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Sparbücher: Typen im Vergleich - So bringen Sie Ihr Geld zum Blühen

  • Mehr Ertrag durch persönliche Sparstrategie
  • Schritt für Schritt vorgehen
  • Zielgerichtet ansparen

Immer variantenreicher

Sparbücher sind im Vergleich zu Wertpapieren noch immer relativ einfache Anlageprodukte. Doch der Variantenreichtum ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, und so ist heute auch beim guten alten Sparschwein ein wenig Überlegung nötig, wo es am besten geschlachtet und wie es am profitabelsten portioniert werden kann.

Sicherheit durch Einlagensicherung

Das Sparbuch- und Sparcard-Sparen birgt nicht die Gefahren, wie sie mit lukrativeren Anlageformen einhergehen. Sorgt doch die gesetzliche Einlagensicherung dafür, dass von Ihren Spareinlagen bei einem Institut selbst im Pleitefall bis zu 20.000 Euro gedeckt sind (es kann auch höhere Einlagensicherungen geben, beispielsweise bei der ING DiBa).

Falsche Sparstrategien

Trotzdem kann man auch bei Sparbüchern je nach Geschick mehr oder weniger für sich herausholen. Weniger kommt etwa heraus, wenn viel Geld auf täglich fälligen und gleichzeitig schlecht verzinsten Sparbüchern vor sich hin dümpelt. Oder umgekehrt: wenn keine schnell verfügbaren Reserven angelegt wurden und nun bei plötzlichem Geldbedarf mehrjährig gebundene Sparbücher aufgelöst werden müssen.

Sieben Schritte zu mehr Ertrag

Damit sich im persönlichen Sparbuch-Management nicht der renditefressende Wildwuchs breit macht, ist strategisches Vorgehen gefragt.

Erster Schritt: Bestandsaufnahme. Welche Sparbücher mit welchen Bindefristen haben Sie? Welche gebundenen Sparformen laufen in Kürze ab? Werden Sie die Beträge in den nächsten Monaten oder Jahren brauchen, etwa für Neuanschaffungen im Haushalt, oder sollen sie weiter angelegt werden? Sind neben der eisernen Reserve (die etwa das dreifache monatliche Haushaltseinkommen ausmachen soll) nennenswerte Summen auf täglich fälligen Sparbüchern mit schlechter Verzinsung angelegt, obwohl Sie das Geld in  nächster Zeit ziemlich sicher nicht brauchen?

Zweiter Schritt: Sparstrategie festlegen. Ist das geklärt, können die persönlichen Sparziele und die Anlagedauer festgelegt werden. Unterscheiden Sie dabei zwischen kurz-, mittel- und langfristigem Bargeldbedarf: Wie viel brauchen Sie als jederzeit verfügbare Notreserve? Wie viel brauchen Sie in den nächsten zwei bis fünf Jahren, was könnte darüber hinaus noch an Ausgaben anfallen: Auto, Zahnregulierung, Einbußen durch Berufswechsel…? Aber auch: Aus welcher Quelle könnte frei verfügbares Kapital fließen, zum Beispiel auslaufende Bausparverträge oder Lebensversicherungen, eine Abfertigung oder eine Erbschaft?

Dann könnten Sie das jetzt vorhandene Geld bereits länger binden – oder kurzfristig zwischenparken, um zusammen mit dem späteren Betrag eine größere Investition zu tätigen.

Dritter Schritt: Optimiertes Sparen. Nun geht es an die Auswahl der neuen Sparprodukte. Falls Sie bei der Zukunftsplanung unsicher sind, wählen Sie eher Produkte mit kürzeren Laufzeiten, um die Einbußen vorzeitiger Auflösung zu vermeiden. Bei täglich fälligem Geld sollten Sie Sparcards (siehe Test in „Konsument“ 4/2005), Online- oder Direktanbieter bevorzugen: Das normale, täglich fällige Sparbuch in der Filialbank liegt mit einer Verzinsung ab 0,125% deutlich unter der Inflationsrate. Achten Sie auf mögliche zusätzliche Spesen bei Direktbanken!

Einmalerlag oder periodische Einzahlungen?

Für mittelfristige Ausgaben bieten sich Kapitalsparbücher an. Außerdem müssen Sie entscheiden zwischen Einmalerlag und mehrmaligen Einzahlungen. Bei Letzteren müssen Sie bei manchen Produkten nicht unbedingt Monat für Monat oder quartalsweise einzahlen, bei anderen hingegen schon, und dann sollten Sie sich auch daran halten, denn bleiben die periodischen Einzahlungen aus, wird der Zinssatz meist herabgesetzt.

Fixer oder variabler Zinssatz?

Weiters ist zu berücksichtigen, ob der Zinssatz fix oder variabel ist. Bei variablen Zinssätzen kann sich der Zins während der Laufzeit verändern. Das ist gut, wenn die Kapitalmarktzinsen steigen, und nachteilig, wenn sie fallen. In jedem Fall sollten Sie bei variablem Zinssatz regelmäßig nachkontrollieren, wie Ihr Sparbuch tatsächlich verzinst wird.

Vierter Schritt: Notfall-Management. Tritt ein unvorhersehbarer finanzieller Engpass ein, unbedingt zunächst eruieren, bei welchem Sparbuch eine vorzeitige Behebung die geringsten Zinseinbußen mit sich bringt (siehe Kasten „Vorzeitige Behebung“).

Fünfter Schritt: Reserven nachfüllen. Mussten Sie auf Ihre eiserne Reserve zurückgreifen, füllen Sie sie danach rasch wieder auf. Auch bei den mittelfristigen Veranlagungen immer wieder die in den nächsten Jahren aktuellen Anschaffungen berücksichtigen.

Sechster Schritt: Zinskontrolle. Spätestens dann, wenn sich die Zinssätze wieder nach oben bewegen, die Zinsen auf den aktuellen Sparbüchern kontrollieren, denn der Zinssatz auf Ihrem Sparbuch steigt oft nicht automatisch mit. Bei fallenden Zinsen wird üblicherweise sehr rasch nach unten angepasst, daher in jedem Fall regelmäßig kontrollieren und nachverhandeln.

Siebenter Schritt: Auf Ablauf reagieren. Notieren Sie sich die Ablaufzeitpunkte und informieren Sie sich rechtzeitig über die Konditionen nach Ablauf der Bindefrist. Bei Kapitalsparbüchern wird üblicherweise nicht automatisch verlängert, dafür aber oft nur noch der Zinssatz für täglich fällige Spareinlagen verrechnet. Bei Sparbüchern mit Bindefrist ist vorschusszinsenfreies Beheben nur zirka vier Wochen vor bis einige Tage nach der Fälligkeit möglich, sonst fängt die Bindung erneut zu laufen an, und Behebungen sind dann nur gegen Vorschusszinsen möglich. Erkundigen Sie sich nach dem genauen Termin!  Nutzen Sie generell jeden Ablauf eines Sparbuchs dazu, Ihre Sparstrategie auf ihre Aktualität hin zu überprüfen und an eventuelle neue Lebensumstände anzupassen.

Sparen im Akkord

Eine der profitabelsten Formen, mittels Sparbüchern anzusparen, besteht darin, zeitlich versetzt – für zwei, vier, sechs Jahre oder auch jährlich – ein Prämiensparbuch zu eröffnen. Spätestens nach ein paar Jahren reift dann jeweils alle ein oder zwei Jahre ein Sparbuch ab. Ein Jahr vor Ablauf können Sie einen größeren Betrag auf dieses Sparbuch einzahlen. Das Geld ist dann maximal für ein Jahr gebunden, und Sie erhalten trotzdem höhere Zinssätze als mit einem herkömmlichen, auf ein Jahr gebundenen Sparbuch. Damit das auch wirklich profitabel wird, müssen Sie allerdings den Überblick bewahren: also bei Prämiensparbüchern die regelmäßigen Einzahlungen leisten (am besten per Dauerauftrag, damit Sie nicht vergessen, und Prämien wählen, die Sie sich auch leisten können, wenn einmal drei oder vier Sparbücher auf einmal laufen); und die Ablaufzeitpunkte im Auge behalten.

Zinsen kontrollieren

Im Auge behalten sollten Sie auch die Zinsberechnung, die Sie jährlich nachrechnen sollten. Die Formel dafür beträgt Kapital mal Zinsen mal Tage (wobei ein Monat mit 30 Tagen berechnet wird) geteilt durch 36.000. Abhebungen wirken sich am gleichen Tag aus, Einzahlungen erst am nächsten. Hebt man einen Betrag innerhalb von 14 Tagen wieder ab, gibt es gar keine Verzinsung.

Schließungsgebühren verhandeln

Und: Viele Banken heben Schließgebühren ein. Bei guten Kunden und/oder entsprechendem Verhandlungsgeschick werden sie manchmal erlassen.

Das sollten Sie vorher klären

  • Gibt es bestimmte Betragsgrenzen/Laufzeiten, ab denen höhere Zinsen erst wirksam werden?
  • Bei Angabe von unterschiedlichen Bonuszahlungen: Wie hoch ist die jährliche Rendite und das Guthaben am Ende der Laufzeit?
  • Wie hoch ist die Durchschnittsverzinsung bei gestaffelten Zinsen, also wenn der Zins mit zunehmender Laufzeit höher wird?
  • Sind die Zinsen fix oder variabel?
  • Bei Ansparen mittels Monats-/Quartalsprämien: Wie hoch sind die Mindestbeträge, und können Sie sich das auch längerfristig garantiert leisten?
  • Wie wirkt sich eine vorzeitige Behebung oder Auflösung aus?
  • Wann können Sie vorschusszinsenfrei beheben?
  • Verlängert sich die Laufzeit nach Ablauf automatisch? Wenn ja, zu welchen Konditionen?
  • Wie wird nach Ablauf der Bindungsfrist verzinst?
  • Welche Kosten fallen an (etwa für Kontoführung, Behebungen oder Einzahlungen, Schließung)?

Vorzeitige Behebung

Wenn Sie Ihr Geld vor dem Ende der Laufzeit beheben müssen, erhalten Sie üblicherweise schlechtere Zinsen. Doch im Detail unterscheiden sich die verschiedenen Sparbuchformen.

Produkt   Folgen bei vorzeitiger Behebung
Sparbuch/Sparcard  (täglich fällig) Keine
Sparbücher  (mit Bindungsfrist) 1 Promille Vorschusszinsen vom vorzeitig behobenen Betrag pro Monat der nicht eingehaltenen Bindefrist
Prämiensparen    Üblicherweise Rückstufung auf den Zinssatz für täglich fällige Spareinlagen für die gesamte Laufzeit 
Bonusprodukte    Meist Rückstufung auf den Basiszinssatz 
Einmalerlag mit fixen Zinsen   Üblicherweise wird für den vorzeitig behobenen Betrag ein verringerter Zinssatz je nach eingehaltener Laufzeit berechnet. Für den restlichen Betrag bleibt die garantierte Verzinsung bis zum vereinbarten Laufzeitende aufrecht. Fragen Sie nach dieser Zinsstaffel!  

So lesen Sie die Tabelle

Wenn Sie unten auf die Tabelle klicken, erhalten Sie zuerst eine Übersichtstabelle. Mit einem Klick auf das Fragzeichen gelangen Sie zu den Details.

Sparbücher - Kompetent mit Konsument

  • Sparbedingungen einhalten. Bindefrist beachten, vereinbarte Ansparraten leisten, nicht vorzeitig beheben. Sonst kann es zu deutlichen Zinseinbußen kommen.
  • Sparbücher gestaffelt anlegen. Dann wird regelmäßig eines fällig. Bei Prämiensparbüchern kann ein Jahr vor Ablauf ein größerer Betrag zu höheren Zinsen deponiert werden.
  • Ablaufzeitpunkte notieren. Zeitgerecht um Neuveranlagung kümmern.

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