DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Kraftreiniger & Powercleaner - Muskelprotze mit Schwächen

  • Mehr Power für Bad und Küche
  • Die Wirkung ist nicht überzeugend
  • Unerwünschte Nebenwirkungen

Neue Reinigergeneration

Sie heißen „Powercleaner“, „Multi-Power“ oder einfach „Kraftreiniger“. Sie versprechen, dank ihrer „besonderen Durchschlagskraft“, „2x Power“ oder „Megapower“ mit jedem Schmutz fertig zu werden. Gewöhnliche Haushaltsreiniger, lange Jahre das Nonplusultra gegen hartnäckigen Schmutz, sind heute einfach nicht mehr genug.

Spezialmittel gegen Kalk bzw. Fette

Was taugt die neue Reinigergeneration wirklich? Sind sie tatsächlich so hart zum Schmutz und so schonend zu den Oberflächen, wie das in Abwandlungen von allen Herstellern versprochen wird? Sind sie ihr Geld wert? Immerhin kosten sie bis zu doppelt so viel wie konventionelle Reiniger.

Gestestet wurden Spezialmittel gegen Kalk und solche gegen Fett sowie zwei Produkte, die vorgeben, beides zu bekämpfen. Insgesamt 15 Produkte standen auf dem Prüfstand, die bekannten Marken wie Ajax, Cif oder Meister Proper sowie Eigenmarken der Diskonter Lidl, Schlecker & Co. Der Blue-Star-Multi Fettlöser von Henkel läuft aus, über ein Nachfolgeprodukt ist nichts bekannt.

Mit Wischprüfgerät getestet 

Durchgeführt wurde der Test von der Stiftung Warentest. Die Reinigungswirkung wurde mit einem speziellen Wischprüfgerät getestet, das ein mit Reinigerlösung getränktes Tuch oder Schwämmchen gleichmäßig über den zuvor aufgebrachten Schmutz gleiten ließ – zum Beispiel auf einer Stahlplatte angetrocknete Bratensoße. Die besten Reiniger schafften es mit neun- oder zehnmal Wischen, den Fleck vollständig zu entfernen.

Zum Vergleich: Ein Handgeschirrspülmittel braucht dazu 18 Wischvorgänge, ein Glaskeramikreiniger 13. Das bedeutet: Kraftreiniger sind zwar besser, aber alles andere als Wundermittel. Fettlöser sind nur bei Fettflecken wirklich gut. Und auch nur dann, wenn das Fett nicht zu stark eingebrannt ist (auf Topfböden oder Backblechen haftet es viel stärker als auf Kochplatten).

Vorsicht bei Kalklösemitteln

Kalklösemittel wiederum sind zu aggressiv. Sie ätzen nicht nur unerwünschten Kalk weg, sondern auch Kalk in seiner edlen Form, etwa einer Marmorplatte. Das Kalklösevermögen beträgt ein Mehrfaches von dem eines guten Badreinigers.

Kombiprodukte nicht empfehlenswert

Keinesfalls empfehlenswert sind Kombiprodukte (gegen Fett und Kalk). Ajax Professional 2x Power und Meister Proper Express 3-fach Power konnten bei Kalk, Seifenresten und Rost (mehr oder weniger) mithalten. Bei Fettflecken mussten hingegen beide kapitulieren.

Säure zerstört Marmor 

Stärker als ihre reinigende Wirkung sind in vielen Fällen die Nebenwirkungen. Die Warnhinweise auf den Packungen sprechen Bände. So zerstören die säurehaltigen Kalkkiller nicht nur Marmor, sie können auch auf anderen Natursteinen, Dekorfliesen, Email, Kupfer, Aluminium oder Textilien Schaden anrichten. Fettlöser greifen Marmor, Aluminium, Holz, Lacke sowie Glaskeramik an. Aber die so umfangreichen Warnhinweise sind oft nicht einmal vollständig. Häufig fehlen Hinweise für Messing, Gummi, Linoleum oder Holz.

Fettlöser greifen Kunststoffe an

Einige Fettreiniger griffen im Test auch Kunststoffe wie Polyamid oder Polycarbonat an, ohne dass davor gewarnt wird. Kunststoffe, die unter Spannung stehen (etwa ein eingeklemmtes Rohr), können sogar reißen. Die heftigste Sprengkraft zeigten die Fettlöser von Schlecker und Cif.

Tipps aus der Praxis

Generell empfiehlt es sich daher, Kraftreiniger erst an einer unauffälligen Stelle auszuprobieren. Auf Kunststoff-Flächen sollte man sie besser nicht anwenden. Das gilt auch für Armaturen, deren Innenleben häufig aus Kunststoff besteht. Man sollte auch nicht die gesamte Küche und das gesamte Bad mit Kraftreiniger einsprühen, sondern diesen gezielt einsetzen – dort, wo störende Flecken sind.

Vorsicht bei senkrechten Flächen, wo die Reinigerlösung hinunterrinnen könnte. Am besten ist es, den Reiniger nicht auf die Flächen aufzusprühen, sondern ein bisschen Lösung auf ein Tuch oder einen Schwamm zu geben und damit die Flecken zu bearbeiten.

Es geht auch ohne Mega-XXX-Power

  • Regelmäßig. Wer regelmäßig putzt, findet mit einem Universal- oder Badreiniger das Auslangen. Das gilt auch für Kalkränder im Bad und Fettflecke in der Küche.
  • Angebranntes Geschirr. Für mehrere Stunden in Wasser mit Spülmittel einweichen. Für Härtefälle lösen Sie Maschinenspülmittel in warmem Wasser auf, danach auf 60 Grad C aufheizen.
  • Glaskeramikfelder. Möglichst schnell mit Spezialschaber reinigen. Spezielle Glaskeramikreiniger verwenden.
  • Backöfen. Schmutz entfernen, solange der Ofen noch warm ist. Backofensprays sind hilfreich, aber auch nicht immer.
  • Kalkrückstände. Statt Kalkreinigern können Sie auch Essig verwenden – längere Zeit einwirken lassen. Beachten Sie aber die Pflegeanleitung, vor allem bei Armaturen.

Kraftreiniger: Kompetent mit Konsument

  • Wenn, dann gute. Es geht auch ohne Kraftreiniger. Konventionelle Reiniger reichen in den meisten Fällen aus. Wenn, dann sollten Sie sich für ein „gutes“ Produkt entscheiden. Nur halb so teuer und ebenso gut wie Markenprodukte sind die Kraftreiniger von Lidl.
  • Gefahr für Oberflächen. Werden die falschen Oberflächen behandelt, können Materialschäden den Nutzen weit übertreffen. Kalkreiniger können eine Marmorplatte oder die Naturholzküche in Mitleidenschaft ziehen, aber auch Metall oder Email.
  • Punktuell einsetzen. Verwenden Sie einen Kraftreiniger nur dort, wo Sie ihn wirklich brauchen. Nicht auf die Fläche aufsprühen, sondern ein Tuch oder einen Schwamm damit tränken und so den Fleck behandeln. Gut nachwischen.
  • Handschuhe, Lüften. Tragen Sie beim Putzen Handschuhe und öffnen Sie ein Fenster bzw. schalten Sie den Entlüftungsventilator ein: Der Sprühnebel reizt Haut und Schleimhäute.

So haben wir getestet

Der Test von 15 Kraftreinigern wurde von der Stiftung Warentest durchgeführt.

Reinigen. Geprüft (Reinigung mit Wischprüfgerät) und visuell bewertet wurden folgende Verschmutzungen: Fett-Ruß-Schmutz: gealterter Fett-Pigment-Schmutz (Öl, Ruß) auf weißen, mattglasierten Bodenfliesen. Bratensoße: auf Edelstahlplatten eingebrannte Soße. Kalk: Das Kalklösevermögen wurde geprüft, indem Carrara-Marmorplatten in Reinigerlösung getaucht und anschließend abgespült wurden und der Gewichtsverlust ermittelt wurde. Seifenreste: weiße Fliesen mit angetrocknetem Calciumstearat-Ruß-Gemisch. Rost: weiße Fliesen mit Rostflecken (Eisenchlorid und Natronlauge).

Materialschonung. Geprüft wurde, ob die unverdünnten Reiniger auf verschiedenen in Bad und Küche vorkommenden Materialien (z.B. Sanitärkeramik) nach definierten Zeiten Materialveränderungen oder Spuren hinterlassen. Zusätzlich Rissbildung von Plexiglas in Anlehnung an DIN EN ISO 4600 sowie Prüfung auf unzureichende Warnhinweise.

Sprüh- und Haftverhalten. Fünf Personen bewerteten Sprühbild sowie Abfließverhalten der Reiniger auf senkrechten Flächen.

Umwelt und Gesundheit. Die Abwasserbelastung wurde mithilfe einer Modellrechnung unter Berücksichtigung von Exposition und Wirkung sowie in Anlehnung an die Kriterien für das EG-Umweltzeichen ermittelt (2005/344/EG). Schleimhautreizung: Fünf Personen prüften die zielgerichtete Anwendung und beurteilten dabei die Atemwegsbelastung. Ermittlung des Irritationspotenzials mithilfe des HET-CAM-Tests. Gefahren- und Sicherheitshinweise: Überprüfung der Deklaration im Hinblick auf die Vorgaben von Detergentienverordnung (EG) und Gefahrstoffrecht.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail

Das könnte auch interessant sein:

Akkuwischer Bodenstaubsauger Wohnzimmer premium

Test Akkuwischer: Sieben Produkte im Vergleich

Wir haben sieben Akkuwischer-Modelle untersucht. Hergestellt werden die Geräte unter anderem von Kärcher, Philips und Leifheit. Zwei Produkte schnitten mit „gut“ ab.

Luftreiniger im KONSUMEN-Test premium

Test: Luftreiniger 12/2021

Die Geräte sollen neben Pollen, Schadstoffen und Bakterien auch (Corona-)Viren aus der Luft filtern.

Gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums

Sozialministerium
Zum Seitenanfang