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Brotbackgeräte - Gut Brot braucht Weile

  • Spitzenquartett: enorme Preisunterschiede
  • Schnellprogramm: nicht richtig ausgebacken

Einfache Handhabung

Das Backen mit einem Brotbackgerät ist im Grund genommen einfach: Im Gehäuseinneren steckt eine rechteckige, beschichtete Backform mit einem oder zwei Knethaken. Dort füllen Sie die Zutaten hinein – normalerweise erst die flüssigen und dann die festen. Anschließend programmieren Sie das Gerät und starten es.

Ein Ringheizkörper im unteren Bereich des Backraums liefert die erforderliche Hitze. Während der Teig geknetet wird, aufgeht und ausbäckt, können Sie sich anderen Sachen widmen. Nach drei bis fünf Stunden ist es soweit: Das Brot ist fertig. Jetzt nehmen Sie die heiße Form (Topflappen!) aus dem Gerät, lassen sie auskühlen, stürzen sie und ziehen am besten gleich den Knethaken aus dem Brot.

Tipp: Wenn Sie ein paar Mal an der Antriebswelle drehen, lässt sich der Haken leichter lösen. Dass vom Haken ein mehr oder minder tiefes Loch im Brot bleibt, ist nicht zu ändern. Auch die Kruste ist beim selbst Gebackenen aus dem Brotbackgerät anders als beim Brot vom Bäcker. Sie ist an der Unterseite und an den Seitenflächen meistens stärker als an der Oberseite, da im Gegensatz zum Backofen die Hitze von oben fehlt. 

Vorteil: Man weiß, was drin ist

 

Egal ob aus Fertig-Backmischungen oder einzelnen Zutaten – mit Brotbackgeräten können Sie Weiß-, Misch- oder Vollkornbrot sowie Kuchen fabrizieren, den Teig für Pizza oder Mehlspeisen herstellen und sogar kleinere Mengen Marmelade kochen. Rezepte finden Sie in den Bedienungsanleitungen. Und zumindest am Anfang sollten Sie sich danach richten, da sie auf die Geräte abgestimmt sind.

Ein großer Vorteil von selbst Gebackenem: Man weiß, woraus es besteht. Besonders für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist dieses Wissen wichtig. Bei Zöliakie wird das Klebereiweiß (Gluten) von Weizen, Roggen, Hafer und etlichen anderen Getreidesorten nicht vertragen. Wer daran leidet, darf nur glutenfreies Brot, zum Beispiel aus Mais-, Hirse- oder Reismehl, essen. Einige Brotbackgeräte haben ein Extraprogramm für glutenfreies Backen oder zumindest genaue Anleitungen dazu.

Weizenmisch- oder Rosinenbrot

Schmecken soll das Brot aus Eigenproduktion natürlich auch. Im Test war Weizenmischbrot aus der Fertig-Backmischung Favorit der Profiverkoster. Es gelang mit den meisten Geräten gut. Rosinenbrot mit Mandeln und Vollkornbrot aus Zutaten nach Rezept überzeugten weniger. Brot aus glutenfreier Backmischung schmeckte wiederum aus allen entsprechend ausgelobten Geräten.

Ungleichmäßige Ergebnisse

Kein Modell im Test bäckt alle Brotsorten gleichermaßen gut. Und die Backresultate mit dem Schnellprogramm sind generell schwach: Da wird dem Teig zu wenig Zeit zum Rasten gelassen. Dem Endprodukt bekommt das gar nicht gut; das Brot ist teilweise teigig, schmeckt roh und wenig aromatisch.

"Nicht zufriedenstellend"

Severin BM 3985, ein einfacheres Modell, hat nur drei Programme, ein Schnellprogramm fehlt. Doch schon das Basisprogramm ist mit 75 Minuten deutlich kürzer als die meisten Schnellprogramme anderer Modelle. Ergebnis: Das Mischbrot aus der Backmischung blieb blass, die Kruste war dünn, das Innere fest und zäh. Die Programme für Weiß-, Körner- und Vollkornbrot dauern bei Severin wesentlich länger, die Backergebnisse waren dadurch besser als beim allzu kurzen Basisprogramm. Für das Testurteil „nicht zufriedenstellend“ waren letztendlich aber schlechte Resultate bei der Dauerprüfung ausschlaggebend.

Ebenfalls im Test durchgefallen: Princess Silver Breadmaker. So hohe Temperaturen wie an der Deckelhaube des Princess Silver Breadmaker – über 120 Grad Celsius – wurden bei keinem anderen Gerät im Test gemessen.

Selbst gebackenes Brot billiger? 

Wenn Sie oft Brot backen wollen oder aus gesundheitlichen Gründen müssen, erleichtern Ihnen diese Geräte die Arbeit wesentlich. Ob das Selberbacken beim Sparen hilft, steht freilich auf einem anderen Blatt: Durch den geringeren Stromverbrauch kommt das Backen im Brotbackgerät wohl billiger als im Backrohr, und das Brot kostet auch weniger als im Geschäft. Doch Sie müssen schon sehr viele Brote backen, bis Sie die Geräte-Anschaffungskosten wieder herinnenhaben. Sparen können Sie eher durch gezielte Auswahl beim Gerätekauf. Die „guten“ Modelle im Test kosten zwischen knapp 40 und 200 Euro.

Werfen Sie aber einen Blick auf die Testtabelle , ob das Gerät Ihrer engeren Wahl „Ihre“ Brotsorten gut bäckt. Und erkundigen Sie sich vor dem Kauf sicherheitshalber auch nach dem Preis von Ersatzteilen. Bei manchen Modellen kostet eine Ersatzbackform gleich halb so viel wie das komplette Brotbackgerät.

Die "guten" Brotbackgeräte

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Die "durchschnittlichen" Brotbackgeräte

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Die "nicht zufriedenstellenden" Brotbackgeräte

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Tipps für Hobbybäcker

Geduld. Es kann einige Versuche brauchen, bis das Brot so wird, wie Sie es erwarten. Halten Sie sich anfangs genau an die Anleitungen.

Kontrolle. Prüfen Sie vor dem Programmstart, ob der Knethaken richtig sitzt. Kontrollieren Sie ab und zu den Programmablauf. Gerät nur nach dem Signalton zum Nachfüllen der Zutaten öffnen.

Richtige Mengen. Nicht mehr Zutaten als angegeben verwenden, damit der Teig nicht überquillt. Brotgewürzmischungen (auf Märkten erhältlich) intensivieren den Geschmack von Misch- und Roggenbrot.

Optimale Bräunungsstufe. Mit der Einstellung „dunkel“ reißt die Kruste selten, ist aber trotzdem nicht so scharf gebacken, dass sich verstärkt Acrylamid bildet.

Marmelade kochen. Mit den meisten Brotbackgeräten in kleineren Mengen möglich: Früchte und Gelierzucker in die Form füllen, Marmeladeprogramm starten und Marmelade nach 60 bis 80 Minuten heiß in Gläser abfüllen.

Brotbackgeräte: Kompetent mit Konsument

  • Keine Allrounder.  Mit keinem Gerät gelingen alle Brotsorten gleichermaßen gut. AFK BM-2N, mit knapp 40 Euro günstigstes Gerät im Test, bäckt gut; Vollkornbrot sogar am besten. Aber: keine Anleitungen für glutenfreies Backen.
  • Schön langsam.   Im Normalprogramm ist das Brot nach drei bis fünf Stunden fertig, im Schnellprogramm schon nach ein bis zwei Stunden. Doch das Brot auf die Schnelle wird nicht so gut.
  • Fixer Standort .  Dem Brotbackgerät einen festen Platz auf der Küchenarbeitsfläche einräumen. Was in den Tiefen der Küchenkästen schlummert, gerät leicht in Vergessenheit.

So haben wir getestet

Getestet wurden 9 Brotbackgeräte.

Backen. Es wurden vier Brotsorten gebacken. Mit dem Normal- und dem Schnellprogramm backten wir eine Backmischung Weizenmischbrot mit 41 % Roggen. Nach eigenen Rezepten wurden ein Rosinen-Mandel-Brot (Weizenmehl Typ 550 und Weizenvollkornmehl im Verhältnis 1 : 1 mit 80 g Rosinen und 50 g Mandelstiften auf 500 g Mehl) sowie Vollkornbrot (Weizen- und Roggenvollkornmehl 1 : 1 gemischt plus getrocknetem Teigsäuerungsmittel) nach Herstellerangaben gebacken. In den dafür geeigneten Geräten testeten wir eine glutenfreie Backmischung. Fünf sensorisch geschulte Personen beurteilten die ausgekühlten Brote hinsichtlich Form, Bräunung, Kruste, Konsistenz, Geruch und Geschmack. Bei allen Backvorgängen ermittelten wir die Dauer und den Energieverbrauch.

Handhabung. Fünf Personen beurteilten die Gebrauchsanleitung und das Arbeiten mit jedem Gerät. Beim Einstellen und Bedienen wurde insbesondere auf die Beschriftung geachtet, die Ablesbarkeit des Displays, die Einstellelemente, das Einstellen der Programme, das Öffnen des Gerätes, das Einsetzen und Entnehmen von Backform und Knethaken und die Reinigung.

Haltbarkeit. Die Dauerprüfung bestand aus 20 Zyklen (pro Zyklus dreimal Kneten von Vollkorn im Teigprogramm, danach ein komplettes Backprogramm; bei fehlendem Teigprogramm wurde viermal gebacken). Die Beschichtungen von Backform und Knethaken prüften wir durch Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 und anschließendes Brotbacken. Bei der Verarbeitung wurde die Gleichmäßigkeit der Oberflächen, Kantenausbildung, Halt und Spiel der Deckelscharniere sowie die Festigkeit der aufgeklebten Folien geprüft.

Stromverbrauch. Bewertet wurde der Stromverbrauch jedes Backvorgangs und die Leistungsaufnahme, wenn das Gerät ans Netz angeschlossen war. Alle Geräte mit Netzschalter verbrauchten ausgeschaltet keinen Strom, Geräte ohne Netzschalter hatten eine Leistungsaufnahme von weniger als 2 Watt.

Sicherheit. In Anlehnung an DIN EN 60 335-1 und 60 335-2-9. Berührbare heiße Flächen: 5 Minuten vor Backende ermittelten wir die Temperatur an den Bedienteilen, an Griff, Fenster, Gehäuse und den Lüftungsschlitzen.

Anbieteradressen

AFK Austria Elektro-Vertriebs GmbH,
Laaerbergstraße 88/26,
A-1100 Wien,
(01) 688 01 23

Back Profi: B&B Elemente Handel und Design GmbH,
Weidenbaumsweg 107,
D-21035 Hamburg,
(0049 40) 72 41 04 88,
www.lecaf.de

Clatronic: Degupa VertriebsgesmbH,
Niederalm Gewerbeparkstraße 7,
A-5081 Anif,
(06246) 731 13-0

Kenwood Manufacturing GmbH,
IZ NÖ-Süd, Straße 2a, Objekt M14,
A-2351 Wiener Neudorf,
(02236) 645 00-0,
www.kenwoodaustria.at

Otto-Hanseatic: Otto-Versand GmbH,
Alte Poststraße 152,
A-8020 Graz,
(0316) 606-0,
www.ottoversand.at

Panasonic Austria HandelsgesmbH,
Laxenburger Straße 252,
A-1230 Wien,
(01) 610 80-0,
www.panasonic.at

Princess: Maukner Günther Handelsagentur,
Münchner Bundesstraße 40,
A-5020 Salzburg,
(0662) 43 92 84,

Severin: Degupa VertriebsgesmbH, Niederalm
Gewerbeparkstraße 7,
A-5081 Anif,
(06246) 731 13-0

Unold: Wagner Friedrich & Sohn GesmbH & Co KG,
Kirchstetterngasse 27,
A-1160 Wien,
(01) 493 15 28-0,

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