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Elektrische Gartengriller 1/2006 - Ohne Rauch geht’s auch

  • Die rauchlose Alternative zur Holzkohle
  • Mängel bei Verarbeitung und Handhabung
  • Fester Stand ist wichtig

Wenn die Abende lau sind und die Grillen zirpen, dann erwachen im Mann die Urinstinkte: Er verlässt die schützende Behausung, um im Schweiße seines Angesichtes über offenem Feuer daumendicke Fleischstücke zu grillen, mit denen er die hungrigen Mäuler der Sippe stopft.

Zur Freude der Nachbarn

Grillen war und ist Männersache. Doch in Zeiten der Reihenhaussiedlungen ist offenes Feuer beziehungsweise die für Grillzwecke beliebte Holzkohle heikel. Viele Nachbarn können sich mit den Rauchschwaden im Wohnzimmer partout nicht anfreunden. Die Alternative sind elektrische Gartengriller, die dem Grillgut mit Strom aus der Steckdose einheizen. Wir haben sieben Geräte zu Preisen zwischen 800 und 1400 Schilling angeworfen und drauflosgegrillt, dass uns das Wasser in Strömen im Mund zusammenlief. Während uns das wohl schmeckende Ergebnis vorbehalten blieb, präsentieren wir hier die trockenen Fakten.

Elektrisch oder mit Holzkohle beheizbar

Beginnen wir mit der Ausnahme von der Regel: Wahlweise elektrisch oder mit Holzkohle beheizbar ist nämlich der Griller von SIA. Ihm fehlt allerdings, im Gegensatz zu den übrigen Testkandidaten, Entscheidendes für den Betrieb im Reihenhausgarten – nämlich die unter der Heizspirale befindliche Wasserwanne. Sie fängt herabtropfendes Fett auf, verhindert dessen Entzündung und dient so der Rauchvermeidung.

Eingefleischte Grillfans werden zwar feststellen, dass dem Kotelett vom Elektrogriller die gewisse Räuchernote fehlt und dass die Zubereitung länger dauert. Aber um des lieben Friedens willen sollten Sie dies in Kauf nehmen und sich darüber freuen, dass Sie sich das Wegräumen der Asche, den Kohlenstaub und die schwarzen Hände ersparen.

Auf Details achten

AKO und EWT sind statt mit herkömmlichen Gitterrosten mit teflonbeschichteten, durchbrochenen Grillplatten ausgestattet. Ihr großer Vorteil ist die bessere Wärmeverteilung. Die hängt bei den übrigen Grillern von der Form und der Größe der Heizspirale ab. Vor allem bei First Austria reicht die zum Grillen nutzbare Fläche höchstens für drei mittelgroße Koteletts, während die Randbereiche unbeheizt bleiben. Der Rost von First Austria ist nicht höhenverstellbar, was aber kein echter Nachteil ist, weil man die Temperatur bei Bedarf über einen Drehregler stufenlos regulieren kann. Ein solcher Regler ist bei den meisten Modellen Standard. Wir hätten uns – ähnlich wie bei Küchengeräten – in den Bedienungsanleitungen ein paar Tipps für die richtige Verwendung der einzelnen Temperaturstufen gewünscht. Fürs Grillen empfiehlt sich unserer Erfahrung nach aber ohnehin die höchste Stufe.

Dass sich dabei die Griffe von AKO, EWT und First Austria stark erhitzen, ist eine unangenehme Nebenerscheinung, die die anderen Hersteller dadurch vermeiden, dass die Griffe nicht fest mit dem Gerät verbunden, sondern abnehmbar sind. Eher unbefriedigend ist die Verarbeitung der Griller. Zahlreiche scharfe Metallkanten stellen eine Gefahr für die Finger dar.

Wackelige Sache

Die meisten Griller sind aufgrund ihrer dünnen Standbeine eher wackelige Konstruktionen, bestehend aus vielen Einzelteilen, die nach dem Kauf erst mühsam zusammengeschraubt und -gesteckt werden müssen. Bei SIA wird dies ohne Werkzeug gar nicht gelingen. Sind sie dann einmal aufgebaut, sollte man sich auf die Suche nach einem möglichst ebenen Standort machen, damit das Gerät während des Grilleinsatzes nicht kippt. Besonders heikel sind in dieser Hinsicht EWT, Tefal und Elta. Letzerer verfügt nur über eine Einbeinstütze. Das kleinste Steinchen bringt ihn in Schräglage.

Transport

Der Transport der Griller zum gewünschten Standort gestaltet sich mitunter mühsam. Einzig SIA hat komfortable Räder, bei Severin und First Austria ist hingegen das Gehäuse lose auf das Gestänge draufgestellt. Der Grund dafür ist, dass diese Griller auch als Tischgeräte verwendbar sind. Allerdings ist dies beispielsweise auch Tefal, und trotzdem sind hier die Standbeine zumindest aufs Gehäuse aufgesteckt.

Reinigung

Die ohnehin mühsame Reinigung der Griller wird von manchen Herstellern zusätzlich erschwert. So ist bei Elta die Wasserwanne nicht abnehmbar. Um sie zu entleeren, muss der Griller als Ganzes gekippt werden. Geärgert haben wir uns freilich auch über ein Detail an unserem Testsieger: Sein Windschutz besteht aus einem dünnen Metallstück, das einfach aufs Gehäuse aufgesteckt wird und sich nicht fixieren lässt. Schon bei der kleinsten Berührung springt der Windschutz aus seiner Position. Fazit: Den perfekten Griller hat noch keiner gebaut, doch wenn „Mann“ sich mit den Besonderheiten des Gerätes vertraut gemacht hat, steht der erfolgreichen Grillparty nichts mehr im Wege.

AKO: EIO Aqua Vac GmbH, Eduard-Ast-Straße 1, A-8073 Feldkirchen, (0316) 24 02-386

Elta: Audioton Electronics Handels GesmbH, Sonnwendgasse 21, Frachtenbhf. Straße 6, A-1100 Wien, (01) 602 18 10

EWT: EIO Aqua Vac GmbH, Eduard-Ast-Straße 1, A-8073 Feldkirchen, (0316) 24 02-386

First Austria: Timetron WarenhandelsgesmbH, Pazmanitengasse 12, A-1020 Wien, (01) 216 32 80-0

Severin: Degupa VertriebsgesmbH, Niederalm 82, A-5081 Anif, (06246) 731 13-0

SIA: Zulehner Hermann, Mag. Ing., Josef-Haydn-Gasse 18, A-2353 Guntramsdorf, (02236) 524 42

Tefal: SEB Österreich HandelsgesmbH, Deutschstraße 5 A, A-1230 Wien, (01) 616 84 00

Wasserwanne gegen Rauch. Eine (aus praktischen Gründen abnehmbare) Wasserwanne ist die Voraussetzung fürs Grillen ohne Rauchbelästigung.

Auf beheizte Fläche achten. Heiß wird es nur unmittelbar über der Heizspirale. Ihre Größe entscheidet über die zum Grillen nutzbare Fläche.

Auf Nummer sicher. Die Griller stehen eher wackelig auf ihren Beinen. Ein ebener Aufstellungsort mit festem Untergrund ist wichtig. Geräte, die auch als Tischgriller verwendbar sind, nur auf hitzebeständiger Unterlage betreiben!

Im Test waren sieben elektrische Standgriller in der Preisklasse zwischen 800 und 1400 Schilling. Fünf Geräte in einer Ausführung mit Gitterrost, zwei mit teflonbeschichteten Grillplatten. Einkauf: Februar/März 2001

Technische Prüfung
Prüfung in Anlehnung an ÖVE EN 60335 Teil 1 + 2. Beurteilung der Kippsicherheit, Grifftemperatur und Verarbeitung.

Praktische Prüfung
Beurteilt wurde das Grillen von Rind- und Schweinefleisch, Zucchini und Kartoffeln.

Handhabung
Fünf Personen beurteilten Bedienungsanleitung, Zusammenbau, Transport, Höhenverstellung des Rostes, Bedienung beim Grillen und Reinigung.

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