Infrarotkabinen - Schwitzen in der Zelle

Infrarotkabinen liegen im Trend. Die platzsparenden Wärmespender gehören mittlerweile fast schon zur Wohnungseinrichtung. „Konsument“ gibt Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte.

Lesen Sie auch unseren Artikel "Sauna, Dampfbad und Infrarotkabine" in KONSUMENT 12/2012.

Frau und Herr Österreicher haben es gern kuschelig warm. In den letzten Jahren verzeichnete der Markt für Infrarotkabinen stolze Zuwächse. Was die Schwitzkästen so beliebt macht: Sie benötigen im Vergleich zur Sauna wenig Raum, finden in fast jeder Wohnung Platz und dank kurzer Aufheizzeiten ist der Energieverbrauch geringer.

Vorsicht vor dem schnellen Schnäppchen

Jeder gut sortierte Baumarkt hat mittlerweile Infrarotkabinen (IR-Kabinen) im Angebot. Teilweise sind sie schon um deutlich unter 1.000 Euro zu haben. Lieferung und Montage sind dabei allerdings nicht immer eingeschlossen. Viele Konsumenten lassen sich so zu einem schnellen und manchmal unüberlegten Schnäppchen verleiten. Zum bösen Erwachen kann es dann in den eigenen vier Wänden kommen, wenn man etwa feststellen muss, sich für das falsche Gerät entschieden zu haben, oder sich der geplante Aufstellungsraum als ungeeignet erweist.

Billige Kabinen

Der Baumarkt bietet im Vergleich zum Fachhandel attraktivere Preise, bei allzu billig gebauten Kabinen aus Leisten und Faserplatten empfiehlt es sich allerdings, genauer hinzuschauen. Qualität hat eben auch hier ihren Preis; je nach Ausfertigung kosten IR-Kabinen im Fachhandel 2.000 bis 5.000 Euro. Für Spezialanfertigungen muss der Kunde sogar einen fünfstelligen Betrag einkalkulieren. Was wir im Baumarkt vermissten: Bei keiner einzigen der angebotenen Kabinen war die Möglichkeit vorgesehen, eine Steckdose einzubauen. Diese wird aber benötigt, will man eine beheizte Fußmatte anschließen, was für Personen, die unter kalten Füßen leiden, von Vorteil ist.

Kompetente Beratung

Der Fachhandel wirft gern seine Beratungskompetenz in die Waagschale. Um die ­Unterschiede herauszufinden, suchten wir ein auf Infrarotkabinen spezialisiertes Geschäft und einen großen Baumarkt auf. Die sehr gut informierte Verkäuferin im Fachgeschäft nahm sich viel Zeit für uns, erläuterte ausführlich, wie die verschiedenen Heizsysteme funktionieren, und gab wertvolle Tipps zu Installation und Inbetriebnahme. Im Baumarkt war unsere Erwartungshaltung von vornherein eher gering, umso mehr waren wir von der Kompe- tenz des Verkäufers überrascht. Denn auch hier erhielten wir alle relevanten Infor­mationen.

Infrarot ist keine Sauna

Temperaturcheck empfehlenswert

Nur in einem wichtigen Punkt irrte der Baumarktverkäufer – als er angab, dass bezüglich des Aufstellungsraumes keine Einschränkungen vorliegen. Es kann jedoch bei Umgebungstemperaturen von 18 Grad oder weniger in einer Infrarotkabine ungemütlich werden. Einige Modelle (beispielsweise jene mit größeren Glasfronten) erweisen sich dann schnell als ungeeignet. Wer seine Kabine in kühleren Räumen aufstellen möchte, sollte deshalb vorher einen Temperaturcheck vornehmen und sich beim Kauf entsprechend informieren.

Infrarot ist keine Sauna

Der Keller mag für die Sauna geeignet sein, doch eine Infrarotkabine ist eben keine Sauna – auch was den Entspannungseffekt anbelangt. So kann man in der IR-Kabine üblicherweise nur sitzen; ein Aufguss ist ebenfalls nicht möglich bzw. nur mit einem teuren Zusatzgerät. Dafür sind IR-Kabinen weniger belastend für den Kreislauf. Der Schweiß fließt allerdings auch hier. Und so sollte man darauf achten, dass die Kabine über eine Belüftung verfügt und – vor ­allem, falls sie aus grobporigem Holz (Fichte oder Kiefer) besteht – überall dort lackiert ist, wo das Holz vom Schweiß benetzt wird. Der Boden vor der Kabine sollte idealerweise feuchtigkeitsunempfindlich sein. Und es wäre ratsam, das Gerät an einen eigenen, möglichst mit 16 Ampere abgesicherten Stromkreis anzuschließen. So kann vermieden werden, dass sich das Gerät bei einem Spannungsabfall von selbst einschaltet. Geschmacksache ist dagegen das teilweise ­etwas vollmundig beworbene Farblicht, das in einigen Kabinen recht spärlich daherkommt. Wer diesbezüglich Vorlieben hat, kann sich mittels geeigneter Plastikfolie selbst einen Farbfilter basteln.

Unbedingt ausprobieren

In einem weiteren entscheidenden Punkt hat der Fachhandel die Nase vorn: Im Fachgeschäft besteht die Möglichkeit, die Kabinen im laufenden Betrieb in einem extra dafür ausgelegten Schauraum auszuprobieren. Im Baumarkt wurde uns dieses Angebot mangels geeigneter Räumlichkeiten erst gar nicht unterbreitet, auf unsere Nachfrage hatte der Verkäufer nur ein Schmunzeln parat. Ein Praxistest ist allerdings höchst empfehlenswert. Zum einen sind derart beengte Verhältnisse, wie man sie in einer Infrarotkabine vorfindet, keineswegs nach jedermanns Geschmack. 20 bis 30 Minuten in einem bis zu 40 Grad warmen, nur telefonzellengroßen Raum können schnell klaustrophobische Gefühle aufkommen lassen.

Keine medizinische Wirkung

Individuelle Vorlieben

Zum anderen ist die Wahl des Strahlungssystems eine höchst individuelle Frage. Grundsätzlich ist eine Rundumbestrahlung wichtig. Manche bevorzugen dazu Flächenstrahler, manche können sich eher mit Stab- bzw. Lampenstrahlern anfreunden. Ohne dies ausprobieren zu können, kauft man zwangsläufig die Katze im Sack. Flächenstrahler erreichen eine maximale Oberflächentemperatur von 40 bis 65 Grad und geben nur langwellige Infrarot-C-Strahlung (IR-C) ab, die kaum in die Haut eindringt und nur oberflächlich wärmt. Tiefer wirksame IR-B- bzw. IR-A-Strahlung kann nur bei hohen Oberflächentempe­raturen auftreten. IR-A-Strahlung wird erst ab 1.500 Grad Celsius in nennenswertem Umfang (zirka 10 bis 20 Prozent der Gesamtstrahlung) emittiert. Diese dringt einige Millimeter tief in die Haut ein. Reine IR-A-Strahler sind allerdings medizinische Geräte, die etwa in der Tumormedizin zum Einsatz kommen und nicht im normalen Handel verkauft werden dürfen.

Keine medizinische Wirkung

Apropos Medizin: Über die Langzeitwirkung von IR-Bestrahlung gibt es bislang noch keine Untersuchungen. In der Vergangenheit wurden Infrarotkabinen damit beworben, dass ihre Strahlung heilsam bei chronischen Gelenkserkrankungen, Rheuma, Asthma, Bronchitis, Nebenhöhlenentzündungen, Verdauungsproblemen, Harnwegsinfektionen, Arthritis, Hämorrhoiden, Zerrungen, Menstruationsbeschwerden, ­Ischias, Gicht, Gastritis, Akne, Hepatitis, ­Ekzemen, Cellulite oder gar Zysten sei. Anbieter, die Derartiges behaupten, handeln unseriös und gesetzwidrig. Es gibt keine Studien, die belegen, dass Infrarotkabinen Krankheiten heilen können. Der Verein für Konsumenteninformation hat bereits gegen diese gesundheitsbezogene Werbung geklagt und vor Gericht recht bekommen. Heilversprechungen bzw. medizinische Wirkungen, die in Zusammenhang mit Infrarotgeräten in Aussicht gestellt werden, sind unseriös und an den Haaren herbeigezogen.

Was können Infrarotkabinen also leisten? Der Verkäufer im Baumarkt brachte es auf den Punkt: „Alles nur Wärme“.

 Infrarotkabinen: Flächenstrahler wäremen oberflächlich, Stabstrahler erreichen höhere Temperaturen (Bild: iStockphoto - mbirdy, Lumigraphics)
 Flächenstrahler (Bild links) wärmen oberflächlich, Stabstrahler (Bild rechts) erreichen höhere Temperaturen.

Checkliste Infrarotkabinen

  • Aufstellungsort. Der Boden des Aufstellungs­bereiches sollte feuchtigkeitsunempfindlich sein.
  • Raumtemperatur. Die Raumtemperatur sollte die Angaben des Herstellers nicht unterschreiten. Die Kabine kann sich sonst nur ungenügend aufheizen. Insbesondere bei Kellerräumen ist dies­bezüglich Vorsicht geboten.
  • Strom. Anschlusswerte sowie Leitungen sollten entsprechend ausgelegt bzw. abgesichert werden. Es wird empfohlen, den Stromkreis zur Kabine separat zu schalten, um bei Schwankungen im Netz ein unbeabsichtigtes Einschalten der Kabine zu verhindern.
  • Belüftungsmöglichkeit. Am Aufstellungsort sollte eine Belüftung möglich sein. Dem entsprechend sind Lüftungsschlitze in der Kabine bzw. ein Ventilator notwendig.
  • Lampen/Strahler. Erkundigen Sie sich nach der Lebensdauer der Heizelemente/Lampen bzw. den Kosten für einen Tausch.
  • IR-A-Strahler. Reine IR-A-Strahler gehören zur Be­-hand­lung von Tumoren in die Hände von Medizinern und sind nicht für den privaten Bereich geeignet.
  • Wohlfühltest. Vor dem Kauf sollten Sie die ­Kabine bei laufendem Betrieb testen. Fühlen Sie sich darin wohl oder nicht?
  • Temperaturregelung. Sitzt man in der Kabine und merkt, dass die Temperatur nicht passt, ist es lästig, wenn man die Kabine verlassen muss. Eine Innenregelung sollte auf jeden Fall vorhanden sein.
  • Kalte Füße. Ein Fußwärmer ist in der Regel nicht serienmäßig montiert. Wer dieses Zusatzgerät anschließen möchte, benötigt eine zusätzliche, in die Kabine integrierte Steckdose.
  • Kalter Schweiß. Dieses sehr unangenehme Phänomen tritt auf, wenn keine ausgewogene Rundumwärme gegeben ist und bestimmte Hautbereiche nicht ausreichend erwärmt werden.
  • Heiße Strahlung. Bei den heißen Stab- oder Lampenstrahlern besteht Verbrennungsgefahr. Deshalb sollte man darauf achten, dass Abstandshalter montiert sind.
  • Reinigung. Sitzflächen, Seitenwände und Abstandshalter sollten gut zu reinigen sein. ­Holzflächen (insbesondere grobporiges Holz), die mit Schweiß in Berührung kommen, sollten lackiert sein.
  • Infrarotdecken. Immer wieder werden auch sogenannte Infrarotdecken angeboten. Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen! Dabei handelt es sich um nicht anderes als um simple Heizdecken.

Interview mit Dr. Harald Maruna

Interview mit dem Autor und Saunaexperten Dr. Harald Maruna. Er setzt sich seit mehr als 40 Jahren mit Fragen rund um das Thema Sauna und Wärmeanwendung auseinander.

Dr. Harald Maruna, Saunaexperte (Bild: Archiv Maruna) Gibt es Unterschiede zwischen Sauna und Infrarotkabine und worin bestehen diese?

Dr. Harald Maruna, Saunaexperte (Bild: Archiv Maruna)Dr. Harald Maruna, Saunaexperte (Bild: Archiv Maruna)Dr. Harald Maruna: Natürlich besteht ein großer Unterschied zwischen Sauna und Infrarotkabine. Bei der Sauna gibt es einen Aufguss und die Abkühlung danach. Die Abfolge Wärme – Frischluft – Kälte ist eine uralte Formel für Anspannung, Entspannung, Erfrischung und Erholung. Das vegetative Nervensystem wird angekurbelt und der Körper für Kaltreize trainiert. Die Kreislauf­belastung fällt in der Infrarotkabine dafür etwas geringer aus. Hier wird ein Puls von etwa 90 erreicht, in der Sauna kann es beim Aufguss auch auf 120 oder mehr gehen.

Das sind Werte, die man bei vielen Sportarten, so auch beim Nordic Walking, leicht erreichen kann. Damit ist aber auch klar, dass man in der IR-Kabine nie in den Bereich kommen kann, bei dem Fettverbrennung stattfindet. Die Erwärmung des Körpers verläuft etwas schonungsvoller, dafür ist nichts über die Langzeitwirkung der Infrarotstrahlen auf die betroffenen Hautpartien bekannt, etwa was eine mögliche Hautalterung angeht. Die Forschung steht hier erst am Anfang, mit Aussagen muss man also vorsichtig sein.

Wie bewerten Sie den Entspannungseffekt in einer IR-Kabine im Vergleich zur Sauna?

Maruna: Die Entspannung kommt für mich in einer Infrarotkabine in verschiedener Hinsicht zu kurz. In der kleinen Kabine können durchaus ­klaustrophobische Gefühle aufkommen, man kann in der Regel nicht darin liegen und die kalten Anwendungen fehlen. Mir ist das zu wenig. Aber wer in einer Infrarotkabine entspannen kann, soll dies tun, es ist sicherlich eine indivi­duelle Frage. Egal ob Sauna oder Infrarotkabine, man sollte im Anschluss auf jeden Fall eine Ruhephase einlegen. Wenn ich danach gleich zum nächsten Geschäftstermin hetze, ist die ganze Entspannung dahin.

Verschiedene Infrarotkabinenvertreiber bieten zusätzlich ein Aufgussgerät an. Was ist davon zu halten?

Maruna: Mir ist das zu unromantisch. Ich brauche einen Kübel Wasser und einen Schöpfer zum Aufgießen.

Was halten Sie von kombinierten IR-/Saunakabinen?

Maruna: Wer ein Fan von Sauna und Infrarot ist, kann sich ja beides anschaffen. Dann muss ich mich aber entscheiden was ich möchte, denn beides gleichzeitig geht nicht.

Wie beurteilen Sie den Sinn und Nutzen von Extras wie Musikbeschallung und Farblicht?

Maruna: Farblicht in der Kabine ist ein lustiges Spiel. Wer sich damit wohlfühlt, soll es sich anschaffen. Einen gesundheitlichen Effekt hat es wohl kaum. Was Radio oder mp3-Player angeht: Musik gehört für mich zum Leben, man sollte halt etwas Passendes, etwas Beruhigendes, auflegen. Bei Hardrock oder Heavy Metal könnte ich mich nicht entspannen.

Gibt es Empfehlungen, wie oft man sich in der Woche in eine Infrarotkabine setzen kann und wie lange man sich darin ­aufhalten sollte?

Maruna: Das ist ebenfalls sehr individuell zu handhaben. Ich persönlich würde ein bis zwei Mal pro Woche in die Kabine gehen und ein bis zwei Sitzungen von 20 bis 30 Minuten mit einer Ruhephase dazwischen absolvieren. Die Ruhephase sollte dabei immer mindestens genauso lang sein wie die Warmphase.

Worauf sollte ich achten, wenn ich eine IR-Kabine benutze?

Maruna: Wie bei der Sauna sollte man auf jeden Fall den Flüssigkeitshaushalt im Auge behalten. Die Flüssigkeitsmenge, die ich ausschwitze, sollte ich dem Körper wieder zuführen, und zwar bevor der Organismus sich mit einem Durstgefühl meldet. Während der Gänge sind in moderater Menge Fruchtsäfte oder isotonische Getränke vorzu­ziehen. Am Ende darf es dann ruhig mehr sein, Mineralwasser oder Tee; auf Alkohol würde ich dagegen verzichten.

IR-Kabinen werden als Flächenstrahler oder als so­genannte Tiefenwärmestrahler, die auf bestimmte Körperpartien fokus­sieren, angeboten. Wie beurteilen Sie ­diesen Unterschied?

Maruna: Mir bietet die Infrarotkabine prinzipiell zu wenig Rundumwärme. Eine punktuelle Wärme mag im Sinne einer Muskelentspannung sinnvoll sein, doch das allgemeine Wohlgefühl ist für mich geschmälert. Wer hat schon gern kalte Füße in einer saunaähnlichen Kammer, wie ich das kürzlich erlebt habe.

In Zusammenhang mit der Sauna aber auch mit Infrarotkabinen wird man immer wieder mit dem Begriff der Entschlackung konfrontiert. Was hat es damit auf sich?

Maruna: Die Sauna hat zweifelsfrei eine psychosoziale Dimension. Ich tue etwas für meinen ­Körper, reinige mich innerlich, schwitze den Dreck heraus, der sich angesammelt hat. Dies hat irgendwann zu dem Begriff der Entschlackung geführt. Es wurden auch angeblich Schwermetalle im abgesonderten Schweiß entdeckt. Die Studien dazu kommen aus Industriegebieten im Osten. Doch diese Veröffentlichungen sind kritisch zu betrachten, denn möglicherweise wurden von außen auf die Haut gelangte Substanzen gemessen. Zwar werden Schwermetalle in Knochen und andere Abfallprodukte des Stoffwechsels im Fettgewebe eingelagert, dass diese jedoch herausgeschwitzt werden, ist höchst unwahrscheinlich. Ebenso ist in Zusammenhang mit Entschlackung häufig von einer Einweißüberfrachtung des Organismus die Rede. Doch diese existiert nicht. Die Wissenschaft kennt den Begriff der Entschlackung nicht. Für mich verbirgt sich dahinter ein Mythos.

Manche Anbieter werben gerne mit angeblichen gesundheitlichen Wirkungen. Wie sehen Sie das?

Maruna: Inserate von Anbietern, die mit Heils­erwartungen werben, haben mich schon sehr erstaunt. Infrarot hat gewisse Verdienste, denn Wärme ist zweifelsfrei wichtig. Wir fühlen uns wohl und behaglich. Ich habe mich aber schon gewundert, gegen was Infrarotwärme so alles helfen soll, etwa Ischias-, Unterleibs- und Prostatabeschwerden. Oder nehmen wir Cellulite. Wer wirklich etwas Wirksames gegen Cellulite entwickelt hätte, der hätte für immer ausgesorgt.

Der VKI hat einen Hersteller erfolgreich wegen gesundheitsbezogener Werbung verklagt, da es keine wissenschaftlichen Beweise für die versprochenen Wirkungen gibt.

Maruna: Und das ist gut so, denn es besteht ja die Gefahr, dass sich ernsthaft kranke Menschen in die Infrarotkabine setzen anstatt zum Arzt zu gehen und es zu einer Verschleppung der Krankheit mit ernsthaften Konsequenzen kommen kann. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Sauna. Wer krank ist, gehört zum Arzt, nicht in die Sauna und nicht in die Infrarotkabine!

Wann sollte man auf keinen Fall in die Infrarotkabine bzw. Sauna gehen?

Maruna: Bei der Infrarotkabine gibt es dazu noch zu wenige Studien. Ich würde aber auf jeden Fall dieselben Kontraindikationen wie bei der Sauna beachten, als da wären: akute entzündliche, infektiöse oder bösartige Erkrankungen wie z.B. eine Grippe, Krebs- oder sonstige Tumorerkrankungen und viele andere. Bei chronischen Gebrechen oder etwa Bluthochdruck sollte man sich unbedingt vom Arzt grünes Licht geben lassen.

Was spricht aus Ihrer Sicht für die ­Anschaffung einer Infrarotkabine?

Maruna: Ein geringer Platzbedarf, der den nachträglichen Einbau in Wohnungen leichter möglich macht, und ein im Vergleich zur Sauna geringerer Energieverbrauch. Und Infrarotwärme ist besser als nichts. Was mir noch fehlt, sind wissenschaft­liche Grund­lagen, da stehen wir erst am Anfang. Leider wird in der Werbung teilweise überzogen. Etwas salopp ­formuliert ist eine Infrarotkabine nichts anderes als eine Infrarotlampe, um die man ein Kasterl gebaut hat. Und klar ist außerdem: Die Infrarotkabine gehört in den Bereich Wellness, sie ist kein Medizinprodukt und schon gar nicht ein Therapieprinzip, mit dem man die ärztliche Diagnose und Behandlung von Krank­heiten ersetzen kann!

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