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Gesichtscremen für Männer - Das Beste für den Mann

Auch Männerhaut braucht Schutz und Pflege, deshalb haben wir Gesichtscremen unter die Lupe genommen. Sieben von neun Produkten schnitten gut ab. Testsieger ist ein Naturkosmetikum.

Diese Gesichtscremen wurden getestet:

  • Biotherm Homme Aquapower Dynamische Feuchtigkeitspflege mit Spurenelementen
  • Clarins Men Baume Super Hydratant Feuchtigkeits-Balsam
  • dm/Alverde Men Feuchtigkeitscreme 24h Feuchtigkeit
  • dm/Balea Men Active Care 24h Feuchtigkeitscreme mit Hyaluronsäure
  • L‘Oréal Men Expert Hydra Energy Feuchtigkeitspflege 24h Anti-Müdigkeit Energy-Oxygen-CP
  • Lidl/Cien Men Hydro Gel 24h Feuchtigkeit
  • Nivea Men Active Energy Gesichtspflege Creme
  • Vichy Homme Hydra Mag C+ Feuchtigkeitspflege Anti-Müdigkeit Gesicht + Augen
  • Weleda Feuchtigkeitscreme für den Mann

In der Testtabelle finden Sie Angaben zu: Lichtschutzfilter, Konservierungsstoffe, Parfum, Feuchtigkeitsanreicherung, Anwendung, Werbeaussagen, Beschriftungen und Verpackung.

Hier der Testbericht:


Cremen für die Männerhaut

Kosmetiktests sind aufwendig, teuer und personalintensiv. Bis ein Testurteil feststeht, wird jedes Produkt über Wochen von zahlreichen Probanden angewendet. In Sachen Körperpflegeprodukte pflegen wir deshalb seit Jahren eine intensive internationale Kooperation mit anderen Testorganisationen. Im aktuellen Fall greifen wir auf die Arbeit der deutschen Stiftung Warentest zurück, die Gesichtscremen für Männer unter die Lupe genommen hat. Derartige Produkte führten bis vor einigen Jahren noch ein Schattendasein auf dem Kosmetikmarkt, erfreuen sich inzwischen jedoch gewisser Beliebtheit.

Unterschiede bei der Gesichtspflege zwischen Mann und Frau

Dass Männer andere Produkte als Frauen verwenden, macht dabei durchaus Sinn. Männer haben in der Regel eine robustere Haut als Frauen. Die Talgdrüsen sind zudem aktiver. Männliche Gesichtshaut benötigt deshalb eher Feuchtigkeit statt Fett. Gesichtscremen für Frauen sind für viele Männer zu reichhaltig. Dass Männer oft über trockene Haut klagen, kann im Übrigen auch daran liegen, dass sie es mit der Körperpflege übertreiben. Schon die tägliche Dusche ist eine Belastung, und wer täglich mehr als einmal duscht, tut seiner Haut definitiv nichts Gutes. Das Erscheinungsbild der Haut wird auch durch die Elastizität des darunterliegenden Bindegewebes beeinflusst. Kosmetika können hier deutlich weniger bewirken als Sport und gesunde Ernährung.

Neun Produkte im Test

Insgesamt gingen neun in Österreich erhältliche Produkte an den Start. Gretchenfrage war wie immer, wie gut die Cremen es schaffen, die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wir wollten aber auch wissen, wie die Nutzer die Anwendung der Cremen beurteilen, ob Werbeversprechen eingehalten werden und ob, wie wir in anderen Kosmetika (etwa Lippen- oder Nasenpflegeprodukten) bereits nachgewiesen haben, auch hier kritische Mineralölbestandteile enthalten sind.

Wie immer trat im Test auch preisgünstige Diskonterware gegen teure Marken- und Apothekenprodukte an. Auch an Männer, die Naturkosmetik bevorzugen, haben wir gedacht – zwei Cremen im Test fallen darunter.

Geschmacksache Duft

Naturkosmetikum vorn

Um das wichtigste Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Alle Produkte versorgen die Haut effektiv mit Feuchtigkeit. Erfreulich: Alle Hersteller verzichten auf Inhaltstoffe auf Mineralölbasis. In keinem Produkt waren kritische und möglicherweise krebserregende Kohlenwasserstoffe nachweisbar.

Im Test behauptete sich die Weleda Feuchtigkeitscreme für den Mann knapp als Sieger. Dieses Produkt ist allerdings mit 40 Euro pro 100 ml nicht ganz billig. Wesentlich günstiger sind die nur unwesentlich schlechter platzierten Cremen von dm (Balea Men Active Care 24h Feuchtigkeitscreme mit Hyaluronsäure) sowie das Cien Men Hydro Gel 24h Feuchtigkeit von Lidl.

Die Kritik unserer Testpersonen hielt sich auch bei der subjektiv beurteilten Anwendung – je 20 Probanden bewerteten nach einwöchiger Anwendung Konsistenz, Verteilbarkeit und Hautgefühl – in Grenzen. Acht Präparate erhielten hier ein „gut“. Abzüge gab es lediglich beim dm-Produkt Alverde Men Feuchtigkeitscreme 24h Feuchtigkeit.

Geschmacksache Duft

Aber Gesichtscremen sollten auch durch angenehmen Geruch zum Gebrauch einladen. Die Probanden wurden deshalb um ihre Eindrücke gebeten. Ausgerechnet der Duft der Weleda-Creme ließ hier zu wünschen übrig. Die Hälfte der Testpersonen gab negative Kommentare ab wie: „Riecht unangenehm“, „wie Heilsalbe“, „altbacken“ oder „absolut nicht männlich“.

Auch beim zweiten Naturprodukt, der Alverde-Feuchtigkeitscreme von dm, kritisierten einige Probanden den Geruch. Das mag auch daran liegen, dass sich unsere Nasen inzwischen an synthetische Duftstoffe derart gewöhnt haben, dass wir sie sogar als angenehmer empfinden als ätherische Öle. Zertifizierte Naturkosmetikhersteller dürfen jedoch synthetische Duftstoffe grundsätzlich nicht einsetzen; deshalb riechen diese Cremen oft anders als konventionell hergestellte und man muss sich erst wieder an den Duft gewöhnen. Da es sich beim Geruch zudem um eine reine Geschmacksfrage handelt, ging diese Beurteilung nicht ins Testurteil ein.

Cremen mit Sonnenschutz

Koffein und Parabene

Manche Hersteller bieten Gesichtscremen an, die Koffein enthalten. Diese die Sinne belebende Substanz soll, so wird suggeriert, auch auf die Haut anregend wirken. Wissenschaftliche Belege dafür blieben die Hersteller auf Nachfrage allerdings schuldig. Ein schlechtes Zeugnis wird immer wieder den Parabenen ausgestellt. So kursieren etwa Behauptungen, Parabene in Kosmetika könnten Brustkrebs auslösen oder zu Unfruchtbarkeit führen.

Findige Hersteller haben darauf reagiert und loben Produkte mit dem Zusatz „ohne Parabene“ aus. Im Test sind dies die Cremen von Vichy und Biotherm Homme. Unserer Ansicht nach trägt dies jedoch zur Verunsicherung bei. Denn laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission (SCCS) gelten die zugelassenen Parabene in den erlaubten Konzentrationen als sicher. Ein Aufdruck „ohne Parabene“ kann deshalb den Eindruck erwecken, die Verbindungen seien nicht sicher. Außerdem bedeutet es nicht, dass diese Produkte frei von Konservierungsstoffen sind.

Nachdem die Parabene in Verruf gerieten, setzten Kosmetikhersteller häufig andere Konservierungsstoffe ein. Darunter auch problematische oder weniger gut erforschte, die etwa Allergien auslösen können. Parabene hingegen haben sich als gut verträglich erwiesen. Sie schützen Kosmetika zudem effektiv vor Keimbefall und -vermehrung.

Naturkosmetik

Zertifizierte Naturkosmetik darf übrigens keine Parabene enthalten. Weleda und dm/Alverde werben auf den getesteten Produkten deshalb korrekterweise auch nicht mit dieser Aussage. Apropos Naturkosmetik: Leider gibt es auf europäischer Ebene immer noch keine einheitliche gesetzliche Definition von Natur- und Bio-Kosmetik, es fehlen auch rechtlich bindende EU-Standards zur Kennzeichnung von Bio- und Naturkosmetik. Das trägt zur Verunsicherung von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei, da auch Produkte als Naturkosmetika verkauft werden können, die diese Bezeichnung nicht verdienen.

Cremen mit Sonnenschutz

Eine häufig verkaufte Creme ist die Active Energy Gesichtspflege von Nivea Men. Diesem Produkt hat der Hersteller einen Sonnenschutzfilter beigemischt. Diese Praxis ist durchaus verbreitet und wir haben derartige Produkte bereits einmal getestet (siehe "Gesichtscremen mit UV-Schutz - Gepflegt und geschützt"). Problematisch bei der Active Energy Gesichtspflege ist, dass kein Lichtschutzfaktor angegeben ist. Die Kunden wiegen sich in Sicherheit, ohne zu wissen, wie lange sie der enthaltene Sonnenschutz überhaupt vor Sonnenbrand schützt. Im Testergebnis spiegelt sich dieses Manko allerdings nicht wider, es ging nicht in die Bewertung ein.

Wer sich länger in der Sonne aufhält, sollte seine Haut immer mit einer Sonnencreme mit angemessenem Lichtschutzfaktor schützen. Welche aktuell erhältlichen Sonnenschutzmittel wir empfehlen, ist im Übrigen in unserem Test "Sonnenschutzmittel - Auf alle ist Verlass" nachzulesen. Dort finden Sie die Ergebnisse des heurigen Tests von Lichtschutzpräparaten mit Faktor 30.

Testtabelle: Gesichtscremen für Männer

Zusammenfassung

  • Gesichtspflege. Männer haben eine robustere und fettigere Haut als Frauen. Sie benötigen deshalb in der Regel auch andere Gesichtscremen mit weniger Fett und mehr Feuchtigkeit.
  • Körperpflege. Dass viele Männer über trockene Haut klagen, ist häufig ein hausgemachtes Problem durch übertriebene Körperpflege. Schon die tägliche Dusche ist eine Belastung, und wer täglich mehr als einmal duscht, tut seiner Haut definitiv nichts Gutes.
  • Sonnenschutz. Manchen Gesichtscremen werden Sonnenschutzfilter zugesetzt. Fehlt ein Hinweis zum Lichtschutzfaktor auf der Verpackung, ist dieser Zusatz allerdings wertlos. Wer sich länger in der Sonne aufhält, sollte seine Haut in jedem Fall mit einer geeigneten Sonnencreme schützen.

Testkriterien

Getestet wurden neun Gesichtscremen für Männer.

Feuchtigkeitsanreicherung: Die Feuchtigkeitsanreicherung der Haut wurde mithilfe von Corneometermessungen an den Innenseiten der Unterarme von jeweils 20 Testpersonen ermittelt. Das Corneometer ist ein Messgerät, das den Wassergehalt in der Hornschicht der Haut bestimmt. Die Probanden wendeten die Produkte zwei Wochen lang zu Hause an. Die Messungen erfolgten vor der ersten und zirka 16 Stunden nach der letzten Anwendung. Diese Werte wurden mit denen eines sogenannten Positivstandards – einer Creme, die erfahrungsgemäß die Haut gut mit Feuchtigkeit anreichert – und mit denen eines unbehandelten Hautfelds verglichen.

Anwendung: Jeweils 20 Probanden wendeten die anonymisierten Produkte eine Woche lang an. Sie beurteilten die Pflegeeigenschaften wie Glätte der Haut und Pflegewirkung. Bei den Anwendungseigenschaften beurteilten sie etwa Konsistenz, Verteilbarkeit und das Einziehen.

Werbeaussagen, Beschriftungen: Ein Experte und die Probanden bewerteten die Werbeaussagen. Ein Sachverständiger überprüfte die Deklaration auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Drei Fachleute beurteilten Leserlichkeit und Übersichtlichkeit. Fanden sich auf den Produkten Werbeversprechen zur langfristigen Feuchtigkeitsanreicherung (z.B. „24 Stunden Feuchtigkeit“), wurde nach Ablauf der ausgelobten Zeitdauer erneut geprüft. Alle entsprechenden Produkte bestanden die Prüfung.

Verpackung: 20 Probanden bewerteten, wie gut sich die Produktbehälter öffnen und wieder verschließen lassen und wie gut sich die Cremen entnehmen lassen. Ein Experte prüfte, ob es sich bei den Verpackungen um Mogelpackungen handelt. Zudem wurde der Verpackungsaufwand erfasst und ermittelt, ob eine Originalitätssicherung, eine Materialkennzeichnung und Recyclinghinweise vorhanden waren. Anhand von drei Packungen je Produkt wurde die Inhaltsmenge bestimmt und wie viel davon sich aus der Verpackung entnehmen ließ, ohne diese zu zerstören.

Mineralölbestandteile: Mithilfe eines speziellen Nachweisverfahrens (LC-GC/FID) wurde geprüft, ob und gegebenenfalls in welcher Konzentration die Produkte bestimmte Bestandteile von Mineralölen enthielten, nämlich aromatische und gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe (Moah, Mosh und Posh).

Kälte- und Wärmestabilität: Die Produkte wurden über 24 Stunden bei minus 5 Grad Celsius und zehn Tage bei 40 Grad Celsius gelagert. Dann begutachtete ein Experte, ob sich die Cremen gegenüber dem Ausgangszustand verändert hatten.

Ausgewählte Merkmale: Für die Angaben zu Lichtschutzfiltern, Konservierungsstoffen und Parfum wurden die Anbieter befragt bzw. wurden die Angaben der Deklaration entnommen. Sofern Koffein oder Vitamin E auf den Verpackungen besonders hervorgehoben waren, wurde deren Konzentration bestimmt. Koffein: Die Analyse erfolgte mittels HPLC-UV. Tocopherol und Tocopheryl Acetat (Vitamin E): Die Analyse erfolgte in Anlehnung an DIN EN 12822 mittels HPLC-FI.

Testplakette

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