Fersensporn - Schlechtes Schuhwerk und falsche Fußbelastung

Viele Menschen haben ihn, ohne es zu merken. Andere werden beim Gehen von stechenden Schmerzen gequält, bis sie die richtige Behandlung finden.

Wenn der Schmerz in die Ferse schießt

Beim ersten Auftreten am Morgen oder nach dem Sitzen schießt der Schmerz in die Ferse, als hätte man sich einen Nagel eingetreten. Erst nach einigen humpelnden Schritten ist Gehen wieder möglich. Nur kurze Strecken kann man schmerzfrei zurücklegen. Nachts und beim Ruhen schwillt der Schleimbeutel an. Der Schmerz wird zum hartnäckigen Begleiter und schränkt die Aktivitäten ein.

Woher kommt er?

Auslöser ist eine länger dauernde Überbelastung der Sehnen durch zu viel Druck und Zug an der Sehnenplatte der Fußsohle, der Unterseite des Fersenbeins. An den überbeanspruchten Stellen kommt es zu einer chronischen Entzündung des umliegenden Gewebes und in der Folge zu Kalkablagerungen – ein Knochenauswuchs entsteht (Plantarer Fersensporn). Selten ist der Schmerz auch Folge einer rheumatischen Entzündung.

Häufigsten Ursachen

Die häufigsten Ursachen sind schlechtes Schuhwerk und übermäßige oder falsche Fußbelastung, zum Beispiel durch Fehlstellungen wie Knick-Senkfuß. Langes Stehen und Laufen auf harten Böden, Übergewicht, unzureichende Aufwärmphasen beim Sport sowie im Alter das Schrumpfen des Fettpolsters an der Ferse fördern den Fersensporn.

Er kann ein bis zehn Millimeter groß werden. Durch Abtasten kann er diagnostiziert werden, weil Druck auf die Mitte des Fersenbeins Schmerz auslöst. Um andere Krankheiten wie Rheuma oder Tumore auszuschließen, werden meist Röntgenaufnahmen angefertigt.

Vorbeugung und Selbsthilfe

Beim Kauf von Schuhen sollte man immer auf eine dämpfende Sohle und eine gute, nicht drückende Fersenstütze achten. Fehlstellungen der Füße sollten durch entsprechendes Schuhwerk, eventuell auch durch Einlagen ausgeglichen werden. Für Übergewichtige ist Abspecken ratsam. Wenn die Beschwerden von den verkürzten Wadenmuskeln herrühren, sollte man täglich ein Dehnungsprogramm durchführen: Im Bett ein Handtuch unter den Fußballen legen, mit den Händen fassen und das Bein mit gestrecktem Knie hochziehen. Im Stehen sich mit vorgestreckten Händen gegen die Wand abstützen, einen Schritt nach hinten machen und beide Fußsohlen 30 Sekunden fest auf den Boden drücken. Schrittstellung wechseln, mehrmals wiederholen. Sportler sollten vor jedem Training aufwärmen und Sehnen und Wadenmuskeln dehnen. Bei Schmerzen: Füße hochlagern und eine Eispackung auflegen; kein Sport außer Radfahren und Schwimmen. Gel-Einlagen oder Einlagen, die an der Stelle des Sporns eine Aussparung haben, können Schmerzen beim Gehen lindern.

Behandlung

Durch nach Maß angefertigte Einlagen, die der Orthopäde verschreibt, wird der schmerzende Punkt entlastet und längeres Gehen wieder möglich. Kurzfristig können zur Schmerzlinderung auch Cortison-Salbenverbände angelegt oder Injektionen mit Cortison und einem Mittel zur lokalen Betäubung verabreicht werden. Ultraschalltherapie und auch schwache Röntgenbestrahlung können helfen. Die Wirksamkeit einer Stoßwellentherapie ist fraglich.

In den meisten Fällen, zu 95 Prozent, reichen die genannten Maßnahmen aus. Erst nach 9 bis 12 Monaten vergeblicher Versuche sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden, bei der die Sehnenplatte durchtrennt und der Fersensporn abgetragen wird. Nach zwei bis drei Wochen Ruhe kann der Fuß erst allmählich wieder belastet werden. Eine nach Maß gefertigte Einlage sollte die Ferse weiterhin entlasten. Nicht selten kommt der Fersensporn jedoch wieder.

Ärztliche Beratung: Dr. Erika Trappl

Wann zum Arzt?

  • Möglichst früh, wenn beim Auftreten Schmerz zu spüren ist.

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