Mittel gegen Kopfläuse - Nur keine Panik

  • Eine Kombination von Maßnahmen ist notwendig
  • Behandlungsdauer zumindest zwei Wochen

Schon die Erwähnung des Wortes Kopfläuse stürzt viele Eltern in pure Verzweiflung: Gedanken an quälende Haarwäschen, stundenlanges Kämmen oder Berge von Wäsche kommen hoch. Im Herbst und Winter sind Kopfläuse eine ständige Bedrohung in Schulen und Kindergärten. Bekommen kann sie prinzipiell jeder. Der Grund, warum ausgerechnet der Nachwuchs häufiger davon betroffen ist, ist simpel: Kinder stecken die Köpfe beim Spielen eng zusammen, da können die ungebetenen Gäste leicht von Kopf zu Kopf krabbeln.

Rezeptfreie Shampoos

Rezeptfrei in den Apotheken erhältlich sind Shampoos von CIT und Apar (siehe dazu: Tabellen - "Mittel gegen Kopfläuse"). Die Anwendung ist einfach: Sie werden wie Haarshampoo verwendet und ausgewaschen. Dabei sollten Sie sich strikt an die Gebrauchsanweisung halten, denn bei den Wirkstoffen handelt es sich um Pyrethroide und Pyrethrine, das sind Nervengifte. Nicht nur dem Nachwuchs sollte ja nichts in Augen, Nase oder Mund geraten. Tipp: dem Kind ein Handtuch vors Gesicht halten. Müssen Babys ebenfalls behandelt werden, sollte ohnehin der Arzt zu Rate gezogen werden.

Nissenkamm

Das Apar-Shampoo ist preislich am günstigsten und reicht für mehrere Behandlungen. Außerdem ist ein so genannter Nissenkamm (zum Entfernen der Lauseier oder Nissen) beigepackt. Leider ist die Gebrauchsanweisung unklar über die weitere Vorgangsweise. Sinnvoll wäre eine Wiederholung der Behandlung am 8. bis 10. Tag, weil die Lauseier nicht hundertprozentig getötet werden. Jede vorherige Behandlung ist unnötig. Es besteht kein Grund zur Panik: Kopfläuse übertragen keine gefährlichen Krankheiten. Und sie sind relativ einfach zu bekämpfen, weil sie entfernt von der menschlichen Kopfhaut nicht lange überlebensfähig sind.

Pyrethroide und Pyrethrine galten zwar lange Zeit als völlig ungefährlich, doch man kann sich durchaus damit vergiften. Legen Sie dazu ein Blatt Papier auf den Tisch und kämmen Sie das Haar darüber aus, um den Inhalt des Kammes überprüfen zu können. Sorgen Sie für ausreichend Licht, und bewaffnen Sie sich mit einer Lupe. Fangen Sie dicht bei der Kopfhaut an, und ziehen Sie den Kamm bis zu den Haarspitzen durch – Strähne für Strähne.

Beim Kämmen geht es darum, eventuell überlebende Läuse und deren Nachwuchs zu erwischen. Nissen sind am Anfang schlecht zu finden: Sie kleben direkt auf dem Haar und zwar in der Nähe der Kopfhaut. Gründliches Kämmen kann eine weitere Haarwäsche mit dem Anti-Läuse-Shampoo erübrigen. Gleichzeitig kontrollieren Sie täglich, ob noch Läuse oder Nissen vorhanden sind.

Beipacktexte bei Nissenkämmen

Noch ein paar Worte zu den Nissenkämmen: Das beim Apar-Shampoo beigepackte Exemplar ist für kräftigeres und längeres Haar einfach unpraktikabel. Im Beipacktext hätten wir uns einen entsprechenden Hinweis gewünscht. Im Handel gibt es Produkte aus Kunststoff oder Metall. Letztere sind robuster und auch zum Auskochen geeignet. Empfehlenswert ist ein Kamm von Nisska (fragen Sie in Drogerien und Apotheken danach). Er kostet aber leider 220 Schilling. (Beigelegt ist ein etwas kurioses Säckchen mit Natron, das angeblich der Läusebekämpfung dienen soll. Wir meinen dazu: Nutzt’s nichts, so schadet’s wenigstens nicht!)

Feuchten Sie Ihre Lockenpracht vor dem Kämmen eventuell mit Wasser an. Beim dünnen Haar Ihrer Sprösslinge müssen Sie die Nissen möglicherweise mit den Fingernägeln einzeln herausziehen. Tipp: Damit die Kleinen die Prozedur geduldig über sich ergehen lassen, legen Sie eine Märchenkassette oder ein Video ein.

Die ganze Familie einbeziehen

Die dritte Säule der Läusebekämpfung betrifft die Angehörigen, Freunde und die häusliche Umgebung des Betroffenen. Kindergarten, Schule oder Hort sollten verständigt werden. Die Familienmitglieder müssen ebenfalls auf Läuse untersucht und notfalls einer Kopfwäsche unterzogen werden. Kleidung, Wäsche, Bettzeug und Handtücher wandern in die Waschmaschine (mindestens 60 Grad). Die Wohnung muss während der nächsten beiden Wochen sehr gründlich gereinigt werden – einen genauen Plan, wie Sie dabei vorgehen können, finden Sie im Kasten „Kampf der Plage“.

Vergessen Sie Ihre Polstermöbel, Autositze oder Zierkissen nicht: Gerade dort kann eine vom Kopf gepurzelte Laus noch etwa einen Tag überleben. Am besten absaugen und zusätzlich mit dem Spray von Apar einsprühen. Lüften Sie anschließend gut. Gewarnt sei vor zu starkem Einsatz des ebenfalls Pyrethroide enthaltenden Sprays, weil er im Verdacht steht, sich beim Einnebeln auf die Schleimhäute zu legen. Allergikern ist deshalb abzuraten. Ein abschließender Tipp für Eltern schulpflichtiger Kinder: Legen Sie sich Shampoo und Nissenkamm auf Verdacht zu, damit Sie gleich auf die Heimsuchung reagieren können. Denn es gilt: Je früher man die Plage bekämpft, desto besser. Läuse vermehren sich nämlich rapide.

  • Insektenstiche auf der Kopfhaut, die heftig jucken können.
  • Lebende Läuse finden Sie am besten mithilfe eines Nissenkammes. Sie sind hellbraun bis hellgrau, sehr klein (zirka drei Millimeter), am Herumkrabbeln erkennbar – notfalls mit Lupe.
  • Ein Lausei (oder Nisse) ist noch winziger (zirka einen Millimeter) und weißglänzend bis dunkel. Es klebt in Kopfhautnähe auf einem Haar. Bevorzugt werden die Eier oberhalb der Ohren und im Nacken abgelegt. Bei massivem Befall finden sich Hunderte davon, aber von den lebenden Blutsaugern oft weniger als ein Dutzend.
  • Heftiges Kratzen alleine ist noch kein sicherer Hinweis. Bekanntlich führt oft bereits die Erwähnung des Wortes „Läuse“ zu Unbehagen und Juckreiz. Andererseits verspüren manche Kinder trotz heftigen Befalls kein Jucken.

Kopfläuse

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Wenn bei Ihrem Kind die Läuseplage wiederholt auftritt, sollten Sie keinesfalls zu stärkeren Mitteln greifen, denn meist ist die Ursache in Schule oder Freundeskreis zu suchen. Vorbeugende Behandlung mit einem läusetötenden Shampoo ist sinnlos.

  • Suchen Sie das Gespräch mit Kindergärtnern oder Lehrern beziehungsweise den Eltern der betroffenen Kinder. Nützt das nichts, sollten der Kindergarten- oder Schulleiter mit Schularzt beigezogen werden.
  • Kontrollen an der Schultüre, bei denen Kinder mit Läusen wieder nach Hause geschickt wurden, führten im amerikanischen Raum nicht zum gewünschten Erfolg. Im konkreten Fall wurden Eltern an der Schultüre postiert und deren Urteile im Nachhinein überprüft. Da viele Fehler passierten, wurde davon abgeraten.
  • Haare schneiden: Eine Kurzhaarfrisur bietet den Läusen weniger Angriffsfläche und wenn’s doch passiert, ist die Prozedur mit Shampoo und Nissenkamm nicht so aufwendig.
  • Werden beim Nachwuchs Läuse festgestellt, muss er zu Hause bleiben. Falls die Schule oder der Kindergarten eine schriftliche Bestätigung verlangt, dass das Kind frei von Nissen ist, wenden Sie sich an den Kinderarzt oder einen praktischen Arzt.

Das Richtige, zur rechten Zeit getan, kann dem Schrecken ein rasches Ende bereiten.

Ansonsten kann es leicht zu Pannen kommen – wenn man etwa die frisch entlausten Haare mit der noch verlausten Bürste frisiert.

1. Tag: Lebende, herumkrabbelnde Läuse und Nissen werden entdeckt.

  • Läuseshampoo in der Apotheke besorgen, neue Haarbürsten und Kämme anschaffen
  • zu Hause Haarbürsten, Kämme, Haarschmuck wegwerfen, wenn sie sich nicht heiß reinigen lassen; Handtücher in die Waschmaschine
  • Haarwäsche mit dem Shampoo zur Läusebekämpfung durchführen, Haare gut durchfrisieren und trocknen (evtl. Föhnaufsätze, Lockenwickler und so weiter vorher reinigen)
  • Mit dem Nissenkamm kräftig durchkämmen, Kamminhalt prüfen und immer wieder abstreifen
  • Kleidung wechseln
  • Jacken, Schals, Kopfbedeckungen zur Seite räumen, Behandlung siehe Pkt. 9 und 10
  • Bett(en) abziehen
  • Kleidung, Bettwäsche etc. bei mindestens 60 Grad waschen
  • Persönliche Dinge (Tascheninhalt, Schulzeug, Spielzeug) mit Haushaltsreiniger waschen und – wenn möglich – einer der folgenden Prozeduren unterziehen: zwei Tage in die Tiefkühltruhe, auf sehr heißer Stufe in den Wäschetrockner, einige Stunden in die Sauna. Was jetzt noch übrig bleibt, wird mit Spray besprüht! Oder in einen Sack gesteckt und für fünf Wochen verschlossen stehen gelassen.
  • Wohnung gründlich reinigen: Fußböden sorgfältig saugen und – wenn möglich – aufwaschen; Küche, Möbel, Badezimmer etc. feucht wischen; verlorene Haare einsammeln
  • Polstermöbel und Autositze absaugen und mit Läusebekämpfungs-Spray einsprühen

2. bis 7. Tag: Haare täglich mit dem Nissenkamm behandeln und Ausgekämmtes überprüfen; alle Haarbürsten und Kämme nach der Benützung so heiß wie möglich waschen oder auskochen.

8. bis 10. Tag: Werden beim Kämmen noch immer lebende Läuse gefunden, geht die ganze Prozedur erneut los. Wieder ab Tag 1 beginnen. Taucht nichts mehr auf – weiterkämmen und abwarten…

9. bis 14. Tag: siehe 2. bis 7. Tag…

15. Tag: Sind seit dem 1. Tag keine Läuse mehr aufgetaucht – Gratulation! Sie haben es geschafft. Prüfen Sie in nächster Zeit hin und wieder mit dem Nissenkamm nach, ob sich wieder etwas tut.

Die zweite Gruppe, die die Prozedur mit dem Läuseshampoo am 8. bis 10. Tag wiederholt hat, muss noch eine Woche weiterkämmen und abwarten.

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