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Röntgen, Schall & Co - Bilder von innen

Um eine Krankheit diagnostizieren zu können, müssen nicht immer alle verfügbaren Gerätschaften eingesetzt werden. Zu viel davon kann auch belastend wirken.

Frau P. staunte nicht schlecht: Als sie sich den Knöchel gebrochen hatte, waren drei Röntgenaufnahmen gemacht worden. Ein Jahr später – da war sie um eine private Krankenzusatzversicherung reicher – wurde der Knöchel zum Zwecke der Nachuntersuchung gleich sechsmal geröntgt. Ob das mit ihrem VIP-Status als Privatversicherte zusammenhing? Bestätigen wollte das vor Ort keiner. Aber internationale Studien legen die Vermutung nahe, dass Privatversicherte besonders oft und ausführlich untersucht werden.

Einfache Diagnose-Verfahren oft ausreichend

Sicher ist es fürs Erste beruhigend, wenn ­alles aufgefahren wird, was der aktuelle Stand der medizinischen Technik und Labordiagnostik hergibt. Oft ist das aber schlicht nicht notwendig, weil sich eine Erkrankung auch ohne den Einsatz von aufwendigen Verfahren zuverlässig feststellen lässt. Ein herkömmliches Röntgen, doppelt so viele Aufnahmen oder eine Computertomografie würden dann keinen weiteren Erkenntnis­gewinn bringen.

Röntgen: So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Bei bestimmten Krank­heiten oder Verlaufskontrollen sind sie unter Umständen nicht einmal zielführend. Vor ­allem bei Röntgenaufnahmen handeln verantwortungsvolle Mediziner aufgrund der damit verbundenen Strahlenbelastung nach der Devise "So wenig wie möglich, so viel wie nötig".

Ultraschall ohne Strahlenbelastung

Eines der heute am häufigsten eingesetzten bildgebenden Diagnoseverfahren ist die Sono­grafie, besser bekannt als Ultraschalluntersuchung (US). Sie ist im Vergleich zu vielen anderen Untersuchungen mittels ­Geräten billig, meist rasch durchführbar, in fast allen Bereichen einsetzbar, strahlungsfrei und ­ohne Nebenwirkungen für den Patienten. Durch die hohe Bildauflösung heutiger US-Geräte können sonografieerfahrene ­Ärzte zuverlässige Diagnosen erstellen. ­Dadurch lassen sich oft weitere Unter­suchungen, wie etwa eine strahlenbelas­tende Computertomografie, vermeiden.

Röntgen für Knochen und Lunge

Allerdings ist der Ultraschall nicht in allen Bereichen das Mittel der Wahl, da er knöcherne und lufthaltige Strukturen nicht durchdringt. Für Untersuchungen der Lunge sowie der Knochen wird daher meist zu ­anderen Methoden gegriffen, etwa zum Röntgen.

Röntgen, Computertomografie

Röntgen: Strahlendosis überschaubar

Dabei durchdringen Röntgenstrahlen das ­Gewebe, das je nach Beschaffenheit unterschiedlich viele Strahlen durchlässt: Dichte Strukturen wie Knochen sind auf dem Röntgenbild weiß, luft- oder gasgefüllte Organe wie Lunge oder Magen erscheinen hingegen schwarz, weil durch die darin enthaltene Luft bzw. das Gas viel Röntgenstrahlung durchdringt. Tumore hingegen sind dichter als gesundes Gewebe, werfen beim Röntgen mehr Strahlung zurück und sind deshalb als heller Schatten sichtbar. Neben Lunge und Skelett hat sich das herkömmliche Röntgen vor ­allem auch bei Brust-(Mammografie) und Gefäßuntersuchungen (Angiografie) bewährt.

Vorteile des klassischen Röntgens: Kosten und Strahlendosis sind überschaubar.

Nachteile: Auf dem herkömmlichen Röntgenbild werden alle Gewebe, die die Strahlen durchdringen, übereinanderliegend und somit ­undeutlicher dargestellt als zum Beispiel bei der Computertomografie (CT), einer Weiterentwicklung des klassischen Röntgens.

Rundum-Röntgenbilder mittels CT

Bei einer CT werden innerhalb kurzer Zeit Röntgenbilder aus verschiedenen Richtungen aufgenommen und mithilfe eines Computers zu einem Gesamtbild der durchstrahlten Körperschicht zusammengesetzt.

Nachteil der Computertomografie: Sie dauert deutlich länger als die herkömmliche Röntgenaufnahme (je nach untersuchtem Bereich zwischen 10 und 30 Minuten), ist weitaus kostspieliger und – vor allem aus Sicht des Patienten – ­problematisch: Die Strahlenbe­lastung ist deutlich höher als beim herkömmlichen Röntgen.

Mit der sogenannten Low-Dose-Technik kann die Röntgendosis bei bestimmten Fragestellungen (zum Beispiel zum Nachweis von Nierensteinen oder ersten winzigen bösartigen Veränderungen in der Lunge) immerhin auf ein Zehntel reduziert werden. Neben der Tatsache, dass es weitaus weniger CT-Geräte als Ultraschall- und Röntgenanlagen gibt, spricht insgesamt die erhöhte Strahlen­belastung dagegen, CTs in großem Stil und "für alle Fälle" einzusetzen.

Magnetresonanztomografie, Endoskopie (Spiegelung)

Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie)

Bei einer Magnetresonanztomografie (auch Kernspintomografie genannt) werden ebenso wie bei der Computertomografie Schnittbilder erstellt. Während allerdings bei der CT Röntgenstrahlen eingesetzt werden, um Dichteunterschiede des Gewebes zu untersuchen, wird bei einer MRT ausgewertet, wie sich das Körpergewebe in einem starken Magnet­feld verhält.

Dazu werden Radio­wellen erzeugt, auf bestimmte Körperbereiche geschickt und die entstehenden Echo­signale gemessen. Ein Computer erstellt daraus Querschnittsbilder der untersuchten Körperregion.

Vorteil der MRT: Sie ist vollkommen strahlungsfrei.

Nachteil: Sie kann bis zu 30 Minuten dauern und ist nichts für Menschen mit Platzangst, weil man es längere Zeit in einer relativ engen Röhre mit lauten Klopf­geräuschen aushalten muss.

Endoskopie: Mit oder ohne Narkose gespiegelt

Aus Sicht des Patienten aufwendiger und ­unangenehmer als eine kurze Ultraschall­untersuchung oder eine Röntgenaufnahme ist die Endoskopie. Auch sie zählt zu den bildgebenden Verfahren, weil durch Nase, Mund, Darm oder kleine, künstlich geschaffene Körperöffnungen eine kleine Kamera ins Innere des Körpers geführt wird und von dort Bilder an einen Computer überträgt. Mediziner können mit dieser Methode das Innere von Hohlorganen betrachten ("spiegeln"), daher wird die Endoskopie oft auch als Spiegelung bezeichnet.

Kleinere Eingriffe während Untersuchung möglich

Im Gegensatz zum Röntgen bietet die Endo­s­kopie den Vorteil, dass bereits während der Untersuchung kleinere "Reparaturen" und Eingriffe möglich sind: An der Spitze des ­Endoskops befinden sich neben der Kamera auch winzige chirurgische Instrumente, die zur Gewebeentnahme, zur Stillung von ­Blutungen oder zur Entfernung von kleinen Gewächsen eingesetzt werden können.

Je nach dem zu untersuchenden Organ wird eine Endoskopie unterschiedlich bezeichnet (siehe Kapitel "Spiegelung von Hohlorganen"). Unterschiedlich ist auch der Ablauf der endoskopischen Untersuchungen: ­Manche, wie etwa Gelenks- oder Bauch­spiegelungen, erfolgen unter Teil- oder Voll­narkose, andere sind je nach Schmerz­empfindlichkeit des Patienten auch unter örtlicher Betäubung möglich.

Strahlenbelastung

Die größte natürliche Radioaktivität findet sich in der mit zunehmender Höhe stärkeren kosmischen Strahlung und im Radon, das aus der Erde ausgast.

Hinsichtlich der Ge­fahren durch Radioaktivität gibt es keine "untere Grenze", da schon eine einzige ­Zelle, die durch radioaktive Strahlen geschädigt wurde, zu Krebs führen kann. Andererseits können dank radiologischer Unter­suchungen Krankheiten rechtzeitig diag­nostiziert und geheilt werden. Embryos sind besonders strahlenempfindlich, deshalb sollten Schwangere nicht geröntgt werden.

Beispiele für Strahlenbelastung

(1 mSv = 1/1000 Sievert bzw. 1 Millisievert)

Klassisches Röntgen pro Aufnahme:

  • Schädel: ca. 0,07 mSv
  • Brustraum (Thorax-Röntgen): ca. 0,1 mSv
  • Mammografie: ca. 0,5 mSv
  • Bauch (Abdomen-Röntgen): ca. 1 mSv
  • Knochendichtemessung (DEXA): ca. 0,001 mSv
  • Zahnröntgen: ca. 0,0005 mSv pro Zahn

Computertomografie pro Untersuchung:

  • Kopf: ca. 2 mSv
  • Bauch (Abdomen-CT): ca. 10 mSv
  • Brustraum (Thorax-CT): ca. 8 mSv

Natürliche Strahlenbelastung in Österreich: ca. 4 mSv pro Jahr

Kosmische Strahlenbelastung auf einem Flug nach New York und zurück: 0,1 mSv

Quellen: www.radiologen.at, Österreichische Röntgengesellschaft, www.onmeda.de, Bundesamt für Strahlenschutz/Hamburger Abendblatt

Spiegelung von Hohlorganen

Endoskopische Verfahren heißen je nach untersuchtem Organ unterschiedlich und sind jeweils an der Wortendung "-skopie" erkennbar:

  • Anoskopie: Untersuchung des Darms direkt hinter dem Afterausgang
  •  Arthroskopie: Untersuchung des Gelenkinneren
  • Bronchoskopie: Untersuchung der Bronchien und Lungen
  • Duodenoskopie: Untersuchung des Zwölffingerdarms
  •  Enteroskopie: Untersuchung des Magen-Darm-Kanals
  •  Gastroskopie: Untersuchung des Magens
  •  Kolo(no)skopie: Untersuchung des Dickdarms
  •  Laparoskopie: Untersuchung der Bauchhöhle
  •  Proktoskopie: Untersuchung des Darms vom After ausgehend
  •  Rektoskopie: Untersuchung des Mastdarms
  •  Zystoskopie: Untersuchung der Blase

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Aus dem Inhalt

  • Blut- und Harnbefund
  • Was Laborwerte aussagen
  • Röntgen, CT und MRT
  • Fachbegriffe für Laien übersetzt

2. aktualisierte Auflage, 184 Seiten, 19,90 € + Versand

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