DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Lebensversicherung: Risiko-Ableben - Unterschiede im Test

Test Risiko-Ablebens­versicherungen. Sie sind nicht nur zur Besicherung von Krediten sinnvoll. Durch Produktvergleiche und jährliche Einzahlung lässt sich viel einsparen. Ein Prämienvergleich für verschiedene Altersklassen.

In der Testtabelle finden Sie folgende Anbieter für Ablebensversicherungen:

  • Allianz
  • Basler
  • Dialog Lebebnsversicherungs-AG
  • Donau
  • Europa Lebensversicherung AG
  • ERGO
  • Generali
  • Grazer Wechselseitige
  • HDI
  • Helvetia
  • Hypo Versicherung
  • Interrisk
  • Kärntner Landesversicherung
  • OÖ-Versicherung
  • Raiffeisen Versicherung
  • S-Versicherung
  • Uniqua
  • Vorarlberger Landesversicherung
  • Wiener Städtische
  • Wüstenrot

Getestet wurden verschiedenen Einstiegsalter für eine Risiko-Ablebensversicherung (ab 20, 30, 40 oder 50 Jahren) und die jeweilige Prämienauszahlung.


Hier unser Testbericht:

Die Kinder sind noch klein oder stecken mitten in der Ausbildung. Der Partner hat ein geringes Einkommen und könnte sich die Miete der Wohnung allein praktisch nicht leisten. Der Kredit fürs Haus läuft noch auf Jahre hinaus – es gibt verschiedene Szenarien, die (Fast-)Alleinverdienern schlaflose Nächte bereiten, weil sie ihren Partner und weitere Angehörige im Fall ihres Todes unversorgt wähnen.

Test Risiko-Ablebensversicherung

Durch eine (Risiko-)Ab­lebensversicherung lässt sich zumindest die finanzielle Seite abfedern. Festgelegt auf eine bestimmte Laufzeit, in der einem das Risiko besonders hoch erscheint, vereinbart man mit dem Versicherer eine bestimmte Versicherungssumme, die im eigenen Todesfall ausbezahlt wird. Wie hoch diese ist, hängt vom persönlichen Bedarf ab; je höher die Versicherungssumme, desto höher auch die Prämie.

Kreditrestschuldversicherung

Ein klein wenig anders ist das bei der Kreditrestschuldversicherung, einer Variante der Ablebensversicherung, die bei größeren Krediten von Banken vorgeschrieben wird. Die Versicherungssumme ist in diesem Fall nicht frei wählbar, sondern wird durch die Kredithöhe bestimmt. Da der Kredit durch die Abzahlung immer kleiner wird, könnte auch eine fallende Versicherungssumme vereinbart werden. Die Versicherungsprämie ist dadurch günstiger und kann entweder als Einmalprämie oder als laufende Prämie bezahlt werden.

Versicherungsmarkt: Suche nach bester Prämie wurde schwieriger

Bis vor einiger Zeit war die Auswahl von Risiko-Ablebensversicherungen relativ einfach. Man suchte sich die günstigste Prämie, denn versichert war ohnehin immer dasselbe, das eigene Ableben. Mittlerweile ist das aber zu wenig, um zuverlässig die optimale Prämie zu finden. Der Markt hat sich "diversifiziert", das Angebot der Versicherer ist unterschiedlicher geworden. Vor allem kalkulieren die Versicherungsunternehmen jetzt unterschiedlicher – etwa, was Zusatzrisiken betrifft.

Höhere Prämien bei Zusatzrisiken

Wesentlich höhere Prämien für Raucher

Bei den meisten zahlen Raucher gut das Doppelte an Prämie, im Fall der Basler Versicherung sogar noch mehr: Ein 30-jähriger Raucher müsste dort bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einer Versicherungssumme von 100.000 Euro rund 233 Euro pro Jahr zahlen, während er als Nichtraucher mit rund 98 Euro versichert wäre.

Bei anderen Anbietern spielt es keine so große Rolle, ob jemand Raucher oder Nichtraucher ist (bei der Interrisk etwa beträgt die Prämie für ein und denselben Modellver­sicherten 93,40 Euro, wenn er raucht, 71,70 Euro, wenn er nicht raucht). Die Grazer Wechselseitige wiederum unterscheidet nicht nach Rauchern und Nichtrauchern, sondern nach gesund und weniger gesund.

Zuschläge auch bei Zusatzrisiken

Ähnliches gilt für Zusatzrisiken wie gefährlichere Hobbys (Motorradfahren, Drachen­fliegen, Canyoning u.Ä.) sowie für Berufe mit erhöhtem Todesfallrisiko, wie etwa bei Dachdeckern und Spenglern, Gerüstbauern, Industriekletterern oder auch Skitouren­führern und Free-Climbing-Instruktoren. Nicht bei allen Versicherern gibt es dafür Zuschläge, daher ist es umso wichtiger, ein Versicherungsvergleichsprogramm mit dem eigenen Profil zu "füttern“ oder einen unabhängigen Makler zu Rate zu ziehen.

Sprunghafte Tarifstrukturen

Gesundheitszustand von Bedeutung

Auch der Gesundheitszustand spielt natürlich eine Rolle. Bei Vorerkrankungen, die über das gängige Maß hinausgehen, wird es überhaupt schwierig, einen Vertrag zu bekommen. Bei Versicherungssummen bis zu 150.000 Euro und einem Alter bis zu 50 Jahren reicht es meist, die Gesundheitsfragen im Antrag wahrheitsgemäß zu beantworten.

Darüber hinaus verlangen manche Versicherer ein ärztliches Attest. Und: Zum Gesundheitszustand müssen korrekte Angaben gemacht werden. Hier darf nichts verborgen werden, sonst kann dies im Fall der Fälle zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers führen.

Bei Ablebensversicherung gelten Unisex-Tarife

Mit den großen Sprüngen zwischen Damen- und Herrentarifen ist es schon mehr als ein Jahr vorbei: Seit Dezember 2012 gelten auch bei der Ablebensversicherung die sogenannten Unisex-Tarife, nach denen das Geschlecht des Versicherten bei der Prämienhöhe keine Rolle mehr spielen darf.

Größere Bandbreite zwischen Jung und Alt

Dafür haben sich aber die Bandbreiten zwischen Jung und Alt vergrößert: Die Prämienangebote für Jüngere um die 30 Jahre sind güns­tiger geworden, ältere Versicherte müssen dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wichtig zu wissen ist allerdings: Mit Ausnahme der drei Testsieger, die in allen ­Alterskategorien günstig abschnitten, kann man sich nicht darauf verlassen, dass ein Anbieter mit günstigem Tarif für 40-Jährige auch bei den Angeboten für Jüngere oder Ältere günstig abschneidet.

Grazer Wechselseitige punktet bei 50-jährigen

Die Grazer Wechselseitige zum Beispiel konnte bei 50-jährigen Einsteigern mit einem durchaus guten Angebot punkten, liegt aber bei den anderen Altersklassen eher im hinteren Mittelfeld. Sehen Sie sich daher genau an, wer für Ihre Risikofaktoren und in Ihrer Altersklasse das beste Produkt im Talon hat.

Zweierlei Maß

Zweierlei Maß: offiziell, inoffiziell

Wir haben für unseren Test auch anonym Offerte bei den einzelnen Anbietern ein­geholt. Die Prämien unterscheiden sich oft ganz massiv von den Angeboten, die die Versicherer in der offiziellen Rückmeldung an KONSUMENT gemacht haben. So hat die Allianz unserer 30-jährigen Testperson eine Jahresprämie von 126 Euro angeboten, uns hingegen wurde eine deutlich billigere Prämie von 101 Euro genannt.

Uniqa: 121 oder 98 Euro

Bei der Helvetia ist es ähnlich: Dem anonymen Tester wurde eine Prämie von 130 Euro angeboten, uns gegenüber betrug die Prämie 104,50 Euro. Auch bei der Uniqa gibt es einen großen Unterschied: Die anonyme Testerin erhielt ein Angebot mit einer Prämie von 121,73 Euro, offiziell nannte man 98,30 Euro. Bei der Wiener Städtischen und der s-Versicherung klaffen die Prämien ebenfalls auseinander, allerdings deutlich geringer.

Direktions- oder Schalterpolizze

Dazu befragt, gaben die Versicherer uns gegenüber bekannt, dass es sich bei den offiziellen Rückmeldungen um Angebote ohne bzw. mit sehr geringen Provisionen (sogenannte Direktions- oder Schalterpolizzen) handle. Wir raten allen Abschlusswilligen, sich auf die günstigeren Angebote zu beziehen und über Provisionen zu verhandeln.

Nichts aufschwatzen lassen wie z.B. ...

Das Produkt an sich ist nicht komplex, trotzdem schätzen Kunden oft die persönliche Beratung, um nicht auf entscheidende Aspekte zu vergessen. Besonders wichtig dabei: Lassen Sie sich kein anderes Lebensversicherungsprodukt unterjubeln, wenn Sie "nur" eine Ablebensversicherung brauchen!

... Er- und Ablebensversicherungen oder "Zukunftsvorsorge"

Bei unserer anonymen Anfrage ließen sich nämlich mehrere Versicherer dazu hinreißen, trotz eindeutiger Frage nach einer reinen Risiko-Ablebensversicherung andere Lebensversicherungen zu empfehlen, etwa (deutlich teurere) Er- und Ablebensversicherungen oder eine "Zukunftsvorsorge". Besonders negativ tat sich hier Wüstenrot hervor, wo unserem Tester zwar vier Produkte angeboten wurden, darunter aber keine einzige Ablebensversicherung.

Online billiger

Online billiger

Wenn Sie genau wissen, was Sie brauchen, können Sie übrigens auch über die Online-Schiene zu einem günstigen Angebot kommen (Online-Angebote sind in der Tabelle nicht berücksichtigt).

ERGO Direkt und vor allem die Hannoversche Leben würden mit Jahresprämien von rund 71 Euro bzw. rund 58 Euro für einen 30-Jährigen in unserem Vergleich weit vorne landen, nur die Europa ist mit 52 Euro billiger.

Jahresprämie vereinbaren!

Und denken Sie unbedingt daran, Jahresprämien zu vereinbaren! Auch wenn mehrere Hundert Euro Prämie auf einen Schlag nach viel aussehen, ersparen Sie sich damit jede Menge Geld.

Bei monatlicher Zahlweise werden bis zu 5 Prozent draufgeschlagen. Das sind zum Beispiel bei einer Jahresprämie von 500 Euro Jahr für Jahr 25 Euro, die Sie einfach so verschenken. Effektiv entspricht das – gerechnet nach der internen Zinsfußmethode – einem Zinssatz von 10,2 Prozent.

Testtabelle: Risko-Ablebensversicherung

Tarifprämie oder Zahlprämie?

Bei den Prämienangaben unterscheiden die Versicherer zwischen Tarifprämie und Zahlprämie.

  • Tarifprämie = die vom Versicherer kalkulierte Maximalprämie. Sie liegt 30 bis 150 Prozent über der Zahlprämie.
  • Zahlprämie = der vom Versicherten tatsächlich zu zahlende Beitrag. Bei einem sehr schlechten Risikoverlauf (wenn z.B. aufgrund einer Epidemie deutlich mehr Versicherte als kalkuliert sterben würden) kann die Prämie maximal bis zur Tarifprämie ansteigen. Ein Blick auf die Tarifprämie kann daher nicht schaden.

In unseren Vergleichen ist die Zahlprämie angeführt. Die ERGO Versicherung kalkuliert anders, hier sind Tarif- und Zahlprämie gleich hoch.

Zusammenfassung

  • Riesige Unterschiede. Bei völlig gleichen Voraussetzungen zahlen Sie bei einem teuren Anbieter drei- bis viermal so viel wie beim günstigsten. Über alle Altersgruppen hinweg sind Europa, Interrisk und Dialog am günstigsten.
  • Individuell suchen. Abgesehen von den drei Testsiegern gilt: Günstige Tarife für Jüngere bei einem Anbieter bedeuten nicht automatisch auch günstigere Angebote für 40- oder 50-Jährige – und umgekehrt!
  • Die günstigsten Prämien. Die gibt es für jüngere Leute, Nichtraucher, bei bester Gesundheit, gefahrlosem Job, ungefährlichen Hobbys und bei jährlicher Prämienzahlung. Teuer wird es mit steigendem Alter, bei angeschlagener Gesundheit, riskantem Beruf und Hobby, für Raucher und bei monatlicher Zahlung.

Testkriterien

Wir haben die Jahresprämien aller Anbieter von Risiko-Ablebensversicherungen für 20-, 30-, 40- und 50-jährige gesunde Personen (ohne zusätzliche Risiken) für eine gleichbleibende Versicherungssumme von 100.000 Euro und eine 20-jährige Laufzeit erhoben und die Bewertungen der Einstiegsprämien für die vier Altersgruppen in ein Gesamturteil einfließen lassen.

Nicht an der Erhebung teilnehmen wollten:

  • Bawag P.S.K. Versicherung
  • Merkur
  • Neue Leben
  • Niederösterreichische
  • Nürnberger
  • ÖBV
  • Tiroler und
  • Zurich.

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang