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Rechtsdurchsetzung - Sie hören von meinem Anwalt!

Recht haben ist das eine, auch tatsächlich recht bekommen oft eine andere Sache. Unser Buch "Ich hole mir mein Recht!" zeigt, wie Sie bei Konflikten Ihre Chancen am besten wahren. Zu den wichtigsten Fragen gehört, wann und wie man anwaltliche Hilfe in Anspruch nimmt.

Spätestens dann, wenn Ihre eigenen Bemühungen um eine außergerichtliche Rechtsdurchsetzung keine Früchte tragen, stehen Sie vor der Frage, ob Sie zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche einen Rechtsanwalt beauftragen sollen. Der Rechtsanwalt ist aufgrund seiner juristischen Ausbildung zur umfassenden gerichtlichen und außergerichtlichen Parteienvertretung befugt. Immer mehr Anwälte lassen sich auch zu Mediatoren aus­bilden, aufgrund der Erwartung, dass viele Konflikte in Zukunft im Rahmen einer Mediation geregelt werden können.

Brauche ich einen Anwalt?

Hier geht es weniger um die Frage, ob der Bürger sich vor Gericht selbst vertreten kann oder aber einen Anwalt einschalten muss (Anwaltszwang). Vielmehr kann es sein, dass Sie sich mit einer Rechtsangelegenheit überfordert fühlen und deshalb anwaltlichen Rat und Beistand benötigen. Das hängt insbesondere davon ab, wie schwierig Ihr Fall ist, wie viel Geld damit verbunden ist und welche Ausbildung und Erfahrung Sie haben. Grundsätzlich sollten Sie im Zweifelsfall geeigneten rechtlichen Rat einholen – und nicht etwa aus Bequemlichkeit oder falsch verstandener Sparsamkeit zu lange zuwarten oder gar darauf verzichten.

Vertrauensbeziehung gefragt

Wer noch nie mit einem Rechtsanwalt zu tun hatte, doch plötzlich einen braucht, geht oft etwas ratlos an die Suche heran. Neben fachlicher Kompetenz und Zuver­lässigkeit ist es für den Umgang mit dem eigenen Anwalt wichtig, dass Sie eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufbauen können. Dazu gehört, dass Sie vor der Auswahl Erkundigungen ­darüber einholen, ob es ausreichend positive Erfahrungen mit diesem Anwalt gibt.

Die Mundpropaganda ist immer noch der gängigste und oft auch zielführendste Weg, einen passenden Anwalt zu finden. Aber Vorsicht: Dass Ihnen jemand erzählt, der Anwalt sei so toll, hat noch gar nichts zu bedeuten. Erfolg oder Misserfolg in einer rechtlichen Causa hängen außerdem von vielen Faktoren ab, der Rechtsanwalt mit seinen Fähigkeiten ist nur einer davon.

Online-Anwaltsuche

Spezialkenntnisse erforderlich?

Ein guter Jurist ist noch lange kein guter Anwalt. Davon, dass ein Jurist Ihren Fall richtig einschätzt, kann aufgrund der langen, intensiven theoretischen und praktischen Aus­bildung ausgegangen werden. Ob Spezialkenntnisse unbedingt erforderlich sind, kommt auf den konkreten Fall an.

Nicht nur im Wirtschaftsleben gibt es immer komplexere Sachverhalte. So kann es sein, dass Sie für ein miet- oder sozialversicherungsrechtliches Problem wirklich einen Spezialisten brauchen, weil nur dieser in der Lage ist, die entscheidenden Punkte zu erkennen und davon ausgehend die richtige Strategie festzulegen.

Online-Anwaltsuche

Einen Anhaltspunkt für die Spezialisierung einzelner Anwälte geben Listen, die die Rechtsanwaltskammer nach Selbstaus­künften der Rechtsanwälte erstellt hat. Die Online-Anwaltsuche ist unter www.rechtsanwaelte.at möglich. Zahlreiche Institutionen und Organisationen, die auf bestimmten Rechtsgebieten operieren, sind bereit, einen Anwalt für diese spezielle Rechtsmaterie zu nennen. In vielen Fällen gibt es sogar dezidiert Vertrauensanwälte, die in größerem Umfang für diese Organisationen tätig sind. Auch eine Recherche im Internet kann hilfreich sein.

Der erste Kontakt

Beim telefonischen Erstkontakt sollten Sie darauf bestehen, mit dem Anwalt persönlich zu sprechen. Erklären Sie ihm in aller Kürze, um welches Problem es sich handelt, und fragen Sie ihn vorab, ob er derartige Fälle übernimmt. Scheuen Sie sich auch nicht, den Anwalt nach dem Honorar für das Beratungsgespräch zu fragen.

Versuchen Sie am besten, mit ihm eine Pauschale für ein Beratungsgespräch von einer halben Stunde oder einer Stunde zu vereinbaren. Viele Anwälte akzeptieren das durchaus; die Stundensätze gehen von ca. 150 Euro aufwärts. Sofern die Honorarfrage nicht angesprochen wird, dürfen Sie nicht davon ausgehen, dass die Erstberatung kostenlos ist.

Gut vorbereiten

Gute Vorbereitung spart Zeit und Geld

Je besser Sie vorbereitet sind, umso präziser kann der Anwalt Ihre Situation beurteilen. Das spart Zeit und Geld. Klären Sie vor der ersten Besprechung auch die Kostendeckung mit Ihrer Rechtsschutzversicherung ab.

Nehmen Sie zum ersten Gesprächstermin alle Unterlagen mit, die für die Beurteilung Ihres Falles von Bedeutung sein könnten. Über­legen Sie sich, was Sie mitteilen möchten und welche Fragen Sie haben. Es ist sinnvoll, dass Sie sich Notizen machen.

Ihr Anwalt sollte Ihnen helfen, auf folgende Fragen eine Antwort zu finden:

  •  Was ist meine Ausgangssituation?
  •  Was will ich wie und wo und bei wem er­reichen?
  •  Wie viel ist mir eine Rechtsberatung und vor allem ein Rechtsstreit wert?

Dass Sie aktiv zum Erfolg beitragen können, indem Sie sich entsprechend vorbereiten, gilt nicht nur für ein persönliches Gespräch, sondern auch für telefonische Beratungen, bei denen der Anwalt die Unterlagen nicht einsehen kann und wo die Beratung nach Zeit abgerechnet wird.

Wieviel Sie wann zahlen müssen

Der Verlierer zahlt

Wer einen Rechtsanwalt mit der Vertretung beauftragt, muss die Kosten des eigenen ­Anwalts vorweg einmal selbst tragen. Im ­Zivilprozess gilt jedoch das Erfolgshaftungsprinzip. Dies bedeutet, dass die vollständig unterliegende Partei ihrem Gegner alle Prozesskosten zu ersetzen hat.

Der Rechtsanwalt muss in seiner Honorar­note eine Übersicht über Art und Umfang der Leistungen geben oder ein detailliertes Leistungsverzeichnis beilegen. Sie können in angemessenen Zeitabständen eine Zwischenabrechnung verlangen; diese Vereinbarung sollte aber bereits bei der Beauftragung des Rechtsanwalts getroffen werden und auch den Beginn der Abrechnung sowie die Zeitabstände regeln. Bestehen Bedenken bezüglich der Richtigkeit einer Honorarnote, kann die zuständige Rechtsanwaltskammer die Abrechnung überprüfen, sofern noch kein gerichtliches Verfahren eingeleitet wurde.

Honorar reduzieren

Wenn Sie der Meinung sind, dass der Anwalt sich nicht genug für Sie angestrengt hat und dafür ein zu hohes Honorar verlangt, so steht neben der Anrufung der Kammer eine wei­tere interessante, aber riskante Vorgangs­weise zur Verfügung: Sie ziehen vom vereinbarten (verlangten) Honorar einen gewissen Betrag ab, von dem Sie meinen, dass er der mangelnden (nicht erbrachten) Leistung entspricht.

Der Anwalt müsste Sie dann – wenn er glaubt, dass der Abzug unangemessen ist – auf die ausständige Summe klagen und vor Gericht seine Arbeitsweise und die Höhe des Honorars darlegen. Aber auch Sie als Mandant hätten vor Gericht die Möglichkeit, ihre Sichtweise darzustellen. Der Anwalt wird in der Regel nur dann klagen, wenn er sich ganz sicher ist, dass er ohne Fehl und Tadel ge­arbeitet hat und vor Gericht bestehen kann.

Buchtipp: "Ich hole mir mein Recht"

KONSUMENT-Ratgeber Ich hole mir mein Recht 2 AuflageSie haben ein schwerwiegendes Problem mit Ihren Nachbarn, einem Handwerker, Ihrem Handyanbieter. Alle Versuche, den Konflikt zu lösen, sind gescheitert. Jetzt bleibt nur noch der Weg vor den Richter. Doch welches Gericht ist überhaupt zuständig?

Brauchen Sie einen Anwalt – und was kostet das? Was passiert, wenn Sie den Prozess verlieren? Dass Sie recht haben, heißt noch lange nicht, dass Sie auch recht bekommen. Die moderne Rechtsordnung ist komplex, Prozesse sind meist langwierig und teuer. Wer gut informiert ist, kann sich auch besser helfen.

Das Buch "Ich hole mir mein Recht" (www.konsument.at/hole-mir-mein-recht) beschreibt, was Sie beim Anwalt und vor Gericht erwartet. Und es verrät Ihnen, was zu beachten ist, falls Sie selbst einmal geklagt werden.

Aus dem Inhalt:

  • Umgang mit Rechtsanwälten
  • Grundsätze gerichtlicher Verfahren
  • Wie reiche ich eine Klage ein
  • Die Bedeutung von Fristen und Terminen
  • Kündigung von Mietwohnungen
  • Eine Mahnung und ihre Folgen
  • Möglichkeiten zur Entschuldung

207 Seiten, 14,90 Euro (+Versandspesen)

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