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Raiffeisen: Anleihen - Keine besonderen Schnäppchen

Zum Jahresbeginn hat die Raiffeisenlandesbank NÖ Wien drei Anleihen herausgebracht. Doch die Wertpapiere „mit  schlauem Charakter“ (Werbetext) können keineswegs mit herausragenden Renditen aufwarten.

Drei Anleihen unter der Lupe 

Endlich ist sie da, „die Geldanlage für jene, die garantiert gut schlafen, aber nicht auf bestmögliche Zinsen verzichten wollen.“ Zumindest, wenn es nach der Raiffeisenlandesbank NÖ Wien geht. Dieses Geldinstitut hat unlängst drei Anleihen auf den Markt gebracht, die wir kurz unter die Lupe genommen haben. 
 

Fixe Zinsen, fixe Laufzeit

Anleihen sind Schuldverschreibungen. Der Emittent, also derjenige, der die Anleihe herausgibt, borgt sich Geld aus und verspricht, dieses nach einer bestimmten Zeit zu einem festgelegten Zinssatz zurückzuzahlen. Fixe Zinsen können aber ein Nachteil sein, und zwar gerade in einer Situation wie der derzeitigen. Denn aktuell liegt das Zinsniveau sehr niedrig. Wenn nun früher oder später das allgemeine Zinsniveau steigt, bleiben Anleger auf einem Papier mit niedriger Verzinsung „sitzen“. Anleihen werden auf der Börse gehandelt. Wenn die Verzinsung gegenüber dem Marktniveau zu niedrig ist, kann man das Papier nur zu einem nicht so günstigen Kurs verkaufen.

Relativ sichere Anlage

Anleihen gelten aber als recht sichere Geldanlage, vor allem dann, wenn der Emittent eine hohe Bonität aufweist, also zu erwarten ist, dass er pünktlich zahlen kann. Die Raiffeisenbank bewirbt ihre Anleihen mit „100prozentiger Kapitalgarantie“. Aber: Dass Anleihen am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden, ist der Normalfall und hat nichts mit einer Garantie zu tun! Und sollte die Bank doch insolvent werden, wäre das Geld jedenfalls weg. 

Depotspesen

Noch ein wichtiger Punkt: Wie alle Wertpapiere kann man Anleihen nicht einfach daheim aufbewahren, man braucht ein Bankdepot, das jährlich Spesen  kostet.
Nun ein Blick auf die drei Angebote. Die Renditeangaben gelten nur, wenn das Papier über die ganze Laufzeit gehalten werden kann!

2,6%-Raiffeisen Fixzins-Obligation

Hier handelt es sich um eine Anleihe mit kurzer Laufzeit, nämlich bis 28. Jänner 2013. Die Verzinsung von jährlich 2,6 % ist keinesfalls sensationell: Bei anderen Instituten gibt es für Einlagen mit dreijähriger Laufzeit höhere Zinsen, etwa bei der Denizbank 2,875 % p.a. Für einen Vergleich wichtig: Sowohl bei Anleihen als auch bei Spareinlagen sind vom Zinsertrag jeweils 25 Prozent Kapitalertragssteuer abzurechnen. Aber: Spareinlagen sind durch die Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro abgesichert, für Anleihen muss man Depotspesen einkalkulieren. All das macht diese Anleihe zur matten Sache.

Raiffeisen Stufenzins-Obligation 2010-2015/1

Ähnliches gilt für diese Variante, bei der die Verzinsung jährlich ansteigt. Im ersten Jahr beträgt sie 2,75%, dann 3%, usw. bis im 5. Jahr 4,75 % erreicht sind. Zum Vergleich: Beim Termingeld der Vakif-Bank lukriert man ab einer Einlage von 5000 Euro 3,25 % jährlich, und das ohne Depotspesen, aber mit gesetzlicher Einlagensicherung!

Variabel verzinste Raiffeisen-Obligation 2010-2016/2

Hier ist die Verzinsung nicht fix, sondern wird vierteljährlich an einen Indes, den 12-Monats-EURIBOR, angepasst.  Die Verzinsung beträgt mindestens 3 und maximal 5 Prozent. Die Bank wirbt damit, dass man damit vom steigenden Zinsniveau profitieren könnte. Die Frage ist nur, wann und wie viel dieser Index steigen wird. Grundelt er weiter dahin (wie das in den Jahren 2003 bis 2007 der Fall war), bleibt es bei der Mindestverzinsung. Wenn aber das Zinsniveau wieder deutlich über die 5- Prozent-Marke klettert, erweist die Begrenzung auf 5 Prozent bei dieser Anleihe als Handicap.

Unser Fazit: Den versprochenen „schlauen Charakter“ dieser Wertpapiere können wir nicht erkennen. Und wer überzeugt ist, dass die Zinsen in den nächsten Jahren steigen, sollte sein Geld nicht so lang binden.

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