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Sparen: Zinsen kontrollieren - Der Bank auf die Finger geschaut

So rechnen Sie die Zinsen auf Ihrem Sparbuch nach.

Um den Jahreswechsel ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, auch bei der Spareinlage. Unabhängig davon, ob es sich um ein klassisches Buch, eine Sparcard oder eine Online-Spareinlage handelt. Mit 31.12. werden die ­Zinsen fürs zu Ende gehende Jahr berechnet und gutgeschrieben. Zumindest überschlagsmäßig kann man die Berechnung prüfen.

Das sagt das Gesetz

Die Verzinsung ­beginnt am Tag, der der Einzahlung folgt (Wertstellungstag). Der Monat wird mit 30 Tagen, das Jahr mit 360 Tagen gerechnet. Beträge, die man binnen 14 Tagen nach Einzahlung ­wieder abhebt, werden nicht verzinst. Ein ausbezahlter Betrag geht immer zulasten der zuletzt einbezahlten Beträge. Zinsen werden bis einschließlich des der Auszahlung vorangegangenen Kalendertages berechnet.

Zinsen steigen und sinken

Wenn bei Spareinlagen kein fixer Zinssatz vereinbart wird, verwenden die Banken seit 2007 Zinsgleitklauseln. Daher steigt oder fällt der Zinssatz auf dem Sparbuch so, wie sich ein bestimmter Leitzinssatz – sehr oft ist es der 3-Monats-Euribor – verhält.

Theoretisch könnte es bei dieser ­Berechnungsmethode sogar zu Negativzinsen kommen. Die hat der Oberste ­Gerichtshof aber für unzulässig erklärt. Daher sehen die Zinsgleitklauseln immer eine Mindestverzinsung vor, die nicht ­unterschritten werden kann, derzeit meist 0,125 %, in einzelnen Fällen sogar unerlaubterweise 0 %.

Zins-Diskrepanzen

Zins-Diskrepanzen

Sind die Zinsen niedriger als erwartet, kann das mehrere Gründe haben. Wenn Spareinlagen für einen bestimmten Zeitraum – zum Beispiel ein Jahr – gebunden sind, kann es vorkommen, dass der hohe Zinssatz nur für die ersten drei Monate gilt. Oder natürlich umgekehrt: Nur in den ­letzten paar Monaten gibt’s die lukrative Verzinsung, mit der geworben wird.

Sehr nachteilig wirken sich Behebungen von Sparbüchern mit Bindung aus. Eine Behebung vor Ablauf der Bindefrist wird mit einem Abschlag der Verzinsung von 1 Promille pro Monat nicht eingehaltener Bindungsdauer bestraft.

Wenn Sie bei Ihrer Berechnung auf einen anderen Zinsertrag kommen als Ihre Bank, kann dies auch andere Gründe haben, etwa einen falschen Zinssatz oder eine falsche ­Berechnungsmethode. Oder eine Zinssatz­änderung wurde Ihnen nicht bekannt gegeben. Eine Diskrepanz kann auch durch die Kapitalertragsteuer entstehen, je nachdem ob sie schon abgezogen wurde oder nicht.

Prüfen und eventuell wechseln

Bei variabler Verzinsung sollte man auch den Zinssatz prüfen und sich danach erkundigen, wenn er nicht ohnehin im Sparbuch nachgetragen wurde. Vor allem für täglich fällige Spareinlagen und Sparcards kann man sich immer auch bei der Kon­kurrenz umschauen.

Dabei hilft unser Sparzinsenüberblick im Internet. Unter www.konsument.at/sparzinsen können Sie die Zinsangebote heimischer Banken für täglich fällige sowie für gebundene Einlagen, für Sparcards und Sondersparformen vergleichen. Unsere Übersicht wird laufend aktualisiert.

Läuft im kommenden Jahr ein gebundenes Sparprodukt ab, so gilt es, den Termin im Auge zu behalten und zu überlegen, wie über das Geld disponiert wird.

Was sich ändert

Was sich ändert

Seit 1. November 2010 muss man sich am Bankschalter auch dann ausweisen, wenn man von einem Losungswort-Sparbuch ­abhebt. Diese Maßnahme soll Geldwäsche verhindern. Ein Losungswort-Sparbuch darf ja beliebig weitergegeben werden. Die Daten der Person, die das Geld abhebt, werden von der Bank gespeichert und ­unterliegen dem Bankgeheimnis. Nur bei begründetem Verdacht hat die Justiz Zugriff darauf.

Und: In Zukunft wird die Finanzmarkt­aufsicht genau darauf achten, dass dort, wo Sparbuch draufsteht, auch wirklich ein Sparprodukt drin ist. Bisher fanden sich unter dieser Bezeichnung nämlich auch Sparformen, bei denen die Verzinsung an die Wertentwicklung eines Aktienkorbes oder an die Anzahl geschossener Fußballtore gekoppelt war. Riskante Geldanlagen dürfen das Wort „Sparen“ überhaupt nicht mehr im Namen führen.

Formeln zum Rechnen

Beispiel 1

Am 4. Jänner wird ein gebundenes Sparbuch mit einer Einlage von 10.000 Euro und einem Fixzinssatz von 2 % für 1 Jahr eröffnet. Keine Auszahlungen während des Jahres, Zinsberechnung bis zum Jahresende.

10.000 € (Kapital) x 2,00 (Zinssatz) x 356 (Tage) / 36.000 = 197,78 Zinsen minus 25 % KeSt (49,44) = 148,34 € Netto-Zinsertrag (10.148,34 € gesamt)

Beispiel 2

Ein Sparbuch wird zu Jahresbeginn neu eröffnet, der Zinssatz beträgt fix für das ganze Jahr 1,5 %. Am 5. jeden Monats werden 100 Euro einbezahlt, also zwölf Mal. Zinsberechnung bis zum Jahresende.

(100 x 1,5 x 355 / 36.000) + (100 x 1,5 x 325 / 36.000) + (100 x 1,5 x 295 / 36.000) + (100 x 1,5 x 265 / 36.000) + (100 x 1,5 x 235 / 36.000) + (100 x 1,5 x 205 / 36.000) + (100 x 1,5 x 175 / 36.000) + (100 x 1,5 x 145 / 36.000) + (100 x 1,5 x 115 / 36.000) + (100 x 1,5 x 85 / 36.000) + (100 x 1,5 x 55 / 36.000) + (100 x 1,5 x 25 / 36.000) = 9,50 € Zinsen minus 25 % KeSt (2,38) = 7,13 € Netto-Zinsertrag (1.207,13 € gesamt)

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