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Darmkrebs-Früherkennung - Darmspiegelung

Die Untersuchung ist unangenehm, aber wichtig für die Früherkennung von Darmkrebs. Bei 3 von 1000 Untersuchungen gibt es Komplikationen.

Jährlich 5000 Erkrankungen

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Österreich. Jährlich erkranken hier etwa 5000 Menschen an Darmkrebs, etwa 2500 sterben daran. Die gute Nachricht ist, dass Darmkarzinome relativ langsam wachsen und dass es mit der Darmspiegelung, der „Koloskopie“,  eine Untersuchung gibt, die Krebs und mögliche Vorstufen im Darm mit recht hoher Genauigkeit aufspürt. Grund genug also, dass diese Untersuchung in das Programm der staatlichen Vorsorgeuntersuchungen aufgenommen wurde.

Was passiert bei der Untersuchung?

Damit der Arzt die Darmwand problemlos sehen kann, muss der Dickdarm zuvor sehr gründlich von Speise- und Stuhlresten befreit werden. Die Vorbereitung auf die Koloskopie beginnt daher bereits drei Tage vor der eigentlichen Untersuchung, denn da sollte man mit dem Verzicht auf schwer verdauliche Speisen anfangen. 24 Stunden vor der Untersuchung muss man dann ganz auf Essen verzichten und in weiterer Folge ein starkes Abführmittel zusammen mit drei bis vier Litern Flüssigkeit trinken, bis man nur noch eine klare Flüssigkeit ausscheidet.

Beruhigung gegen den Schmerz

Wirklich entspannt sieht wohl niemand einer Darmspiegelung entgegen. Doch neben dem Geschick und der Erfahrung des untersuchenden Arztes ist einer der wichtigsten Faktoren gegen Schmerzen bei der Untersuchung, dass sich der Patient nicht „einkrampft“. Kurz vor der Untersuchung erhält der Patient daher meist eine Venenkanüle, über die bei Bedarf Beruhigungs- oder Schmerzmittel verabreicht werden können.

Untersuchungsablauf

Die eigentliche Untersuchung beginnt damit, dass der Arzt den Enddarm mit dem Finger abtastet. Dann wird der Darm mit Luft oder Kohlendioxid etwas aufgepumpt. Anschließend wird die Spitze des Koloskops (auch Endoskop genannt) durch den After in den Darm eingeführt und Stück für Stück den gesamten Dickdarm entlang bis zum Blinddarm vorgeschoben. Das Koloskop ist ein biegsamer, etwa fingerdicker Schlauch, an dessen Spitze sich eine Lichtquelle, eine kleine Kamera und verschiedene ausfahrbare Instrumente befinden. Die Spitze des Koloskops lässt sich so steuern, dass jede Falte der Darmwand ausgeleuchtet und inspiziert werden kann. Das Ganze dauert zwischen 20 und 30 Minuten.

"Weitgehend schmerzarm"

Eine Darmspiegelung ist zwar weitgehend schmerzarm, allerdings empfinden manche Patienten das Vorschieben des Koloskops als sehr unangenehm. Die Mehrzahl erhält deshalb ein starkes Beruhigungsmittel. Das hat aber zur Folge, dass man nach der Untersuchung noch ein bis zwei Stunden zur Beobachtung in der Praxis bleiben und an diesem Tag auch kein Auto mehr lenken soll.

Gibt es Risiken?

Die Darmspiegelung ist eine invasive Untersuchung, bei der man gewisse Risiken in Kauf nehmen muss. Das Einführen des Koloskops in den Darm kann trotz Gleit- und starken Beruhigungsmitteln unangenehm sein. Beruhigungsmittel haben wiederum ihre eigenen Nebenwirkungen: Die Medikamente steigern das Risiko von Herz-Kreislauf-Störungen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass mit ungenügend gereinigten Koloskopen Keime von einem Patienten auf den nächsten übertragen werden. Es gibt zwar spezielle Spülmaschinen, die die Geräte reinigen und desinfizieren sollen, bei einer Kontrolle von Praxen im deutschen Bundesland Niedersachsen im Jahr 2004 war aber jedes vierte Gerät nicht keimfrei.

Selten schwere Komplikationen

Allerdings ist bislang unklar, wie viele Infektionen tatsächlich auf verunreinigte Koloskope zurückzuführen sind. Schwere Komplikationen sind zwar selten, können aber auftreten, vor allem, wenn im Laufe einer Darmspiegelung auch Polypen entfernt werden. Dazu gehören starke Blutungen, die nicht mit dem Koloskop gestillt werden können, oder Perforationen, bei denen die Darmwand mit der Spitze des Koloskops durchstoßen wird. Nach internationalen Berichten kommt es bei etwa einer bis 3 von 1000 Spiegelungen zu einer Verletzung, die die Einlieferung in ein Krankenhaus oder eine Operation am Bauchraum nötig macht.

Was, wenn der Arzt etwas findet?

Zunächst einmal keine Panik. Dickdarmkrebs entsteht relativ langsam. In den meisten Fällen bilden sich erst Wucherungen auf der Schleimhaut, die Polypen oder Adenome genannt werden. Doch diese Wucherungen sind im Alter fast eine Normalität: Ein Drittel bis die Hälfte der Männer und Frauen im Alter zwischen 50 und 75 trägt zumindest einen Polypen im Darm. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hat Ihr Arzt also einen Darmpolypen entdeckt.

Darmpolypen

Die meisten Polypen bleiben klein und gutartig, manche wachsen aber innerhalb von fünf bis zehn Jahren zu mehreren Zentimetern Größe heran. Je größer ein Polyp ist, desto höher ist das Risiko, dass sich in ihm bereits ein Krebsgeschwür entwickelt hat. Ein erfahrener Arzt kann durch eine Darmspiegelung recht zuverlässig gutartige und bösartige Veränderungen der Darmwand unterscheiden. Wenn er einen Polypen findet, wird der sofort entfernt. Das passiert entweder mit einer elektrischen Schlinge oder einer Biopsiezange an der Spitze des Koloskops.

Gewebe wird untersucht

Forscher gehen davon aus, dass sich von entfernten 100 Polypen mittlerer Größe 99 nie zu einem bösartigen Tumor entwickeln würden. Trotzdem wird das entnommene Gewebe anschließend noch von einem Pathologen auf bösartige Zellen untersucht.

Risikofaktoren

Personen ohne besondere Risikofaktoren sind meist weit über 60, wenn Dickdarmkrebs gefunden wird. Wenn ein Patient in jüngeren Jahren erkrankt, dann sind fast immer  Besonderheiten im Spiel. Ein erhöhtes Risiko für ein kolorektales Karzinom haben Personen, die an einer entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, bei denen bereits ein oder mehrere Dickdarmpolypen entfernt wurden oder die enge Verwandte haben, die an Darmkrebs erkrankt sind.

Hohe Treffsicherheit

Auch wenn die ganze Prozedur nicht wirklich angenehm ist: Ziel der Vorsorgeuntersuchung ist es, Ihr Risiko, an Darmkrebs zu sterben, zu verringern. Die Koloskopie kann dieses Risiko erwiesenermaßen senken. Hinzu kommt, dass während einer Spiegelung auch Polypen, also mögliche Vorstufen von Darmkrebs entdeckt und entfernt werden können.

96-97 von 100 Polypen werden erkannt

Ärzte gehen davon aus, dass bei einer Spiegelung von 100 Polypen und Tumoren mit mehr als einem Zentimeter Größe lediglich drei bis vier übersehen werden. Am höchsten ist das Risiko für flach wachsende Adenome und Krebse, die unter Umständen erst mithilfe einer Färbung sichtbar gemacht werden können. Amerikanische Studien an 32.000 Personen ergaben, dass diejenigen, die in den letzten 10 Jahren eine Darmspiegelung absolviert hatten, etwa halb so oft an Darmkrebs erkrankt waren.

Neue Gesundheitsvorsorge

In der ersten Jahreshälfte 2005 wurde die traditionelle Vorsorgeuntersuchung in Österreich neu geregelt.

Mammographie ab 40

Allgemein beinhaltet die Vorsorgeuntersuchung nun zunächst ein ausführliches Gespräch, das familiäre und lebensstilbezogene Risiken erhebt, sowie eine Blut-, Harn- und Stuhluntersuchung. Die Untersuchung der Haut auf auffällige Muttermale und sonstige Veränderungen geschieht zunächst durch einen Allgemeinmediziner, bei Unklarheiten erfolgt die Überweisung zum Hautarzt. Für Frauen ist, wie bisher schon, jährlich ein Test auf Gebärmutterkrebs (PAP-Test) vorgesehen. Neu ist, dass das Programm ab dem vollendeten 40. Lebensjahr auch eine Mammographie ermöglicht.

Darmspiegelung ab 50

Für Männer ist der PSA-Test auf Prostatakrebs zwar im Programm enthalten, er wird jedoch nur auf ausdrücklichen Wunsch durchgeführt. Zur Darmkrebsvorsorge wurde schon bisher die Untersuchung des Stuhls auf Blut vorgenommen. Nun wird zusätzlich allen Personen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, auch eine Darmspiegelung (Koloskopie) angeboten. Die Empfehlungen lauten dabei, die Mammographie alle zwei Jahre vorzunehmen und die Koloskopie alle zehn Jahre.

Extra Einladungen

Um die Teilnahme an diesen Vorsorgeuntersuchungen zu erhöhen, sollen die Anspruchsberechtigten – das sind alle in Österreich wohnenden Personen ab 18 Jahren – im Rahmen des neuen Systems regelmäßig an die Untersuchungen erinnert und dazu eingeladen werden.

 

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