Medikamente: Betadona Wund-Gel - Zur Desinfektion von Haut und Wunden

premium

"Nebenwirkungen": unsere Arzneimittel Test-Rubrik. Wir bewerten für Sie rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke - diesmal: Betadona Wund-Gel - zur Desinfektion von Haut und Wunden.

Betadona Wund-Gel - zur Desinfektion von Haut und Wunden. (Bild: Alexandra Konstantinoudi/VKI)

Stichworte: zur Desinfektion von Haut und Wunden.

 


 

Ausgewählt werden in der Rubrik "Nebenwirkungen" besonders häufig nachgefragte und rezeptfrei erhältliche Medikamente aus der Apotheke. Die Bewertung nahm ein Expertengremium von anerkannten Medizinern und Wissenschaftlern vor. Als Grundlage dienten klinische Studien. Die Eignung der jeweiligen Präparate wurde für die Indikation bewertet, die der Hersteller angibt.

Die Informationen stammen aus unserem Ratgeber "Medikamente". Die Bewertung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest und basiert auf vier Stufen:


•    Geeignet
•    Auch geeignet
•    Mit Einschränkung geeignet
•    Wenig geeignet

Testurteil im Detail

Geeignet zur Desinfektion von Haut und Wunden. Jod tötet Bakterien, Pilze und auch deren Sporen sowie Viren sehr wirksam ab. Der Wirkstoff ist bei diesem Mittel an die Trägersubstanz Polyvinylpyrrolidon gebunden, deshalb wird es als Povidon-Jod bezeichnet. In der Wunde wird das Jod freigesetzt und tötet die Mikroorganismen ab. Mit jodhaltigen Mitteln können Wunden sowie die umgebende Haut gut desinfiziert werden.

Präparat

Betadona Wund-Gel

Wirkstoff

Povidon-Jod

Preis

30 g 5,95 Euro / 90 g 15,20 Euro

Anwendung

Direkt auf intakte Haut und oberflächliche Schürfwunden auftragen. Tiefe Wunden dürfen nicht mit Jod behandelt werden, weil dabei zu viel Jod in den Körper gelangen würde. Solche Verletzungen gehören sofort in ärztliche Behandlung. Jodhaltige Desinfektionsmittel sollen nur kleinflächig und für wenige Tage angewendet werden.

Gegenanzeigen, Wechsel- und Nebenwirkungen

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse darf das Mittel nicht angewendet werden. Das enthaltene Jod kann die Schilddrüsenfunktion weiter anregen; dies kann unter anderem zu Herzrasen, Schweißausbrüchen, hohem Blutdruck oder Nervosität führen. Bei solchen Symptomen sollte man sich an einen Arzt wenden.

Das Mittel darf nicht von Personen angewendet werden, die auf Jod allergisch reagieren, mit radioaktivem Jod behandelt werden oder es im Rahmen einer Diagnosemethode erhalten oder die an der Hautkrankheit Dermatitis herpetiformis Duhring leiden. Patienten, die lithiumhaltige Medikamente (manisch-depressive Erkrankungen) einnehmen, dürfen jodhaltige Mittel nicht über längere Zeit oder großflächig anwenden. Jodhaltige Mittel dürfen nicht gleichzeitig mit wasserstoffperoxid- oder silberhaltigen Desinfektionsmitteln angewendet werden.

Wenn sich auf der Haut Bläschen bilden und die Haut sich verstärkt rötet und juckt, liegt vermutlich eine allergische Reaktion vor. Dann sollte das Mittel abgesetzt werden. Sind die Hauterscheinungen einige Tage später nicht deutlich abgeklungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Wenn sich der Hautausschlag verstärkt und zusätzlich Juckreiz, Herzrasen, Atemnot, Schwäche und Schwindel auftreten, muss unverzüglich ein Notarzt gerufen werden, weil es sich um eine lebensbedrohliche Allergie handeln kann.

Auch wenn plötzlich Herzrasen, Fieber, Schwitzen, Unruhe, Angst, Erbrechen oder Durchfall auftreten, sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Das sind Anzeichen für eine lebensbedrohliche Schilddrüsenüberfunktion, die unverzüglich behandelt werden muss.

Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder, ältere Menschen

Säuglinge bis einschließlich zum 6. Lebensmonat dürfen nicht ohne ausführliche Rücksprache mit einem Arzt mit Betadona behandelt werden. In der Schwangerschaft sollte das Mittel grundsätzlich, vor allem aber ab dem 3. Monat vermieden werden, weil Jod durch den Mutterkuchen in den kindlichen Kreislauf gelangt und die noch unreife Schilddrüse des Kindes zu stark anregt. Auch in der Stillzeit sollten jodhaltige Mittel nicht angewendet, weil diese in die Muttermilch übergehen. Bei älteren Menschen ist die Gefahr einer durch Jod ausgelösten Störung der Schilddrüsenfunktion erhöht.

Buchtipp: "100 Medikamente"

Dass ein Arzneimittel amtlich zugelassen ist, bedeutet noch nicht, dass es grundsätzlich sinnvoll ist. Über Risiken und Nebenwirkungen informiert Sie nicht nur ihr Arzt oder Apotheker: In diesem neuen KONSUMENT-Buch erfahren Sie die wichtigsten Informationen über 100 Bestseller aus der Apotheke.

Ein unabhängiges Expertenteam bewertet die in Österreich gängigsten Präparate. Außerdem: Die wichtigsten Hinweise zu Wechsel- und Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen sowie spezielle Tipps und Warnungen für die Anwendung bei Schwangeren, Kindern und älteren Menschen

www.konsument.at/100medikamente

Aus dem Inhalt

  • Wie verträglich ist das Mittel?
  • Lindert es die Symptome, ist es nachhaltig von Nutzen?
  • Ist es lange erprobt und wirkt es?
216 Seiten, 19,90 € + Versand

 

100 Medikamente Buch, (Quelle: VKI)

 

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang

DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.