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Geschirrspül-Maschinen - Wenig Ausdauer

, aktualisiert am

Günstige Geschirrspüler verbrauchen viel Strom und Wasser. Beim erstmals durchgeführten Dauertest ging vielen Geräten zudem die Luft aus.

Diese Geschirrspülmaschinen finden Sie im Test:

VOLLINTEGRIERT

  • AEG FSB41600Z
  • Bauknecht BRIE 2B19 A
  • Beko DIN28410
  • Bosch SMV45IX01E
  • Bosch SMV46AX00E
  • Constructa CG5A04V9
  • IKEA RENGÖRA
  • Miele G 4263 SCVi Active
  • Neff S513A60X0E/GV3600A
  • Siemens SN636X00AE
  • Zanussi ZDT22001FA

TEILINTEGRIERT

  • Bauknecht BRBE
  • Bosch SMI46S00E
  • Constructa CG5A03J5
  • Miele G 4203 SCi Active
  • Neff S413A60S0E/GI3600AN
  • Siemens SN536S00AE

Die Testtabelle informiert über: Ausstattung/Technische Merkmale (Geräusch, Anzahl der Maßgedecke, Anzahl der Spülprogramme, Stromverbrauch/Wasserverbrauch/Dauer im Sparprogramm/Automatikprogramm/Kurzprogramm), Handhabung, Sicherheit (Mechanische Sicherheit, Schutz vor Wasserschäden), Geräusch und Dauerprüfung. - Lesen Sie nachfolgend unseren Testbericht.


Erstmals mit Dauerprüfung

Bei Waschmaschinentests gehört die Dauerprüfung längst zum Standardrepertoire, nun gibt es sie erstmals auch bei den Geschirrspülern. Im aktuellen Test unserer Partnerorganisation Stiftung Warentest wurde eine zehnjährige Nutzung simuliert. Lange Zeit dachten die Tester, dass der Verschleiß bei Geschirrspülern keine große Rolle spielt, da die mechanischen Belastungen im Vergleich zu Waschmaschinen deutlich geringer sind.

Dass die Dauertests nun den Weg ins Prüfprogramm fanden, ist in erster Linie den Leserinnen und Lesern zu verdanken, weiß VKI-Haushaltsgeräteexpertin Karin Baumgarten-Doblander: "Die zahlreichen Rückmeldungen und Reklamationen machten uns erst auf die mangelnde Robustheit vieler Geschirrspüler aufmerksam. Und da auch wir Tester noch dazulernen können, wurden die Geräte also heuer erstmalig einem Dauertest unterzogen."

17 Geschirrspüler im Test

Im Test waren insgesamt 17 verschiedene Geschirrspülgeräte am Start. Bei acht der Kandidaten handelt es sich um baugleiche Modelle. Deshalb beschränkten wir die Dauerprüfung auf neun Teilnehmer. Davon nahmen jeweils drei Spülmaschinen an der Marathonprüfung teil. Monatelang liefen die 27 Maschinen rund um die Uhr. Simuliert wurde eine 10-jährige Nutzung. Je nach Spülmaschine bedeutet dies eine Testphase von 6 bis 10 Monaten. Neugierig waren wir auf das Ergebnis vor allem auch deshalb, weil beim heurigen Test vergleichsweise preisgünstige Geräte (Energieeffizienzklasse A+) am Start waren.

Strom- und Wasserverbrauch

Vorzeitiges Aus

Ergebnis: Bei fast allen Modellen fiel mindestens ein Gerät vorzeitig aus. Lediglich die Maschinen des Testsiegers Bosch SMV45IX01E kamen ganz ohne Ausfall über die Runden. Ebenfalls noch ein „sehr gut“ schaffte Constructa. Am schlechtesten schnitt hier das Modell von AEG ab. Von den drei Geräten schaffte es keines unbeschadet über die volle Distanz.

Strom und Wasser

Dass es auch für die besten Modelle im Test bei der Gesamtbewertung nicht für eine bessere Note als ein „durchschnittlich“ reichte, lag vor allem am zu hohen Strom- und Wasserverbrauch beim Automatik- bzw. Kurzprogramm. Hier offenbarten so gut wie alle der günstigen Geräte ihre Schwächen. Die meiste Energie muss für das Aufheizen des Wassers und die Trocknungsluft aufgewendet werden.

Beim Sparprogramm wird mit niedrigerer Wassertemperatur gewaschen, entsprechend geringer ist der Stromverbrauch. Dafür schlägt die lange Dauer negativ zu Buche. Damit das Geschirr mit kühlerem Wasser sauber wird, müssen die Maschinen nämlich deutlich länger spülen. Die Sparprogramme moderner Maschinen dauern zwischen drei und vier Stunden. Kurzprogramme spülen schneller, sind aber keine dauerhaft empfehlenswerte Alternative. Für die gleiche Reinigungsleistung benötigen sie in der Regel mehr Strom und Wasser.

Energielabel A+++

Doch noch einmal zurück zum Sparprogramm. Der Grund, warum die Hersteller die Wassertemperatur immer weiter nach unten drücken, ist im Energielabel zu suchen. Im aktuellen Test befinden sich lauter Geräte der Klasse A+. Die attraktivere Effizienzklasse A+++ lässt sich nur mit einer noch niedrigeren Waschtemperatur im Sparprogramm erreichen.

Wie bei den Waschmaschinen berücksichtigt das Energieeffizienzlabel nämlich nur die Verbrauchswerte im Sparprogramm (Eco). Es ist der effizienteste und günstigste Spülgang. Über den Verbrauch einer Maschine in den übrigen Programmen sagt das Label nichts aus.

Testtabelle: Geschirrspülmaschinen - vollintegriert

Testtabelle: Geschirrspülmaschinen - teilintegriert

Ausfälle im Dauertest

Von jedem Modell wurden drei Geräte in den Dauertest auf zehn Nutzungsjahre geschickt. Nur Bosch SMV45IX01E und Constructa hielten ohne Schäden durch.

AEG. Eines der drei Geräte startete im 3. Nutzungsjahr nicht mehr. Bei allen drei Modellen versagte dann auch die automatische Türöffnung.

Bauknecht. Nach viereinhalb Jahren trocknete ein Gerät nicht mehr.

Beko. Bei einem Gerät trat im neunten Jahr die Fehlermeldung E01 auf.

Ignis. Eine Maschine stoppte nach knapp zwei Jahren im Spülprogramm, es piepte und alle Programmtasten blinkten.

IKEA. Eine Maschine blinkte und piepte nach 30 Spülgängen.

Miele. Ein Gerät piepte im fünften Spülgang, als Fehlermeldung wurde F51 angezeigt.

Siemens. Ein Gerät ließ sich nach knapp einem halben Jahr nicht mehr einschalten.

Zanussi. Ein Gerät ließ sich im vierten Jahr nicht mehr einschalten.

VKI-Tipps

  • Vor dem Kauf. Klären Sie als Erstes, welche Bauform infrage kommt. Müssen Sie ein altes Standgerät ersetzen, können Sie kein Einbaumodell gebrauchen. Umgekehrt nützt Ihnen kein freistehender Spüler, wenn Sie Ihre Einbauküche neu bestücken. Achten Sie darauf, dass das Gerät über einen Vollwasserschutz verfügt.
  • Nach dem Kauf. Lassen Sie das Gerät fachmännisch anschließen. Überprüfen Sie, ob der Ablaufschlauch für das Spülwasser fest installiert ist.
  • Einstellen. Das Geschirr wird nur sauber, wenn weiches Wasser verwendet wird. Bei hartem Wasser sinkt die Reinigungsleistung und es bleiben weiße Beläge auf Tassen, Tellern und Besteck. Der Spüler benötigt Enthärtersalz. Multitabs enthalten in der Regel genügend Salz bis 21 Grad deutscher Härte. In Regionen mit härterem Wasser sowie beim Gebrauch von Solotabs und Pulvern braucht die Maschine zusätzlich Salz. Zudem müssen die Maschinen auf die Wasserhärte eingestellt werden, damit das Salz korrekt dosiert wird.
  • Spülregeln für die Umwelt. Grobe Speisereste mit einem Küchentuch abwischen und im Biomüll entsorgen. Alles, was spülmaschinengeeignet ist, nicht mit der Hand spülen. Das schont die Umwelt. Geschirr so einräumen, dass das Wasser aus dem Spülarm überall hinkommt. Gerät nur voll beladen anstellen. Reiniger, Klarspüler und Enthärtersalz nach Gebrauchsanleitung dosieren. Möglichst mit dem sparsamen Eco-Programm waschen.
  • Reinigung. Gegen schlechten Geruch und Fettablagerungen hilft es, wenn Sie Siebe und Sprüharme regelmäßig reinigen. Benutzen Sie auch ab und zu das heißere Intensivprogramm. Maschinenreiniger sind selten nötig.

Testkriterien

Geprüft wurde das Spar-, Automatik- und Kurzprogramm in Anlehnung an IEC 60436:2015 mit haushaltsüblichem Geschirr wie Töpfe, Porzellan, Gläser und Glasschüssel, Besteck und Kunststoffteile. Die Spülgänge wurden mit handelsüblichen phosphatfreien Solotabs, Klarspüler und Enthärtersalz durchgeführt. 30 Minuten nach Programmende wurde erst das Trocknen, dann das Reinigen beurteilt. Die Maschinen wurden stets mit der vom Anbieter genannten maximalen Anzahl an Maßgedecken beladen.

Sparprogramm (Eco). Im Sparprogramm wurden Reinigen und Trocknen mit normal verschmutztem Geschirr geprüft. Bewertet wurden auch Dauer sowie der Strom- und Wasserverbrauch.

Automatikprogramm. Reinigen und Trocknen wurden mit normal und stark verschmutztem Geschirr geprüft. Bewertet wurde die Dauer des Programms sowie der Strom- und Wasserverbrauch. Zusätzlich wurde geprüft, wie sich das Programm anpasst, wenn stark und normal verschmutztes Geschirr gespült wird und wenn die Maschine nur halb beladen ist.

Kurzprogramm. Im zeitverkürzten Programm wurde Reinigen und Trocknen von normal verschmutztem Geschirr beurteilt, bewertet wurden Dauer sowie Strom- und Wasserverbrauch.

Handhabung. Fünf Nutzer beurteilten den täglichen Gebrauch wie Programmwahl, Einfüllen von Reiniger, Salz und Klarspüler, Nutzung der Körbe und die Siebe. Ein Experte beurteilte die Gebrauchsanleitung und die Integrierbarkeit der Maschine.

Sicherheit. Es wurde die Verletzungsgefahr und die Verarbeitung geprüft, bei Standgeräten zusätzlich die Standsicherheit. Der Schutz vor Wasserschäden wurde untersucht. In Anlehnung an DIN EN 60335–1:2012 + A11:2014 und DIN EN 60335–2–5:2015 wurden unter anderem Aufschriften und Anweisungen, Ableitstrom, Spannungsfestigkeit und der Schutzleiteranschluss geprüft.

Geräusch. Im Neuzustand wurde die Schallleistung nach DIN EN 60704–2–3:2016 (Entwurf) in dB(A) mit Ballastschmutz und einer Geschirrbeladung (Zusammensetzung wie in den geprüften Programmen) geprüft.

Dauerprüfung. Drei Geschirrspüler eines Modells reinigten und trockneten 2800 Mal haushaltsübliches Geschirr. Dem Spüler wird Ballastschmutz zugesetzt. Nach jeweils zehn Kurzprogrammen für normal verschmutztes Geschirr wurde einmal im Intensivprogramm gespült. Die Filter wurden jeweils nach elf Durchgängen gereinigt, die Geräte regelmäßig mit handelsüblichem Maschinenreiniger. Neben der Anzahl der erreichten Durchgänge und aufgetretenen Störungen wurden am Ende der Laufzeit zusätzlich unter anderem Veränderungen an der Bedienblende, der Gummidichtung und der Türkante bewertet. Die Dauerprüfung simuliert eine rund zehnjährige Nutzung bei 280 Durchgängen im Jahr.

Leserreaktionen

Heikle Energiesparprogramme

Bei unserem hochpreisigen Geschirrspüler verwendeten wir immer das Energiesparprogramm. Nach 4,5 Jahren war die Maschine defekt, Fehlermeldung „Wasser in der Bodenwanne“. Der Servicetechniker fand keine Undichtigkeiten. Er meinte, es kann nur vom Dampfkondensator stammen. Durch die niedrigen Temperaturen hat der fettige Dampf die Kanäle des Dampfkondensators verstopft.

Da der Austausch des Kondensators ca. 500 Euro gekostet hätte, entschieden wir uns für einen Reparaturversuch, der uns ca. 200 Euro gekostet hat. Nach dem Einsatz von Maschinenreiniger und Entkalker verwendeten wir ca. einen Monat nur das 75°-C-Programm, um mit Hilfe der heißen Dämpfe den Dampfkondensator zu reinigen. Danach fast ausschließlich das Automatikprogramm, wo die Temperaturen auch wesentlich höher sind.

Tipp vom Servicetechniker: Verwenden Sie nie ein Energiesparprogramm! Verwenden Sie keine Tabs, sondern Pulver, Salz und Klarspüler getrennt. Tabs sind hart gepresst. Brauchen sehr lange, bis sie sich auflösen, dadurch kürzere Einwirkzeit. Außerdem kann das Pulver schon zu Beginn, wo das Wasser noch kalt ist, wirken, was für die Eiweißreinigung besser ist. Diese Tipps haben wir umgesetzt.

Seit der Reparatur sind 4 Jahre vergangen und die Maschine läuft wieder zur vollsten Zufriedenheit. Wir verwenden seit diesem Zeitpunkt weder beim Geschirrspüler noch bei der Waschmaschine ein Energiesparprogramm. Was hilft die Strom- und Wasserersparnis, wenn dadurch die Lebensdauer der Maschinen wesentlich verkürzt wird. Ich glaube, dass eine längere Lebensdauer der Geräte der Umwelt mehr bringt. Noch dazu wo die Programmdauer von 3 bis 4 Stunden total praxisfern ist.

Manfred Schmidt
Graz
(aus KONSUMENT 3/2019)

Wir empfehlen, mindestens einmal im Monat das Intensivprogramm mit der heißesten Temperatur und Reinigungsmittel zu verwenden. Das beugt Fettablagerungen vor, die Reinigungsprogramme mit niedriger Temperatur in der Maschine zurücklassen und zu technischen und hygienischen Problemen führen können. Auch bei Waschmaschinen sollte man regelmäßig mit höheren Temperaturen (mindestens 60 °C) und Vollwaschmittel waschen, damit auch die Maschine gereinigt wird und Störungen unterbunden werden.

Die Redaktion

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