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Espressomaschinen: Jura, Saeco, AEG, Melitta, DeLonghi, Krups, Lavazza, Tchibo - Der beste Geschmack - what else?

  • Kapselgeräte auf der Überholspur
  • Vielseitige, aber teure Vollautomaten
  • Risiko bei Nickel-Allergie

Reich, sinnlich, intensiv

Spätestens seit dem Werbespot mit George Clooney wissen wir: Der Sex-Appeal des erotischsten Mannes von Hollywood kommt nicht an die Eigenschaften eines guten Espresso heran. Denn so ein kleiner Schwarzer ist unter anderem reich, sinnlich, intensiv, hat einen starken Charakter und einen kräftigen Körper.

Filterkaffee ist stärker

Filterkaffee wird gerne getrunken, weil er angeblich nicht so stark ist wie Espresso. In Wahrheit enthält eine Tasse Filterkaffee im Schnitt mehr Koffein als ein kleiner Schwarzer. Besser verträglich ist Kaffee, der dadurch entsteht, dass heißes Wasser möglichst schnell und mit hohem Druck durch die gemahlenen Bohnen gepresst wird. Dabei bildet sich auch der im Idealfall haselnussbraune, feinporige Schaum, die sogenannte Crema, der mit entscheidend für das Aroma ist.

Wahrer Genuss

Egal ob man seinen Espresso pur und ungezuckert oder mit viel Milch als Cappuccino oder Latte macchiato trinkt – der wahre Genuss entsteht aus dem idealen Zusammenspiel der richtigen Bohne, die richtig gemahlen ist, und dem System, das Wasser in der richtigen Temperatur mit dem richtigen Druck und in der richtigen Zeit durch den gemahlenen Arabica, Robusta oder eine Mischung aus beiden schickt.

Frage der Philosophie

Weniger eine Frage des Geschmacks als vielmehr eine der Philosophie ist die Entscheidung für ein System der Kaffeezubereitung. Jene, für die Kaffee mehr ist als ein schneller Muntermacher am Morgen oder eine willkommene Gelegenheit für eine Arbeitspause, werden wohl einen sogenannten Siebträger zu Hause haben – also diese Art von klassischer Espressomaschine, die in jedem (italienischen) Café zu finden ist.

Vollautomat oder Kapselgerät

Diese Art des Kaffeekults haben wir ausgespart und uns auf jene beiden Systeme konzentriert, die mehrheitlich in Haushalten anzutreffen sind: Vollautomaten und Kapselgeräte. Insgesamt wurden 15 Maschinen getestet, darunter je zwei baugleiche Modelle. Die Tchibo Cafissimo ist baugleich mit dem Severin Kaffee-Center Cafissimo, die Turmix TX 250 entspricht der DeLonghi Nespresso Le Cube. Letztere, ein Kapselgerät, ist auch unser Testsieger. Bei keiner anderen Maschine gerät der Espresso so geschmackvoll, die Crema so perfekt.

Geschmack und Crema

Der Espresso soll ein intensives Geschmackserlebnis auf der Zunge bieten, wenig angebrannt und nur leicht säuerlich schmecken und nur ein schwach pelziges Mundgefühl erzeugen. Entscheidend für das volle Aroma ist die Crema, die sich bei guten Maschinen von selbst am Ende des Durchlaufs bildet und über die schwarze Flüssigkeit legt. Diese Schaumkrone besteht aus Öl- und Fettstoffen, die dazu beitragen, dass sich die Aromastoffe nicht so schnell verflüchtigen. Sie sollte im Idealfall so fest und beständig sein, dass fein aufgestreuter Zucker einige Sekunden lang darauf liegen bleibt.

Cappuccino auf Knopfdruck

Doch nicht nur eine schöne Crema sollten die Geräte zaubern, sondern auch cremigen Milchschaum für die Cappuccino-Haube. So wurde im Test auch dieser Gesichtspunkt unter die Lupe genommen. Bei den Vollautomaten liefern die teuren Geräte Saeco Primea Cappuccino Ring und DeLonghi Magnifica Elegance sowohl einen Cappuccino als auch einen Latte macchiato auf Knopfdruck. Über ein integriertes (Saeco) beziehungsweise anschließbares (DeLonghi) Aufschäumsystem inklusive Milchbehälter läuft zuerst Schaum in die Tasse, dann automatisch der Espresso. Wenig Freude macht allerdings die Reinigung hinterher.

Mehr Müll

Die getesteten Kapselgeräte erweisen sich für Cappuccino-Trinker als wenig erbaulich. So verfügt weder unser Testsieger noch die Krups Nescafé Dolce Gusto über eine derartige Vorrichtung. Bei Krups Nescafé gibt es eigene Kapseln mit Milchpulver, was den Kaffee teurer macht und einen Mehrverbrauch an Kapseln und damit mehr Müll bedeutet.

Verbrühungsgefahr

Dass die Krups-Maschine als einzige im Test nur mit „weniger zufriedenstellend“ abschnitt, hat allerdings einen anderen Grund. Bei Fehlbedienung kann es nämlich leicht zu einer Verbrühung kommen. Wird der Wahlhebel bei eingeschaltetem Gerät ohne Kapselträger versehentlich auf „Heißgetränk“ gestellt,  spritzt sehr heißes Wasser aus der Düse.

Eine weitere Einschränkung sollte man vor dem Kauf eines Kapselgerätes einkalkulieren: Im Gegensatz zu den Vollautomaten kann man bei vielen Kapselgeräten den Lieblingskaffee nicht selbst auswählen, sie funktionieren systemgebunden. Das heißt, man kann nur die Kapseln des Herstellers verwenden.

Espressomaschinen - Vollautomaten 12/2007

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Espressomaschinen - Kapselgeräte 12/2007

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Nickel im Kaffee

Wie schon im Test Portionskaffeemaschinen (siehe dazu: Weitere Artikel - „Test Portionskaffeemaschinen 1/2007“ ), wurden auch dieses Mal deutliche Verunreinigungen mit Nickel festgestellt. Betroffen sind die Geräte Siemens surpresso S50 (gibt Nickel aus dem Dampfrohr ab) sowie Krups Espresseria Automatic XP 7240 (hier landet das Schwermetall im Brühwasser). Beide Geräte wurden deshalb abgewertet.

Problem für Allergiker

Die gemessenen Schwermetallwerte sind für gesunde Menschen zwar harmlos, können aber für Nickelallergiker zum Problem werden. In den Maschinen treten erhöhte Nickelwerte vor allem vor dem ersten Gebrauch und nach dem Entkalken auf, deshalb sollte man vor der Erstbedienung und nach dem Entkalken mehrmals gründlich mit Wasser durchspülen.

Espressomaschinen-Reparatur

In „Konsument“ 10/2007 baten wir Leserinnen und Leser, uns ihre Erfahrungen zum Thema „Reparatur von Espressomaschinen“ mitzuteilen. Innerhalb kürzester Zeit gingen mehrere Dutzend Berichte bei uns ein.

Häufigste Defekte

Als häufigste Probleme wurden defekte Brüheinheiten und Mahlwerke, poröse Dichtungen sowie Probleme bei der Portionierung gemeldet. Die meisten Mängel traten nach Ablauf der Garantiezeit (teilweise unmittelbar danach) auf. Manche Hersteller (Melitta, Tchibo) zeigten sich dennoch von der kulanten Seite und ersetzten das betreffende Gerät kostenlos beziehungsweise stellten die Reparatur nicht in Rechnung. Andere Produzenten waren weniger entgegenkommend. So liegt uns eine Vielzahl von Berichten über defekte Jura- und Saeco-Maschinen vor. Die „Konsument“-Leser beklagen hier nicht nur hohe Reparaturkosten von bis zu mehreren Hundert Euro, sondern auch unfreundlichen Service.

Ärger mit dem Gerät

Wir sammeln weiterhin positive wie negative Erfahrungen rund um die Reparatur von Kaffeevollautomaten sowie Kapselgeräten und werden das Thema weiter verfolgen. Teilen Sie uns also bitte per E-Mail ( leserbriefe@konsument.at ) oder Post mit, wenn Sie Ärger mit Ihrem Gerät hatten. Insbesondere interessieren uns Angaben zu: Marke/ Typ, Art des Defekts, Reparaturkosten und -dauer sowie Angaben zu Kaufdatum und Zeitpunkt des Defektes. Alle Erfahrungsberichte unserer Leserinnen und Leser können Sie unter http://go.www.konsument.at/kaffeeservice einsehen.

Espressomaschinen: Anbieter

AEG Electrolux: Electrolux Hausgeräte GmbH,
Herziggasse 9,
A-1230 Wien,
(01) 866 40-0,
www.electrolux.at

DeLonghi Division Austria,
IZ NÖ Süd, Strasse 2a,
A-2355 Wr. Neudorf,
(02236) 67 76 43, 
www.delonghi.at

Jura Elektroapparate VertriebsgesmbH,
Interpark Focus 1,
A-6832 Röthis,
(05523) 566 95-0,
www.juraworld.at

Krups: SEB Österreich Handels GmbH,
Liebermannstraße A 02 702,
campus 21-Businesspark Wien Süd,
A-2345 Brunn am Gebirge,
(01) 866 70-299 00,
www.krups.at

Lavazza Kaffee GmbH,
Johnstraße 4-6,
A-1150 Wien,
(01) 789 97 60,
www.lavazza.at

Melitta Österreich GesmbH,
Münchner Bundesstraße 131,
A-5021 Salzburg,
(0662) 43 95 11-0,
www.melitta.at

Saeco Austria AG,
Millenniumspark 1,
A-6890 Lustenau,
(05577) 81 38-0,
www.saeco.at

Siemens: BSH Hausgeräte GmbH,
Quellenstraße 2,
A-1100 Wien,
0810 24 02 60,
www.hausgeraete.at

Tchibo Eduscho GesmbH,
Gadnergasse 71,
A-1110 Wien,
(01) 766 22-0,
www.tchibo.at

Espressomaschinen: Kompetent mit "Konsument"

  • Vorwärmen. Espresso schmeckt am besten in vorgewärmten Tassen, gute Maschinen haben dafür eine eigene beheizte Ablage.
  • Kalk. Regelmäßiges Reinigen und Entkalken ist notwendig für Funktion und lange Lebensdauer. Bei manchen Maschinen ist der Vorgang allerdings kompliziert.  Beim Kauf auch darauf achten, wie teuer Reiniger und Entkalker sind.
  • Nickel. Bei manchen Geräten geben die Chrombauteile Nickel ab, was bei Allergikern zu einem erhöhten Risiko führt. Nach Erstinbetriebnahme oder Reinigen mehrmals Wasser durchlaufen lassen.
  • Tassenhöhe. Vor allem Latte-macchiato-Gläser sind ziemlich hoch, daher auf die maximale Tassenhöhe des Geräts achten.
  • Gebrauch. Täglich frisches Wasser einfüllen und bei Kapselgeräten einmal durchspülen. Auch Abtropfsieb, Milchschäumer und Tresterbehälter sollten täglich gereinigt werden. Kapselgeräte schalten sich meist nicht von selber ab, wer länger keinen Kaffee bezieht, sollte das Gerät ausschalten.

Espressomaschinen: Testkriterien

Im Test: Gemeinsam mit der Stiftung Warentest haben wir 15 Espressomaschinen getestet, darunter 9 Vollautomaten und 6 Kapselgeräte (davon 2 baugleiche Modelle).

Espresso. Auf Kaffee geschulte Tester (9 Personen) prüften den zubereiteten Espresso auf sensorische Fehlerfreiheit in Crema, Geruch, Geschmack, Mundgefühl und Nachgeschmack. Bei den Vollautomaten wurde – in der vom Hersteller vorgegebenen beziehungsweise in der mittleren Einstellung – Espresso aus Illy-Bohnen verkostet. Bei den Kapselgeräten wurden Originalkapseln verwendet. Die Temperatur wurde in den gefüllten Tassen gemessen. Sie waren einmal nicht, dann nach Anbieterangaben vorgewärmt.

Zubereitung. In die Zubereitungszeit für Espresso gingen ein: Aufheizen, Spülen, Brühen und eventuelle Wartezeiten. Beim Cappuccino: Aufheizen, Durchlaufen, Umschalten von Espresso auf Dampf oder umgekehrt, Milchaufschäumen und die dazu nötigen Handgriffe. Tassen füllen: Hier bewerteten wir, ob es dabei spritzt, vor- und nachtropft und wie gleichmäßig das Getränk in zwei Tassen fließt. Beim Milchschaum wurden Aufschäumzeit und Schaumqualität bewertet.

Handhabung. Fünf Personen beurteilten unter anderem Gebrauchsanleitung, Bedienen und Programmieren, Handgriffe des täglichen Gebrauchs, Milch aufschäumen, Umschalten von Espresso auf Dampf sowie Reinigen und Entkalken.

Umwelteigenschaften
Geräusch: Einen Meter vor dem Gerät in 1 m Höhe ermittelten wir den Schalldruckpegel beim Espressozubereiten und beim Kaffeemahlen. Zusätzlich wurden auffällige Geräusche gemessen und bewertet.

Stromverbrauch: Wir ermittelten den Verbrauch im Betrieb

  1. sechs Tassen Espresso zubereiten, danach eine Stunde Stand-by Espressozubereitung;
  2. Aufheizen und dann zwei Tassen Espresso gleichzeitig zubereiten (sofern möglich).

Verbrauch in Bereitschaft und Stand-by (falls vorhanden im Energiesparmodus) bei

  1. Stand-by Espressozubereitung über acht Stunden;
  2. Gerät ans Stromnetz angeschlossen und ausgeschaltet;
  3. Gerät angeschlossen und am Netzschalter eingeschaltet.

Schadstoffe. Bestimmt wurden Blei, Nickel, Kupfer und Zink im Brühwasser (mit und ohne Wasserfilter) und am Dampf-/Heißwasserablauf. Die Proben wurden nach der Handhabungsprüfung inklusive zweimal Entkalken entnommen. Die Werte für Blei, Kupfer und Zink waren bei allen Geräten unbedenklich.

Sicherheit. Die Prüfungen erfolgten in Anlehnung an EN 60335-1 und EN 60335-2-15 (2006).

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