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Antibabypillen - Sichere Sache

  • Hormonpräparate gehören zu den sichersten Verhütungsmitteln
  • Nebenwirkungen und Risiken sind bekannt
  • Preisunterschiede gehen bis zum Dreifachen

Vier von zehn nehmen die Pille

Etwa vier von zehn Frauen wählen heute für die Familienplanung die Pille, weil diese Methode komfortabel und sicher ist. Risiken und Nebenwirkungen sind genau erforscht; Frau und Arzt können gemeinsam das Für und Wider überlegen.

Die meisten „Antibabypillen“ sind aus Östrogenen und Gestagenen zusammengesetzt. Es sind künstlich hergestellte Hormone, die den natürlichen Sexualhormonen im Körper ähneln. Östrogene verhindern den monatlichen Eisprung. Gestagene verändern die Beschaffenheit des Schleims, der den Gebärmutterhalskanal auskleidet, wodurch die Spermien auf ihrem Weg in die Gebärmutter behindert werden. Sie verändern auch die Gebärmutterschleimhaut, sodass einem bereits befruchteten Ei das Einnisten erschwert wird.

Ein-, Zwei- oder Drei-Phasen-Präparate

Abhängig davon, wie die beiden Wirkstoffe – Östrogene und Gestagene – über die 21 Einnahmetage in den Dragees verteilt sind, wird nach Ein-, Zwei- oder Dreiphasenpräparaten unterschieden. Bei Packungen, die Tabletten für 28 Tage beinhalten, sind sieben davon hormonfrei. Sie dienen nur dazu, den Einnahmerhythmus nicht zu unterbrechen. Als „Minipille“ gilt ein Mittel, das nur ein Gestagen enthält. Es wird täglich ohne Unterbrechung eingenommen.

47 Produkte zugelassen

In Österreich sind 47 Verhütungsmittel zum Einnehmen zugelassen; darunter 31 Einphasen-, 2 Zweiphasen- und 11 Dreiphasenpräparate. Vor- und Nachteile der Kombinationspräparate sind dem Kasten neben der Tabelle zu entnehmen. Schließlich ist auch eine Minipille mit ausschließlich Gestagen als Wirkstoff auf dem Markt.

Darüber hinaus sind noch zwei Mittel für den Notfall – die „Pille danach“ – mit einem hohen Gestagengehalt (Levonorgestrol) verfügbar: Sie verhindern nicht die Empfängnis, aber eine mögliche Schwangerschaft, sofern eine Tablette spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und die zweite nach 12 weiteren Stunden eingenommen wird. Die Anwendung muss unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Tipp: Viele Präparate gibt es auch als Parallelimport unter gleichem Namen und identischer Zusammensetzung, aber billiger als das „Original“. Fragen Sie in der Apotheke gezielt danach. In der Tabelle sehen Sie, welche Sie auf diese Weise günstiger bekommen können.

Welche Pille?

Bei der Wahl darf der Preis allein nicht ausschlaggebend sein, es sollten bestimmte Leitlinien beachtet werden: Zwischen 20 und 30 muss das gewählte Verhütungsmittel sehr sicher sein, aber einen späteren Kinderwunsch ermöglichen. Empfehlenswert sind deshalb Einphasenpräparate mit wenig Östrogen („Mikropille“) und Levonorgestrel, einem Gestagen, das derzeit als das sicherste gilt. Dazu zählen Loette, Microgynon und Ovranette.

Spirale für später

Will eine Frau zwischen 30 und 40 Jahren bei stabiler Partnerschaft keine Kinder mehr, kann die Spirale erwogen werden oder die Sterilisation eines der beiden Partner. Zur hormonellen Verhütung werden die oben genannten Pillen empfohlen, es muss aber strenger geprüft werden, ob sie infrage kommen. Nach 40 sollten Frauen möglichst auf die Pille verzichten, da ab diesem Alter das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Keinesfalls sollten Frauen dieses Alters die Pille einnehmen, wenn sie rauchen und ihr eigenes oder familiäres Risiko für Herz-Kreislauf- oder Brustkrebserkrankungen erhöht ist.

First-Love-Ambulanzen

Es liegt im Ermessen des Arztes, ob er einem Mädchen ab 14 die Pille verschreibt. In den „First-Love“-Ambulanzen in größeren Städten können Jugendliche auch ohne Krankenschein eine Pillenpackung und ein Rezept bekommen. Mädchen und sehr junge Frauen erhalten meist die Minipille (Micronovum mit dem Inhaltstoff Norethiseron). Sie wird auch dann eingesetzt, wenn andere nicht vertragen werden. Nach Beendigung dauert es zwei bis drei Monate, bis sich wieder ein normaler Zyklus einstellt. Die Sicherheit dieses Mittels setzt eine große Einnahmedisziplin voraus.

Wirkstoff muss ins Blut gelangen

Die Pille ist nur zuverlässig, wenn die Wirkstoffe vom Verdauungstrakt ins Blut gelangen. Wiederholtes Erbrechen macht den Schutz unsicher, bei Durchfall sollte bis zur nächsten Regel eine zusätzliche Verhütungsmethode angewendet werden. Auch einige Medikamente beeinflussen die Pillensicherheit: Johanniskrautpräparate und Mittel mit den Wirkstoffen Ampicillin, Rifampicin, Chlorpromazin, Tetrazykline, Grisefulvin, Phenylbutazon sowie Antiepileptika.

Nebenwirkungen

Da die Pille in den natürlichen Hormonhaushalt eingreift, kann sie eine Reihe von unerwünschten Wirkungen auslösen. Häufige Nebenwirkungen sind Brustspannen und geringe Gewichtszu- oder -abnahme, Müdigkeit, Kopfweh, depressive Stimmungen, Hautausschlag und Verlust des sexuellen Begehrens. Es kann zu einer Erhöhung des Blutdrucks oder vermehrt zu Vaginalinfektionen kommen, zu Pigmentflecken, die sich durch Sonnenlicht verstärken, sowie zu Kontaktlinsenunverträglichkeit.

Treten Zwischenblutungen in den ersten Tagen der Einnahme auf, ist meist der Östrogengehalt zu gering; in der zweiten Zyklushälfte deuten sie auf einen zu geringen Gestagenanteil hin. Es dauert meist drei Zyklen, bis sich der Körper an die Hormonpille gewöhnt hat. Halten die unerwünschten Wirkungen länger an, sollte die Frau sich mit dem Arzt beraten.

Mehr Östrogen, mehr Nebenwirkungen

Je höher der Östrogenanteil der Pille, desto größer ist das Risiko für gefährliche Nebenwirkungen. Deshalb sind Mittel mit einem Östrogenanteil über 40 Mikrogramm, z.B. Neogynon und Sequilar, nur in Ausnahmefällen geeignet. Für Frauen über 40 steigt allgemein das Gesundheitsrisiko durch die Pilleneinnahme. Rauchen, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung können die Gefahren verstärken.

Folgewirkungen wie Thrombosen, Gallenwegserkrankungen, Leberschäden und Gebärmutterhalskrebs sind selten. Nicht endgültig geklärt ist, ob sich das Brustkrebsrisiko erhöht. Die Minipille kann in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter führen.

Beeinflusst andere Medikamente

Zu wenig bekannt ist, dass Hormonpräparate die Wirkung mancher Arzneimittel beeinträchtigen können (Mittel gegen Bluthochdruck, Antidepressiva, Antidiabetika, Fettstoffsenker und Blutgerinnungshemmer). Dagegen kann die Wirkung von Beruhigungsmitteln (mit Chlordiazepoxid und Diazepam) sowie von Kortison und dem Asthmamittel Theophyllin verstärkt werden. Deshalb sollten Frauen dem Arzt immer berichten, welche Medikamente sie sonst noch anwenden. Der Arzt muss genau erheben, ob medizinische Gründe gegen die Einnahme der Antibabypille sprechen. In diesen Fällen sind auch Hormonimplantat, Hormonpflaster oder hormonhaltige Pessare nicht geeignet.

Antibabypillen

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Erhebliche Preisunterschiede

Etwa vier von zehn Frauen wählen heute für die Familienplanung die Antibaby-Pille, weil diese Methode komfortabel und sicher ist. Risiken und Nebenwirkungen sind genau erforscht. Doch die Pille ist nicht billig. Preisunterschiede bis zum Dreifachen stellt „Konsument“ in einer aktuellen Markt & Preis-Erhebung fest. Wer zu Parallelimporten greift, kann bis zu 18 Prozent sparen.

47 Mittel zugelassen

Insgesamt sind auf dem österreichischen Arzneimittelmarkt 47 Präparate zur oralen, hormonellen Empfängnisverhütung zugelassen, darunter 13 sogenannte Parallelimporte. Diese werden meist für den internationalen Markt produziert, exportiert und wieder eingeführt. Im Gegensatz zu Generika tragen sie den gleichen Markennamen, sind rezepturident und von gleicher Qualität. Einziger Unterschied: der niedrigere Preis. „Konsument“ rät daher, in der Apotheke gezielt nach günstigeren Parallelimporten zu fragen. Zwei Firmen bieten diese Parallelimporte in Österreich an: Eurim-Pharm und Paranova Pharamzeutika.

Antibaby-Pillen gibt es – je nachdem, wie die beiden Wirkstoffe Östrogene und Gestagene über die 21 Einnahmetage in den Dragees verteilt sind – als Ein,- Zwei- oder Dreiphasenpräparate. „Minipille“ und „Pille danach“ enthalten ausschließlich Gestagene.

Elf bis 14 Prozent Prozent billiger  

Bei den Einphasenpräparaten verzeichnet „Konsument“ neun Parallelimporte, die im Durchschnitt um elf Prozent billiger sind als die Originale. Die größte Preisdifferenz stellte „Konsument“ bei Cileste-Tabletten (21 Stück) fest, die mit 8,45 Euro um 18 Prozent billiger sind. Ebenfalls deutlich günstiger gibt es die Marke Mercilon (63 Stück, 26,05 statt 29,60 Euro), Microgynon 30-Dragees (21 Stück, 5,10 statt 5,80 Euro) oder Gynovin-Dragees. Letztere sind bereits um 24,95 Euro (63 Stück) erhältlich, während das „Original“ immerhin 28,50 Euro kostet.

Noch mehr sparen lässt sich mit den drei Parallelimporten von Dreiphasenpräparaten: im Schnitt 14 Prozent. Trigynon-Dragees kosten im Original 23,05 Euro (63 Stück), als Importprodukt 16 Prozent weniger. Ebenfalls günstiger: Trinordiol-Dragees (63 Stück, 18,75 statt 22,20 Euro). Bei der Dreimonatspackung Trinovum lassen sich je nach Importeur bis zu 16 Prozent gegenüber dem Original (25,65 Euro) sparen.

Für Zweiphasenpräparate oder ausschließlich gestagenhaltige Produkte gibt es in Österreich keine Parallelimporte.

Mit dem Arzt auswählen

Bei der Wahl der Pille sollte jedoch der Preis allein nicht entscheidend sein, warnt „Konsument“. Viel wichtiger ist, gemeinsam mit dem Arzt die geeignete Pille aus dem umfangreichen Produktangebot herauszufinden. Das Verbrauchermagazin weist darauf hin, dass sämtliche Antibabypillen – natürlich auch die Parallelimporte – rezeptpflichtig sind.

Kompetent mit Konsument

  • Sicherheit. Die Pille nur unter ärztlicher Kontrolle anwenden.
  • Absetzen. Sechs Wochen vor Operationen, nach Unfällen und bei langer Krankheit absetzen (Thromboserisiko!).
  • Risiko. Keine Pille nach 40, insbesondere bei Rauchen und erhöhtem Thromboserisiko.

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