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Reisemedizinische Beratung - Zielgenau gespart

  • Vor Fernreisen nur so viel impfen wie nötig
  • Ratschläge weitgehend in Ordnung
  • Manche empfohlenen Impfungen sind überflüssig

Wenn einer eine Reise tut...

Jährlich buchen rund 430.000 Österreicher Fernreisen. Wer dabei kein Risiko eingehen will, informiert sich in einem reisemedizinischen Zentrum. Solche Zentren suchten unsere Tester im Herbst 2004 auf. Weil es auf die Art ankommt, wie man reist, sowie auf Reisedauer, Alter, Gesundheit und Fitness, muss die Beratung individuell abgestimmt werden. Deshalb wurden für den Test zwei Szenarien entwickelt.

Einmal gemütlich

Das erste: Eine Mutter will mit ihrer fünfjährigen Tochter zwei Wochen auf der thailändischen Insel Koh Samui verbringen. Es soll ein Cluburlaub werden, mit Schwimmen im Meer und ein paar Tagesausflügen. Die Mutter ist ängstlich, weil sie noch nie in den Tropen war, und sorgt sich um die Tochter wegen möglicher Impfnebenwirkungen, obwohl das Kind durchgeimpft ist und nie Probleme hatte. Also ein risikoarmer Plan. (Der Test wurde allerdings vor der Flutkatastrophe durchgeführt.)

Einmal Adventure

Das zweite Szenario setzt auf Abenteuer: Zwei Freunde möchten die Zeit zwischen Studium und Job für eine lange Reise nützen und durch Mozambique, Zimbabwe, Tansania, Uganda und Kenia trampen. Geplant ist, vier Monate mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen und in einfachen Herbergen zu nächtigen. Aus Kostengründen möchten sie nur die nötigsten Impfungen. Ein Unterfangen mit hohen Risiken.

Impfempfehlung vom Experten

Die Reiselustigen holten erst telefonische Auskünfte ein und besuchten dann das Institut, wo sie Beratung und Impfempfehlungen bekamen. Bewertet wurden die einzelnen Leistungen – ob die Vorinformation am Telefon und die Beratung in der Praxis eingehend, die Impfempfehlung angemessen ist und ob Auskunft über die Kosten gegeben wird. Prof. Dr. Hannes Pichler (siehe dazu: Inhaltsvereichnis- Interview "Die Beratung muss konkret auf die Person zugeschnitten sein".) legte die Impfempfehlungen und die Beurteilungskriterien fest. (siehe dazu: Inhaltsverzeichnis. "So haben wir getestet")

Risikoerhebung wichtig

Impfberatung sollte dem Grundsatz folgen „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Sie muss individuell auf Reisezeit, Reisedauer, Reiseart, Impfstatus und persönliches Schutzbedürfnis eingehen: Manche Impfung ist empfehlenswert, weil die Krankheit unangenehm ist, manche ein Luxus, weil sie – wie etwa die Choleraimpfung – nur mäßig schützt oder weil in der Reisezeit keine Ansteckungsgefahr besteht. Einige Impfungen sind für alle Reisenden Pflicht, andere nur für Rucksackreisende absolut notwendig. Ein Beispiel ist die Tollwut: Die Krankheit wird durch streunende Hunde und Wildtiere übertragen und verläuft – ist sie einmal ausgebrochen – tödlich. Sollte es zu einem Tierkontakt kommen, ist der Zeitdruck geringer und die Nachimpfung leichter, wenn man  geimpft war. Daher ist diese Impfung für Reisende wichtig, die in Regionen mit mangelhafter medizinischer Versorgung unterwegs sind. Für nicht Geimpfte der beste Schutz: Hände weg von streunenden Hunden und Katzen oder zutraulichen Affen!

Beratung: sehr gut bis mittelmäßig

Reisende sollten über Infektionsrisiken, Krankheitsverlauf und medizinische Versorgung im Zielland informiert sein und wissen, welche Vor- oder Nachteile eine Impfung hat. Reisemedizinische Beratung ist jedoch mehr. Sie sollte auf die wichtigen Grundsätze der Ernährung hinweisen: „cook it, peel it or leave it“ – also Speisen und Getränke abkochen, nur schälbares Obst roh essen oder ganz auf Obst und Eis sowie Eiswürfel verzichten. Neben Schutzmaßnahmen vor sexuell übertragbaren Krankheiten sollte über Sonnenschutz, Insektenschutz, Zusammenstellung der Reiseapotheke und Selbstbehandlung bei Durchfällen informiert werden. Alle getesteten Zentren haben sehr gute oder gute Impfempfehlungen abgegeben. Einzig die Impfstelle der MA Klagenfurt war mit der Beratung der Rucksackreisenden überfordert und hat nur die Note durchschnittlich verdient. Die weitergehende medizinische Beratung war unterschiedlich – und ließ in manchen Zentren zu wünschen übrig: Meist wurde auf die Impfnebenwirkungen nicht eingegangen. Einzig Traveldoc und Travelmedcenter haben diese ausführlich besprochen. In nur vier Zentren wurde mit den jungen Männern das Thema HIV und Ansteckung eingehend erörtert.

Spezialfall Malaria

Die Erreger der Malaria, die von der Anophelesmücke übertragen werden, sind in manchen Regionen gegen bestimmte Medikamente resistent. Deshalb muss das Malariamittel entsprechend dem Reiseziel und der Reisedauer ausgesucht werden. Je nach Risiko kann es nötig  sein, es vor Reiseantritt und bis vier Wochen nach der Reise einzunehmen (so genannte Malaria-Prophylaxe). Mitunter genügt es, wenn man es für den Notfall im Reisegepäck hat (Malaria-Notfallmedikation). Die wichtigste Maßnahme gegen Malaria ist nach wie vor die Vorbeugung. Also bedeckende Schutzkleidung in der Dämmerung, wenn die Mücken am liebsten stechen, Repellents und ein  Moskitonetz.

Malariaberatung - Verbesserungswürdig

Zwar haben alle Zentren den Rucksackreisenden eine laut unserem Experten für diesen Fall unabdingbare Malaria-Prophylaxe empfohlen, jedoch haben zwei Institute – in Innsbruck und Klagenfurt – im Gespräch eher für eine Notfallmedikation plädiert. In Innsbruck bekamen die Tester sogar den Rat, die Malariamedikation am besten in Afrika zu beziehen. Das ist strikt abzulehnen, weil da die Qualität der Medikamente nicht gewährleistet werden kann. In Graz hat man eine Vorbeugung empfohlen, konnte jedoch den Reisenden kein konkretes Medikament nennen. Ihnen wurde nahe gelegt, telefonisch im Wiener Tropeninstitut nachzufragen.

Wenig Risiko – zu viel empfohlen

Ein gutes Zentrum zeichnet sich durch eingehende Beratung, korrekte Impfempfehlungen und keine Überempfehlung aus. Die „reinen“ Beratungshonorare waren in unserem Test sehr unterschiedlich. In manchen Zentren wurde für die Beratung nichts verrechnet, in einigen kostete sie zwischen 11 und 19 Euro (Zentrum für Reisemedizin, Institut für Reise- und Tropenmedizin, Gemeinschaftspraxis für Reisemedizin, Zentrum für Reisemedizin im Ärztehaus), bei Traveldoc wurden 26 Euro verrechnet und im Travelmedcenter 78 Euro – hier war jedoch die Beratungsdauer mit 50 bis 90 Minuten ebenfalls top.

Beratung darf etwas kosten

Eine separate Honorierung der Beratung scheint davor zu schützen, dass der Aufwand des Zentrums durch eine Überempfehlung wettgemacht wird. Als Überempfehlung definierten wir jene Impfungen, die laut Expertenurteil für unsere Reiseszenarien und wegen des bestehenden Impfschutzes nicht nötig sind. Diese Empfehlungen wurden mit den Preisen verglichen, die das jeweilige Zentrum für die notwendigen Einzelimpfungen verlangt. 

Preisspannen bei sinnvollen Impfungen

Die Impfungen, die unser Experte für die Cluburlauber empfohlen hat, kosteten zwischen 147 (Magistrat Klagenfurt) und 219 Euro (Zentrum für Reisemedizin). Für die Rucksacktouristen betrugen die Kosten zwischen 259 (Praxis für Reisemedizin) und 382,60 Euro (Institut für Reise- und Tropenmedizin).

Zuviel bezahlt - bei geringem Risiko

Die häufigsten Fälle von Überempfehlung gab es bei den Cluburlaubern. Hier betrugen die Impfkosten zwischen 157,20 und 532 Euro – bei einer Überempfehlung von 0 bis 325 Euro. Diese kam durch die Empfehlung der Tollwutimpfung (3 Mal zirka 70 Euro) sowie durch die hier unnötige Auffrischung der Tetanus- oder eine nicht angebrachte Japan-B-Impfung zu Stande. Die höchste Überzahlung für Hotelreisende mit 325,70 Euro verlangte das Institut für Reise- und Tropenmedizin in Wien, das nur mit „durchschnittlich“ bewertet wurde, und mit 322 Euro die Gemeinschaftspraxis für Reisemedizin in Innsbruck, die mit „gut“ abschnitt. Den korrektesten Preis (keine Überempfehlung) bei sehr guter Beratung bot Traveldoc (176 Euro), gefolgt vom Zentrum für Reisemedizin im Ärztehaus bei guter Beratung (177 Euro). Den Bestpreis bot die MA 15 in Wien mit 157,20 Euro (bei Überempfehlung von 6,10 Euro).

Zuviel bezahlt - bei hohem Risiko

Die Überempfehlungen für die Rucksackreisenden lagen meist bei rund 100 bis 150 Euro. Oft wurde eine Meningokokken-Impfung (2 Mal rund 35 Euro) angeraten, die für dieses Reiseszenario nicht notwendig ist, weil die Reiseroute gezielt südlich des Meningokokken-Verbreitungsgebietes festgelegt wurde. Oder es wurde trotz bestehendem Impfschutz unserer Testperson eine Hepatitis-A-Impfung empfohlen. Die teuerste Überempfehlung kam mit 249 Euro von der Praxis für Reisemedizin, Salzburg.

Seriöse Beratung zahlt sich aus

Das Zentrum in Klagenfurt wies zwar nur eine Überempfehlung von rund 44 Euro auf. Allerdings wurde entgegen der Expertenmeinung die Tollwutimpfung nicht empfohlen, die mit 210 Euro zu Buche schlägt. Bei den Rucksackreisenden zeichnete sich Traveldoc mit 327 Euro durch Bestpreis und keine Überberatung aus. Gute Beratung und günstiger Preis müssen einander also keineswegs ausschließen!

Low Risk/High Risk

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Impfen beim praktischen Arzt

Wer glaubt, bei seinem Hausarzt billiger zu fahren, irrt für gewöhnlich. Sehr viele Allgemeinmediziner verwenden allgemeine Länder-Impftabellen, zum Beispiel www.impf.at. Hält man sich an deren Impfempfehlung für Thailand, käme es ebenfalls zu einer Überempfehlung von rund 252 Euro (437 statt 185 Euro).

Auch bei den Empfehlungen für unser Rucksack-Szenario ergab sich eine Überempfehlung von etwa 155 Euro. Fundierte Beratung in einem Impfzentrum kann also Geld sparen.

"Die Beratung muss konkret auf die Person zugeschnitten sein."

Interview mit Univ.Prof. Dr. Hannes Pichler

 

Univ.Prof. Dr. Hannes Pichler

Sind Fernreisende ausreichend vorinformiert?

Das ist extrem unterschiedlich: Manche Reisewillige schießen über das Ziel hinaus und studieren im Internet alle Krankheiten und Impfungen im Detail durch; anderen fehlt jegliche Information.

Reicht ein Telefonat für die Beratung?

Nein, keinesfalls. Die Beratung sollte möglichst durch einen Spezialisten in einem reisemedizinischen Zentrum erfolgen, der den Fernreisenden auch persönlich zu Gesicht bekommt. Alles andere ist Leichtsinn. Die Information bezieht sich immer nur auf eine konkrete Person und muss auch Beratung für das richtige Verhalten umfassen.

Die Frage nach „billigen“ Impfstoffen bewegt viele Reisende. Die Kosten für die Impfungen entsprachen bei den getesteten Zentren allerdings den Preisen in der Apotheke…

Es kommt vor, dass Reisewillige einen Spezialisten anrufen und sich über Impfungen informieren, aber dann den Impfstoff bei einer vermeintlich billigen Quelle in einer Apotheke besorgen und ihn sich auch noch von einem befreundeten Arzt spritzen lassen – das ist der Gesundheit nicht förderlich.

Die sparsamste und beste Variante ist, alle wichtigen Unterlagen über die Reise sowie den Impfpass und Informationen über chronische Erkrankungen mitzuführen und sich vom Experten beraten zu lassen: Dann werden die nötigen – und nur die nötigen – Impfungen verabreicht und auch die persönlich wichtigen Fragen besprochen. Leider haben vier von zehn Fernreisenden, die zur Beratung kommen, keine Unterlagen und keinen Impfpass mit. 

Wie können sich Reisende gegen Über- oder Unterempfehlung absichern?

Man sollte sich gründlich vorinformieren, ein reisemedizinisches Zentrum des Vertrauens auswählen und dem Experten genaue Information über Reiseziel und die geplanten Reiseaktivitäten geben. Als Gerüst zur Vorinformation eignen sich die Internetadresse www.impf.at und der „Reiseführer für die ganze Welt“, der vom österreichischen Impfkomitee und mit Unterstützung eines großen Impfstoffherstellers herausgegeben wird.  

Univ.-Prof. Dr. Hannes Pichler: Primarius der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien (Dezember 2004 emeritiert) und Internist mit Zusatzfach Tropenmedizin in Wien 13.

Gesamturteil/Anbieteradressen

Konsument Gesamturteil SEHR GUT:

Traveldoc, Reisemedizinisches Zentrum (89 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Univ. Doz. Dr. Ursula Hollenstein
Favoritenstrasse 32
1040 Wien
(01) 505 64 46
Di-Do 14:00-20:00; Fr,Sa 10:00-16:00
office@traveldoc.at
www.traveldoc.at

Travelmedcenter Leonding (81 Punkte)
Ärztlicher Leiter: DDr. Martin Haditsch
Hochstrasse 6a
4060 Leonding
(0732) 67 05 80
Di,Do 17:00-19:00
leonding@travelmed.at
www.travelmed.at

Konsument Gesamturteil GUT:

Gemeinschaftspraxis für Reisemedizin (78 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Univ. Doz. Dr. Johannes Möst
Franz-Fischer-Strasse 7b
6020 Innsbruck
(0512) 56 78 78
Mo-Do17:30-19:30; Di,Do 8:00-10:00; Fr 12:30-14:30
www.reise-medizin.com

Zentrum für Reisemedizin im Ärztehaus (72 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Dr. Gerald Eder
Julius Raab-Promenade 7
3100 St. Pölten
(02742) 328 29
Mo-Fr 16:30-20:00
eder@billrothhaus.at
www.dr-eder.com

MA 15 Impfstelle für Auslandsreisende (69 Punkte)
Zelinkagasse 9
1010 Wien
(01) 531 14-87621
Mo-Fr 8:00-12:30, Do 15:00-17:00
www.wien.gv.at/ma15/impfst.htm

Praxis für Reisemedizin (68 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Dr. Christian Gruber
Goldgasse 19/ Residenzplatz 5
5020 Salzburg
(0662)84 77 60
Mo + Mi 7:00-11:00; Di + Fr 16:00-19:00
medint@aon.at

Zentrum für Reisemedizin (64 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Univ. Prof. Dr. Herwig Kollaritsch
Zimmermanngasse 1a
1090 Wien
(01) 403 83 43
Mo-Fr 13:00-16:00; Mo, Mi 17:00-18:30; Di,Mi,Fr 8:30-9:30
anfrage@reisemed.at
www.reisemed.at

Konsument Gesamturteil DURCHSCHNITTLICH:

Institut für Reise- und Tropenmedizin (56 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Univ. Prof. Dr.  Heinrich Stemberger
Lenaugasse 19
1080 Wien
(01) 402 68 61-0
Mo-Fr 8:30-11:30; 16:00-19:00; Sa 9:00-12:00
tropenmedizin@utanet.at
www.tropeninstitut.at

Impfzentrum Nord (55 Punkte)
Ärztlicher Leiter: Univ. Prof. Dr. Franz Ambrosch
Kratochwjlestraße 12/1
1220 Wien
(01) 263 52 00
Mi 8:00-9:30; Mo-Fr 17:00-18:30
f.ambrosch@impfzentrum.at

MA, Reisemedizinische Beratungsstelle (51 Punkte)
Bahnhofstrasse 35
9020 Klagenfurt
(0463) 537-4880
Mo-Fr 10:00-12:00;Di 14:00-17:00

Institut für Hygiene (48 Punkte)
Universitätsplatz 4
8010 Graz
(0316) 380-4360
Ambulanz Mo-Fr 8:00-11:00

Kompetent mit Konsument

  • Maßgenau . Empfehlungen in Broschüren oder Internet gehen oft zu weit. Die Beratung im Impfzentrum sollte auf das individuelle Risiko abgestimmt sein und nur tatsächlich nötige Impfungen empfehlen.
  • Rechtzeitig hingehen . Sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt. Telefonische Beratung alleine reicht nicht. Unterlagen über die genaue Reiseroute und vorhandene Impfungen mitnehmen.
  • Beratungsgespräch planen . Weisen Sie auf chronische Erkrankungen und Medikamente hin, die Sie nehmen, ebenso auf Allergieneigung und Schwangerschaft. Fragen Sie nach dem tatsächlichen Infektionsrisiko, möglichen Folgen der Erkrankung und Wirkungsgrad einer Impfung.
  • Schriftliche Unterlagen . Lassen Sie sich einen Impfplan sowie die Kosten schriftlich aushändigen. Ersuchen Sie um Ausstellung eines internationalen Impfpasses. Dieses Dokument lebenslang aufbewahren.
  • Vorsicht auf der Reise . Schutz vor UV-Strahlung, Stechmücken und sexuell übertragbaren Krankheiten. Obst und Gemüse schälen oder nicht roh essen. Eis und offene Getränke ablehnen. Wasser abkochen. Hände weg von Hunden, Katzen oder zutraulichen Affen.

So haben wir getestet

Im Internet haben wir nach reisemedizinischen Zentren in Österreich gesucht. 11 Zentren wurden ausgewählt, wobei 5 in Wien und 6 in den Bundesländern ausgesucht wurden. Wenn möglich, wurden private Einrichtungen den öffentlichen Einrichtungen vorgezogen, da davon ausgegangen werden kann, dass private Einrichtungen einen höheren Werbeeinsatz zeigen und somit für Konsumenten vorrangig sind. Welche Zentren ausgewählt wurden, haben wir unserem Experten bis zur Publikation nicht bekannt gegeben.

Das Risiko macht den Unterschied

Es wurden 2 Reiseszenarien (Low Risk, High Risk) entwickelt. Dabei wurde sowohl die Reisedauer, Reisezeit, Reiseart und besondere Bedürfnisse der Testpersonen sowie der bestehende Impfschutz exakt definiert. Jedes Institut wurde von beiden Testpersonen besucht. Testperson A (Low-Risk) suchte als junge Mutter mit Kind Beratung für einen zweiwöchigen Cluburlaub mit organisierten Tagesausflügen auf der Insel Koh Samui in Thailand. Testperson B, ein junger Mann, plante zusammen mit einem Freund eine Rucksacktour für 4 Monate durch Mozambique, Zimbabwe, Tansania, Uganda und Kenia mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Übernachtungen in einfachen Herbergen (High-Risk).

Beurteilung durch die Tester

Die Testpersonen haben gleich nach dem Besuch der Zentren ihre Eindrücke auf den für diesen Test entwickelten Fragebögen eingetragen. Die Tester beurteilten die telefonischen Auskünfte, Eindruck des Wartebereichs, aufliegende Broschüren sowie Vorerhebung des Arztes über die Reise  sowie die die Verständlichkeit der ärztlichen Informationen für Laien. Ebenso wurden die empfohlenen Impfungen und die Impfpreise vermerkt.

Experte wusste nicht, wen er beurteilt 

Nach der Erhebung wurden dem Experten die Reiseszenarien vorgelegt, aufgrund derer er eine Impfempfehlung unter Berücksichtigung des vorab definierten Impfschutzes erstellte. Der Experte wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, welche Impfungen in den getesteten Zentren empfohlen wurde: Für Testperson A hat der uns unterstützende Experte folgende Impfungen als nötig erachtet: Hepatitis A und B (bzw. Kombinationsimpfstoff A+B), Typhus und Polio.

Für unsere Rucksacktouristen hat der Experte Impfungen gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Gelbfieber empfohlen. Vom Experten wurde ein "Notenschlüssel" erstellt:  Wurde zum Beispiel der Thailandreisenden eine Japan-B-Encephalitis-Impfung nicht empfohlen, entsprach dies der Schulnote 1, wurde sie empfohlen, entsprach dies der Schulnote 3. Wurde Tetanus nicht empfohlen, entsprach dies Note 1 (Im Testszenarion war definiert worden, dass ein Impfschutz besteht). Wurde diese Impfung dennoch empfohlen entsprach dies Note 5.

Als Grundlage dieser Benotung zugen wir die geltenden Richtlinien der WHO bzw. des CDC (Center of Disease Control: US Behörde) heran. Wir haben den Notenschlüssel in Folge ohne Einflussnahme des Experten auf die Testerhebungen angewendet.

Zuviel bezahlt

Die Kosten der vom Institut empfohlenen Impfungen wurden den Kosten des vom VKI-Experten empfohlenen Impfprogramms gegenübergestellt. Als Überempfehlung wurden jene Impfungen betrachtet, die laut Expertenurteil nicht unbedingt für unsere Reiseszenarien notwendig wären. Dabei wurden immer jene Impfpreise zur Berechnung herangezogen, die und vom jeweiligen Reisemedizinischem Zentrum genannt wurden.

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