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Medikamente: Mehrwertsteuer und Preise 03/2009 - Senkung weitergegeben

Seit 1. Jänner 2009 gilt für Medikamente ein halbierter Mehrwertsteuersatz von zehn Prozent, Patienten profitieren davon.

Leser schauten genau hin

Mit Jahreswechsel werden alle Medikamente billiger, versprach man uns, als sich Ende 2008 die Senkung der Mehrwertsteuer für Arzneien von 20 auf 10 Prozent abzeichnete. Unsere Leserinnen und Leser schauten genau hin und so dauerte es nicht allzu lange, bis erste Reklamationen bei uns eingingen. „Als häufiger Käufer des Produktes Nicorette Kaugummi kann ich ihnen mitteilen, dass Ende 2008 eine nicht sehr drastische, aber merkbare Verteuerung vorgenommen wurde“, schrieb uns etwa Herr D.

Kein Missbrauch

Wir konfrontierten die Österreichische Apothekerkammer mit diesem und ähnlichen Beispielen und wollten wissen, ob die Steuersenkung überhaupt beim Konsumenten ankommt. „Wir geben die Mehrwertsteuersenkung in vollem Umfang an den Konsumenten weiter“, sagte deren Präsident, Heinrich Burggasser. Die Apotheker halten sich an geltendes Recht, denn selbst wenn sie wollten, dürften sie die fiskalische Entlastung nicht für eine Preiserhöhung nutzen.

Handelsspanne gesetzlich festgelegt 

Ihre Marge ist gesetzlich festgelegt und bemisst sich am von der Pharmaindustrie festgesetzten Fabrikabgabepreis. Eine Erhöhung desselben muss der Hersteller dem Ministerium für Gesundheit, Familie und Jugend melden. Hat das Ministerium keine Einwände, ist die Preiserhöhung genehmigt. Der Eindruck unserer Leser, die Preise für eine Vielzahl in der Apotheke erhältlicher Produkte seien im Vergleich zum Vorjahr teilweise gestiegen, ist jedoch nicht von der Hand zu weisen. Hat also die Pharmaindustrie abkassiert und die Mehrwertsteuersenkung schamlos zu einer Preiserhöhung missbraucht?

Differenziertes Bild 

Schaut man sich die Situation genauer an, zeigt sich ein differenziertes Bild. Um Missverständnissen vorzubeugen: Prinzipiell ausgenommen von der Mehrwertsteuersenkung sind Medizinprodukte wie Verbandsmaterial, Fieberthermometer oder Kontaktlinsenreinigungsmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel. Für Letztere gilt schon seit Jahren ein reduzierter Steuersatz von 10 Prozent.

 

Preiserhöhungen

Krankenkassen profitieren 

Auch bei den Medikamenten selbst tut ein genauer Blick not. Bei kassenverschreibbaren Medikamenten, die auf Rezept bezogen werden und deren Apothekenverkaufspreis (AVP) über der Rezeptgebühr von 4,90 Euro liegt, profitiert der Patient nur indirekt vom Steuernachlass, da dieser nur den Krankenkassen zugute kommt. Bei einem AVP unter der Rezeptgebühr von 4,90 Euro fallen in der Apotheke die tatsächlichen Kosten für die Arznei an und die Steuersenkung wirkt sich direkt im Geldbeutel des Patienten aus.

Etwa 11 Prozent zogen an 

Das tut sie auch bei allen Arzneien, die auf Privatrezept bezogen werden, bzw. bei rezeptfreien Medikamenten (OTC) – vorausgesetzt, die Hersteller haben die Preise zum Jahreswechsel nicht erhöht. Ein Blick in die Preislisten zeigt: Von 11.679*) in österreichischen Apotheken erhältlichen Arzneispezialitäten sind zwischen Oktober 2008 und Jänner 2009 insgesamt 1.327 Präparate teurer geworden, davon 524 OTC-Präparate.

Preise angehoben: Weleda und Rösch 

Betrachtet man Letztere genauer, fällt auf, dass sich unter den Arzneien mit besonders hohen Preisaufschlägen (56 Präparate) auffallend viele Homöopathika (37) des Herstellers Weleda befinden. Spitzenreiter in der Teuerungsliste mit einer Preissteigerung von 88,6 Prozent ist die Rowalind Einreibung der österreichischen Firma Rösch & Handel GmbH & Co. KG in Wien. Auch viel verkaufte Präparate fallen durch hohe Aufschläge auf. Zum Beispiel die 40- Gramm-Tube der Vitawund Salbe von Novartis (+ 29,2 %).

Preiserhöhungen blieben im Rahmen 

Insgesamt bewegen sich die Preiserhöhungen jedoch im Rahmen vergangener Jahre. So gesehen haben die Hersteller die Steuersenkung nicht ausgenutzt, um ihre Profite zu steigern. Immerhin wurden auch 657 Medikamente günstiger.

*) Quelle: Österreichische Apothekerkammer, Jänner 2009 (ausgenommen sind Veterinärpräparate)

Tabelle: Medikamentenpreise - Günstiger durch Mehrwertsteuersenkung 3/2009

Tabelle: Medikamentenpreise - Teurer trotz Mehrwertsteuersenkung 3/2009

8.3 Prozent Ersparnis

 

8,3 Prozent Ersparnis

Wird die Mehrwertsteuersenkung zur Gänze an den Konsumenten weitergegeben, bedeutet dies eine Preisreduktion um rund 8,3 Prozent. Beispiel: Ein Präparat, das im letzten Jahr 12 € kostete, müsste bei gleichem Ausgangspreis heute 11 € kosten. Schwankungen im Zehntelprozentbereich sind möglich, da der Medikamentenpreis immer auf fünf Cent genau gerundet wird.

kompetent mit "Konsument"

 

Medikamentenpreise: kompetent mit "Konsument"

  • Medikamentenpreise. Die Preiserhöhungen für Medikamente hielten sich über den Jahreswechsel im Rahmen. Ein Mitnahmeeffekt seitens der Pharmaindustrie ist nicht festzustellen.
  • Teuerer: Führend in Sachen Teuerung bei frei verkäuflichen Präparaten ist die Rowalind Einreibung. Der Preis der 50-Milliliter-Flasche stieg um 88,6 Prozent. Auffällig: Besonders Homöopathika wurden überdurchschnittlich teurer.
  • Günstiger: Bei vielen Präparaten wird die Steuersenkung für den Patienten spürbar, drunter auch einige Blockbuster wie Supradyn, Aspirin, Buerlecithin oder Prospan. Auch Impfseren etwa Twinrix sind deutlich günstiger geworden

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