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Vollwaschmittel - Diskont schlägt Marke

  • Diskont-Waschmittel bieten hohe Qualität
  • Markenprodukte können bestenfalls mithalten
  • Mit Flecken haben fast alle Probleme

Billigmarken ebenbürtig

Achten Sie auf die Marke!“, wird der Markenartikelverband nicht müde zu betonen. Doch im Falle der Waschmittel ist man versucht zu antworten: „Lieber nicht.“ Regelmäßig erweisen sich billige Eigenmarken der Handelsketten in Qualitätstests als den Markenartikeln zumindest ebenbürtig. Beim vorliegenden Test Vollwaschmittel kann nur Persil aus dem Hause Henkel an der Spitze mithalten, die von Lebensmitteldiskontern und Drogeriemärkten dominiert wird.

Dichte Spitzengruppe

Zehn Vollwaschmittel in Pulverform standen auf dem Prüfstand. Die Markenhersteller Henkel, Procter & Gamble und Unilever mussten sich dem – ungeliebten – Vergleich mit den Handelsketten Hofer, Lidl, Schlecker und Spar stellen. Das Markenprodukt Frosch und die Billa-Eigenmarke Clever fehlen, weil dort zum Testzeitpunkt eine Änderung der Rezeptur angesagt war.

Fleckentfernung mässig gut

Für den Test wurde die Waschwirkung an natürlich verschmutzten Wäschestücken und an über 40 definierten Standardflecken erprobt. Das Ergebnis ist sehr ausgewogen, 7 Produkte verbuchten einen „guten“ Gesamterfolg, und zumindest in der Schmutzentfernung gibt es keine negativen Ausreißer. Größere Probleme gibt es hingegen bei der Fleckentfernung. Die 40-Grad-Wäsche ist für hartnäckige Flecken nicht ausreichend. Die Waschwirkung entfaltet sich erst bei 60 Grad. Nur Ariel konnte dank besonders wirksamer Enzyme schon bei 40 Grad auf einen „guten“ Erfolg verweisen.

Textilienschonung fiel negativ auf

Was die Schonung der Textilien betrifft, kam kein Waschmittel über ein „durchschnittlich“ hinaus. Bereits nach 20 Wäschen sind viele Kleidungsstücke nicht mehr wiederzuerkennen, die Farben sind ausgewaschen, und Fusseln häufen sich (Pilling).

Umwelteigenschaften - geringe Gewässerbelastung

Gute Ergebnisse wurden im Bereich Umwelteigenschaften verzeichnet. Die Belastung der Gewässer ist bei allen Produkten gering, lediglich Splendid fällt etwas ab. Als Ursache dafür wird die spezielle Rezeptur des SPAR-Produktes angesehen. Es enthält noch Perborate anstatt der heute üblichen Percarbonate.

Verpackungsmaterial - recyclingfähig

Nahezu als makellos kann die Verpackung der Waschmittel bezeichnet werden. Es wird durchwegs recyclierfähiges Material verwendet, und das sehr sparsam.

Zwei Marken hinken nach

Bleibt die Frage, warum manche Markenprodukte vergleichsweise schlecht abgeschnitten haben. Das liegt wohl zum einen darin begründet, dass die großen Waschmittelkonzerne dem Zwang erliegen, ständig etwas Neues auf den Markt zu bringen. Im Halbjahresrhythmus werden andere Enzyme beigemischt und – so munkeln zumindest manche Branchenkenner – auf den Markt gebracht, bevor die Mixturen überhaupt ausreichend erprobt werden konnten. Die Anbieter von Eigenmarken haben diese Sorge nicht. Sie verlassen sich auf bewährte Qualität. Nicht selten sind ihnen dabei die renommierten Markenhersteller behilflich. So zum Beispiel Reckitt Benckiser; das Unternehmen ist in Österreich zwar nicht mit einem eigenen Vollwaschmittel am Markt, agiert jedoch als Auftragnehmer für die Billigkonkurrenten: die Reckitt-Benckiser-Tochterfirma Propack produziert für die beiden großen Handelsketten Hofer und Schlecker.

Hohe Preise wegen teurer Werbung

Die Hauptursache dafür, dass Markenprodukte deutlich teurer sind als Handelsmarken, liegt aber wohl in den Marketingausgaben begründet. Ariel, Persil & Co zählen zu den treuesten Auftraggebern der Werbewirtschaft. Die riesigen Werbeetats können sich Hofer, Lidl oder Schlecker sparen: Sie lassen den niedrigen Preis für ihre Produkte sprechen.

Darauf sollten Sie verzichten

Riesenpakete: Kompaktwaschmittel sind den veralteten Jumbos vorzuziehen. Letztere erfordern eine wesentlich höhere Dosierung, ohne besser zu waschen. Und sie belasten die Umwelt unnötig.

Vorwäsche: Selbst stark verschmutzte Wäsche wird heute ohne Vorwäsche sauber. Die bringt auch bei hartnäckigen Flecken nichts, besser mit Fleckentfernern vorbehandeln.

Überdosieren: Wer gegen hartes Wasser mit einer höheren Dosis Waschmittel ankämpft, belastet Material, Umwelt und nicht zuletzt die eigene Haut. Besser: einen separaten Enthärter beigeben.

Essig: Zur Vorbeugung gegen Verkalkung der Waschmaschine (ab 14 deutschen Härtegraden) Entkalker verwenden. Essig greift die Bullaugendichtung an.

Flüssigwaschmittel: Für bunte und dunkle Wäsche Colorwaschmittel in Pulverform verwenden. Flüssige waschen schlechter und belasten die Umwelt mehr.

Weichspüler: Diese verringern das Wasseraufnahmevermögen. Wer flauschige Handtücher liebt, sollte sie besser in den Trockner geben oder bügeln.

Kompetent mit Konsument

  • Klare Rechnung. Das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht eindeutig für Handelsmarken. Gute Waschmittel gibt es ab 14 Cent pro Waschgang, Markenartikel hingegen kommen auf bis zu 32 Cent. Gleiche Qualität kostet somit mehr als das Doppelte.
  • Schlechte Moral. Soziale Verantwortung wird beim Handel allerdings klein geschrieben. Da sind die Markenfirmen wesentlich engagierter (siehe dazu: Weitere Artikel - "Waschmittel-Hersteller im Ethik-Test").
  • Gute Qualität. Die meisten Waschmittel werden mit alltäglichem Schmutz gut fertig. Mit Flecken hingegen gibt es Probleme. Daher besser mit speziellen Fleckentfernern vorbehandeln (Fleckensalze oder Pre-Wash-Produkte).
  • Für Weißes und stark Verschmutztes. Vollwaschmittel enthalten Bleichmittel und optische Aufheller. Farben leiden darunter. Für bunte und dunkle Wäsche sollte daher besser ein Colorwaschmittel verwendet werden.

Aus einer Kooperation mit der Stiftung Warentest veröffentlichen wir die Ergebnisse von 10 Vollwaschmitteln.

Waschwirkung

Gewaschen wurde mit handelsüblichen Waschvollautomaten, 3,8 kg Beladung, Wasserhärte 14 °dH, dosiert für normal verschmutzte Wäsche.

Schmutzentfernung und Vergrauung: Prüfung nach DIN 53 990 bei 40 °C mit 57 Haushalten. Abmusterung nach 5, 10 und 15 Wäschen. Ermittlung Weißgrad nach Ganz/Griesser, Farbabweichungswert und Grundweißwert Y.

Fleckentfernung: bei 40 °C an 23 Flecken auf Baumwolle und 6 fettigen/öligen Flecken auf Baumwolle/Polyester und Polyester sowie mit 12 Flecken bei 60 °C auf Baumwolle.

Textilschonung

Farbtonerhaltung: beurteilt an 15 farbigen Textilien (Baumwolle). Beurteilung nach 10 und 20 Wäschen bei 40 °C durch Farbdifferenzmessung und farbmetrische Beurteilung gemäß ISO-105-A05 sowie visuelle Beurteilung gemäß DIN EN 20 105-A02.
Anti-Pilling geprüft an 16 neu oder verpillt eingesetzten Textilien nach 10/20 Wäschen. Beurteilung von Pflege- und Warnhinweisen.

Umwelteigenschaften

Gewässerbelastung: beurteilt bei Berücksichtigung von Exposition und Wirkung auf Wasserorganismen sowie kritischem Verdünnungsvolumen.

Verpackungsaufwand nach Art und Menge des Materials.

Dosieranleitung: Lesbarkeit und Verständlichkeit.

Vollwaschmittel 7/2005

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