DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Personenwaagen - Beim Fett daneben

Ein Großteil der getesteten Waagen bestimmt das Gewicht treffsicher. Bei der Messung des Körperfettanteils liefern einfache Körperanalysewaagen aber stark schwankende Ergebnisse.

Folgende Personenwaagen finden Sie in der Testtabelle:  

  • ADE: Tilda, Clinica, Tabea
  • Beurer: BG 13, GS 39, BG 21, MS 50
  • Exacta: Deluxe
  • Grundig: PS 5110
  • Koronoa: Dolores
  • Medisana: ISA
  • Sanitas: SBG 21
  • Seca: supra 719
  • Soehnle: Certified Classic XL, Body control contour F3, Comfort Senso

Getestet wurden u.a. folgende Kriterien: Messgenauigkeit, Handhabung, Kippsicherheit, Rutschfestigkeit sowie eine Dauerprüfung.


Sie stehen in den meisten Badezimmern – ­digitale und mechanische Personenwaagen. Denn das Gewicht ist ein wesentlicher Faktor für die Gesundheit. Bereits 2001 haben wir Waagen und Körperfettmessgeräte getestet. Während alle Waagen das Gewicht genau ­anzeigten, stimmte damals ein Großteil der Körperfettanalysen nur tendenziell.

15 Waagen im Test

Im aktuellen Test hat unsere Schwesterorganisation Stiftung Warentest 15 Personenwaagen ­geprüft. 8 Produkte versprechen, den Körperfettanteil zu ermitteln. In der Tendenz hat sich wenig geändert. Das Gewicht zeigen fast alle treffsicher. Unzuverlässig sind sie beim Messen des Anteils von Fett.

Gut beim Gewicht

Die getesteten Personenwaagen, darunter 13 elektronische inklusive einer Baugleichheit und 3 mechanische Produkte, kosten zwischen 30 und 130 Euro. Die meisten Digitalen bestimmen das Gewicht auf 100 Gramm ­genau. Zwei gute Waagen messen sehr ­genau: ADE Tilda, die Testsiegerin, und Medisana ISA. Nostalgiker, die eine mechanische Waage ­suchen, sind mit der Zweitplatzierten im Test, der ADE Clinica, gut beraten.

Gehörige Abweichungen beim Körperfett

Acht Waagen ermöglichen zusätzlich eine Körperanalyse/-fettmessung. Hier schwächeln die Geräte: Alle weichen von den Ergebnissen eines medizinischen Analysesystems ab; im Schnitt 14 bis 23 Prozent. In diesem Prüfpunkt kam kein Gerät über ein "weniger zufriedenstellend" hinaus. Den medizinischen Messwerten des Referenzgerätes am nächsten kamen ADE Tabea und Korona Dolores. Doch auch sie lagen oft daneben.


Lesen Sie außerdem weitere Artikel rund um dieses Thema: Test: Diäten 2014, Test: Diäten 2012Test: Adipositasberatung in Wien 2012Test: Diäten 2011, Körperfett-Messgeräte 2001

 

Körperfettmessung ungeeignet

Die Methode der Körperfettmessung

"Körperfettmessungen sollen stets unter konstanten Bedingungen stattfinden, etwa immer zur gleichen Tageszeit und nicht ­unmittelbar nach körperlicher Bewegung und Anstrengung", fasst Univ.Prof. Dr. ­Rudolf Schoberberger vom Institut für Sozialmedizin, Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien, zusammen, was beim Messen des Körperfettanteils grundsätzlich zu berücksichtigen ist.

Und so läuft die Messung ab: Zuerst sind Größe, Alter, Geschlecht und oft der Fitness­grad einzugeben. Dann stellt sich der Nutzer mit bloßen Füßen auf die Waage. Die Fuß­sohlen berühren die Metallelektroden; ein schwacher, nicht spürbarer Strom fließt durch die Beine. Die Methode der Körperanalyse nutzt den ­Effekt, dass Wasser Strom leitet. Fettgewebe enthält deutlich weniger Wasser als Muskeln, es leitet den Messstrom schlechter. Die Waage misst die Leitfähigkeit durch den ­Körper und verrechnet das Ergebnis mit ­Erfahrungswerten für den Stromwiderstand je nach Größe, Alter und Geschlecht.

Körperfettmessung: Bauchbereich nicht erfasst

Anders als medizinische Messgeräte haben Modelle für zu Hause nur Fußelektroden. Der Strom sucht sich einen kurzen Weg. Die Messung berücksichtigt die untere Körperhälfte: Füße und Beine, bis zum Bauchnabel. Beim medizinischen Analysegerät hingegen werden Elektroden an Händen und Füßen angelegt. Der Messstrom durchfließt den ganzen ­Körper und erfasst den Fettanteil genauer.

"Niemand sollte sich von Körperfettwaagen verunsichern lassen. Wichtiger ist, wo das Fett sitzt", sagt Dr. Joachim Latsch von der Deutschen Sporthochschule Köln über den Einsatz dieser Messmethode. Ein gewisser Fettanteil ist laut dem Präventionsmediziner wichtig, sofern hauptsächlich im Unterhautfettgewebe lokalisiert. "Für Normalgewichtige und leicht Übergewichtige sehe ich ­keinen Bedarf, ständig den Körperfettanteil zu ermitteln", erklärt Latsch.

Fehlerquellen und Extras

Keine Körperanalyse bei Exacta und Soehnle

Soehnle Body control contour und Exacta Deluxe sind mit Metallstreifen auf der Trittfläche ausgestattet und erwecken den Eindruck, Körperfett zu messen. Sie ermitteln jedoch nur das Gewicht. Mit Angaben für Alter, Geschlecht und Größe berechnen sie einen statistischen Wert auf Grundlage des Body-Mass-Index. Dieser errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Metern hoch zwei. Die beiden Waagen führen Abnehmwillige an der Nase herum: Wer bei gleichbleibendem Gewicht Fett in Muskeln umwandelt, bekommt den gleichen Fettanteil angezeigt.

Einige Waagen bieten Extras

Vier der Testgeräte bieten Sonderfunktionen: Die Beurer GS 39 sagt das Gewicht in mehreren Sprachen an. ADE Tilda und Soehnle Comfort Senso verfügen über abnehmbare Displays. Die Seca supra 719 hat die ­Gewichtsanzeige auf einer Säule. Das Gerät wackelt jedoch leicht.

Fehlerquelle Teppich

Digitale Waagen müssen auf einem ebenen, harten Untergrund stehen. Darauf verweisen alle Gebrauchsanleitungen. Grund: Sie ­arbeiten mit Wägezellen. Die Chips befinden sich in den Gerätefüßen. Auf flauschigen Teppichböden steht die Waage nicht nur auf den Füßen, sondern sie liegt mit der gesamten Unterseite auf und zeigt einen deutlich zu niedrigen Wert.

Mechanische Waagen übertragen das ­Gewicht auf eine gefederte Metallplatte an ihrer Rückseite. Eine Metallstange leitet die Bewegung der Platte zur Gewichtsskala. Der Untergrund spielt keine Rolle. Die mechanische ADE Clinica gehört zu den besten im Test. Sie punktet bei Kippsicherheit und Handhabung. Den letzten Platz nimmt die mechanische Beurer MS 50 ein. Sie wog bis zu 2 Kilogramm daneben und beim ruck­artigen Absteigen verkeilte sich die Wäge­mechanik.

Testtabelle: Personenwaagen

Körperfettanalyse mittels Profigerät

Wer den Körperfettanteil genau messen will, sucht ein medizinisches Institut auf, z.B.:

  • Österreichisches Institut für Sportmedizin (ÖISM), in Wien, www.sportmedizin.or.at
  • avomed – Arbeitskreis für Vorsorgemedizin und Gesundheitsförderung in Tirol, Innsbruck, www.avomed.at

Zusammenfassung

  • Testsieger. Die Tilda von ADE (30 Euro) hat die Nase vorn. Sie bestimmt das Gewicht sehr genau, bietet aber keine Körperfettanalyse.
  • Beste mechanische Waage. Wiegen wie anno dazumal ermöglicht die ADE Clinica um 100 Euro. Dafür gibt es keine Folgekosten für Ersatzbatterien.
  • Nicht für den Hausgebrauch. Die Modelle mit Körperfettanalyse zeigten teils ordentliche Messfehler. Solange sie nur Fußelektroden und wenig zuverlässige Umrechnungs­formeln nutzen, eignen sich einfache Körperanalysewaagen nur zum Wiegen.
  • Verboten. Die Körperfettanalyse ist ungeeignet für Schwangere und Träger von Herzschrittmachern.

Testkriterien

Im Test

Die Stiftung Warentest testete Personenwaagen: 16 Personenwaagen, davon 13 elektronische inklusive einer Baugleichheit und 3 mechanische Produkte. 8 Produkte mit Körperfettanalyse.

Abwertungen

Bei „weniger zufriedenstellender“ Kippsicherheit wurde das Testurteil um eine Note abgewertet. Bei der Note „nicht zufriedenstellend“ in der Dauerprüfung konnte das Qualitätsurteil nicht besser sein.

Messgenauigkeit: 50 %

Vier Maßgewichte (20 bis 140 kg, bei geringerer Tragkraft 130 kg) wurden je fünfmal ausgewogen.
Unter Gewicht bewertete die Stiftung Warentest die Abweichungen der Anzeige zum Maßgewicht. Ferner wurde die Messgenauigkeit für alle vier Gewichtsstufen mit 100 Gramm Zusatzgewicht ermittelt. Abweichungen beim Wiegen auf geneigter Fläche wurden bewertet. Dafür stand die Waage an einer Seite und an der Vorderkante jeweils um 2 und 5 mm höher.

Die Körperfettanalyse wurde mit 16 Männern und 16 Frauen überprüft. Gewicht und Größe wurden ermittelt sowie Alter und Körperstatus erfasst.12 Nutzer waren übergewichtig (Body-Mass-Index > 25), die sportlichen Aktivitäten variierten von täglich bis gar nicht. Als Referenz diente ein medizinisches Analysesystem für den Körperfettgehalt (Bioimpedanzanalyse, gemessen von Hand zu Fuß). Die Vergleichsmessung führte ein erfahrener Sportmediziner durch. Anschließend wurde jede Person auf jeder Waage dreimal analysiert – rotierend, in voneinander unabhängigen Messungen. Die Tester ermittelten die Abweichungen zum Referenzwert und werteten die Daten statistisch und normiert auf den Referenzwert aus.

Handhabung: 30 %

Die Gebrauchsanleitung beurteilte ein Experte in Anlehnung an DIN EN 62079. Er achtete auch auf Details wie zum Beispiel Einschränkungen für bestimmte Nutzer, Sicherheitshinweise, den Untergrund zum Aufstellen. Drei Männer und zwei Frauen, die an der Körperfettanalyse teilgenommen hatten, beurteilten das Inbetriebnehmen und Nutzen der Waagen. Dazu gehörten: Aufstellen, Einsetzen der Batterien, Eingabe persönlicher Daten, Einschalten, Auswahl der Speicherplätze, Betreten und Reinigen der Wiegefläche.
Sie beurteilten das Ablesen der Anzeige und berücksichtigten die Schriftgröße, den Kontrast sowie die Dauer der Anzeige.

Kippsicherheit: 10 %

Zwei Experten (80 bis 90 kg schwer) ermittelten, wie sehr die Waage zum Kippen neigt. Sie bewerteten die Standfestigkeit beim Aufsteigen mit einem Fuß parallel am seitlichen Rand der Waage, das Betreten der vorderen Hälfte der Wiegefläche und das Treten auf den Rand aus der Standmitte heraus.

Rutschfestigkeit: 5 %

Die Experten maßen und bewerteten den Kraftaufwand zum Verschieben der Waage auf Fliesen und Laminat. Außerdem wurde die Festigkeit der angebrachten Stopper geprüft. Zwei erfahrene Tester beurteilten das Rutschen mit feuchten Füßen auf der Trittfläche.

Dauerprüfung: 5 %

Jede Waage wurde 3.500 Mal mit einem Gewicht belastet, das 75 Prozent ihrer Wiegekapazität entsprach. Danach schalteten die Tester sie ein und aus und prüften die Wiegegenauigkeit.

Anbieter

ADE GmbH & Co

Hamburg (D) +49 40 43 27 76-0
www.ade-hamburg.de

Beurer HTN Elektrogeräte- VertriebsgesmbH

07732 35 41-0
www.htn.at

Exacta Leifheit AG

Niederlassung Österreich 02236 649 23
www.leifheit.de

Grundig Hans Lurf GmbH

01 616 45 80-0
www.grundig.de

Korona electric GmbH

Sundern (D) +49 2933 902 84-0
www.korona-electric.de

Medisana AG Vertriebs­agentur Franz Harrer

0664 422 55 51
www.medisana.at

Sanitas HTN Elektrogeräte- VertriebsgesmbH

07732 35 41-0
www.htn.at

Seca GmbH & Co. KG

Hamburg (D) +49 40 200 000-0
www.seca.com

Soehnle, Leifheit AG Niederlassung Österreich

02236 649 23
www.soehnle.de

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang