DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Plastikmüll: Recycling für Nervenstarke - Kommentar von Redakteur M. Stingl

premium

Plastikmüll sortenrein zu sammeln und zu entsorgen ist löblich und wichtig. Noch besser ist freilich, ihn, wo möglich, gar nicht erst zu verursachen.

Markus Stingl, Redakteur"Jetzt können sie mich aber lang­sam gern haben." Mein guter Freund Peter ist genervt. Vom Recycling. Dabei ist er da wirklich sehr engagiert unterwegs. Einer dieser rot-weiß-roten Recyclingweltmeister eben.

Plastik ist nicht gleich Plastik

Aber dass er die Plastikverpackung vom Schnittkäse nicht mehr in den gelben Sack werfen soll, zumindest nicht in seiner Heimatgemeinde (woanders kann das schon wieder             
ganz anders geregelt sein), das will Peter nicht verstehen.
„Ist doch alles Plastik!“, entfährt es ihm.

 

Nur sortenreines PET recycelt

Die Erklärung, die ich ihm anbiete – dass die Recyclingbranche offenbar nur noch an sortenreinem PET interessiert ist –, genügt ihm nicht. „Ja und was passiert jetzt mit dem restlichen Plastik?“, will Peter wissen. Als ich ihm erzähle, dass es wohl in einer Müllverbrennungsanlage landet, schüttelt er nur gedanken­verloren den Kopf.

Einen Monat später bin ich wieder bei ihm zu Besuch. Der gelbe Sack ist rand­voll gefüllt. Mit Plastik aller Art. Nicht nur PET-Einwegflaschen, so wie es die Entsorger gerne hätten. Auch der leere Joghurtbecher ist drin, die Wurstverpackung, die Ummantelung des 3er-Packs Kekse. 

Überfordert?

Peter steht hier exemplarisch für viele Österreicher. Sie scheinen überfordert. Die wahre Ursache ihrer Abwehrhaltung ist womöglich an anderer Stelle zu suchen. Der Weg zur Recyclingtonne ist wie ein kleiner Canossagang, der das latent schlechte Gewissen erleichtern soll: Ja, okay, ich kaufe zwar viele in Plastik verpackte Produkte, aber ich sammle die Hüllen ja allesamt artig und führe sie dem Recyclingprozess zu. Wer aber mit jedem Blick in den Restmüllbehäl­ter daran erinnert wird, wie viel Plastik­müll sein Konsumverhalten mit sich bringt, und zwar Plastik, das nicht recycelt, sondern verbrannt (oder noch schlimmer: deponiert) wird, dessen grüne Fassade bekommt Risse.

Plastik­müll sortenrein zu sammeln und zu entsorgen ist löblich und wichtig. Noch besser ist freilich, ihn, wo möglich, gar nicht erst zu verursachen.

Premium

Weiterlesen mit KONSUMENT-Abo:

  • Alle Artikel auf konsument.at frei zugänglich
  • KONSUMENT als E-Paper
  • Keine Werbung
  • Objektiv und unabhängig
Jetzt weiterlesen

Online-Zugang noch nicht aktiviert? Hier freischalten.

Bereits registriert? Hier anmelden.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang