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Zoonosen: Wenn Tiere krank machen - Würmer, Flöhe, Pilze

Die Vogelgrippe hielt uns in Atem, doch es gibt eine Reihe so genannter Zoonosen, die derzeit für den Menschen gefährlicher sind. Vor allem bei unbekannten Haustieren und bei Wildtieren ist Vorsicht geboten.

Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen)

Hautpilze bei Mensch und Tier kommen weltweit vor. Überträger sind Hunde, Katzen oder Kleinsäuger. Bei Jungtieren und bestimmten Rassen (etwa Perserkatzen) treten Pilzerkrankungen häufiger auf. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit einem befallenen Tier oder indirekt über Pflegeutensilien, Decken oder Transportbehältern.

Flecken, Schuppen, Haarausfall

Symptome beim Tier sind rundliche, scharf begrenzte, gerötete Flecken, vermehrte Schuppenbildung und Haarausfall. Beim Menschen treten ebenfalls gerötete, leicht schuppende Flecken auf, die unangenehm brennen, jucken oder schmerzen. Außerdem können Haarausfall und Hautverkrustungen oder Furunkel entstehen. Kleinkinder und Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem zählen zu den Risikogruppen und sollten den Kontakt zu befallenen Tieren meiden. Tierbetreuende Personen sollten Schutzkleidung tragen und sich nach jedem Kontakt die Hände waschen. Pflegeutensilien, Käfige und Transportbehälter müssen mit wirksamen Desinfektionsmitteln gereinigt werden.

Behandlung erkrankter Tiere

Bei befallenen Tieren ist eine langwierige Therapie (Kurzschur und Behandlung mit Antipilztinktur des ganzen Körpers) notwendig. Die Behandlung muss so lange erfolgen, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Kranke Tiere sind von gesunden getrennt zu halten. Bei betroffenen Menschen werden die infektiösen Stellen mit Lösungen, Cremen oder Salben behandelt. In schweren Fällen ist die Einnahme von Medikamenten notwendig.

Katzenfloh

Katzenflöhe sind nicht wählerisch und befallen verschiedene Tierarten sowie den Menschen. Überträger sind Hund und Katze, seltener Igel oder Hühner. Die Parasiten legen Eier auf ihrem Opfer ab, aus denen madenähnliche Flohlarven schlüpfen, die sich vom Kot erwachsener Flöhe, der noch unverdautes Blut enthält, ernähren. Ob das eigene Haustier betroffen ist, lässt sich mit einem Test nachweisen: Das Tier auf ein Blatt weißes Papier stellen und das Fell durchkämmen. Zeigen sich auf dem Blatt schwarze Punkte, die sich rot verfärben, sobald man sie mit Wasser befeuchtet, hat das Tier Flöhe.

Übertragung auf den Menschen

Beim Menschen treten häufig Stichstellen in Serie auf, aus denen sich Pusteln entwickeln. Bei Flohbefall genügt meist eine Therapie gegen den Juckreiz. Die Symptome können mit Antihistaminika behandelt werden. Bei heftigen Entzündungen kann eine kurzzeitige Behandlung mit Kortisonsalben sinnvoll sein. Die Flohbekämpfung bei Tieren (Flohhalsband, Insektizide, Puder, Shampoos) sollte immer eine Behandlung der Umgebung  – vor allem der Schlaf- und Liegeplätze (auch im Auto) – einschließen.

Entenfloh

Die Bezeichnung ist irreführend. Urheber der juckenden, flohstichartigen Pusteln, die kurz nach dem Bad in einem warmen See auftreten, sind nämlich keineswegs Flöhe, sondern Saugwürmer der Klasse Trematoden. Die Parasiten leben im Körper von Wasservögeln, vor allem Enten, Gänsen oder Schwänen. Die Wurmeier werden mit dem Kot der Vögel ausgeschieden. Im Wasser schlüpfen daraus Larven, die Wasserschnecken als Zwischenwirt infizieren und sich darin zu „Entenflöhen“ (Zerkarien) weiterentwickeln. Bei warmen Wassertemperaturen befallen diese dann, was sich gerade im Wasser aufhält:

Vögel oder Säugetiere (also auch Menschen). Eine Behandlung ist nicht notwendig. Nach einigen Tagen sterben die Zerkarien ab, Pusteln und Juckreiz verschwinden von selbst.

Skabies/Krätze

Die Krätzemilbe ist weit verbreitet und wird durch Kontakt mit infizierten Menschen, Säugetieren (vor allem Hunden) oder Vögeln übertragen. Die Milbenweibchen graben kleine Höhlen in die Haut und legen ihre Eier ab. Milbengänge sind als feine rötliche Linien unter der Haut sichtbar. Binnen drei Wochen entwickeln sich geschlechtsreife Tiere. Wo Menschen auf engem Raum zusammen kommen, breitet sich Krätze rasch aus. Die Ansteckung erfolgt durch bloßen Hautkontakt. Nachts werden die Parasiten durch die Bettwärme aktiv. Dies führt zu starkem Juckreiz. Durch Kratzen kommt es zu kleinen Hautverletzungen, die sich entzünden können.

Arztbesuch notwendig

Skabies heilt nicht von alleine ab und verschlimmert sich mit der Zeit. Eine Therapie unter ärztlicher Anleitung ist unbedingt notwendig. Die Behandlung erfolgt mit Salben oder Lotionen, die auf die Haut aufgetragen werden. Kleidung und Bettwäsche müssen täglich gewechselt werden.

Spulwürmer

Der Befall mit Spulwürmern tritt bei Hunden und Katzen häufig auf. Die Übertragung kann direkt vom Muttertier auf den Embryo, über die Muttermilch oder über den Kot befallener Tiere erfolgen. Der Mensch infiziert sich ausschließlich durch die Aufnahme von Wurmeiern. Besonders gefährdet sind Kinder, die engen Kontakt mit Hunden und Katzen pflegen.

Dramatische Auswirkungen

Bei stark infizierten Jungtieren treten Entwicklungsstörungen auf, der Bauch der Tiere ist gebläht und druckempfindlich. Beim Menschen nisten sich die aus den Eiern geschlüpften Wurmlarven in die Darmwand ein und können mit dem Blut in Leber, Lunge, Gehirn, Augen sowie Muskelgewebe gelangen. Dies führt zu Gewebezerstörungen mit Blutungen. Bei mit Spulwürmern infizierten Personen kommt es zu Zellveränderungen und einer vergrößerten Leber. Vereinzelt treten Fieberschübe, Verdauungsstörungen, asthmatische Attacken, Lungenprobleme sowie Hautausschläge auf. Ist das Gehirn betroffen, kann es zu Lähmungserscheinungen oder epilepsieähnlichen Anfällen kommen.

Therapie mit Entwurmungsmitteln

Befallene Haustiere und auch  Jungtiere müssen mit Entwurmungsmitteln behandelt werden. Für Menschen stehen Präparate zur Verfügung, die den Nährstoffkreislauf des Parasiten blockieren. Um eine Wiederinfektion zu vermeiden, sollten Hunde und Katzen (auch wenn sie in der Wohnung gehalten werden) prophylaktisch behandelt und Kinderspielplätze oder Sportareale von Tierkot gereinigt werden.

Fuchsbandwurm

In Mitteleuropa hat sich der „kleine Fuchsbandwurm“ durch die Einwanderung der Füchse in menschliche Siedlungsgebiete stark verbreitet. Andere Tiere und auch Menschen werden durch Eier, die mit dem Kot des Überträgers ausgeschieden werden, infiziert.

Erkrankung kann tödlich verlaufen

Befallene Hunde oder Katzen zeigen nach einer Infektion selten Symptome und treten auch kaum als Überträger in Erscheinung. Beim Menschen können sich in der Leber langsam wachsende Larven (Finnen) entwickeln und Lunge sowie Gehirn durchwuchern. Diese alveoläre Echinokokkose (AE) kann sich noch bis zu 15 Jahre nach einer Infektion ausbilden und verläuft fast immer tödlich.

Vorsicht bei ...

Ähnliches gilt für die durch die Larven des Hundebandwurms ausgelöste zystische Echinokokkose. Um eine Fuchsbandwurm-Infektion zu verhindern, sollten in Bodennähe wachsende Waldfrüchte und Pilze vor dem Verzehr gewaschen oder besser gekocht werden. Vorsicht ist auch bei Fuchskadavern geboten. Im Fell der Tiere stecken häufig Bandwurmeier, die eingeatmet werden können.

Toxoplasmose

Der einzellige Parasit befällt häufig Kleinsäuger und Katzen. In Mitteleuropa machen über 50 Prozent aller Katzen im Laufe ihres Lebens eine Infektion durch, doch nur ein Prozent der Tiere wird selbst zum Überträger. Menschen können sich etwa an einer nicht ordentlich entleerten und gesäuberten Katzentoilette infizieren. Weitere Ansteckungsmöglichkeiten ergeben sich aus dem Verzehr von rohem Fleisch oder bei der Gartenarbeit durch von Katzenkot verunreinigte Erde.

Gefahr in der Schwangerschaft

Schätzungen zufolge erleidet jeder zweite Europäer irgendwann eine Toxoplasmose-Infektion. Die Erkrankung verläuft beim Menschen jedoch – von sehr selten auftretenden grippeähnlichen Symptomen abgesehen – völlig beschwerdefrei. Gesundheitliche Gefahren bestehen allerdings, wenn sich eine Frau während der Schwangerschaft zum ersten Mal ansteckt. Dies kann zu erheblichen Schäden beim Embryo führen.

Schwangere sollten deshalb besonders darauf achten, Fleisch gut durchgebraten beziehungsweise gekocht zu verzehren, sich nach Gartenarbeiten die Hände zu waschen und die Reinigung der Katzentoilette nicht selbst vorzunehmen. Auf das Streicheln der Katze muss allerdings nicht verzichtet werden, da auf diesem Wege keine Übertragung stattfinden kann.

Tollwut

Jährlich sterben weltweit 55.000 Menschen an Tollwut. Das Virus ist im Speichel erkrankter Tiere und wird meist durch Biss auf den Menschen übertragen. In Lateinamerika, Asien und Afrika sind streunende Hunde die Hauptüberträger, in Europa und Nordamerika geht die größte Gefahr von Wildtieren aus. Nach der Ansteckung dauert es zwischen 11  Tagen und 15 Monaten, bis erste Symptome auftreten. Je näher die Biss-Stelle am Kopf liegt, desto schneller bricht die Krankheit aus. Solange sich keine Symptome zeigen, ist eine Behandlung möglich, nach dem Ausbruch verläuft Tollwut tödlich.

Auffällige Symptome ...

Beim Tier kommt es zu auffälligen Wesensveränderungen. Aggressive Tiere werden zahm, zutrauliche Tiere entwickeln erhöhte Scheu. Bei der rasenden Wut zeigt das Tier große Beißlust, begleitet von Tobsuchtsanfällen, bei der stillen Wut treten Lähmungserscheinungen auf. Die Symptome werden von starker Speichelsekretion und auffälligen Stimmveränderungen begleitet.

... auch beim Menschen

Beim Menschen tritt häufig eine extreme Scheu vor Wasser auf. Betroffene bekommen bereits beim Anblick eines Wasserglases starke Schluckkrämpfe. Im weiteren Krankheitsverlauf wechseln Zustände klaren Bewusstseins mit Halluzinationen und Depressionen, begleitet von Speichelfluss, Lähmungserscheinungen und Krampfanfällen.

Vorbeugung ist wichtig

Die Tollwutprophylaxe setzt an mehreren Stellen an: Impfung der Hauptüberträger in freier Wildbahn mit Ködern, obligatorische Impfung aller Hunde, Impfung von beruflich gefährdeten Personen sowie die Impfbehandlung von infizierten Menschen (eine Liste der österreichischen Impfstellen findet sich auf www.ages.at , „Tollwut“ als Suchbegriff eingeben).

 

Ansteckungen vermeiden

  • Streuner: Auch wenn das Kätzchen noch so putzig ist: Hände weg von streunenden Haustieren.
  • Lebende oder tote Wildtiere sollten nie angefasst werden. Wenn der Kontakt unumgänglich ist, unbedingt Handschuhe tragen. 
  • Bissverletzung: Wer von einem Tier gebissen wird, gehört sofort zum Arzt. Dies gilt auch bei Bissverletzungen durch Haustiere.
  • Zum Arzt: Bei Verdacht auf Flohbefall, Hautpilz oder andere durch Parasiten ausgelöste Krankheiten immer einen Arzt aufsuchen.
  • Waldfrüchte und Pilze vor dem Verzehr unbedingt waschen oder kochen. 

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