Medikamente: Sinupret intens - Bei Nebenhöhlenentzündung

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"Nebenwirkungen": unsere Arzneimittel Test-Rubrik. Wir bewerten für Sie rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke - diesmal: Sinupret intens - bei Nebenhöhlenentzündung.

Sinupret intens: bei Nebenhöhlenentzündung; Bild: VKI

Stichworte: bei Nebenhöhlenentzündung.


Ausgewählt werden in der Rubrik "Nebenwirkungen" besonders häufig nachgefragte und rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke. Die Bewertung nahm ein Expertengremium von anerkannten Medizinern und Wissenschaftlern vor. Als Grundlage dienten klinische Studien. Die Eignung der jeweiligen Präparate wurde für die Indikation bewertet, die der Hersteller angibt.

Die Informationen stammen aus unserem Ratgeber "Medikamente". Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und basiert auf vier Stufen:


•    Geeignet
•    Auch geeignet
•    Mit Einschränkung geeignet
•    Wenig geeignet

Testurteil im Detail

Wenig geeignet bei Nebenhöhlenentzündung

Wenig geeignet bei einer Neben­höhlenentzündung, weil die therapeu­tische Wirksamkeit der Einzelbestandteile nicht ausreichend nachgewiesen ist. Nicht sinnvolle Kombination. Sinu­pret intens ist im Ausland (z.B. Deutschland) unter der Bezeichnung Sinupret extract auf dem Markt. Die enthaltenen Pflanzenextrakte sollen schleimlösend wirken und somit bei den Beschwerden einer Nasennebenhöhlenentzündung hilfreich sein.

Die Kombination der ­Inhaltstoffe aus Enzian, Holunder, ­Primel, Sauerampfer und Verbene ist aber nicht ausreichend begründet, da die therapeutische Wirksamkeit nicht für jeden einzelnen Pflanzenbestandteil nachgewiesen ist. Solche Kombinationspräparate, in denen Substanzen enthalten sind, deren Wirksamkeit zweifelhaft ist – fallweise noch dazu in relativ geringer Dosierung –, gelten als nicht sinnvoll zusammengesetzt und sind deshalb wenig geeignet. 

Präparat

Sinupret intens überzogene Tablette 

Wirkstoff

Trockenextrakt aus ­Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Ampferkraut, Holunderblüten und ­Eisenkraut 
Preis. 20 Stück 15,50 Euro / 40 Stück 26,90 Euro 

Anwendung

Mit Enzian enthält Sinupret einen Pflanzenextrakt, der die ­Abgabe von Magensaft anregt. Wenn die Magenschleimhaut entzündet ist, können sich die damit verbundenen ­Beschwerden verschlimmern. Das lässt sich meist vermeiden, indem man das Mittel nach dem Essen einnimmt. 

Gegenanzeigen, Wechsel- und ­Nebenwirkungen

Das Mittel enthält Bestandteile, die die Magenschleimhaut reizen und die Sekretion von ­Magensaft anregen. Es darf nicht von Personen eingenommen werden, die bereits an einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür leiden. Auch bei einer Magenschleimhautentzündung sollten Nutzen und Risiken der Anwendung sorgfältig abgewogen werden. Da das Mittel ohnehin als „wenig ­geeignet“ erachtet wird, sollte man besser darauf verzichten. Das gilt auch für Personen, die an allergischen ­Erkrankungen wie z.B. allergischem ­Asthma leiden. Das Mittel steht im ­Verdacht, Überempfindlichkeitsreak­tionen zu begünstigen.

Wenn die Haut sich rötet, juckt und sich zusätzlich Bläschen auf der Haut bilden, liegt vermutlich eine allergische Reaktion auf das Mittel vor. Dann sollte es abgesetzt werden. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich ­abgeklungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In Einzelfällen kann das Unterhautgewebe anschwellen. Geschieht dies im Gesicht sowie an Lippen oder Zunge, drohen Atemnot und Erstickungs­anfälle (Angioödem). Dann muss die Anwendung sofort abgebrochen und unverzüglich ein Notarzt ­gerufen werden. 

Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder

Personen unter 18 Jahren sollten das Mittel nicht einnehmen. Kindern unter 12 Jahren darf es nicht verabreicht ­werden. Zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ­ausreichenden Erfahrungen vor. Sicherheitshalber sollte dieses Mittel nicht eingenommen werden.

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100 Medikamente Buch, (Quelle: VKI)

 

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