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Gelenkkapseln gegen Arthrose und Schmerzen - Wirkungslose Substanzen

Kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kollagen, Glucosamin oder Chondroitin einer Arthrose entgegenwirken?

Wir sagen: Die zusammengefassten Ergebnisse bisheriger Studien deuten darauf hin, dass die Einnahme solcher Gelenkskapseln bei Arthrose-Symptomen wie Schmerzen nicht helfen kann.

KONSUMENT Faktencheck-Medizin: Bei dem hier beschriebenen Thema ist die Beweislage unzureichend; es gibt keine Hinweise, dass die Behauptung stimmt

Abnutzung von Gelenken

Kaputte Knie, lädierte Hüften – Schmerzen und steife, knirschende Gelenke sind oftmals ein Hinweis auf Arthrose. Von der Erkrankung sind mehr als drei Viertel aller Menschen über 55 Jahre betroffen. Ursache ist eine Gelenksabnutzung und der Verlust von Knorpelgewebe. Wenn der Knorpel stark abgenutzt ist, reiben die Knochen direkt aneinander. Das verursacht Schmerzen und schränkt die Beweglichkeit stark ein. Um den Knorpel wieder aufzubauen, soll angeblich neben regelmäßiger Bewegung die Einnahme von bestimmten

Gelenkschmiermittel: wirkungslose Substanzen

Nahrungsergänzungsmitteln, im Volksmund auch als Gelenkschmiermittel bekannt, helfen. Derartige Präparate sind in großer Zahl auf dem Markt. Die Gelenkkapseln enthalten oft Kollagen, Glucosamin und Chondroitin. Die Stoffe sollen die Knorpelsubstanz stärken und die Menge an Gelenksschmiere erhöhen. Zusammengefasste Ergebnisse bisheriger Studien deuten darauf hin, dass diese Substanzen zur Arthrosebehandlung wirkungslos sind. Glucosamin und Chondroitin sind zwar wichtige Bestandteile der schmierigen Gelenksflüssigkeit und des Knorpels, die Einnahme – entweder alleine oder in Kombination – kann Arthroseschmerzen jedoch nicht lindern. Gleiches gilt für Kollagenpräparate.

Keine Heilung

Vernetzte Kollagenfasern sind der Hauptbestandteil von Knorpelgewebe. Kollagenhaltige Nahrungsergänzungsmittel scheinen jedoch ebenfalls keine Besserung von Arthrose-Schmerzen zu bewirken. Auch hydrolysiertes (aufgespaltenes) Kollagen dürfte wirkungslos sein.

Arthrose ist eine chronische Gelenksabnutzung, für die es keine Heilung gibt. Sie ist der Hauptgrund für den Einsatz künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Ärzte empfehlen häufig entzündungshemmende Schmerzmittel. Bei Kniegelenksarthrose können beispielsweise auch Injektionen in die Gelenke Beschwerden lindern.

Körpergewicht reduzieren

Betroffene können jedoch auch selbst einiges dazu tun. So belastet Übergewicht die Gelenke besonders stark. Eine Studie zeigte, dass bereits eine Reduktion des Körpergewichts innerhalb von fünf Monaten um fünf Prozent bei Übergewichtigen zu merkbaren Besserungen führen kann. Experten empfehlen Übergewichtigen eine Gewichtsreduktion um ungefähr zehn Prozent.

Regelmäßig Bewegung

Auch Physiotherapie und Bewegung können dazu beitragen, Arthrosebeschwerden zu verbessern. Bei angeschwollenen, schmerzenden Gelenken ist kurzfristig Schonung angesagt; langfristig verbessert jedoch leichte, regelmäßige Bewegung die Symptome. Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen empfiehlt Walking (zügiges Gehen), Aerobic, Radfahren oder Schwimmen. Wenngleich Bewegung und Gewichtsabnahme die Arthrose nicht zum Verschwinden bringen, so können sie die Lebensqualität der Betroffenen doch deutlich verbessern.

Stimmt das, was die berichten?

Beinahe täglich berichten Medien von Behandlungsmethoden, diagnostischen Tests und Studien. Bei den Lesern steigen Erwartungen und Sorgen. Wie aber steht es mit den Fakten hinter diesen Meldungen? Können wir glauben, was wir lesen? In unserer Rubrik "Fakten-Check Medizin" finden Sie Informationen, ob es für Medienberichte zu medizinischen Themen echte wissenschaftliche Beweise gibt. "Faktencheck Medizin" ist eine Kooperation von KONSUMENT mit Cochrane-Österreich. Cochrane-Österreich ist werbefrei, unabhängig und wird durch die Bundesgesundheitsagentur gefördert.

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