem Argument: Das ist nichts Verbotenes, das ist so üblich. Selbst wenn Jö die Daten nicht weitergibt, können sie in falsche Hände gelangen und missbraucht werden und alles was missbraucht werden kann, wird eines Tages auch missbraucht!

User "Fogerty"
(aus KONSUMENT 8/2019)

Lieber Sammelmarken

Habe diese unverschämte Datensammelei auch satt. Werde mein Kundenkonto löschen. Außerdem werde ich jetzt wohl bei SPAR einkaufen. Das Konzept mit den Sammelmarken sieht da besser aus und ist anonym!

User "Dankwart"
(aus KONSUMENT 8/2019)

Sammelwahn

JÖ bietet ein wesentlich geringeres Leistungsspektrum an als die bisherigen Kundenkarten. Besonders sichtbar bei Penny und Merkur, wo es ohne Punktesammeln keinerlei Vergünstigungen mehr gibt. Ich habe meine Einkaufsgewohnheiten bereits umgestellt und meide REWE. Hofer und Spar erlauben einen günstigen Einkauf für jedermann auch ohne Datensammeln.

Eigenartig ist auch die JÖ-Vergabe der BAWAG. Schon jetzt war es so, dass, falls mit Bankomatkarte bezahlt, die BAWAG wusste, wo ich meine Einkäufe tätige. Auch wenn beteuert wird, dass Daten selbstverständlich nicht ausgetauscht bzw weitergegeben werden, kann ich nicht ausschließen, dass meine Bank nun auch erfährt, welche Produkte in meinem Einkaufswagen landen. Danke – NEIN. Das geht mir zu weit.

Und natürlich werden Daten nicht zu Geld gemacht – der JÖ-Bonusclub ist ein reines Charityprojekt. Wer’s glaubt, sammle weiter... Wie wär´s, auf aufwendige Datensammlerei zu verzichten und die Kostenvorteile einfach so an ALLE Kunden weiterzugeben? Dann wäre nämlich endlich Schluss mit den Fantasiepreisen im Lebensmittelhandel ...

User "Stoeckro"
(aus KONSUMENT 8/2019)

Äußerst skeptisch

Ich verfolge die aktuelle Jö-Bonus-Aktion von REWE, welche ja medial von Kaiser samt Adlatus (sicher wohlbestallt) euphorisch beworben wird, äußerst skeptisch. Die Fülle an Informationen, die jetzt noch mehr Unternehmen (Penny, Bipa, ...) zur Verfügung gestellt wird (natürlich ausschließlich zum Wohle des Kunden), stand auch bisher in keinem Verhältnis zum Ertrag.

Oft genug durfte man sich schon bisher, angesichts der zahlreichen Ausnahmen/Sonderartikel, bei manchem Einkauf ab 30 Euro an einem atemberaubenden Rabattsammlerbonus o.Ä. von in Summe ca. 60 Cent bis 1,50 Euro delektieren und stand vor der schweren Entscheidung, diesen gewinnbringend anzulegen oder gleich zu reinvestieren. Man hatte schon damals keinerlei Überblick über die div. Bonuspunkte, irgendwann verfielen sie sowieso. Die meisten Aktionen bzw. Eigenmarken bezieht man ohnehin auch ohne derartige Karten oder geht gleich zum Diskonter.

Daher gilt für mich: Nö zu Jö ... Sorry, Kaiser REWE Heinrich!

Ing. Richard Waser
Hinterbrühl
(aus KONSUMENT 7/2019)

Mir reicht’s

Haben Sie „Einkaufswissenschaften“ studiert, sind Sie dort gut aufgehoben. Waren des täglichen Bedarfs in dieser (Un-)Form anzubieten, geht gar nicht. Und Datensammlerei ohne Ende. Meine Kundenkarten dort sind Geschichte. Ich habe zu lange schon das Bedürfnis gehabt, auszusteigen. Die Angebote, Pickerl, Rabattaktionen etc. waren nicht mehr überblickbar. Und dazu noch erheblich überteuert. Mir reicht’s!

Zum Glück gibt es ja nicht nur den Billa vor meiner Haustür, sondern in der Nähe auch noch den Spar. Hier fragt niemand nach (m)einer Kundenkarte. Auch hier kann ich einkaufen und zum Wochenmarkt ist es auch nicht weit. Das war‘s leider, REWE. Ich habe viel zu lange mein Geld an Euren Kassen gelassen.

User "978ötest"
(aus KONSUMENT 7/2019)

Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag "Jö-Club 7/2019". Wir sind sehr interessiert an den Meinungen und Erfahrungen anderer Leserinnen und Leser.

Die Redaktion

Ohne Smartphone diskriminiert

Immer wieder sehe ich im Zusammenhang mit Kundenkarten und diversen Bonusprogrammen, dass Kunden, die sich die jeweiligen Karten/Bonusprogramme mit einer App aufs Handy laden, gegenüber Kunden, die eine herkömmliche Plastik-Kundenkarte haben, „belohnt“ werden: jüngstes Beispiel die Jö-Karte von Merkur, Billa usw. Wer sich mit der Jö-App anmeldet, bekommt zusätzliche Punkte. Oder Lidl: so sozial, so Super-Preise und Rabatte – aber nur für Menschen mit i-Phone oder Smartphone, die sich die Lidl-Plus-App herunterladen können – das sind nicht die, die wirklich jeden Cent brauchen könnten.

Es ist mir absolut klar, dass all diese Firmen über das Bezahlen mit Handy-Apps das Kaufverhalten und die Kundendaten optimal verwerten und damit Werbung personalisieren können. In meinen Augen ist das aber eine unzulässige Diskriminierung und ein geradezu klassischer Fall von „Ungleichbehandlung“ von Menschen, die auf ihrem Handy keine Zugangsdaten für alle möglichen Dienste einrichten wollen – und auch von Menschen (es gibt die noch!), die kein super Smart-Handy haben, weil sie vielleicht zu alt sind, weil sie seniorengerechte Handys brauchen oder gar kein Handy haben!

Dürfen Menschen ohne Smartphone (die Kundenkarten in Plastikform mit sich herumtragen) von Gesetzes wegen als Menschen 2. Klasse behandelt werden? Meine Pension ist klein, ich muss sehr bewusst einkaufen und nütze alle Gutscheine, Rabatte etc., auch wenn es mühsam ist. Ich möchte mir aber meine Privatsphäre trotzdem so gut wie möglich erhalten. Ist das ein Grund, von Merkur, Lidl und wie sie alle heißen benachteiligt zu werden?

Brigitta Stirbu
E-Mail
(aus KONSUMENT 7/2019)

Wir haben zu diesem Thema schon ähnliche Reaktionen bekommen und wir haben großes Verständnis für diese Sichtweise. Es liegt aber letztlich in der Entscheidung eines Unternehmens, welche Vorteile es welchen Kundinnen und Kunden unter welchen Umständen gewährt.

Die Redaktion

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