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Insulin: Mittel bei Diabetes (Teil 2) - Keine Angst vor der Insulinspritze

  • Lebensstil bestimmt die Behandlung
  • Neuartige Injektionssysteme
  • 55 Präparate im Test

Behandlung dem Lebensstil anpassbar

Früher wurde das Hormon Insulin noch aus der Bauchspeicheldrüse geschlachteter Schweine gewonnen. An Diabetes erkrankte Patienten mussten alle vier Stunden spritzen – auch nachts! Erst seit 1936 gibt es Insuline, die für mindestens acht Stunden wirken. Inzwischen wird das Hormon, nicht zuletzt aufgrund des weltweit steigenden Bedarfs, gentechnisch hergestellt. Neue Injektionssysteme und handliche Blutzucker-Messgeräte ermöglichen einem Diabetiker ein halbwegs normales, mobiles Leben.

Die Zeiten, in denen sich Zuckerkranke der Therapie beugen mussten, sind damit glücklicherweise vorbei. Heute versucht man, die Behandlung dem Lebensstil des Patienten anzupassen. Es gibt zwei Formen der reinen Insulintherapie: die konventionelle und die intensivierte.

Konventionelle Therapie. Hier wird zumeist zweimal täglich ein Mischinsulin gespritzt. Ein festes Mahlzeitenschema und fixe Injektionszeiten charakterisieren diese Art der Behandlung. Die Methode ist einfach anzuwenden, führt aber zu einer strengen Reglementierung des Tagesablaufs.

Intensivierte Therapie. Bei dieser Therapiemethode, auch Basis-Bolus-Therapie genannt, wird zwei- bis dreimal täglich ein Verzögerungsinsulin als Basis gespritzt. Zusätzlich kommt zu den Mahlzeiten ein schnell wirkendes Insulin zur Anwendung. Die Menge des Insulins und die Zeitpunkte der Injektionen können individuell angepasst werden. Dadurch hat ein Diabetiker die Möglichkeit, seinen Tagesablauf sehr flexibel zu gestalten. Durch Injektionen mehrmals täglich und Blutzuckerkontrollen verursacht diese Therapiemethode aber einen höheren Zeitaufwand.

Besonders wichtig, weil oft vergessen: Wer sich dafür entscheidet, muss das in der Diabetikerschulung Gelernte konsequent umsetzen, denn nur so lassen sich mögliche schwere Komplikationen vermeiden.

Diabetikerschulung. Bei kaum einer anderen Erkrankung hängt die Lebensqualität so sehr von der Eigenverantwortlichkeit des Patienten ab wie beim Diabetes. Die Schulung durch Ärzte, Apotheker, Ernährungsberater und andere Gesundheitsspezialisten gehört deshalb praktisch zu jeder Diabetesbehandlung dazu. Themen sind unter anderem die Technik der Blutzuckermessung, der richtige Umgang mit Insulin, das Erkennen von Notsituationen und das Führen eines Diabetikertagebuchs. Schulungen werden von vielen Krankenhäusern angeboten. Betroffene finden zusätzlich auch im Internet (z.B. unter  www.diabetes.or.at ) Rat und Hilfe.

Spritze und Pen. Das Hormon Insulin ist ein Eiweiß. Im Verdauungstrakt wird es wie andere Eiweiße abgebaut und damit unwirksam. Deshalb kann es auch nicht geschluckt, sondern muss unter die Haut gespritzt werden. Am Anfang braucht es schon Mut, sich selbst die Spritze zu setzen. Aber bereits nach kurzer Zeit stellen viele Patienten fest, dass die Insulinspritze kaum Schmerzen verursacht. Und mit den modernen Insulinpens – das sind Injektionsgeräte, die wie eine Füllfeder aussehen – kann praktisch jeder umgehen.

Injex™-System. Hier wird Insulin unter hohem Druck ohne Nadel durch die Haut in das subkutane Fettgewebe geschossen. Statt der konventionellen Nadel kommt eine spezielle Injektionsampulle mit einer Mikroöffnung von 0,15 mm zum Einsatz. Druck und Geschwindigkeit des hauchdünnen Strahls sind so bemessen, dass das Arzneimittel auch im Unterhautfettgewebe ankommt.

Inhalation statt Injektion. Als Arzneimittel ist der Insulininhalator in den USA bereits zugelassen. Die führenden Pharmafirmen Aventis, Pfizer und Inhale Therapeutic Systems (ITS) aus Kalifornien haben dieses System gemeinsam entwickelt. Damit das Insulin in die Lungenbläschen und von dort ins Blut gelangt, muss der Wirkstoff in trockener Form mit einer Partikelgröße von nur 1 bis 3 µm vorliegen. Sind die Partikel größer, werden sie gleich wieder ausgeatmet. Der Insulininhalator ist bisher nur für kurz wirkendes Insulin geeignet, das direkt vor den Mahlzeiten genommen werden muss. Das zusätzlich notwendige Verzögerungsinsulin muss daher weiterhin gespritzt werden.

Automatische Pumpen. Diese Pumpen wurden entwickelt, um das Insulin dem Körper bedarfsgerecht über 24 Stunden zuführen zu können. Die elektronischen Geräte sind etwa so groß wie Ëeine Zigarettenschachtel und werden an einem Gürtel fixiert getragen. Über einen einfachen Knopf kann der Patient die Insulinmenge regulieren. Da die Pumpe mit einem Dauerkatheter verbunden ist, fällt das lästige Spritzen weg. Blutzuckermessungen sind aber auch hier unumgänglich.

Insulinarten. Derzeit sind in Österreich über 55 verschiedene Insulinpräparate auf dem Markt. Unterschieden werden sie vor allem durch ihre Wirkdauer und den Zeitpunkt des Wirkungseintritts. Es gibt kurz, mittellang und lang wirkendes Insulin. Welches Insulin für welchen Diabetiker das richtige ist, hängt auch von den individuellen Lebensgewohnheiten des Patienten ab.

Kurz wirkendes Insulin (Normal- oder Altinsulin). Die Wirkung setzt nach 10 bis 15 Minuten ein, das Wirkungsmaximum wird etwa nach ein bis zwei Stunden erreicht. Die Wirkdauer liegt zwischen vier und sechs Stunden. Meist wird dieses Insulin in das Unterhautfettgewebe des Bauches gespritzt.

Verzögerungsinsulin (Basalinsulin). Diese Insulinart deckt den ständigen Grundbedarf des Körpers an Insulin. Es wird langsam freigesetzt und hat eine mittellange beziehungsweise lange Wirkdauer. Meist ist das Hormon an eine Trägersubstanz wie Protamin oder Zink gebunden, was die Aufnahme ins Blut verzögert. Ebenfalls ein Verzögerungsinsulin ist das Insulin-Glargin, das gleichmäßig über 24 Stunden wirkt.

Kombinationsinsulin (Mischinsulin). Darunter versteht man eine Mischung aus einem kurz wirkenden Insulin und einem Verzögerungsinsulin. Diese Präparate können auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden. Der Verlauf der Wirkung bleibt bei beiden Komponenten erhalten.

Blutzucker messen

  • Fingespitzen reiben: Reiben Sie vor der Blutzuckermessung die Fingerspitzen aneinander, damit sie gut durchblutet werden. Kein Quetschen des Fingers nach dem Stich! Falls zu wenig Blut kommt, am besten an einer neuen Stelle stechen.
  • Seitlich stechen: Wenn Sie besonders empfindlich sind: Der seitliche Rand der Fingerbeere enthält weniger sensible Nervenenden. Dadurch verspüren Sie beim Stechen weniger Schmerzen.
  • Lanzetten tauschen: Achten Sie auf einen regelmäßigen Austausch der Lanzetten. Nur so ist eine hygienische und schmerzarme Blutentnahme möglich, und die Haut verhornt nicht zu schnell.
  • Genug Blut: Für die Genauigkeit der Messung ist ein ausreichend großer Blutstropfen notwendig. Sonst werden falsche (niedrigere) Werte angezeigt. Überprüfen Sie daher immer, ob das Testfeld komplett gefüllt ist. Neuere Messgeräte haben eine Sicherung eingebaut und beginnen erst mit der Messung, wenn genug Blut vorhanden ist.

Hinweise zur Bewertung

Basis dieses Medikamententests ist unser Handbuch „ Medikamente “. Dafür haben Fachleute der Stiftung Warentest in Berlin häufig verordnete Arzneimittel begutachtet. Es gibt vier Stufen der Bewertung, wobei sich die Aussage über die Eignung ausschließlich auf die angeführten Anwendungsgebiete bezieht. Diesmal im Test 55 Insulinpräparate zur Behandlung von insulinpflichtigem Diabetes.

Geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirksamkeit ausreichend nachgewiesen ist. Ihre Nutzen-Risiko-Abwägung fällt positiv aus, sie sind gut erprobt. Der therapeutische Nutzen dieser Mittel ist hoch, sie gehören zu den Standardtherapeutika. „Geeignet“ sind auch Kombinationsmittel, deren Wirkstoffe sich sinnvoll ergänzen.

Auch geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirksamkeit ebenfalls nachgewiesen ist, die aber noch nicht so lange erprobt sind wie die als „geeignet“ bewerteten. In diese Kategorie fallen vor allem neue oder weniger gut untersuchte Wirkstoffe. 

Mit Einschränkung geeignet sind Mittel, die zwar therapeutisch wirksam sind, aber im Vergleich zu Standardtherapeutika ein höheres oder nicht gut einschätzbares Risiko bergen. Diese Bewertung gilt auch für Mittel, bei denen noch weitere Studien erforderlich sind, um ihre therapeutische Wirksamkeit ausreichend nachzuweisen.

Wenig geeignet sind Mittel, deren therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist, die nicht ausreichend dosiert sind und deren therapeutische Wirksamkeit im Verhältnis zu den Risiken zu gering ist, sodass die wahrscheinlichen Risiken mehr Gewicht haben als der mögliche Nutzen. „Wenig geeignet“ sind darüber hinaus Mittel mit mehr als einem Wirkstoff, wenn sich die Wirkstoffe nicht sinnvoll ergänzen oder keinen oder keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen aufweisen.

"Hypo" - der große Schock

Die wichtigste Faustregel bei einer drohenden Unterzuckerung lautet noch immer: Erst essen, dann messen!

Größte Angst jedes Diabetikers ist die Unterzuckerung, die Hypoglykämie. Für diesen Notfall muss der Patient immer Traubenzucker bei sich haben. Übergeht ein Diabetiker die ersten Anzeichen einer Unterzuckerung, riskiert er einen hypoglykämischen Schock mit Zittern, Verwirrtheit und schließlich Bewusstlosigkeit. Typische Anzeichen sind extremes Schwitzen, Langsamkeit und schwerfällige Sprache.

Fallen Ihnen bei jemandem diese Symptome auf, bieten Sie Zucker oder süße Getränke an! Wird der Betroffene bewusstlos, rufen Sie sofort den Notarzt!

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