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Antifaltencremen für die Nacht - Mehr Schein als Sein

  • Nur minimale Antifalten-Effekte
  • Als Feuchtigkeitsspender sind alle Cremen geeignet
  • Zwei der drei guten stammen aus dem Drogeriemarkt

Wie Fältchen entstehen

Ab Mitte zwanzig beginnt die Haut zu altern. Zellen erneuern sich langsamer, das Bindegewebe verliert an Elastizität, das Kollagennetz unter der Haut speichert weniger Feuchtigkeit. Die Haut wird dünner, trockener, schlaffer – erste Fältchen zeigen sich. Sonne, Stress, wenig Schlaf, Nikotin, unausgewogene Ernährung und insbesondere häufige Solariumbesuche beschleunigen den Alterungsprozess. Irgendwann ist es dann so weit: Aus einigen kleinen Fältchen sind viele und aus manchen ganze Furchen geworden.

Verlockende Versprechungen

Geht es nach den Auslobungen auf Cremepackungen, könnte man meinen, Falten ließen sich über Nacht wegpflegen. Das wäre ja tatsächlich eine feine Sache: abends einfach eine Pflegecreme mit Antifalteneffekt auftragen, morgens mit glatter Haut aufwachen. „Falten, sogar ausgeprägte, werden entknittert“, versprechen zum Beispiel die Werbetexter bei der Anti-Falten Nachtpflege von Garnier. Nacht für Nacht werde die Haut „wie von innen aufgepolstert“, heißt es über die Night Anti-Wrinkle Creme von Helena Rubinstein. Und Biotherm stellt gar einen „Neue-Haut-Effekt bei jedem Erwachen“ in Aussicht. Obwohl man im tiefsten Inneren weiß, was von allzu vollmundigen Werbeaussagen zu halten ist – der Verlockung, statt einer reinen Pflegecreme eine teurere mit zusätzlich ausgelobtem Antifalten-Effekt zu erstehen, können viele nicht widerstehen.

Was die Cremen können

Was können solche Produkte nun tatsächlich bewirken? Die deutsche Stiftung Warentest hat Antifaltencremen für die Nacht getestet. Elf davon sind auch bei uns erhältlich. Lediglich bei den drei besten Nachtcremen im Test (von Diadermine, L’Oréal und Helena Rubinstein) wurde auch eine gute faltenreduzierende Wirkung festgestellt. Gut heißt in diesem Fall: kurzfristige Reduzierung der Falten um maximal einige Hundertstelmillimeter. Ist eine Falte beispielsweise 0,15 Millimeter tief und wird durch eine Creme um 20 Prozent reduziert, ist sie im Endeffekt 0,12 Millimeter tief – ein Unterschied, der mit freiem Auge kaum zu erkennen ist.

Nur bedingter Antifalten-Effekt

Bei starken Mimikfalten und Krähenfüßen sind Antifaltencremen ohnehin machtlos, weil sie in tieferen Hautschichten entstehen, an die kein kosmetisches Mittel herankommt. Und auch gar nicht herankommen soll. Denn kosmetische Mittel dienen in erster Linie dazu, einen Zustand zu erhalten – so ist es rechtlich verbindlich auf europäischer Ebene festgelegt. Was geeignet ist, den Zustand der Haut zu verändern, gilt als Arzneimittel, und dazu zählen die Antifaltencremen im Test nun einmal nicht. Auch nicht jene, die exklusiv in Apotheken erhältlich sind.

Vichy am schwächsten

Im Rahmen des Möglichen gibt es Unterschiede zwischen den Produkten. Die deutlichsten gemessenen Antifalten-Effekte hatten, wie schon gesagt, die Cremen von Diadermine, L’Oréal und Helena Rubinstein. Am wenigsten wirkte die Antifalten- und Lifting-Nachtpflege von Vichy. „Selbst ausgeprägte Falten werden gemildert und sichtbar korrigiert“, heißt es zwar auf der Verpackung dieser Creme aus der Apotheke. Doch sogar eine zu Vergleichszwecken mitgetestete Standardemulsion war – obwohl nicht auf Antifaltenwirkung getrimmt – besser!

Gute Feuchtigkeitsanreicherung

Alle Nachtcremen im Test reichern die Haut dagegen gut mit Feuchtigkeit an. Nach dem Eincremen wirkte das Hautbild der Probandinnen trotz minimaler „Entknitterung“ kurzfristig glatter und praller. RoC Retin-Ox, die besonders preisgünstige Rilanja Care Nachtcreme von Schlecker und Nivea Visage sind sogar sehr gute Feuchtigkeitsspender. Auch die Anwendungseigenschaften wurden von den Testerinnen durchwegs gut benotet. Die Nachtcremen ließen sich leicht verteilen, zogen schnell ein, dufteten ansprechend und hinterließen ein angenehmes Hautgefühl.

Meistens gut verträglich

Die Cremen waren zudem gut verträglich. Im Test traten nur ganz vereinzelt Hautreaktionen wie Rötungen oder Jucken auf. Wer allerdings schon empfindlich auf bestimmte Inhaltstoffe von Kosmetika reagiert hat, probiert eine Creme besser erst einige Tage in der Armbeuge aus, bevor er sie im Gesicht aufträgt. Meistens sind Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Parfüm oder Farbstoffe die Verursacher von Unverträglichkeitsreaktionen. In der Tabelle ist angeführt, welche Produkte diese Stoffe enthalten.

Vergleich mit Standardemulsion

Insgesamt wurden die Antifaltencremen von je 30 Testerinnen zwölf Wochen lang aus neutralen Packungen aufgetragen. Auf eine Gesichthälfte kam die Testcreme, auf die andere zum Vergleich eine Standardemulsion mit guten hautpflegenden Eigenschaften. Zu Testbeginn, nach vier sowie nach zwölf  Wochen wurde die Gesichtshaut der Probandinnen in einem dreidimensionalen Verfahren fotografiert, analysiert und beurteilt. Nach zwölf  Wochen Anwendung hatte sich am Hautbild nicht wesentlich mehr verändert als nach vier Wochen.

Die Probandinnen selbst beurteilten ihre Fältchen und Falten zu Testende großteils als unverändert bis wenig verbessert. Oft wurde die Antifaltenwirkung der Vergleichsemulsion gelobt, obwohl es sich bei dieser lediglich um eine gut pflegende Creme gehandelt hatte.

Überbewertete Inhaltstoffe

Geht es nach der Werbung, hängt die Wirksamkeit von Cremen mitunter wesentlich von bestimmten Inhaltstoffen ab. So wird häufig das Coenzym Q 10 als Wirkstoff beworben. Q 10 ist ein vitaminartiger Mikronährstoff mit zellschützender Wirkung, der sowohl vom Körper selbst produziert als auch mit der Nahrung aufgenommen wird. Er steckt unter anderem in Fleisch und Geflügel, Nüssen und Hülsenfrüchten sowie bestimmten pflanzlichen Ölen. Bei ausgewogener Ernährung ist die Versorgung normalerweise sichergestellt. Hyaluronsäure wird ebenfalls häufig als Cremebestandteil ausgelobt. Auch sie ist eine vom Körper selbst produzierte Substanz, kommt praktisch in allen Organen und Geweben vor und ist unter anderem für die Elastizität des Bindegewebes verantwortlich. Aus Bakterienkulturen gewonnen, wird Hyaluronsäure auch in der Medizin eingesetzt: etwa zur Symptomlinderung bei Gelenkserkrankungen, zum Unterspritzen von Falten oder Aufspritzen der Lippen.

Auf die Gesamtrezeptur kommt's an

Doch welcher Inhaltstoff auch immer – zu viel sollte man sich von keinem erhoffen. Experten werden nicht müde, zu betonen: Entscheidend für die Qualität einer Creme sind nicht einzelne Zutaten, sondern die Gesamtrezeptur. Und diese wiederum ist oft schon bei preiswerten Produkten tadellos. Das bestätigt auch dieser Test. Die Cremen von Diadermine und L’Oréal (beide aus dem Drogeriemarkt) sind mit knapp 15 beziehungsweise 17 Euro pro 50-ml-Tiegel wesentlich preiswerter (und zudem noch ein bisschen besser) als die ebenfalls gute Creme von Helena Rubinstein um stolze 82,80 Euro. Noch ein Tipp: Lassen Sie sich im Geschäft von pompös gestalteten Kartons nicht allzu sehr beeindrucken, sondern lesen Sie besser die Deklaration der Füllmenge auf der Packung. Sowohl bei den drei besten Cremen im Test als auch bei denen von RoC Retin-Ox, Biotherm und Garnier täuschen die Packungen mehr Füllmenge vor, als sie tatsächlich enthalten.

Antifaltencremen: Anbieteradressen

Balea Face: DM Drogerie Markt GesmbH,
Zentralverwaltung,
Kasernenstraße 1/4/105,
A-5071 Salzburg,
(0662) 85 83-0,
www.dm-drogeriemarkt.at

Biotherm: L'Oréal Österreich GmbH,
Am Europlatz 3,
A-1120 Wien,
(01) 536 51-600,
www.loreal.com

Diadermine Falten Expert 3 D: Henkel Central Eastern Europe GesmbH,
Schwalbengasse 10,
A-1030 Wien,
(01) 711 04, w
ww.henkel.at

Eucerin Hyaluron-Filler Intensiv: Beiersdorf GesmbH,
Laxenburger Straße 151,
A-1100 Wien,
(01) 614 00-0,
www.beiersdorf.at

Garnier Skin Naturals Jade Ultra Lift:
L'Oréal Österreich GmbH,
Am Europlatz 3,
A-1120 Wien,
(01) 536 51-600,
www.loreal.com

Helena Rubinstein Collagenist: L'Oréal Österreich GmbH,
Am Europlatz 3,
A-1120 Wien,
(01) 536 51-600,
www.loreal.com

L'Oréal Österreich GmbH,
Am Europlatz 3,
A-1120 Wien,
(01) 536 51-600,
www.loreal.com

Nivea Visage: Beiersdorf GesmbH,
Laxenburger Straße 151,
A-1100 Wien,
(01) 614 00-0,
www.beiersdorf.at

RoC Retin-Ox: Johnson & Johnson GesmbH,
Weisslhofweg 9,
A-5400 Hallein,
(06245) 894-0,
www.jnjaustria.at

Schlecker Anton GesmbH,
Anton-Schlecker-Straße 1,
A-4055 Pucking,
(07229) 847,
www.schlecker.at

Vichy Liftactiv Pro Nacht: L'Oréal Österreich GmbH,
Am Europlatz 3,
A-1120 Wien,
(01) 536 51-600,
www.loreal.com

Antifaltencremen: Kompetent mit "Konsument"

  • Nicht zu viel erwarten. Antifaltencremen können kleinere Falten bestenfalls um Hundertstelmillimeter reduzieren. Ein Effekt ist messbar, aber mit freiem Auge kaum zu erkennen. Ausgeprägte Falten werden nicht gemildert.
  • Enorme Preisunterschiede. Die billigste Creme des Spitzentrios (Hochleistungs-Anti-Falten-Nachtpflege von Diadermine) kostet rund 15 Euro. Für die teuerste (Night Anti-Wrinkle von Helena Rubinstein) sind rund 83 Euro, das ist mehr als das Fünffache, zu zahlen.
  • Fetter als Tagescremen. Vor allem Frauen ab Mitte 30 mit einer Neigung zu trockener Haut verwenden gerne Nachtcremen. Bei normaler bis fettiger Haut ist eine spezielle Pflegecreme für die Nacht meist nicht nötig.
  • Pflegeserien. Es gibt keinen Grund, Tages- und Nachtcreme aus derselben Pflegeserie zu kaufen.

Antifaltencremen: So haben wir getestet

Im Test: Die Stiftung Warentest hat elf Nachtcremen mit dem Werbeschwerpunkt Antifaltenwirkung getestet.

Abwertung . War das Urteil für die Faltenreduzierung „durchschnittlich“ beziehungsweise „weniger zufriedenstellend“, wurde das Testurteil um eine halbe Note abgewertet.

Faltenreduzierung. Ermittelt wurde die Faltenreduktion im Gesicht von jeweils 30 Probandinnen pro Produkt mit der Messmethode „Fast Optical in Vivo Topometry of Human Skin“ (FOITS). Die Probandinnen wendeten die Cremen zwölf Wochen lang an. Gemessen wurde vor der ersten Anwendung sowie vier und zwölf Wochen später, jeweils zwölf Stunden nach der letzten Anwendung.

Feuchtigkeitsanreicherung. Die Feuchtigkeitsanreicherung der Haut wurde mit einem speziellen Feuchtigkeitsmessgerät (Corneometer) zeitgleich zur Messung der Faltenreduktion ermittelt.

Anwendung. In einem Fragebogen beurteilten die Probandinnen unter anderem Konsistenz, Verteilbarkeit, Einziehen, Klebrigkeit, Duft, Glätte der Haut sowie Reduzierung von Falten und Fältchen. Weiters wurde die Verträglichkeit beurteilt. Alle Produkte waren „sehr gut“ verträglich.

Stabilität . Die Produkte wurden 24 Stunden bei –5 Grad Celsius und zehn Tage bei 40 Grad Celsius aufbewahrt und anschließend visuell begutachtet. Alle bestanden die Prüfung „sehr gut“.

Deklaration. Überprüft wurde die Deklaration gemäß den Vorschriften der Kosmetikverordnung. Es gab keine Beanstandungen.

Angaben laut Anbieter. Die in der Tabelle aufgeführten Merkmale sind nicht in die Bewertung eingeflossen.

Die Angaben zu Konservierungsstoffen, Emulgatoren, Farbstoffen und Parfüm entnahmen wir den Inhaltstoffdeklarationen der Anbieter.

Mogelpackung. Es wurde überprüft, ob die Verpackung so gestaltet und befüllt ist, dass sie keine größere Füllmenge vortäuscht als enthalten ist.

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