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Zahnpasten für weiße Zähne - Keine Weiß-Garantie

Zahnpasten für weiße Zähne entfernen Beläge gut und sind nicht zu aggressiv – vorausgesetzt, die Zähne sind nicht geschädigt.

Blendend weiße Zähne? Kein Problem, sofern man nur die richtige Zahnpasta verwendet, verheißt die Werbung: Als "Zahnweißgel für strahlend weiße Zähne" wird beispielsweise Sensident Brillantweiß von Müller angepriesen, "einen nie da gewesenen 2x stärkeren Whitening-Effekt“ verspricht Odol-med 3 extra white, "hellt die Zähne auf“ Colgate Max White.

Und darüber hinaus sollen die Zahnpasten noch je nach Anbieter der Entstehung von Karies, Plaque, Gingivitis (Zahnfleischentzündung), Parodontitis (Zahnbettentzündung) vorbeugen, Zahnsteinbildung hintanhalten, den Zahnschmelz stärken und härten ... Unsere Kollegen von der deutschen Stiftung Warentest haben überprüft, ob sogenannte Weißmacher-Zahnpasten, die für die tägliche Anwendung gedacht sind, halten, was ihnen von Werbetextern zugeschrieben wird.

Maximal um Nuancen heller

Das Positive gleich vorweg: Verfärbungen, die durch Pigmente von Nahrungs- oder Genussmitteln wie Tee, Kaffee, Rotwein oder auch von Zigaretten verursacht werden, entfernen alle geprüften Weißmacher-Zahnpasten gut, einige sogar sehr gut.

Bleaching und elektrische Zahnbürsten

Dennoch sollte man sich nicht zu viel erwarten. Denn trotz klingender Bezeichnungen wie "Brillantweiß“ oder "Extra White" können diese Zahnpasten bestenfalls die ursprüngliche Farbe der Zähne wieder etwas auffrischen. Von Natur aus gelbliche Zähne werden durch die Pasten nicht weißer. Und auch gegen Verfärbungen, die sich aufgrund innerer Prozesse bilden, vermögen sie nichts auszurichten.

Weißmacher-Zahnpasten sind ohne Bleichmittel

Haben die Zähne beispielsweise mit zunehmendem Alter oder infolge von Verletzungen ihre Farbe verändert, kann nur ein Zahnarzt, eventuell mit speziellen hochdosierten Bleichmitteln, helfen. Weißmacher- Zahnpasten enthalten keine Bleichmittel. Sie entfernen Verfärbungen mithilfe von Putzkörpern. Diese Putzkörper – Abrasivstoffe genannt – sollen Verfärbungen abschmirgeln, ohne Zähne und Zahnfleisch zu schädigen. Studien zufolge werden ernsthafte Zahnschäden nur selten durch Zahnpasten, aber häufig durch eine falsche Putztechnik mit zu festem Druck verursacht.

Elektrische Zahnbürsten im Vorteil

Die Kontrolle, wie stark die Bürste beim Putzen aufgedrückt wird, fällt mit einer elektrischen Zahnbürste oft leichter als mit einer Handzahnbürste. Insofern ist die Gefahr von Putzschäden bei Verwendung einer elektrischen Zahnbürste meistens geringer. Zahnbelag (Plaque) ließe sich zur Not übrigens auch ohne Pasta, nur mit Zahnbürste und Wasser, entfernen. Verfärbungen aber nicht. Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper. Ist er gesund, können ihn Putzkörper nicht schädigen.

Vorsicht bei freiliegenden Zahnhälsen

Aufpassen heißt es allerdings, wenn die Zahnhälse bereits frei liegen: Mit zunehmendem Alter oder auch infolge von Putzschäden oder einer Zahnbettentzündung (Parodontitis) zieht sich das Zahnfleisch zurück. Dann gelangen die Putzkörper auch an das empfindliche Zahnbein (Dentin), das normalerweise durch das Zahnfleisch vor dem Kontakt mit Zahnpasta geschützt ist, und an den noch weicheren Wurzelzement.

Freie Zahnhälse

Freie Zahnhälse

Wer frei liegende Zahnhälse hat, sollte zu einer Zahnpasta mit niedrigem Abrieb und einer weichen Zahnbürste greifen. Bei gesunden Zähnen kann die Wahl ohne Weiteres auf eine Zahnpasta mit hohem Abrieb (Lidl/Dentalux Seidenweiss Plus complex 3, Mentadent white system) fallen. Lidl/Dentalux Seidenweiss Plus complex 3 punktet hier obendrein mit sehr guter Reinigungsleistung und niedrigem Preis. Von den Zahnpasten mit mittlerem Abrieb reinigen blend-a-med 3 D White, blend-amed Pro Expert Zahnschmelzschild, Sensodyne Proschmelz Sanftes Zahnweiss und Odol-med 3 Extra White die Zähne sehr gut.

Fluoride schützen vor Karies

Fluoride sind die bedeutendsten Wirkstoffe der Zahnpasten und mittlerweile in fast jedem Produkt enthalten. Fluoride lagern sich an der Oberfläche des Zahnschmelzes an, der dadurch widerstandsfähiger und besser vor Karies geschützt wird. Sie können sogar beginnende Schwachstellen im Schmelz "reparieren".

Wie gut sie wirken, hängt unter anderem wesentlich von der Konzentration und der Art des Fluorids ab. Die meisten Zahnpasten im Test beugen der Entstehung von Karies durch Fluoride gut oder sehr gut vor. Zwei Pasten, Perlweiss Professional und Rembrandt Plus Premium Whitening Zahncreme, schnitten bei der Kariesprophylaxe allerdings nur mittelmäßig ab.

Preis sagt nichts über Qualität

So wie bei anderen Tests zeigt sich auch diesmal: Ein hoher Preis ist kein Garant für hohe Qualität. Denn ausgerechnet Rembrandt Plus Premium Whitening Zahncreme (24 €/ 100 ml) und Perlweiss Professional (20 €/ 100 ml) sind mit Abstand die teuersten Pasten im Test.

Obendrein täuschen bei diesen beiden Produkten die Verpackungen mehr Inhalt vor, als tatsächlich vorhanden ist. Lesen Sie beim Zahnpastakauf die Angabe zur Füllmenge auf der Packung, damit es später keine unliebsamen Überraschungen gibt! Die preiswertesten Zahncremen, Müller/SensiDent Brillantweiß, Lidl/Dentalux Seidenweiss Plus complex 3 und Hofer/Dentofit white & fresh schützen samt und sonders sehr gut vor Karies und kosten je 100 ml zwischen 55 Cent und 79 Cent.

Achten Sie auch darauf die Tuben gut zu entleeren. Bei manchen bleibt in der "leeren" Tube ein erheblicher Rest - siehe Bild:

 Großer Rest: Es lohnt sich Zahnpastatuben aufzuschneiden (Bild: Ernst Dietrich)
Es lohnt sich Zahnpastatuben aufzuschneiden (Bild: Ernst Dietrich)

Säure schädigt Zahnschmelz

Zu viel versprochen

Und was ist mit der bei etlichen Zahnpasten ausgelobten vorbeugenden Wirkung gegen Plaque/Gingivitis, Zahnstein oder Parodontitis? Enthalten diese Pasten spezielle Wirkstoffe, wie man aufgrund der Werbung annehmen könnte? Oft genug nicht. Hier wird der Mund gern zu voll genommen: Obwohl beispielsweise bei etlichen Produkten ausgelobt, wurde bei keinem einzigen ein besonderer Wirkstoff gegen Parodontitis gefunden. Aber: Werden die Zähne gründlich geputzt, kann man davon ausgehen, dass alle Zahnpasten nicht nur gegen Karies, sondern auch gegen Zahnfleischentzündung, Zahnstein und Parodontitis wirken.

Säure greift den Zahnschmelz an

An sich sollten die Zähne nach jeder Mahlzeit geputzt werden. Aber nicht sofort nach dem letzten Bissen: In Lebensmitteln wie Obst, eingelegtem Gemüse oder Fruchtsäften enthaltene Säuren, aber auch Zucker aus Naschzeug greifen den Zahnschmelz an. Gesüßte, saure Tees sind in dieser Hinsicht besonders aggressiv und für Kinderzähne Gift. Vorteilhaft wäre es deshalb, ganz darauf zu verzichten und das Fläschchen stattdessen mit Wasser zu füllen. Wer Saures gegessen oder getrunken hat, sollte den Mund anschließend mit klarem Wasser spülen oder Wasser trinken. Das neutralisiert. Greifen Sie frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen zur Zahnbürste. Dann hat sich der Zahnschmelz durch den Speichelfluss wieder gehärtet. Klebrige Süßigkeiten, aber auch Bananen, hinterlassen Rückstände auf den Zähnen. Beim Putzen ist dann ganz besondere Sorgfalt angesagt.

Kinder brauchen Unterstützung

Kinder sollten unbedingt eine elektrische Zahnbürste benutzen, so werden Putzschäden vermieden und es ist für eine optimale Reinigung der Zähne gesorgt. Bis zum Alter von etwa neun Jahren, so lange, bis sie die nötige Handfertigkeit entwickelt haben, sollten sie zudem beim Zähneputzen unterstützt werden. Ob die Zähne überall gründlich gereinigt sind, lässt sich mit Färbetabletten gut kontrollieren.

Testtabelle: Zahnpasten

Testtabelle: Zahnpasten 2/2007 noch auf dem Markt

Tipps

Die richtige Zahnbürste: In den meisten Fällen empfehlen Zahnärzte Zahnbürsten mit mittelharten Borsten. Zahnbürste nach zwei bis drei Monaten durch eine neue ersetzen.

Zähne putzen: Zweimal täglich gründlich und mindestens drei Minuten lang die Zähne putzen. Vor allem bei bereits frei liegenden Zahnhälsen nicht zu viel Druck ausüben.

Die optimale Putztechnik: Grundsätzlich gilt: Alle Zahnflächen – die Vorder- und Rückseiten sowie die Kauflächen – von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zahn) bürsten. Zusätzlich mit dem Zahnarzt abklären, welche Putztechnik individuell die beste ist.

Zahnzwischenräume putzen: Die Zahnzwischenräume werden mit der Zahnbürste meistens nicht komplett gereinigt und sollten daher einmal pro Tag mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste gesäubert werden.

Mundgeruch bekämpfen: Bakterienbelag auf dem Zungenrücken ist oft die Ursache für Mundgeruch. Das tägliche Reinigen des Zungenrückens mit einem Zungenreiniger aus der Apotheke oder einem umgedrehten Teelöffel kann gegen Mundgeruch viel bewirken.

Mit dem Zähneputzen warten: Nach dem Essen oder Trinken mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten.

Zum Zahnarzt: Zweimal pro Jahr zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt gehen, zusätzlich professionelle Zahnreinigung (KONSUMENT 3/1999) machen lassen.

Noch zu haben

2007 haben wir gemeinsam mit der Stiftung Warentest klassische Zahnpasten, Zahnpastapaare für Tag und Nacht und Zahnpasten für sensible Zähne untersucht. Einige Produkte aus diesem Test (Konsument 2/2007) sind mit unveränderter Rezeptur noch im Handel erhältlich.

Ausgenommen aronal forte, die vom Hersteller für das Zähneputzen am Morgen (und in Kombination mit elmex Kariesschutz für das Putzen am Abend) empfohlen wird, beugen diese Zahnpasten der Entstehung von Karies durch Fluoride sehr gut vor. aronal forte enthält ausschließlich ein als Kariesschutz weniger wirksames Fluorid (Natriummonofluorphosphat) und das obendrein noch in geringer Konzentration.

Warum man sich tagsüber mit einem "weniger zufriedenstellenden" Kariesschutz begnügen sollte, ist für uns heute wie damals nicht nachvollziehbar. Spezielle Zahnpasten für Tag und Nacht bieten keine Vorteile.

Reagieren die Zähne empfindlich auf Heißes, Kaltes, Süßes oder Saures, sind häufig frei liegende Zahnhälse mit winzigen Dentinkanälen zum Zahnnerv für den Schmerz verantwortlich. Spezielle Wirkstoffe in Zahnpasten für sensible Zähne in Kombination mit weichen Zahnbürsten vermögen diese Beschwerden zu lindern. Elmex Sensitive, Sensodyne F und Sensodyne Proschmelz helfen bei sensiblen Zähnen, elmex Sensitive (3,15 €/75 ml) am preiswertesten.

Von den klassischen Zahnpasten kommt DM/Dontodent Intensive-clean plus Whitening, ein Produkt mit niedrigem Abrieb, mit 97 Cent/125 ml am günstigsten.

Zusammenfassung

  • Farbauffrischung: Alle untersuchten Zahnpasten entfernen von Kaffee, Tee, Rotwein oder anderen Nahrungsund Genussmitteln verursachte Verfärbungen gut oder sogar sehr gut. Von Natur aus gelbliche oder durch zunehmendes Alter verfärbte Zähne werden durch Weißmacher-Zahnpasten nicht weißer.
  • Vorsicht bei geschädigten Zähnen: Bei bereits frei liegenden Zahnhälsen besser eine Zahnpasta mit niedrigem Abrieb verwenden und beim Zähneputzen nur wenig Druck ausüben. Elektrisch ist immer besser als manuell.
  • Für gesunde Zähne: Lidl/Dentalux Seidenweiss Plus complex 3 reinigt die Zähne bei hohem Abrieb sehr gut und ist obendrein preiswert (76 Cent/100 ml). Ebenfalls sehr gut, aber mit mittlerem Abrieb und daher sanfter, reinigen blend-a-med 3 D White, blend-a-med Pro Expert Zahnschmelzschild, Sensodyne Proschmelz Sanftes Zahnweiss und Odol-med 3 Extra White.

Testkriterien

Die Stiftung Warentest hat 14 Zahnpasten für weiße Zähne getestet. Kariesprophylaxe, Abrieb, Entfernung von Belägen und spezielle Wirkstoffe wurden von einem Experten auf Grundlage von Messwerten, Anbieterangaben und Deklaration beurteilt – und zwar nach Auswertung von Fachliteratur einschließlich des wissenschaftlichen Erkenntnismaterials, das die Anbieter zur Verfügung gestellt hatten.

Bei der Beurteilung der Kariesprophylaxe wurden die Art der Fluoridverbindungen, die Fluoridkonzentrationen, der pH-Wert, die eingesetzten Putzkörper sowie besondere karieshemmende Inhaltstoffe berücksichtigt.

Die Bestimmung des Abriebs am Dentin (Zahnbein) erfolgte in Anlehnung an Hefferren JJ: J. Dent. Res. 55: 563 – 573, 1976. Entfernung von Belägen: Untersuchung nach Pellicle Cleaning Ratio PCR nach GK Stookey et al (1982): In-vitro Removal of Stain with Dentifrices, J. Dent. Res. 61: 1236 – 1239.

Deklaration (inkl. Werbeversprechen)
Zwei Experten prüften die Deklaration gemäß den Vorschriften der deutschen Kosmetik- und Fertigpackungsverordnung, BgVV-Empfehlungen sowie des Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuches.

Weitere Untersuchungen
Fluorid: Bestimmung des Gesamtfluorids mit ionenselektiver Elektrode in Anlehnung an DIN 38405-D4.
pH-Wert: Bestimmung des pH-Werts in Anlehnung an DIN EN ISO 11609:2008.
Mogelpackungen: Fertigpackungen müssen so gestaltet und befüllt sein, dass sie keine größere Füllmenge vortäuschen, als in ihnen enthalten ist.

Buchtipp: "Zähne"

Woran zeigt sich die Qualität einer Krone? Was sind die Vorteile von Gold, was die Nachteile von Keramik? Lohnt es sich, für ein Implantat viel Geld auszugeben? Was gehört zu einer guten Parodontalbehandlung und bei welchen Fehlstellungen reicht die abnehmbare Zahnspange nicht?

In Ordinationen kommt die Beratung oft zu kurz. Unsere aktualisierte Neuauflage des Buches "Zähne" (www.konsument.at/zahnratgeber/) bietet fundierte und für Laien gut lesbare Informationen.

Aus dem Inhalt

  • Mutter, Baby, Kind
  • Zahn- und Kieferregulierungen
  • Zahnfleisch
  • Zahnersatz
  • Kassen und Kosten
  • Probleme mit dem Zahnarzt

207 Seiten, 19,60 Euro (+ Versandspesen)

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