Treppenlift - Rechtzeitig planen

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Wenn Sie daheim einen Treppenlift einbauen lassen wollen, sollten Sie sich bei mehreren Anbietern über die Modelle informieren und Kostenvoranschläge einholen.

Treppenlift (Bild: graphbottles / Shutterstock.com)

Wenn die Mobilität im Alter abnimmt und das Treppensteigen zunehmend zur Herausforderung wird, tragen sich viele mit dem Gedanken, die eigene Wohnung bzw. das eigene Haus gegen einen senioren­gerechten Wohnsitz einzutauschen. Viele ­Seniorinnen und Senioren können sich das jedoch nicht leisten. Zudem kann es nachteilige Konsequenzen haben, wenn man aus der gewohnten Umgebung herausgerissen wird. Häufig leiden etwa die sozialen Kontakte darunter oder die Selbstständigkeit wird beeinträchtigt.

Rechtzeitig planen

Um noch längere Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen zu können, lassen sich auch viele einen Treppenlift einbauen. Wenn Sie dies in Erwägung ziehen, sollten Sie nicht zuwarten, bis unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Am besten informieren Sie sich über Grundsätzliches, solange Sie noch mobil sind. Vor allem abzuklären ist, ob ein Treppenlift überhaupt installiert werden kann.

In Mietshäusern und Mehrparteienhäusern kann es aus baupolizeilichen Gründen (Fluchtweg versperrt) untersagt sein. Erkundigen Sie sich daher bei der Hausverwaltung bzw. beim Vermieter, ob einem Einbau etwas entgegensteht. Klären Sie auch, ob eine behördliche Bewilligung notwendig ist bzw. ob der Einbau gemeldet werden muss. Kompetente Anbieter können diesbezüglich Auskunft geben.

Privat zu finanzieren

Die Anschaffung eines Treppenliftes ist grundsätzlich privat zu finanzieren. Unter gewissen Voraussetzungen (Pflegestufe) können allerdings Zuschüsse beantragt werden. Die Höhe der Bezuschussung ist abhängig vom Bundesland, in dem die ­betroffene Person ihren Hauptwohnsitz hat und in dem der Lift eingebaut werden soll.

Je nach Bundesland sind dafür Sozialver­sicherungsträger, Sozialministeriumservice, Bezirkshauptmannschaften bzw. Magis­trate, Behindertenverbände oder Berufs­genossenschaften zuständig. Der Antrag auf finanzielle Unterstützung sollte immer vor dem Einbau erfolgen. Ob eine Person zuschussberechtigt ist und wie hoch der ­individuelle Zuschuss ausfällt, ist jeweils vom Einzelfall abhängig.

Rechtsfragen: Kompetente Firmen helfen

Berater kompetenter Firmen informieren über die rechtlichen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Bundesländern und unterstützen Sie gegebenenfalls bei der Antragstellung. Unter Umständen kann der Einbau eines Treppenliftes als außergewöhnliche Belastung beim Finanzamt berücksichtig werden. 

Sitz-, Plattform- und Hublifte

Maßanfertigung und Servicevertrag

Treppenlifte sind immer individuelle Maßanfertigungen. Preisrelevant sind Faktoren wie Modell, Schienensystem, Ausstattung, Treppenverlauf, Kurvenanzahl, Schienenmeter, mögliche Durchgänge und Türen. Beachten sollten Sie, ob das Preisangebot einen Servicevertrag enthält oder nicht. Bei manchen Anbietern ist dieser nämlich inkludiert. Treppenlifte mit gerader Führungsschiene sind günstiger als solche mit gebogener Schiene und können in der ­Regel schneller geliefert werden.

Bei Sitz­liften mit gerader Führungsschiene ist mit Kosten zwischen 3.000 und 9.000 Euro zu rechnen. In Stiegenhäusern bzw. bei Treppen, die nur mit einem Lift mit gebogener Führungsschiene bewältigt werden können, fallen Kosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro an. Sind Spezialanfertigungen notwendig bzw. erwünscht, kann es jedoch zu erheblich höheren Ausgaben kommen.

Lift mit Sitz

Bei Personen mit geringer Bewegungseinschränkung, die Mühe mit der Bewältigung von Stufen haben, genügt in der Regel ein Lift mit Sitz, der selbst bedient werden kann. Bei einem Stromausfall sorgen Akkus dafür, dass der Lift nicht zur Falle wird und die Fahrt bis zum Ende der Treppe fortgesetzt werden kann. Sitzlifte können auch bei sehr steilen Treppen eingebaut werden. Bei den meisten Modellen ist dazu eine Stiegenbreite von 70 Zentimetern erforderlich.

Die Basismodelle der Hersteller unterscheiden sich hinsichtlich der Abmessungen erheblich. Manche Modelle ragen weit in die Treppe hinein, andere benötigen ­relativ wenig Platz. Teilweise werden die Laufschienen direkt auf die Treppe montiert, bei anderen bleibt zwischen Schiene und ­Treppe ein gewisser Abstand, was bei der Reinigung des Lifts und der Treppe von Vorteil ist.

Bei einigen Anbietern ist, oftmals gegen Aufpreis, auch eine Wandmontage der Schienen möglich. Der Klappmechanismus für Armlehnen, Sitzfläche und Fußraster ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Modellen sind nur wenige Handgriffe zur Bedienung nötig, bei anderen ­bedarf es einer gewissen Beweglichkeit, um den Lift in Bewegung zu setzen.

Plattform- und Hublifte 

Für Rollstuhlfahrer und Menschen mit ­Gehhilfen eignen sich Plattformlifte. Diese können mit dem Rollstuhl bzw. der Gehhilfe benutzt werden. Derartige Lifte können ­allerdings nur bei Treppen eingebaut werden, die dafür genügend Platz bieten. Plattformlifte sind zudem in der Regel deutlich teurer als Sitzlifte.

Im Innenbereich bewegen sich die durchschnittlichen Kosten im Bereich zwischen 9.000 und 25.000 Euro. Müssen nur wenige Stufen überwunden werden und ist der Höhenunterschied nicht größer als drei Meter, sind Hublifte ideal. Diese kommen besonders häufig im Außenbereich zum Einsatz und sind meist kostengünstiger als Plattformlifte. 

Gebrauchte Lifte, Mietlifte, Kostenvoranschläge

Mietlifte

Einige Hersteller bieten auch die Möglichkeit an, Lifte zu mieten. Mietlifte lohnen sich, wenn eine gehbehinderte Person nur kurzfristig im Haushalt lebt oder in absehbarer Zeit der Umzug in eine andere Wohnung geplant ist. In der Regel werden nur Lifte mit gerader Laufschiene vermietet, bei denen keine speziellen Anpassungen notwendig sind.

Bei der Preiskalkulation sind neben der Mietdauer auch Kosten für den Ein- und Ausbau sowie für Wartung und Service (oft in der Miete inkludiert) zu berücksichtigen.

Gebrauchte Lifte

Auch gebrauchte Lifte werden angeboten. Aus Sicherheitsgründen ist darauf zu achten, dass diese vor dem Einbau unbedingt überprüft und generalüberholt werden. In der Regel gibt es hier keine Garantie- und ­Gewährleistungsansprüche. Zudem können bei notwendigen Anpassungsarbeiten des Schienensystems hohe Kosten entstehen.

Kostenvoranschläge einholen

Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen Treppenlift einbauen zu lassen, sollte unbedingt Kostenvoranschläge von unterschiedlichen Anbietern einholen und sich Informationsmaterial zu den angebotenen ­Modellen zuschicken lassen. Individuelle Anpassungen kommen teilweise sehr teuer. Deshalb ist es wichtig, dass im Angebot möglichst alle Anforderungen enthalten sind.

Bei den Kostenvoranschlägen handelt es sich meist um einen Gesamtpreis, der auch die Mon­tage inkludiert. Sinnvoll ist es auch, sich die Modelle vorher anzusehen. Manche Anbieter haben dazu Schauräume eingerichtet. Teilweise ist es sogar möglich, Probe zu ­fahren und damit Bedienungsfreundlichkeit und Komfort eines Modells zu testen.

Wartung, Reparatur, Störfälle

Bedenken Sie auch, dass bei einem Treppenlift eine regelmäßige Wartung notwendig ist. Die Kosten dafür sollten ebenfalls vor dem Kauf abgeklärt werden. Fragen Sie auch nach, wie die Firma bei Störfällen agiert. Sind Servicetechniker rund um die Uhr erreichbar, damit das Problem zeitnah behoben werden kann? Vergessen Sie auch nicht darauf, sich nach den Reparaturkosten samt Anfahrtspauschale zu erkundigen.

Einweisung vor Ort

Bei seriösen Anbietern gehört eine Einweisung in die Handhabung und Bedienung des Liftes vor Ort zum Standardpaket. ­Denken Sie auch daran, sich zu informieren, welche Möglichkeiten es gibt und welche Kosten entstehen, wenn der Lift nicht mehr benötigt wird und abgebaut werden muss.

Checkliste für den Treppenlifteinbau

Treppensituation

  • Wo soll der Lift platziert werden (innen, außen)? 
  • Wie wird der Lift genutzt (privat, öffentlich, gewerblich)? 
  • Einfamilien- oder Mehrparteienhaus? 
  • Treppenform (gerade, Wendeltreppe, L-Form, U-Form)? 
  • Aus welchem Material ist die Treppe? 
  • Wie viele Etagen sollen überwunden werden? 
  • Wie breit ist die Treppe?

Für wen ist der Lift gedacht

  • Welche körperlichen Einschränkungen liegen vor? 
  • Körpergewicht 
  • Welche Bedürfnisse hat die betroffene Person? 
  • Erkrankungen und prognostizierter Erkrankungs­verlauf (Daher möglicherweise gleich andere Liftart?)

Kosten

  • Nutzungsdauer (Kauf, Miete?) 
  • Pflegestufen (Zuschuss möglich?) 
  • Weitere Umbauten notwendig? 
  • Alternativen? 

VKI-Tipps

  • Bedürfnisse abklären: Klären Sie un­bedingt ab, welche Bedürfnisse vorliegen. Komme ich mit einem Sitzlift klar und kann ich den Lift händisch bedienen oder muss alles automatisch erfolgen? Falls möglich, probieren Sie bei einem Anbieter einen Lift aus.
  • Kostenvoranschläge einholen: Holen Sie vor dem Kauf unbedingt Kosten­voranschläge mehrerer Anbieter ein. Beratung und Angebotserstellung sollten ­kostenlos und unverbindlich erfolgen. Prüfen Sie die Angebote und vergleichen Sie die Preise. Erfragen Sie auch die ­Kosten für Einbau, Service und Notfälle.

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