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Geschirrspültabs - Kleine Kraftpakete

, aktualisiert am

Test Multitabs für Geschirrspüler: All-in-one-Geschirrspültabs sind bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Die Multitabs reinigen nicht nur gut, einige sind auch sehr günstig.

All-in-one-Geschirrspültabs sind bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Mittlerweile gibt es nicht nur gute, sondern dazu auch noch sehr günstige Produkte. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest lassen vor allem Diskonter-Produkte aufhorchen. Mit den ­beiden Testsiegern W5 All in 1 von Lidl und 10 Multi von Somat kommen Teller, Tassen, Gläser und Besteck ohne Trockenspuren, klar und frei von Kalkbelägen aus der Maschine.

Günstiger und teurer Testsieger

Das Produkt von Lidl ist zudem sehr günstig. Eine Maschinenwäsche kommt gerade ­einmal auf 8 Cent. Das ist auch mit Pulver nur schwer zu unterbieten. Mehr als viermal so teuer ist ein Spülgang mit 10 Multi von ­Somat. Hier werden bereits 36 Cent fällig. Kaum schlechter und ebenfalls sehr günstig: das Hofer-Produkt 10 All in one (8 Cent pro Tab) ab. Einziges Manko: Kunststoffteile trocknen nur mittelmäßig.

Trockenprobleme mit Finish Quantum

Nicht alle getesteten Geschirrspülmittel konnten da mithalten. Nach rund vier Monaten Prüfzeit und 5.000 Spülstunden zeigte sich, dass ­ das Geschirr ausgerechnet mit bekannten, beliebten und teuren Markenprodukten wie Somat Multi 7 (14 Cent pro Tab) und Finish Powerball Quantum (31 Cent pro Tab) nicht richtig trocken wird. Auf Gläsern, Kunststoffteilen, Besteck und Porzellan blieben die meisten Wassertropfen zurück. Auch in anderen Punkten weist das Produkt ­deutliche Schwächen auf, im Test setzte es deshalb ein "weniger zufriedenstellend“.

Produktionsgleiches Produkt von Hofer

Bei den Geschirrspül-Tabs „Alio Complete“ von Hofer handelt es sich laut Auskunft aus der Hofer-Firmenzentrale um ein Auslaufprodukt, welches durch das getestete „Alio All in one“ abgelöst wird. Beide Produkte sind produktionsgleich, lediglich die Verpackung wurde geringfügig adaptiert.


Lesen Sie außerdem folgende Artikel rund um dieses Thema: Test: Geschirrspüler 6/2013, Test: Geschirrspüler 9/2012, Test: Maschinengeschirrspülmittel 8/2010, Test: Maschinengeschirrspülmittel 3/2010 und Test: Geschirrspültabs 2/2008    

Der Preis für die Umwelt

7 Multi-Tabs; Bild: STIWA 
Die 7 Multitabs in unserem Test


Zu aufwendig verpackt

Viel mehr Kraft als im Somat Multi 7 steckt im Somat 10 Multi. „Das Geschirr strotzt nur so vor Sauberkeit“, kommentierte der Prüfleiter. Selbst hart­näckigen Schmutz wie angetrocknetes Eigelb und Teeränder putzte Somat 10 Multi anstandslos weg. Zum alleinigen Favoriten reichte es diesmal dennoch nicht. Die Tabs sind einfach viel zu aufwendig verpackt. Das Gleiche gilt für die wie Pralinen einzeln in ­einer besonderen, sich auflösenden Folie verpackten Finish Powerball Quantum. In den Karton würden locker vier Tabs mehr hineinpassen. Das merkt der Kunde allerdings erst, wenn er die oberen Powerballs zu Hause herausnimmt. Fast schon ein typischer Fall von Mogelpackung.

Multitab als Chemie-Batterie

Multitabs, so gut und günstig sie auch sein mögen, haben jedoch ihren Preis, und zwar für die Umwelt. Es steckt nämlich so einiges an Chemie in jedem Tab. Da sind einmal Bleichmittel wie Perkarbonate. Dazu kommen Enzyme, das sind schmutzlösende Eiweiß­körper. Zu nennen wären Proteasen, die ­Eiweiß zersetzen, und Amylasen, die Stärke abbauen. Unvermeidlich, weil wichtig gegen Kalkbeläge: Phosphate. Sie binden Kalzium- und Magnesiumionen des Wassers. Außerdem halten sie den einmal vom Geschirr abgelösten Schmutz in der Spüllauge, damit er sich nicht wieder auf anderen Teilen absetzen kann. Weniger effektiv sind Zitrate (Salze der Zitronensäure) und Polykarboxylate (Enthärter auf Erdölbasis).

Umweltfreundlich ist anders

Spülkraftverstärker, auch Niedrigtemperaturaktivatoren genannt, aktivieren die Bleichmittel, damit sie schon bei niedrigen Temperaturen wirken. Als Katalysatoren kommen etwa Manganverbindungen und TAED (Tetraacetylethylendiamin) zum Einsatz. Tenside schließlich lösen fettige Schmutzpartikel und verringern die Oberflächenspannung des Wassers. Das ist wichtig fürs Klarspülen. Dadurch läuft das Wasser am Geschirr wie ein dünner, gleichmäßiger Film ab, ohne dass Kalkflecken zurück­bleiben. Tenside begünstigen zudem das Trocknen des Geschirrs.

Nicht für kleine Maschinen

Die meisten Kunden greifen vor allem aus Bequemlichkeit zu Spültabs. Ein Stück in die Dosierkammer, Klappe zu und fertig. Solo­tabs enthalten nur den Reiniger, genau wie Pulver. Wer sie benutzt, muss Klarspüler und Enthärtersalz – billig: ein Sack Regeneriersalz für Wasserenthärtungsanlagen aus dem Baumarkt – separat in den Spüler füllen. Das macht Mühe und kommt mittlerweile selten günstiger als preiswerte Multitabs.

Pulver für kleine Geschirrspüler

Dies gilt allerdings nur für Geschirrspüler mit „normaler“ Größe (60 cm breit). Für kleinere ­Maschinen ist der Inhalt eines Tabs eindeutig überdimensioniert. Tabs deshalb zu teilen, ist allerdings kein Thema, denn das geht auf Kosten der Funktion. Bei kleinen Geschirrspülern raten wir deshalb ohne Wenn und Aber zum Pulver.

Die Grenzen der Tabs

Getrübtes Bild

Uns interessierte auch, wie schonend die Multis mit Messern und Gläsern umgehen. Die Tester prüften, welche Spuren 50, 100, 150 und erstmals auch 300 Spülgänge mit dem Standardprogramm von 65 Grad auf Porzellan, Kristall- und Kalk­natrongläsern, Silber- und Edelstahlbesteck sowie ver­schiedenen Kunststoffteilen hinterlassen. Die stärksten Veränderungen, etwa Glas­korrosion als streifenförmige Linien, wurden zwischen Zyklus 150 und 300 regis­triert. ­Finish Quantum lässt Gläser dabei besonders schlecht aussehen. Mit Motiven, die auf die Glasur gebrannt sind (Aufglasur­dekoren), haben durchweg alle Multitabs ihre Schwierigkeiten. Tier- und Blumenzeichnungen, Goldrand und Blüten verblassen mit der Zeit, daher sollte besser von Hand gespült werden.

Die Grenzen der Tabs

Manche Geschirrspüler verfügen über eine Tab-Taste. Die sollte gedrückt werden, wenn die Spülmaschine das Fehlen von Salz oder Klarspüler anzeigt. Falls die Taste fehlt: ­Signale ignorieren und Enthärteranlage sowie Klarspülkammer auf die niedrigste Stufe einstellen. An ihre Grenzen stoßen die Multitabs bei sehr hartem Wasser von mehr als 21 deutschen Härtegraden (dH). Dann reichen Klarspüler und Salz in den Tabs nicht mehr aus. Beide Substanzen müssen zusätzlich in die entsprechenden Kammern der Maschine gefüllt werden.

Klassische Baukastenmethode

In diesem Fall raten wir jedoch zur Rückkehr zur klassischen Baukasten­methode mit Pulver plus Klarspüler plus ­Spülmaschinensalz. Den Härtegrad Ihres ­Leitungswassers erfahren Sie übrigens beim Wasserwerk. Einbußen bei der Reinigungs­leistung kann es auch geben, wenn die Tabs zu lange beziehungsweise in warmem und/oder feuchtem Millieu (etwa unter der Spüle) gelagert werden. Dann verlieren Enzyme und Perkarbonate an Wirksamkeit. Apropos Wirksamkeit: Nur die Tabs von dm sowie die Finish Powerball Quantum sind in sich auflösende Folie eingepackt, alle anderen Tabs müssen ausgewickelt werden, sonst fällt das Spül­ergebnis bescheiden aus.

Glas Spülmangel; Bild: STIWA  Löffel Spülmängel; Bild: STIWA 
Gläser Spülmangel; Bild: STIWA 

Spülmängel:
Linienkorrosion (einzelnes
Glas links oben),
Trübungen (3 Gläser links) und
schillernde Reflexe (Löffel) -
(Bilder: Stiftung Warentest)

Testtabelle: Maschinengeschirrspülmittel

Somat 7 Multi in Österreich: angeblich nicht erhältlich

... aber unsere Einkäufer fanden es bei dm, Merkur und Interspar.

Am Anfang jedes Produkttests steht eine Marktrecherche: Bevor wir eine Auswahl der Testobjekte treffen, verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick über das Angebot. Unsere Markterhebungsexperten schwärmen in die Geschäfte aus und schauen, was sie in den Regalen finden. Außerdem schreiben sie die jeweiligen Hersteller an und bitten um Auskunft, wie es um das Sortiment in Österreich bestellt ist.

Eine Erfahrung, die wir immer wieder machen: Die Anbieter schmücken ihre Siegerprodukte zwar gerne mit unseren Testplaketten, an ihre ­qualitativ minderwertigere Ware wollen sie sich im Zweifelsfall jedoch anscheinend besser nicht erinnern. So geschehen auch beim aktuellen Test Maschinengeschirrspülmittel. Hierbei handelt es sich um eine Über­nahme von der deutschen Stiftung Warentest. Im Test befanden sich folglich auch Produkte, die zwar in Deutschland, nicht jedoch in Österreich auf dem Markt sind.

Somat 7 Multi in einigen Supermärkten erhältlich

In derartigen Fällen sind wir besonders auf die Auskünfte der Firmen angewiesen. Vom Hersteller Henkel wollten wir wissen, ob es die ge­testeten Produkte Somat 10 Perfect und Somat 7 Multi auch hierzu­lande gibt. Henkel bestätigte uns dies lediglich für das mit "gut“ bewertete Somat 10 Perfect. Zu Somat 7 Multi ("weniger zufriedenstellend“) hieß es kurz bündig: "Wird nicht in Österreich verkauft".

Das wundert uns doch sehr: Unsere Einkäufer fanden Somat 7 Multi nämlich in den Regalen von dm, Merkur und Interspar ...

Zusammenfassung

  • Gut und günstig. Mit den beiden Produkten von Lidl und Hofer im Test ist man gut bedient und der Preis von 8 Cent pro Tab ist unschlagbar. Somat 10 Multi reinigt zwar noch eine Idee besser, verbucht jedoch Minuspunkte beim Preis und der aufwendigen Verpackung.
  • Grenzen. An die Grenzen stoßen die Multitabs bei Wasserhärten von über 21 dH. Hier raten wir zu einer Rückkehr zum Baukastensystem. Kein Fall für den Geschirrspüler ist außerdem Geschirr mit auf die Glasur aufgebrannten Motiven (Aufglasdekor). Es sollte von Hand gespült werden.
  • Dosierung. Die Dosierung der Multitabs ist für normale Geschirrspüler ausgelegt. Wer ein Gerät mit nur 40 cm Breite in der Küche stehen hat, sollte lieber auf Pulver, Klarspüler und Enthärtersalz setzen. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel.

Testkriterien

Im Test:

7 Multi-Geschirrrspültabs. Sie enthalten neben dem Reiniger unter anderem Klarspüler und Salzersatz.
Reinigen. Angelehnt an Methoden des deutschen Arbeitskreises Maschinengeschirrspülmittel des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW) in einer haushaltsüblichen Spülmaschine. Gespült wurde im 50-Grad-Programm, und zwar Geschirr, Gläser und Edelstahlbleche. Wasserdruck und Wasserhärte (21 dH) waren konstant. Nach jedem Spülgang (vier je Produkt) wurden alle Teile von zwei Fachleuten überprüft.

Klarspülen

Das Klarspülen wurde in handelsüblichen Spülmaschinen mit Gläsern, Besteck, Kunststoff und Porzellan geprüft. Gleiche Wasserhärte wie beim Reinigen (siehe oben). Referenz: handelsüblicher Solotab plus IEC-Klarspüler. 60 Minuten nach Programmende erfolgte eine visuelle Begutachtung in einer Lichtbox durch zwei Fachleute.

Kalkbeläge verhindern (Salzfunktion)

Wir prüften an Porzellangeschirr, Gläsern, Edelstahlbesteck und Kunststofftellern. Nach 30 Spülgängen wurden die Teile durch zwei Fachleute visuell begutachtet.

Trocknen

Geprüft in handelsüblichen Spülmaschinen mit Gläsern, Besteck, Kunststoff und Porzellanteilen, und zwar angelehnt an DIN EN 50242. Materialschonung. Im 65-Grad-Programm wurden Glas, Tafelsilber, Edelstahl (Besteck), Teile mit Aufglasurdekoren sowie Kunststoff 300 Mal gespült. Die Wasserhärte lag in den ersten 150 Zyklen bei 0 bis 1 °dH, danach bei 21 °dH. Zwischen den Spülgängen erfolgte jeweils eine Abkühlung (30 Minuten) bei offener Gerätetür. In jeden Spülgang kam 50 g Testschmutz aus Ketchup, Bratensoße, Senf, Kartoffelstärke, Eigelb, Milch und Margarine.

Umwelteigenschaften, Abwasserbelastung

ermittelt durch eine Modellrechnung unter Berücksichtigung von Exposition und Wirkung. Ergänzend erfolgte eine Gesamtformulierungsbewertung (basierend auf der Europäischen Richtlinie zur Vergabe des EG-Umweltzeichens für Maschinengeschirrspülmittel).

Verpackung

Fünf Fachleute beurteilten die Anwendungshinweise auf der Verpackung und die Lesbarkeit der Beschriftung. Außerdem ermittelten wir den Verpackungsanteil pro Tab.

Leserreaktionen

Tabs haben Nachteile

Tabs im Geschirrspüler lösen sich häufig nicht vollständig auf, was zu Rückständen auf dem Geschirr führen kann, was sowohl für den Besitzer als auch für das Gerät höchst ungünstig ist. Auch kann man auf diese Art die Menge des Spülmittels nicht individuell dosieren, der Verbrauch ist höher als bei Pulver oder Gel. Dies ist sowohl für die Umwelt als auch für die Geldbörse schlecht.

User "hwy2001"
(aus KONSUMENT 10/2013)

Produktänderung

Als wir bei Hofer das mit „gut“ bewertete Produkt Alio all-in-one Power 10 kaufen wollten, wurde uns dort mitgeteilt, dass dieses aufgelassen wurde und nur mehr das neue Produkt Alio complete erhältlich ist. Da aber von einer Firma ja völlig unterschiedliche Testergebnisse möglich sind (siehe Somat), wüssten wir nun gerne, ob wir gut oder schlecht im Sinne Ihrer Tests gekauft haben.

Mag. Maria Lauer
E-Mail
(aus KONSUMENT 9/2013)

Firma Hofer meinte dazu: Bei den Geschirrspül-Tabs „Alio Complete“ handelt es sich um ein Auslaufprodukt, das durch das von KONSUMENT getestete „Alio All in one“ abgelöst wird. Die beiden Produkte sind produktionsgleich, lediglich die Verpackung wurde geringfügig adaptiert.

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