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Online-Banking - Kein Bonus für Do-it-yourself

  • Keine Kostenvorteile durch Online-Banking
  • Direktbanken nicht generell günstiger
  • Die eigene Nutzung ist entscheidend

Nutzungsverhalten der Österreicher

Mehr als zwei Millionen Österreicher greifen zumindest zeitweise auf das Internet zurück um Überweisungen zu tätigen und online zu sparen, darunter vor allem die 18- bis 40-Jährigen. Bei der Mehrzahl der älteren Bankkunden zählt nach einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Karmasin der persönliche Kontakt am Bankschalter nach wie vor mehr als die 24-Stunden-Verfügbarkeit des Electronic Banking. Grund dafür ist nicht so sehr mangelndes Vertrauen in die Sicherheit des Internet, vielmehr die Tatsache, dass einfach kein Computer samt Internetzugang zur Verfügung steht.

Insgesamt findet Online-Banking aber immer mehr Anhänger. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine Banköffnungszeiten, kein Anstellen, keine Hektik, um Überweisungen vor oder nach der Arbeit zu erledigen, und auf Wunsch jederzeit eine aktuelle Übersicht über das eigene Konto.

Keine Kostenvorteile für Online-Kunden

Auch die Banken haben mit den selbstständigen Online-Kunden ihre Freude. Aber wie es eben ihre Art ist, zeigen sie diese nicht so deutlich: Obwohl „Electronic Banker“ ihre Kontogeschäfte völlig eigenständig durchführen, werden sie nicht von jedem Institut durch günstigere Gebühren belohnt, und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Direktbank handelt, die ganz ohne Filialen auskommt, oder eben um eine Filialbank. Wenn schon die Kosten nahezu gleich sind, dann bieten Letztere immerhin den Vorteil, dass man etwaige Probleme doch einmal vor Ort klären kann, bei einem Vier-Augen-Gespräch in einer Filiale.

Beliebt: Kontopakete

Auch bei Pauschalen sind die Kostensprünge zwischen Kunden, die ihr Konto intensiv nutzen, und solchen, die nur eine Hand voll Einzahlungen und Abbuchungen pro Monat durchführen, gering: Nur bei zwei Instituten (Oberbank und NÖ Landesbank Hypothekenbank) steigen Wenignutzer günstiger aus; in den anderen Fällen finanzieren sie offenbar die höheren Aufwendungen der Intensivnutzer mit. Krasse Unterschiede gibt es hingegen bei den zunehmend beliebteren Kontopaketen. Im einen Fall (beispielsweise Erste Bank) ist eine Kreditkarte mit Versicherungsschutz inkludiert, im anderen Fall (Beispiel Sparda-Bank Linz) werden zwar 0 Euro Kontoführungsgebühr verrechnet, aber dafür sieht das Paket nicht einmal eine Maestrokarte vor.

Nach Stärken und Schwächen auswählen

Doch auch bei weniger augenfälligen Leistungsunterschieden sind deutliche Kostensprünge zu erkennen. Hier sind Sie gefordert, auf Ausstattungsmerkmale zu achten, die Sie wirklich brauchen, und danach dann die günstigste Bankverbindung zu wählen. Das muss ja nicht immer bei jener Bank sein, wo Sie bereits ein Sparbuch, einen Kredit oder Ihr Wertpapierkonto haben.

Um die richtige Kontoverbindung zu finden, prüfen Sie Ihren Bedarf: Benötigen Sie eine Kreditkarte, Zugang zu Ticketshops, Bonusprogramme? Haben Sie viele/wenige Überweisungen, Maestro-/ Kreditkartenabbuchungen, Daueraufträge? Haben Sie eher immer ein größeres Guthaben auf dem Konto? Dann achten Sie auf eine gute Verzinsung (in unserem Test: easy bank). Oder müssen Sie Ihr Konto öfter überziehen? Dann suchen Sie sich eine Bank mit günstigem Überziehungsrahmen (in unserem Test: Generalibank).

Falls Sie Wert auf Beratung legen, wählen Sie das E-Banking einer Filialbank. Kleinere Rückfragen sind auch bei einer Direktbank mittels Mail oder Telefon möglich. Die Beantwortung von konkreten Fragen erfolgte sowohl bei Direkt- als auch bei Filialbanken innerhalb von zwei Arbeitstagen (unrühmliche Ausnahme: die P.S.K. mit fünf Arbeitstagen – das ist für Mailkontakt eindeutig zu lange!).

Sicherheit und Haftung

Nach dem aktuellen Stand der Technik sind die heimischen Online-Konten relativ sicher. Auch die in den vergangenen Monaten massiven Phishing-Attacken haben daran nichts geändert – wobei es in diesem Fall ohnehin auch auf die Vorsicht des einzelnen Online-Users ankommt. Denn gerade bei Codes wie PIN und TAN zählt vor allem, wie sorgfältig der Benutzer (etwa auch bei Bankomatzahlungen) mit diesen vertraulichen Angaben umgeht. Sämtliche Daten werden jedenfalls bei allen Anbietern nur verschlüsselt übertragen, und auch die Warnhinweise zum Thema Phishing sind bei den meisten Banken bereits deutlich auf den Internetseiten angebracht. Wie die Banken bei Schadensfällen reagieren wird allerdings erst die Zukunft zeigen.

Phishing

Immer wieder haben Internet-Benutzer in den vergangenen Monaten betrügeriche E-Mails erhalten, die dazu aufforderten, bestimmte Links anzuklicken und dort die eigenen Kontodaten mitsamt PIN und TAN zu aktualisieren. Mit diesem so genannten Phishing (kombiniert aus "Password" und "Fishing", also dem Herauslocken von Geheimcodes) wollen Betrüger an vertrauliche Daten kommen, um dann die Konten abzuräumen und auf Kosten ahnungsloser Kunden auf Online-Shoppingtour zu gehen.

Falls Sie ein derartiges Schreiben erhalten: Löschen Sie es sofort, auch wenn es noch so überzeugend wirkt, und klicken Sie nicht auf mitgesandte Links. Seriöse Unternehmen würden vertrauliche Daten nie per Mail, Telefon oder SMS erfragen und versenden, sondern ausschließlich per Post.

Grenzüberschreitendes E-Banking

Auch Überweisungen ins Ausland sind natürlich per Internet möglich. Bei der so genannten EU-Standardüberweisung dürfen dabei nicht mehr Kosten als für Überweisungen im Inland anfallen, wenn in Euro überwiesen wird, der Betrag nicht höher als 50.000 Euro ist und IBAN (eine international standardisierte Kontonummer) sowie BIC/SWIFT (internationale Bezeichnung für ein Kreditinstitut) angegeben werden.

Online-Banking-Nutzer können sich diese Daten für Überweisungen nach Deutschland und Belgien rasch und einfach übers Internet besorgen:

                                [ www.iban-rechner.de ].

Online-Banking: Kompetent mit Konsument

  • Keine Kostenersparnis. Online-Banking bringt machem mehr Komfort, aber nicht weniger Kosten.
  • Keine überwiegenden Vorteile. Direktbanken und Filialbanken bieten ähnliche Leistungen und Gebühren.
  • Eigener Bedarf entscheidet. Aus den jeweiligen Stärken und Schwächen lassen sich nutzungsgerechte Angebote herausfiltern.
  • Sicherheit. Liegt auch in der Hand jedes einzelnen Users.

Online-Banking: So haben wir getestet

Im Test: 11 Girokonten mit Gehaltseingang (onlinefähig) bei Direkt- und Filialbanken zu Pauschalpreisen. Nicht enthalten sind onlinefähige Spar- oder Kreditprodukte.

Bewertet wurden Sicherheit, aktuelle Sicherheitshinweise sowie die Eignung für verschiedene Nutzeranforderungen (Kontoüberziehung, Verzinsung, Gebühren, Überweisungen, Filialnetz, Kreditkarte, Zusatz- und Bonusprogramme, Schnelligkeit der Beantwortung von Anfragen per E-Mail, Telefonbanking). Die Reihung der Testkanditaten erfolgte alphabetisch.

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