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Physikalische Wasserbehandlungsgeräte - KALK lass nach!

  • EU-Projekt prüfte die Funktion
  • Der Großteil des Angebots zeigt keine Wirkung
  • Nur durch Filtersystem scheinen Fortschritte erzielbar

Verkalkung ist ein Reizwort, das vielen Menschen schlaflose Nächte bereitet. Die durch hartes Wasser verursachten Kalkablagerungen in Rohrleitungen, Armaturen oder Haushaltsgeräten stellen ein Schreckensszenario dar, das von Werbestrategen immer wieder genüsslich ausgebreitet wird. Natürlich nur, um im selben Atemzug die Wunderwaffe dagegen zu präsentieren: Wasserentkalkungsgeräte haben Hochsaison.

Mit chemischer und physikalischer Keule

Ionenaustauscher: Eine durchaus wirksame Methode funktioniert auf der Basis des Ionenaustausches. Bei den gleichnamigen Anlagen werden Natrium-Ionen gegen Calcium- (oder Magnesium-) Ionen aus dem Wasser ausgetauscht, so dass ein entsprechend natriumreiches, aber enthärtetes Wasser entsteht.

Der Nachteil: Ionenaustauscher sind eine Brutstätte für Bakterien. Die Wartungsintensität und die Hygieneanforderungen bei der Bedienung sind sehr hoch. Dazu mindern die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten und ein höherer Stellplatzbedarf die Attraktivität dieser Anlagen.

Physikalische Wasserbehandlungsgeräte: Umso mehr gerät eine Alternative in den Blickpunkt des Interesses, die auf das Wasser physikalisch einwirkt, die chemische Zusammensetzung aber im Prinzip unverändert lässt. Meist wird mit Hilfe von elektrischen oder magnetischen Feldern versucht, die Kristallstruktur des Kalksteins zu ändern. Anstelle der spröden und stark anhaftenden Kristalle soll durch die Feldeinwirkung der Kalkstein in Form von feineren Teilchen anfallen, die sich nicht festsetzen, sondern wie Sand mit dem Wasser mitgeschwemmt werden.

Die Erfahrungen mit den physikalischen Wasserbehandlern sind leider auch nicht die besten. Unser letzter Test vor zehn Jahren endete mit einem vernichtenden Ergebnis: Alle acht getesteten Geräte erwiesen sich als wirkungslos.

In der Zwischenzeit ist die Branche nicht untätig geblieben. Immer wieder werden neue Geräte angeboten, die mit positiven Universitätsgutachten und Auszeichnungen von Erfindermessen aufwarten. Manche geben sich nicht mit der bloß entkalkenden Wirkung zufrieden, sondern sprechen schlicht von einer Belebung oder einer Energetisierung des Wassers; von einer Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens bis zur Linderung oder gar Heilung schwerer Krankheiten reichen die Versprechungen.

Die Verwirrung der Konsumenten wird durch die scheinbar willkürliche Preisfestsetzung gesteigert. Da gibt es Geräte für die kindereinfache Selbstmontage um unter 500 Schilling, bis hin zu Wasserstationen mit aufwendigem Design um 25.000 Schilling. Manche Geräte sind nur per Versand oder gar nur im Ausland erhältlich, während andere in Baumärkten verschleudert werden.

Höchste Zeit, dass ein Vergleichstest von Verbraucherseite wieder etwas Überblick über den Angebotsdschungel verschafft. In einem von der EU mitfinanzierten Projekt unter Leitung des VKI wurde das europäische Angebot gesichtet und zwölf repräsentative Wasserbehandlungsgeräte ausgewählt. Schon nach einer ersten Begutachtung kam die Bestätigung: Technologisch hat es in den letzten zehn Jahren wenig Änderungen gegeben, das von den Herstellern behauptete Wirkprinzip ist beim Großteil das gleiche geblieben: Neun Geräte basieren auf der Erzeugung von elektrischen oder magnetischen Feldern. Drei Wasserbehandler zeigten allerdings technische Neuerungen: Das Wasser durchfließt ein feines Granulat aus Aktivkohle (AQA total) oder Kunstharz (Maitron Catalysator W 512) oder ein Flächenfilter aus Kunststoff (KD). Während dies in zwei Fällen mit der Erzeugung eines elektrischen Wechselfeldes kombiniert wird, beschränkt sich Maitron Catalysator W 512 auf die Wirkung des Harzgranulates.

Weniger Kalk nur bei zwei Geräten

Zur Überprüfung der Wirksamkeit wurden für jedes der zwölf Testgeräte ein druckfester 100-Liter-Warmwasserspeicher mit einer Betriebstemperatur von 80 Grad Celsius betrieben. Drei weitere Speicher wurden ohne vorbehandeltes Wasser versorgt, bei einem davon wurde die Betriebstemperatur auf 60 Grad herabgesenkt.

Ergebnis nach dreimonatigem Testbetrieb: Keines der konventionellen Geräte zeigte eine nennenswerte Wirkung. Nur bei zwei der drei Geräte mit neuer Technik waren die Kalkablagerungen deutlich niedriger. AQA total und Maitron Catalysator W 512. Der Kalksteinbelag erreichte nur rund 20 Prozent des Belages, der im Testbetrieb ohne Wasserbehandler ermittelt wurde (siehe dazu: Bildergalerie - "Kalkablagerung"). Aber auch auf der Teststrecke mit 60 Grad war der Kalkbelag deutlich geringer. Das heißt, allein durch die Absenkung der Betriebstemperatur des Speichers auf 60 Grad Celsius kann eine weit höhere Wirkung erzielt werden, als mit dem Großteil der Wasserbehandlungsgeräte auf dem Markt.

Die selbe Prüfanordnung mit drucklosen 10-Liter-Speichern bestätigte das Ergebnis. Auf Grund des höheren Wasserdurchsatzes war die Kalkablagerung generell geringer, die Rangfolge blieb aber gleich: AQA total mit 1 Prozent des Wertes ohne Wasserbehandlung, Maitron: 5 Prozent, ohne Gerät mit 60 Grad Betriebstemperatur: 9 Prozent.

Wie sieht es mit weiteren typischen Kalkablagerungsplätzen im Haushalt aus? Die Werbung verspricht ja, dass durch die Wasserbehandlung die Entfernung von Kalkbelägen erleichtert wird. Die Ablagerung im Perlator, einem Aufsatz auf dem Wasserhahn zum Zerstäuben des Wassers, konnte ebenfalls nur von den beiden erstgereihten Geräten verringert werden. Gänzlich unwirksam blieben die Wasserbehandler bei Kochgeschirr und auf Fliesen. Auch die Testsieger. Der Bodenbelag im Wasserkocher konnte selbst mit unverdünnter Essigsäure nicht entfernt werden. Die Kalkränder, die auftropfendes Wasser auf Fliesen hinterlassen hatte (Tropftest), ließen sich nur mit hohem Kraftaufwand entfernen.

Belastung durch Keime und Schwermetalle

Bei den anderen Prüfungen fällt vor allem die Keimbelastung bei jenen Geräten auf, die mit Granulat- oder Filtermedien arbeiten. Rückstände, die sich im Granulat ansammeln, sind Bakterienherde. Weiters wurden auch erhöhte Schwermetallwerte und Ausschwemmungen des verwendeten Granulats festgestellt.

Diese bauartbedingte Schwäche tritt allerdings nur bei einer längeren Stillstandszeit auf. Nach längerer Abwesenheit (Urlaub) sollte man bei Geräten diesen Typs das Wasser etwa fünf Minuten rinnen lassen. Unbedingt sollte man sich an die empfohlene Austauschzeit für das Granulat halten (siehe dazu: Tabellen - "Physikalische Wasserbehandler").

Fazit: Zehn Jahre nach unserem letzten Test zeigt sich ein nur wenig verändertes Bild. Der Großteil der auf dem Markt erhältlichen Wasserbehandler ist konventioneller Bauart und bleibt ohne Wirkung. Nur zwei Geräte, die mit Granulat arbeiten, verhindern die Kalksteinbildung im Speicher. Es sind auch die einzigen im Test, die von der Deutschen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (DVGW) geprüft wurden. Auf eine ÖVGW-Prüfung, dem österreichischen Pendant dazu, können derzeit auch die beiden Erstgereihten im Test nicht verweisen.

Hoher Anschschaffungspreis und Montagekosten

Nur diese zwei Geräte stellen also einen wirksamen Schutz für den Speicher dar. Zu bedenken ist, dass zum hohen Anschaffungspreis von über 20.000 Schilling noch Kosten für die Montage einkalkuliert werden müssen. Anders als Geräte, die einfach auf das Leitungsrohr aufgesteckt werden, müssen sie vom Installateur in die Wasserleitung eingebaut werden (Inrohrmontage). Außerdem fallen periodisch Kosten für die Granulatkartuschen an.

Das negative Testergebnis lässt in der Branche die Alarmglocken schrillen. Gleich vier Hersteller haben bereits vor Vorliegen des Testergebnisses ultimativ verlangt, dass ihr Produkt aus dem Test genommen wird. Was nicht gerade von hohem Selbstvertrauen zeugt. Vor allem aber ist es ein Versuch, den Konsumenten unabhängige Produktinformationen vorzuenthalten.

Vorsicht

Vorsicht ist bei Wasservitalisierern oder Wasserenergetisieren geboten. Es entspricht der üblichen Praxis in der Branche, dass Hersteller den Einsatzzweck ihrer Geräte ändern, wenn sich herumgesprochen hat, dass sie zur Vermeidung von Kalkstein nicht taugen. Dann dient der Wasserbehandler eben zur „Wiedergewinnung verlorengegangener Energieinhalte“ oder Ähnlichem. Die Frage, ob einem solche Wirkungen, die wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden können, 10.000 Schilling und mehr wert sind, kann nur jeder für sich selbst beantworten.

Kalkablagerung

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Hartes Wasser ist kein Zeichen schlechter Trinkwasserqualität, eher im Gegenteil.

Natürliches Wasser, sei es Quellwasser oder Grundwasser, ist in der Regel reich an Mineralstoffen. Und dazu gehören eben vor allem Calcium- und Magnesium-Ionen, die leider auch die Härte des Wassers ausmachen. Sie neigen bei Erwärmung zur Ausscheidung und zur Bildung harter Ablagerungen. Dieser Kalkstein ist verantwortlich für Querschnittsverengungen im Rohrleitungssystem und Wärmestaus bei Heizstäben. Die Folge sind höherer Energieverbrauch und Materialzerstörungen, die teure Reparaturen erforderlich machen.

Als hart gilt Wasser, das 18 Grad dH (deutscher Härte) übersteigt. Die überwiegende Mehrheit der österreichischen Haushalte wird mit Wasser versorgt, das unter dieser Schwelle liegt. So liegt der Härtegrad in Wien zwischen 6 und 11 Grad, in Graz bei rund 15 Grad und in Innsbruck bei etwa 6,5. Doch schätzungsweise 600.000 Privatkunden mittlerer oder kleiner Wasserversorger sind mit einer Wasserhärte konfrontiert, die Gegenmaßnahmen erforderlich macht. Das ist immerhin fast ein Fünftel aller Haushalte in Österreich. In Linz zum Beispiel kann der Härtegrad einen Wert bis zu 25 erreichen.

Info: Den Härtegrad Ihres Wassers erfahren Sie beim zuständigen Wasserwerk beziehungsweise Gemeindeamt.

Wer braucht es? In der Regel erst bei über 18 Grad Wasserhärte und zwar nur für Warmwassergeräte. Versuchen Sie es zunächst mit einer Absenkung der Betriebstemperatur. Bei Heizungsanlagen und Geschirrspülern gibt es kein Verkalkungsproblem, für Waschmaschinen gibt es entsprechende Waschmittelzusätze.

Meist keine Wirkung. Konventionelle Wasserbehandler zeigen im Praxistest keine Wirkung. Nur zwei mit Filtersystem – AQA total und Maitron Catalysator W 512 – können Kalkablagerungen im Speicher verhindern.

Es geht auch ohne. Heimlicher Testsieger ist die Teststrecke, auf der gar kein Wasserbehandler montiert war. Allein durch Absenkung der Betriebstemperatur des Warmwasserspeichers auf 60 Grad Celsius kann die Verkalkung erheblich reduziert werden. Das kostet nichts und spart überdies Energie.

Absichern. Vereinbaren Sie eine Überprüfung der Wirksamkeit des Gerätes vor Ablauf der Garantie. Oder mieten Sie anstatt zu kaufen, sofern ein jederzeitiger Ausstieg möglich ist. Dann verlieren Sie „nur“ die bereits bezahlten Miet-Raten.

AQA total: BWT AG, Dr. Walter-Simmer-Straße 4, A-5310 Mondsee, 0 62 32/50 11-0

Calc Pro: Pro Mail, Rollekens 12, B-2322 Hoogstraten, 00 32/3/315 00 00

Casatron: Heinze Sanitär HandelsgesmbH & CoKG, Mariazeller Straße 256, A-3100 Spratzern, 0 27 42/88 11 05-0

D-Calc: Stummerer Norbert, Ing., Hahnemanngasse 5, A-1210 Wien, 01/292 94 40

Eibl: Bendax Gerätebau GmbH, Volderer Brücke 3, A-6111 Volders, 0 52 23/429 03

Hydro-Fix: AQUAMAG Umwelttechnik GmbH, Klagenfurter Straße 32, A-9300 St. Veit an der Glan, 0 42 12/712 20

Hydron-Cyklon: Clauss Hermann, Leberstraße 108, A-1110 Wien, 01/749 84 81

Kalk Max: Christiani Wassertechnik, Heinrich-Heine-Straße 15, D-52249 Eschweiler, 0049/24 03/530 47

KD Haus- & Wassertechnik GmbH, Musenbergstraße 33, D-81929 München, 00 49/89/95 29 67

Maitron: Catalysator Produktions GmbH, Fockestraße 26, D-88471 Laupheim, 00 49/18 05/96 80 00

OC: Baumgartner Ulrich Wassertechnik GmbH, Villenstraße 7, A-8052 Graz, 0 31 6/58 12 60-0

Rodekal: Schwedt GmbH, Hubhalden 5, D-88697 Bermatingen/Bodensee, 00 49/75 44/73 97

Im Rahmen eines EU-Projekts unter Leitung des VKI (in Kooperation mit der deutschen und der belgischen Schwesterorganisation) wurden 12 physikalische Wasserbehandler einem Test unterzogen: 3 Permanentmagnete, 6 elektronische Geräte (erzeugen elektrische und magnetische Felder), 2 Geräte mit Granulatkartusche, 1 Gerät mit Filter.

Funktionsprüfung

Die Wirksamkeit, Kalkablagerungen in Warmwasserspeicher zu vermeiden, wurde in Anlehnung an folgende Prüfrichtlinien getestet:

ÖVGW W 35 (Prüfbedingungen für physikalische Wasseraufbereitungsgeräte) mit elektrisch betriebenem 100-Liter-Druckspeicher. Nach einem vorgegebenen Verbraucherprofil wurden täglich, über drei Monate hinweg, 125 Liter Wasser auf 80 Grad Celsius erwärmt.

DVGW Arbeitsblatt W 512 (Prüfverfahren zur Beurteilung der Wirksamkeit von Wasserbehandlungsanlagen zur Vermeidung von Steinbildung) mit 10-Liter-Speicher (drucklos). Täglich (dreimal ein Monat) wurden 130 Liter Wasser auf 80 Grad Celsius erwärmt.

Die Kalkablagerungen mit und ohne Wasserbehandler wurden jeweils verglichen.

Parallel dazu wurden die Kalkablagerungen in den Sieben von Perlatoren, auf Fliesen durch auftropfendes Wasser und in Wasserkochern qualitativ untersucht (wiederum mit und ohne Wasserbehandler).

Umwelt und Gesundheit

Nach einer Stillstandszeit von 14 Tagen wurde unmittelbar nach den Geräten Wasser entnommen und auf Verkeimung (Pilze, Bakterien) und Schwermetallgehalt überprüft. Die Prüfung wurde nach einer Spülphase wiederholt. Die Geräuschentwicklung wurde von drei Testpersonen subjektiv festgestellt, der Energieverbrauch im Stand-by-Betrieb gemessen.

Technische Prüfung

Störungen während der Inbetriebnahme und Verarbeitungsqualität von Bauteilen und Zubehörteilen.

Handhabung

Tauglichkeit der Bedienungsanleitung von der Installation, Inbetriebsetzung bis zur Wartung und Tauglichkeit der Bedienungselemente während des Betriebes.

Sicherheit

Netzbetriebene Geräte wurden einer Kurzprüfung nach ÖVE EN 60335-1 unterzogen. Prüfung aller Geräte auf Verletzungsgefahr bei Installation, Bedienung und Wartung.

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