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Gute Zahnärzte erkennen - Auf den Zahn gefühlt

Was hat eine gute Zahnarztpraxis, was andere nicht haben? Was zeichnet einen guten Zahnarzt oder eine gute Zahnärztin aus? Hier ein kurzer Leitfaden zur Orientierung.

 

Ihre Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt

Öffnungszeiten: Es gibt spezielle Angebote am Morgen oder Abend.

Wartezeit: Sie müssen in der Regel nicht lange warten. Wenn es einmal zwanzig oder dreißig Minuten länger dauert, bis Sie drankommen, kann das auch an unvorhersehbaren Komplikationen oder einem eingeschobenen Notfall liegen. Eine Zahnarztpraxis kann nicht wie eine Fließbandproduktion organisiert werden. Im Falle längerer Wartezeiten sollte man Sie aber darüber informieren.

Sauberkeit: Die Praxis ist überall sauber.

Verständliche Sprache: Zahnarzt und Prophylaxeassistentin erklären Ihnen Sachverhalte in einer verständlichen Sprache. Medizinische Information ist aber unbedingt Sache des Arztes bzw. der Ärztin.

Sie werden als Mensch behandelt

Mensch, nicht Umsatzträger: Das Team behandelt Sie als Mensch und nicht als „Fall” oder Umsatzträger.
Zeit für Sie: Der Zahnarzt oder die Zahnärztin nimmt sich Zeit für Sie, hört Ihnen zu und spricht mit Ihnen über Diagnose, Therapie und Alternativen. Sie dürfen aber eines nicht vergessen: Zum einen honorieren die Krankenkassen Beratung kaum, zum anderen sollten Zahnärzte in einer Praxisstunde einen Umsatz von 150 bis 200 Euro erwirtschaften...

Behandlungsstühle: Mehr als drei Behandlungsstühle pro behandelndem Zahnarzt sollte es nicht geben. Alles darüber deutet auf Fließbandarbeit.
Machtfrage: Der Zahnarzt redet mit Ihnen nie von oben herab, unterhält sich nicht über Ihren Kopf hinweg und hat es nicht nötig, Macht zu demonstrieren.
Vorsorge: Der Zahnarzt berät über Zahngesundheitsvorsorge und bindet Sie in Entscheidungen ein. Nach der Behandlung wissen Sie, was Sie tun müssen, damit die Versorgung möglichst lange hält.
Klare Rechnung, gute Freunde: Die Preise sind transparent und nachvollziehbar; die Kosten stehen vor Behandlungsbeginn weitestgehend fest. Natürlich können während der Behandlung unerwartete Komplikationen auftreten, die die Kosten erhöhen. Das sollte aber die Ausnahme sein. Wozu gäbe es sonst eine gründliche
Diagnose?
Heil- und Kostenplan: Ab einem Honorar von etwa 300 Euro aufwärts sollten Sie einen aussagefähigen, verbindlichen und für Sie verständlichen (!) Heil- und Kostenplan erhalten. Der Arzt kann dafür eine Gebühr verlangen (ist unüblich), muss dies dem Patienten aber vorher ausdrücklich mitteilen.
Differenziertes Angebot: Die Ordination bietet ein in der Qualität abgestuftes Angebot: „Wir bieten vier verschiedene Kronentypen an ...“ Sie verstehen die Unterschiede in Quali-
tät und Preis.

Sorgfalt ist wichtiger als teure Geräte

Umfassende Hygiene: Die Praxis sorgt penibel für umfassende Hygiene (Mund-, Nasen- und Augenschutz, Handschuhe).
Röntgenbilder: Es gibt ausreichend Röntgenbilder vor und nach der Behandlung.
Spritze erwünscht: Der Zahnarzt fragt, ob Sie eine Spritze wollen. Viele Zahnärzte setzen bei bestimmten Arbeiten schon fast „automatisch” eine Betäubung, weil sie dann ruhiger arbeiten können – die Behandlung ist überwiegend schmerzfrei.
Füllungen halten: Neue Füllungen halten sechs bis zehn Jahre oder länger.
Wiederholungsfüllungen innerhalb von zwei, drei Jahren oder früher sind ein schlechtes Zeichen. Nach der Behandlung sind auch keine anderen Formen der Zahnbehandlung nötig.
Sitzt und passt: Füllungen, Inlays, Kronen, Brücken … alles, was eingegliedert wird, muss passen. Und wenn es nicht passt (Schmerz, Spannungsgefühl, Druck, Inlay etc. ist zu hoch, Frühkontakte), muss es angepasst oder ausgetauscht werden.
Zahnseide: Alle Zahnzwischenräume mit Füllungen oder Kronen sind für die Reinigung mit Zahnseide, Zahnhölzchen oder Interdentalbürsten durchgängig (siehe „Konsument“ 10/2003).
Hightech: Lassen Sie sich nicht durch Werbe-Hochglanzprospekte und Jubelmeldungen in Wissenschaftsberichten blenden: Viele neue und teure Materialien beziehungsweise Geräte garantieren noch keine gute Behandlung. Sie glauben ja auch nicht, dass Ihre Fotos alleine dadurch besser werden, dass Sie die neueste Kamera kaufen. Am wichtigsten sind Erfahrung, Sorgfalt und Können des Behandlers.

Professionell auch nach dem Eingriff

Haltbarkeit: Der Zahnarzt sagt Ihnen, wie lange die Versorgung durchschnittlich hält beziehungsweise halten sollte.
Garantie und Recall: In den USA und in einigen Privatpraxen sind sechs bis acht Jahre Garantie auf technische Arbeiten (Kronen, Brücken... ) üblich. Diese verlangen dafür vom Patienten penible Mundhygiene sowie regelmäßige Nachuntersuchungen (Recalls) – und ein entsprechendes Honorar.
Niemand ist perfekt: Die Qualität eines Zahnarztes zeigt sich auch daran, wie er eigene Fehler behebt. Ein Zahnarzt, der eine mangelhafte Arbeit – auf eigene Kosten – austauscht, ist noch lange kein schlechter Zahnarzt. Ihr Zahnarzt hat das Recht, mangelhafte Arbeiten von sich aus noch einmal anzufertigen, auszutauschen oder sie zu reparieren – sofern, sagen die Juristen, es für Sie als Patient zumutbar ist.
Nichts wie weg: Viele ärztliche Kunstfehler sind für Sie als Patient leider nicht sofort erkennbar. Sie sollten aber die Ordination wechseln, wenn die Zahnarzthelferin unter dem Zahnfleischrand arbeitet, Füllungen legt und Spritzen gibt und der Zahntechniker in Ihrem Mund arbeitet.
Bleiben Sie realistisch: Kaum eine Ordination wird alle genannten Punkte erfüllen. Und bei aller Kritik an zahnärztlicher Arbeit, die gelegentlich geäußert wird: Gehen Sie davon aus, dass Ihr Zahnarzt seine Arbeit nicht schlechter macht als Sie die Ihre.

 Recall: Der beste Tipp von allen

Die beste Zahnbehandlung ist nur von kurzer Wirksamkeit, wenn sie nicht durch Nachkontrolle (Recall) erhalten wird. Patienten die laufend zur Kontrolle kommen, haben einen erheblich besseren Zahnzustand als jene, die das nicht tun. Ganz besonders bei größeren und teuren Behandlungen wie der Parodontaltherapie, bei Implantaten und Brücken, bei Teil- und Totalprothesen ist diese regelmäßige Nachkontrolle absolut unverzichtbar.

Recall bedeutet eigentlich, dass die Praxis Sie daran erinnert, dass wieder eine Kontrolle nötig ist. Bei uns hat sich das noch nicht durchgesetzt, weil es Ärzten verboten ist, für sich zu werben. Recall könnte, so meinen Juristen, als verdeckte Werbung missbraucht werden. Wenn aber Sie Ihren Zahnarzt bitten, Sie regelmäßig an die Kontrolle zu erinnern, dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Parodobtalbehandlung ist Routine

Selbstverständlich Prophylaxe: Die Praxis bietet professionelle Mundhygiene an.
Zahnstein: Ihn nur zu entfernen, reicht nicht. Die Zähne müssen anschließend noch poliert werden.
Zahnfleischtaschen: Der Zahnarzt nimmt Zahnfleischbluten und zurückweichendes Zahnfleisch ernst, misst routinemäßig die Tiefe von Zahnfleischtaschen und behandelt sie und andere parodontale Probleme.
Wackelzähne: Der Zahnarzt prüft, ob Zähne locker werden.

Was haben Sie erlebt?

Welche Erfahrungen haben Sie mit Zahnärzten gemacht? Abonnenten können über ihre Eindrücke in unserem Forum berichten. Eine Sammlung der interessantesten Zuschriften veröffentlichen wir in einem der nächsten Hefte.

Was haben Sie bezahlt? 

Was haben Sie für einzelne zahnärztliche Leistungen bezahlt? Wir erheben die Preise von Privatleistungen und werden sie auf unserer Homepage veröffentlichen. Schicken Sie uns Kopien ihrer Heil- und Kostenpläne bzw. Rechnungen. Wir behandeln alle Zusendungen vertraulich, können sie aber nicht einzeln beantworten. Zuschriften richten Sie an:

Redaktion Konsument
Kennwort „Zahnbehandlung“
Linke Wienzeile 18
1060 Wien oder
zaehne@konsument.at

Forum

Wir erhalten immer wieder Anrufe und Post zum Thema Zahnbehandlungen. In unserem Forum können Abonnenten ihre Erfahrungen berichten.

Woran zeigt sich die Qualität einer Krone? Was sind die Vorteile von Gold, was die Nachteile von Keramik? Lohnt es sich, für ein Implantat viel Geld auszugeben? Was gehört zu einer guten Parodontalbehandlung und bei welchen Fehlstellungen reicht die abnehmbare Zahnspange nicht?

In Ordinationen kommt die Beratung oft zu kurz. Unsere aktualisierte Neuauflage des Buches "Zähne" (www.konsument.at/zahnratgeber/) bietet fundierte und für Laien gut lesbare Informationen.

Aus dem Inhalt

  • Mutter, Baby, Kind
  • Zahn- und Kieferregulierungen
  • Zahnfleisch
  • Zahnersatz
  • Kassen und Kosten
  • Probleme mit dem Zahnarzt

207 Seiten, 19,60 Euro (+ Versandspesen)

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