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Einbruchhemmende Türen - Schwachstellen sichern

  • Sicherheit ist ein Gesamtkonzept
  • Nur einbruchhemmende Türen tragen ein Prüfsiegel
  • Absolute Sicherheit bleibt Illusion

Wohnung verwüstet

Beim Heimkommen findet Herr Schmidt seine Wohnung verwüstet: Alle Schubladen am Boden, die Matratze aufgeschlitzt, selbst der Schuhkasten ist ausgeräumt. Das Werk eines Einbrechers! Das wird Herrn Schmidt klar, als er das verbogene Schließblech an der Eingangstür entdeckt. Doch er hat Glück im Unglück: Nur eine Dose mit gesammeltem Kleingeld wurde gestohlen. Der Täter dürfte ein Drogensüchtiger gewesen sein, der dringend Geld benötigte. In der Kriminalitätsstatistik entfällt hier zu Lande rund die Hälfte aller Wohnungseinbrüche auf diesen Täterkreis, die andere Hälfte auf heimische und internationale Banden.

Absoluter Schutz nicht möglich

Eingangstüren werden zu 80 Prozent mit dem Stemmeisen aufgebrochen, wozu Einbrecher in der Regel nicht mehr als 30 Sekunden benötigen. Die Industrie wird nicht müde, immer neue Sicherheitssysteme zu entwickeln. Inzwischen gibt es Schloss-Zylinder, die einen speziellen Schutz gegen Aufbohren und Nachsperren bieten. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis Einbrecher wieder ein Mittel gegen neue Entwicklungen gefunden haben. Mit einer kräftigen Fräse lässt sich schon heute so gut wie jedes Schloss zerstören. Absolute Sicherheit bleibt, wie betont werden muss, Illusion. Auch kann es Probleme geben – etwa bei einem Brand –, wenn das Heim wie eine Festung verbarrikadiert ist. Es geht aber sehr wohl darum, dem Einbrecher einen möglichst großen Widerstand entgegenzusetzen.

Stabiler Beschlag

Das Türschloss ist erst zusammen mit einem stabilen Beschlag wirkungsvoll, der möglichst über Bohr-, Abreiß- und Ziehschutz verfügt und den Zylinder außen bündig abschließt, und mit einem Schließblech, das sich nicht schon bei der kleinsten Kraftanwendung verbiegt.

Sind alle diese Komponenten berücksichtigt, so haben Sie eine sichere Verriegelung. Aber was nutzt das beste Schloss, wenn das Türblatt nur aus Pressholzplatten besteht und leicht eingetreten werden kann? Oder wenn der Türrahmen (Zarge) bereits bei der kleinsten Gewaltanwendung kläglich splittert? Oder die Tür problemlos ausgehoben werden kann?

Wo ist das schwächste Glied?

Denn hier gilt der Grundsatz: „Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“. Bei Einfamilienhäusern ist die Lage noch komplizierter als in Wohnungen: Auch Terrassentür, Kellerfenster oder Ähnliches bieten dem Eindringling Angriffspunkte. Daher wird hier eine Alarmanlage empfohlen. (Darüber werden wir in einer der nächsten Ausgaben von „Konsument“ berichten).

"Sicherheitstüren" führen in die Irre

Ein gewisses Maß an Sicherheit bieten einbruchhemmende Türen. Es gibt sie in den verschiedensten Ausführungen, etwa als Stahltüren mit Dekorplatte oder als Holztüren mit unsichtbarer Metallverstärkung. So nimmt das einheitliche Erscheinungsbild des Stiegenhauses keinen Schaden. In Häusern mit eisig kaltem Stiegenhaus sollte eine Tür mit der Klimaklasse c gewählt werden, damit sie sich nicht verzieht.

"Sicherheitstür"? Einbruchhemmende Tür!

„Sicherheitstür“ kann sich jede Tür nennen. „Einbruchhemmende Türen“ sind dagegen überprüft und zertifiziert, und zwar nach der ÖNORM B-5338 oder – bei deutschen Anbietern – nach DIN V ENV 1627. Sechs Widerstandsklassen werden unterschieden: Klasse 1 bietet leichten Schutz gegen den Einsatz körperlicher Gewalt, Klasse 6 den höchsten, auch gegen den Einsatz leistungsfähiger Elektrowerkzeuge. Zu erkennen sind diese Türen an der Plakette mit einer Registriernummer zur Nachverfolgung.

 

Normplakette: Einbruchhemmende Türen tragen diese Plakette

Der Name „einbruchhemmend“ sagt es bereits: Auch diese Türen bieten keine absolute Einbruchsicherheit. Bei denen der Widerstandsklasse 3, die die Polizei empfiehlt, braucht ein Einbrecher aber mindestens fünf Minuten, um sie mit Schraubendreher oder Kuhfuß aufzubrechen. Und diese Arbeit tut sich ein Einbrecher erfahrungsgemäß nicht an, da es für ihn nicht länger als drei Minuten dauern darf.

Individuell angepasst

Aber: Einbruchhemmende Türen sind nicht billig! Ein schwacher Trost ist da, dass Haushaltsversicherungen in der Regel einen Rabatt von zehn Prozent gewähren, wenn eine solche Tür eingebaut wird. Die Preise in unserer Tabelle sind als „Zirka-Angaben“ zu verstehen. Türen kann man nicht „von der Stange“ kaufen, sie müssen der jeweiligen Situation angepasst werden. Fachliche Beratung vor dem Kauf ist hier unerlässlich.

Balkenriegelschloss um 500 Euro

Wer nicht viel Geld ausgeben kann oder will, aber trotzdem Wert auf höheren Schutz legt, dem empfiehlt die Kriminalpolizei den Einbau eines Balkenriegelschlosses um etwa 500 Euro. Es wird quer über die ganze Türinnenseite montiert. Dies sollte ein Fachmann tun, da die Halterungen an beiden Seiten stabil sein müssen. Gerade in Neubauten mit einfachen Rigips-Wänden können Probleme auftreten. Bei doppelflügeligen Türen sollte eine zusätzliche Längsverriegelung nach oben und unten eingebaut werden.

Radio einschalten

Unser Herr Schmidt hat indes sein eigenes Sicherheitssystem: Die Kriminalpolizei hatte ihm geraten, künftig Zeichen seiner Abwesenheit zu vermeiden. Nun schaltet er immer das Radio ein, wenn er aus dem Haus geht. Ob das eine sichere Lösung ist, wird erst die Zukunft zeigen. Jedenfalls ist es billiger.

"Kein Risiko eingehen!"

Hofrat Dr. Peter Jedelsky,   Dr. Peter Jedelsky
Leiter des Büros des Kriminalamtes der Bundespolizeidirektion Wien

Eine traumatische Situation: Ich komme nach Hause und merke, dass Einbrecher in der Wohnung sind. Wie soll ich mich verhalten?

Die Wohnung nicht betreten! Verständigen Sie sofort die Polizei unter der Telefonnummer 133, entweder per Handy oder von den Nachbarn. Vermeiden Sie die Konfrontation mit dem Täter. Stellen Sie sich nicht in die Tür, um ihn aufzuhalten. Schon ein Schraubenzieher kann schnell zur Tatwaffe werden! Daher sollten Sie auch dem Täter keine Vorhaltungen machen, wenn Sie ihn erkennen, weil er vielleicht der Sohn einer Hauspartei ist. Kein Risiko eingehen! Stattdessen abwarten und beobachten, um später eine möglichst gute Täterbeschreibung geben zu können.

Und wenn ich in der Nacht von einem Einbrecher überrascht werde?

Wir empfehlen, auch im Schlafzimmer immer eine Telefoneinrichtung zu haben – mit Handys ist das ja kein Problem. Also wieder: Umgehend Polizei oder Gendarmerie verständigen! Ansonsten kann man kaum generelle Empfehlungen geben. Es kann manchmal helfen, Licht oder Radio einzuschalten. Das hat schon Täter vertrieben, die geglaubt haben, dass niemand in der Wohnung ist. Doch auch hier gilt: Kein Risiko eingehen!

Was soll ich machen, wenn ich die Wohnung ausgeraubt vorfinde?

Wir empfehlen, nichts anzugreifen. Auch nicht das Telefon, denn das kann der Täter benutzt haben, und dann ließe sich eventuell eine Nummer nachverfolgen. Die Polizei verständigen und nicht etwa in der Zwischenzeit die Wohnung aufräumen! Wichtige Spuren könnten verwischt werden.

Wie groß ist Ihre Aufklärungsquote bei Einbruchsdelikten?

Die liegt bei etwa 25 Prozent, doch auch wenn der Täter gefasst wird, liegt die Chance für den Geschädigten, sein Hab und Gut wiederzubekommen, bei unter fünf Prozent! Und die Versicherung ersetzt den Schaden ja auch nicht gleich am nächsten Tag. Im Gegenteil, unserer Erfahrung nach kommt es nach einem Schadensfall oft zu Streitereien mit der Versicherung. Deshalb ist Prävention der beste Schutz.

Auf diese Punkte kommt es an:

  • Türblatt
    gegen Einschlagen gesichert durch mindestens 45 mm starkes Vollholz oder Verstärkung mit Stahlblechplatten oder Stahlstäben.
  • Zarge
    (Türrahmen, Türstock) muss fest im Mauerwerk verankert sein.
  • Schloss
    Schließzylinder gegen Aufbohren, Nachsperren und Kernziehen geschützt, dazu Schutzbeschlag aus gehärtetem Stahl, von innen verschraubt; Sicherungskarte verhindert unbefugtes Anfertigen von Nachschlüsseln.
  • Schließblech
    massiv, mit mindestens zehn 30 Zentimeter langen Stahlschrauben bis ins Mauerwerk verdübelt.
  • Bandsicherungen (Hinterhaken)
    verhindern das Aushebeln der Tür im Scharnierbereich.

Anbieteradressen

Cocon Sicherheitssysteme GmbH ,
Wienerfeldstraße 5,
A-2120 Wolkersdorf im Weinviertel,
Tel: (02245) 37 00-0,
www.cocon.at  

Grünthal Andreas GesmbH ,
Klopstockgasse 48,
A-1170 Wien,
Tel: (01) 485 15 25-0,

Hamerle Franz KR GmbH ,
Barichgasse 34-36,
A-1030 Wien,
Tel: (01) 713 64 26,
www.hamerle.at  

Krines GmbH Fenster, Türen, Innenausbau,
Industriestraße 6,
D-97522 Sand,
Tel: (0049 9524) 833 80,
www.krines-online.de  

PaX: REUSS GmbH,
Waldeggstraße 118,
A-4060 Leonding,
Tel: (0732) 60 24 99-0,
www.reuss.at  

Piribauer: Schlosserei Piribauer GmbH,
Industriestraße 8,
A-2345 Brunn am Gebirge,
Tel: (02236) 37 84 64,
www.piribauer.at  

ProtecDoor Sicherheitstüren GmbH ,
Ignaz Köck-Straße 22,
A-1210 Wien,
Tel: (01) 292 35 45-0, 
www.protecdoor.at  

REINEX Türen GmbH ,
Hafinger Weg 1,
A-3100 St. Pölten,
Tel: (02742) 905 01-0,
www.reinex.at  

Safur Sicherheitstüren ,
Margareten Gürtel 134,
A-1050 Wien,
Tel: (01) 545 25 69

Saibel: Ing. Josef Saibel Sicherheitstechnik,
Karmelitergasse 3,
A-1020 Wien,
Tel: (01) 216 33 00,
www.saibel.at  

Schmidtschläger-Sicherheitstüren Montage- und Endfertigungs GmbH,
Kaiserstraße 41,
A-1070 Wien,
Tel: (01) 523 46 52-0,
www.schmidtschlaeger.at  

Westag & Gestalit AG ,
Hellweg 15,
D-33378 Rheda-Wiedenbrück,
Tel: (0049 5242) 17-0,
www.westag-getalit.de  

Zabransky GesmbH ,
Raaber Bahn-Gasse 20,
A-1100 Wien,
Tel: (01) 602 02 20-0,
www.zabransky.co.at

Kompetent mit Konsument

  • Umfassende Sicherung. Ein gutes Schloss allein schützt noch nicht vor Einbruch. Alle potenziellen Schwachpunkte einer Tür vom Scharnier bis zum Türblatt gehören berücksichtigt.
  • Reiche Vielfalt. Einbruchhemmende Türen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Nicht „von der Stange“ kaufen! Mit fachlicher Beratung kann die Tür der jeweiligen Situation angepasst werden.
  • Kostengünstigere Alternative. Der Einbau eines Balkenriegelschlosses kommt nicht so teuer wie eine einbruchhemmende Tür, bringt dennoch einen gewissen Schutz, vor allem mit Sicherheitszylinder und Sicherheitsbeschlägen.

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