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Lebensversicherung - Hände weg

  • Nicht zur Altersvorsorge geeignet
  • Trotz langer Laufzeiten bestürzend niedriger Ertrag
  • Ablebensschutz oft zu gering

Herr Sch. freute sich: Seine Tochter hatte ihm den lang ersehnten Enkel geschenkt und wollte nun mit ihrer Familie in eine größere Wohnung ziehen. Dabei wollte er sie kräftig unterstützen. Bald würde die Er- und Ablebensversicherung fällig, die er 1989 abgeschlossen hatte. Zwanzig Jahre lang hatte er jährlich einen größeren Betrag eingezahlt, insgesamt an die 75.000 Euro. Nach den Prognosen des Beraters sollten weit über 100.000 Euro zusammengekommen sein.

Große Enttäuschung

Doch dann die große Enttäuschung: Knapp über 92.400 Euro zahlte der Versicherer aus – das entsprach gerade einmal einer Nettorendite von 2,4 Prozent, wie Herr Sch. errechnete, und das über 20 Jahre! Noch größer der Frust bei Frau G.: Sie hatte im Jahr 2000 zwei Er- und Ablebensverträge mit jeweils rund 7.300 Euro abgeschlossen. Nach zehn Jahren erhielt sie pro Polizze etwa 8.250 Euro ausgezahlt – das waren schlappe 1,26 Prozent Rendite!

Beispiele wie diese landen nach wie vor zuhauf bei uns, und wie es aussieht, wird sich daran noch lange nichts ändern. Denn obwohl wir schon vor einem Jahr auf das schlechte Abschneiden von Lebensversicherungen hingewiesen haben, werden sie nach wie vor mit Hochdruck vertrieben. Die Zahl der Verträge ist zwar leicht rückläufig, Versicherungssummen und Prämien steigen aber weiterhin an.

Alle profitieren – nur der Kunde nicht

Extrem hoch ist nach wie vor auch die Stornoquote: Mehr als 50 Prozent der Lebensversicherungspolizzen werden vorzeitig wieder gekündigt.

Und wie die noch immer hohe Abschlussrate annehmen lässt, dürften viele der Aussteiger schon kurz darauf in den nächsten Vertrag einsteigen – auf Empfehlung eines Beraters, der ihnen mit einem Neuvertrag die Aussicht auf höhere  Erträge und bessere Konditionen eröffnet. Die Statistik besagt, dass im Durchschnitt nach sieben Jahren Laufzeit gekündigt wird.

Wechsel: Geschäft für Versicherer

Ein Bombengeschäft für die Versicherer und Vermittler, denn dann hat der Versicherte mit seinen Einzahlungen bereits seinen Obolus geleistet, also die hohen Abschlusskosten finanziert. Und dass er dann durch den frühzeitigen Ausstieg deutlich weniger zurückerhält, als er eingezahlt hat, liegt – bedauerlicherweise – ganz im Verantwortungsbereich des Versicherten.

Garantiert weniger als eingezahlt

Sieht man sich die derzeit in Aussicht gestellten Ablaufleistungen an, so fragt man sich, warum Investitionswillige nicht reihenweise die Flucht ergreifen, sobald sich ein Berater mit einer Lebensversicherungspolizze in der Hand nähert. Wie unsere Erhebung ergab und wie auch in der Tabelle nachzulesen ist, erhält ein 40-jähriger Mann, der ab jetzt monatlich 100 Euro in eine Er- und Ablebensversicherung einzahlt, in 20 Jahren (nach Einzahlung von insgesamt 24.000 Euro) eine garantierte Ablaufleistung von 22.600 bis 23.900 Euro. Er zahlt also mehr ein als er zurückerhält – und erzielt somit eine "Rendite" auf die Bruttoprämie von –0,05 bis –0,61 Prozent!

Selbst die prognostizierte Ablaufleistung wäre noch Grund genug, Reißaus zu nehmen: Kommt es im eben genannten Fall dazu, dass der Versicherer eine Gewinnbeteiligung auszahlen kann, schauen für unser Versuchskaninchen nach 20 Jahren gerade mal 1,15 bis 2,33 Prozent Rendite heraus, für Frauen aufgrund ihres geringeren Sterberisikos geringfügig mehr.

Magere Aussichten

An diesen mageren Aussichten würde sich übrigens auch dann so schnell nichts ändern, wenn die Zinsen in naher Zukunft kräftig anstiegen. Aufgrund der Art und Weise, wie Er- und Ablebensversicherungen aufgebaut sind, würde es laut Kapitalmarktexperten Jahre dauern, bis sich höhere Zinsen auswirkten – und dann eben auch bestenfalls im Rahmen der Gewinnbeteili gung. Außerdem: Von den erzielten Erträgen müssen die Versicherer nur 85 Prozent an die Versicherten auszahlen.

Hin und her macht Taschen leer

Niedrige Zinsen, hohe Kosten

Woran liegt es, dass auch bei "normalem" Ablauf, also wenn man die Polizze bis zum Laufzeitende behält, so wenig herausschaut? Zum einen am generellen Rückgang der Zinsen. Anfang der 90er-Jahre lagen sie noch bei über 7,5 Prozent, seither ging es stetig bergab. Da die Prognosen immer aufgrund des bei Vertragsabschluss aktuellen Zinsniveaus erfolgen, gab es für alle Versicherten, die vor 10 bis 20 Jahren eine Lebensversicherung abschlossen, bei der Auszahlung herbe Enttäuschungen. Den Versicherern kann hier jedenfalls der Vorwurf gemacht werden, dass sie beim Vertrieb statt der garantierten Ablaufleistung die prognostizierte Gewinnbeteiligung als mehr oder weniger sicheren Ertrag in den Vordergrund rückten.

Geld bleibt bei der Versicherung

Aber das allein erklärt noch nicht, warum mit so viel Geld über 20 Jahre nur so wenig Ertrag erzielt werden kann. Ein Blick auf die Kostenbelastung zeigt, dass daran nicht nur "der Finanzmarkt" und das Absacken der Zinsen Schuld tragen, sondern dass außerdem ein Gutteil von Sparers Geld in den Kanälen der Versicherer hängen bleibt ( siehe "Geheimnisvolle Kosten"). Die in den Hochzinsphasen immer höher geschraubten Kosten, die damals dank üppiger Erträge nicht so stark ins Gewicht fielen, führen nun dazu, dass zu wenig vom eingezahlten Kapital tatsächlich veranlagt wird. Der Sparanteil (siehe "Was heißt das genau?") ist schlicht zu gering.

Hin und her macht Taschen leer

Also rette sich aus den unergiebigen Verträgen, wer kann? Davon ist unbedingt abzuraten, selbst wenn sich abzeichnet, dass die Versicherung nicht so ertragreich sein wird wie erwartet. Geschickte Vermittler stellen oft in Aussicht, dass sich die Ertragssituation durch den Wechsel zu einem neuen Vertrag drastisch verbessern würde. Hier sind nicht nur reine Versicherungsberater, sondern auch Bankberater gemeint, denn immerhin werden bereits mehr als 50 Prozent der Lebensversicherungen über den Bankschalter verkauft.

Geringer Schutz im Todesfall

Doch das ist die denkbar ungünstigste Variante, außer Sie sponsern gerne Versicherungshäuser. Vergessen Sie nicht: Versprochen wurde auch beim ersten Mal schon viel. Nun käme noch dazu, dass Sie ein zweites Mal den gesamten Kostenberg abtragen müssten, bevor Ihr Geld für Sie selbst "zu arbeiten" beginnen würde. Ein Blick auf die Ergebnisse unserer Erhebung zeigt deutlich, dass auch bei anderen Anbietern nicht viel mehr zu holen ist: Die Ertragschancen sind bei allen relativ ähnlich gelagert. Wenn Sie bereits einen Vertrag laufen haben, sollten Sie ihn also keineswegs gegen einen neuen Vertrag "eintauschen", sondern wenn überhaupt, dann in optimierter Form bis zum Ende der Laufzeit halten ( siehe: "Optimieren statt kündigen").

Todesfallschutz gering

Haben Sie noch keine Lebensversicherung abgeschlossen, möchten aber Partner oder Partnerin und Kinder absichern, wählen Sie besser eine eigene Risikolebensversicherung und suchen sich fürs Ansparen ein anderes Produkt. Denn auch der Ablebensschutz bei den Er- und Ablebenspolizzen ist das viele investierte Geld nicht wirklich wert: Geht man von einer Durchschnittspolizze aus (etwa 100 Euro pro Monat bzw. 1.200 Euro pro Jahr, Einzahlung über 20 Jahre), beträgt die Versicherungssumme gerade einmal knapp 24.000 Euro. Stirbt der Familienerhalter, ist dieser Betrag zweifelsohne nicht ausreichend, um die entstehende finanzielle Lücke zu füllen. Höhere Einzahlungsbeträge sind aber für viele nicht leistbar.

Durch die Trennung von Versicherungsschutz und Geldanlage lässt sich flexibler agieren: Zuvorderst stehen die Prämien für eine wirklich sinnvolle Hinterbliebenenabsicherung; was dann noch bleibt, kann in die Geldanlage fließen. Fest steht: So wie Er- und Ablebensversicherungen derzeit gebaut sind, sind sie nicht als Bestandteil eines Anspar- und Vorsorgepakets zu empfehlen. Allerdings sieht es für längerfristige Veranlagungen derzeit auch mit Alternativen düster aus. Reine Erlebensversicherungen schneiden kaum besser, wenn nicht sogar noch schlechter ab, wie eine Erhebung vor einigen Monaten zeigte.Fondsgebundene Lebensversicherungen sind mit noch höheren Kosten belastet.

Situation wird eher schlechter

Die Situation bei den Lebensversicherungen wird sich zudem eher noch verschärfen als bessern, weil auf die Versicherer neue Eigenkapitalvorschriften zukommen. Da ein Teil des erzielten Veranlagungsgewinnes zur Bildung des Eigenkapitals herangezogen werden soll, müssen sich Inhaber von Lebensversicherungspolizzen laut Versicherern auf niedrigere Ausschüttungsquoten gefasst machen.

Auch Produkte mit Kapitalgarantie sind nicht das Gelbe vom Ei. Die Garantie wirkt sich kräftig auf den Ertrag aus, wie sich auch bei der prämiengeförderten Zukunftsvorsorge gezeigt hat: Ein fix vorgeschriebener Aktienanteil von 30 oder 40 Prozent und gleichzeitig eine Kapitalgarantie gehen auf Dauer nicht zusammen! Die angebotenen Produkte sind zu spekulativ oder zu mickrig, zu teuer oder zu wenig transparent – es scheint, dass die Zeit hoher Erträge fürs Erste vorbei ist und Langfrist- Sparer bestenfalls darauf hoffen können, die Inflation auszugleichen.

Es sei denn, Anbieter und Gesetzgeber ringen sich zu einem einfachen, flexiblen, kostengünstigen und vielleicht sogar staatlich geförderten Vorsorgeprodukt durch. Fromme Wünsche wird man ja noch haben dürfen!

Tabelle: Er- und Ablebensversicherungen

Geheimnisvolle Kosten

Die Mehrzahl der Anbieter schweigt hartnäckig über Art und Weise der Kostenbelastung.

Zwei haben die Kosten auf den Angeboten näher erläutert. Hier wird klar, wo ein Gutteil des eingezahlten Geldes hängen bleibt und warum die Versicherung im Endeffekt so wenig abwirft.

Bei einer Gesamteinzahlung von 24.000 Euro fallen fast 2.700 Euro an Kosten an – rund 1.350 Euro für die Vermittlungsprovision und mit 1.320 Euro fast gleich viel für das Versicherungsunternehmen. Wenn über 11 % des eingezahlten Betrages für die Deckung der Kosten draufgehen, wo soll da noch ausreichend Rendite für den Anleger herkommen? Rechnet man noch Versicherungssteuer und Risikoprämie ein, kommt man schnell auf einen Wert von fast 20 % des eingezahlten Betrags.

Beispielrechnung:   20 Jahre Laufzeit, monatlich 100 Euro Prämie 4)
Typ der Spesen Einheit: Euro
  
1. Abschlusskosten einmalig  
4 % von der Gesamtprämiensumme abzüglich VS 1), UJZ 2) und Stückkosten 3)
Nettoprämie 88,15
Summe der Gesamtprämien
21.156,–
ABSCHLUSSKOSTEN einmalig 846,24
 
2. Abschlusskosten (Provisionen) jährlich
2,4 % von der Jahresprämiensumme abzüglich VS 1), UJZ 2) und Stückkosten 3)
Nettoprämie 88,15
Jahresprämiensumme 1.057,80
ABSCHLUSSKOSTEN pro Jahr 25,39
ABSCHLUSSKOSTEN über den gesamten
Zeitraum
507,80
 
3. Verwaltungskosten  
0,75 ‰ pro Jahr von der Versicherungssumme  
Versicherungssumme  23.977,13
VERWALTUNGSKOSTEN pro Jahr 17,98
VERWALTUNGSKOSTEN über den gesamten Zeitraum 359,60
 
4. Stückkosten pro Jahr 48,–
STÜCKKOSTEN gesamt 960,–
 
GESAMTKOSTEN
2.673,64
 
Einzahlungen gesamt
24.000,–
GESAMTKOSTEN in Relation zur Einzahlung 11,14 %

1) 4 % Versicherungssteuer
2) 4 % Unterjährigkeitszuschlag
3) Stückkosten 48 €/Jahr (Stückkosten sind Spesen, die der Versicherer verrechnet)
4) Die Kosten für den Ablebensschutz wurden nicht berücksichtigt, weil sie von der Ablebenswahrscheinlichkeit (d.h. dem Alter des Versicherten) abhängen. Auch die Versicherungssteuer (4 %) ist hier noch nicht berücksichtigt.

Optimieren statt kündigen

Auf neue Polizzen umzusteigen kostet Sie mehr als es bringt.

Achten Sie bei bestehenden Polizzen lieber auf folgende Optimierungsmöglichkeiten:

Jährlich zahlen: Wenn Sie nicht ohnedies einen Einmalerlag getätigt haben, dann zahlen Sie die Prämie künftig jährlich – statt monatlich oder vierteljährlich – ein. Der Unterschied kann je nach Einzahlungshöhe am Ende mehrere Tausend Euro ausmachen! Obwohl von uns schon oft moniert, wird kaum einmal auf die weitaus günstigere jährliche Zahlungsweise hingewiesen (bei diesem Test nur von zwei Beratern).

Nicht Notwendiges streichen: Zusätze wie Prämienerlass im Krankheitsfall oder Unfalltod (bei einem Tod durch Unfall verdoppelt sich die Ablebenssumme) kosten Geld und bieten noch dazu nicht die geeignete Risikoabdeckung. Sie lassen sich auch bei laufenden Verträgen herausreklamieren und erhöhen den Sparanteil.

Wertanpassung überdenken: Durch Wertanpassungsklauseln soll die Kaufkraft des Kapitals erhalten bleiben und ein konstanter Vermögensaufbau gewährleistet werden. Sie sind meist fixer Vertragsbestandteil und werden oft an den Verbraucherpreisindex gekoppelt (z.B. "VPI, mindestens 4 %"). Die Anpassung ist jedoch oft doppelt so hoch wie der VPI, daher steigen auch die Prämien entsprechend schnell. Bei einem Mindesterhöhungssatz von 4 % kommt es im 18. Jahr zu einer Verdoppelung der ursprünglichen Prämie! Falls es finanziell eng wird, kann man die Wertanpassung bis zu zwei Mal aussetzen oder die Klausel überhaupt streichen lassen. Lassen Sie fünf Jahre vor dem Ende der Laufzeit keine Wertanpassung mehr durchführen. Dadurch steigen nämlich jeweils der Risikoanteil und die Kostenbelastung – die Wertanpassung rechnet sich dann nicht mehr!

Lexikon: Was heißt das genau?

Risikoprämie: Jener Teil der Prämie, der für den Ablebensschutz aufgewendet werden muss. Errechnet sich nach den sogenannten Sterbetafeln, d.h. je höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherte innerhalb der Laufzeit stirbt, desto höher die Risikoprämie und desto weniger der vereinbarten Prämie wird auch tatsächlich veranlagt.

Sparanteil: Eingezahlte Prämie abzüglich Versicherungssteuer, Risikoprämie und Kosten. Im Regelfall liegt der Sparanteil zwischen 70 und 85 % der Bruttoprämie. Im Klartext: Zahlen Sie z.B. 100 Euro Prämie im Monat ein, werden davon nur 70 bis 85 Euro tatsächlich veranlagt, der Rest geht für Vertrieb, Verwaltung, Steuer und Risikoabsicherung drauf.

Garantiezins/(garantierter) Rechnungszins: Jener Zinssatz, mit dem der Sparanteil fix verzinst wird. Derzeit liegt der Rechnungszins bei höchstens 2,25 %, bei älteren Verträgen kann er bis zu 4 % betragen.

Gewinnbeteiligung: Der (nicht garantierte, sondern nur in Aussicht gestellte) Anteil des Kunden an den vom Versicherungsunternehmen erwirtschafteten Überschüssen. Dadurch soll sich die garantierte Ablaufleistung erhöhen.
Gesamtverzinsung: Setzt sich zusammen aus Garantiezins plus Gewinnbeteiligung. Wird (auch von Beratern!) oft mit der Verzinsung der Einzahlungen verwechselt. Verzinst wird allerdings nur der Sparanteil, also die Bruttoprämie abzüglich Versicherungssteuer, Risikoprämie und Kosten.

Gesamtverzinsung: Setzt sich zusammen aus Garantiezins plus Gewinnbeteiligung. Wird (auch von Beratern!) oft mit der Verzinsung der Einzahlungen verwechselt. Verzinst wird allerdings nur der Sparanteil,
also die Bruttoprämie abzüglich Versicherungssteuer, Risikoprämie und Kosten.

Zusammenfassung

  • Nicht geeignet. Er- und Ablebensversicherungen sind derzeit nicht fürs Vorsorgesparen zu empfehlen. Die Ablaufleistungen sind schon seit einigen Jahren gering, die Prognosen für Neuverträge liegen sogar noch darunter. Bei Berücksichtigung der Inflation droht ein Kaufkraftverlust!
  • Todesfallabsicherung kein Argument. Die meisten Verträge laufen mit rund 1.200 Euro Einzahlung pro Jahr. Hier wäre die Versicherungssumme viel zu gering, um die finanzielle Lücke durch den Verlust des Familienerhalters auch nur annähernd zu schließen. Reine Ablebensversicherungen sind zielführender.
  • Langzeit-Anlage schwierig. Überzeugende Alternativen bieten sich derzeit nicht an. Am besten nicht allzu lange fix binden, damit Sie auf Zinsentwicklungen reagieren können, und eher einfache, durchschaubare Produkte mit klarer Kostenstruktur und fix kalkulierbarem Ertrag wählen.

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  • Sparbücher, Bausparen, Anleihen
  • Börse, Aktien, Optionen
  • Fonds, Zertifikate
  • Lebens- und Rentenversicherungen
  • Geförderte Zukunftsvorsorge
  • Vertriebswege: Wo kaufen?
  • Achtung bei Spesen und Gebühren
  • Der Graue Kapitalmarkt
  • Vorsicht Betrug: Dubiose Angebote
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Leserreaktionen

Mehr Aufklärung!

Vielen Dank für den Bericht! Die Lebensversicherung erfreut sich in Österreich – dank massiver Werbung und leichtgläubiger Kunden – einer immensen Nachfrage (nach Sparbuch und Bausparvertrag), wobei sie als Sparinstrument, wie Sie richtig schreiben, praktisch nutzlos ist. Auf 20 Jahre erzielt man mit höher verzinsten Sparbüchern locker das Doppelte einer Lebensversicherungsrendite ...

Benutzer "39373"
(aus Konsument 10/2010)

Um nichts besser

Könnten Sie das bitte auch mal veröffentlichen, dass die fondsgebundenen Lebensversicherungen um nichts besser sind und den Kunden nur viel Geld kosten? Ein ordentlicher Bericht wäre hier mal angesagt, damit die Menschen aufwachen und die Berater nicht mehr so leicht den Kunden diese Sparform als toll verkaufen können!

Benutzer "akkura"
(aus Konsument 10/2010)

Abschreibung

Habe vor acht Jahren eine Lebensversicherung ausbezahlt bekommen, die eine Laufzeit von 15 Jahren hatte. Mit ein Grund für den Abschluss damals waren auch die steuerlichen Vorteile. Vor 23 Jahren konnte ich noch einen wesentlich höheren Teil der Prämie beim Finanzamt abschreiben als am Ende der Laufzeit. Dadurch war auch der effektive Gewinn letztlich sehr klein. Dies wäre vielleicht auch einen Absatz in diesem Bericht wert gewesen.

Benutzer "andrlik"
(aus Konsument 10/2010)

Hände weg!

Einkauf einer Zusatzrente für meine Frau und mich ab Juni 2006, gewünschte Rente monatlich 700 Euro. Einzahlungen im April 2003 Frau/Mann 63.369 bzw. 62.921 Euro. Schriftliches Anbot des Versicherers: Mindestrente Frau/Mann 705,98 bzw. 712,58 Euro.

Die derzeitige Rente beträgt aktuell 655,61 Euro, also nach 4 Jahren um rund 50 Euro weniger als das Mindestangebot für 2006! Der Versicherer meinte dazu lakonisch: „Anbote sind mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor belastet, im Offert wurde auf die Unverbindlichkeit verwiesen.“

Bei meiner Fondsgebundenen Lebensversicherung ist es mir nicht besser ergangen. Einzahlung September 2002 15.000 Euro, prognostizierter Endwert im Anbot per September 2012: 21.171 Euro. Veranlagung in Geldwertfonds der Deutschen Bank, also keinesfalls ein Aktienspekulationsprodukt.

Tatsächlich erreicht wurden 16.349 Euro, die Verzinsung betrug rund 1 Prozent. Meine Schlussfolgerung: Hände weg von Lebensversicherungen, jede konservative Veranlagung hätte in den letzten 8 Jahren mehr erbracht !

Name der Redaktion bekannt
(aus Konsument 10/2010)

Bereichert

Die Vermögensberater bereichern sich gemeinsam mit den Versicherungen an den Konsumenten! Meine Verträge wurden so angelegt, dass für eine sehr lange Laufzeit jährlich ein hoher Einzahlungsbetrag fixiert wurde, mit dem Hinweis der Gewinnmaximierung und der Möglichkeit auf jederzeitige Reduzierung beziehungsweise Stilllegung.

Die eingezahlten Beträge wurden so aufgeteilt, dass pro Polizze je zwei Raten gutgebucht wurden. Wie ich heute weiß, war das die Voraussetzung, damit die Provision ausbezahlt werden konnte. Der Versicherer sieht sich im Recht, ein Verschulden wäre ausschließlich beim Vermögensberater zu sehen und eine Abänderung des Vertrages auf Einmalerlag wäre nur möglich, wenn der Makler freiwillig auf seine Provision verzichtet.

Das tut er natürlich nicht, er ist sich keiner Schuld bewusst und sagt mir, dass ich die ausgestellten Polizzen hätte genauer prüfen sollen und die Sache verjährt ist. Nachdem bei stillgelegten Polizzen keine Kontonachrichten oder Saldomitteilungen ausgestellt werden und keine Spesendetails bekanntgegeben wurden, habe ich erst durch die Abfrage der voraussichtlichen Erlebenssummen gesehen, dass sich da jemand an meinen Ersparnissen bedient hat.

Ich sehe, dass ich kein Einzelfall bin und dass diese Vorgangsweise Methode hat.

Name der Redaktion bekannt
(aus Konsument 10/2010)

Prämienfreistellung

Solche Analysen wie in der neuen Konsument-Ausgabe über Lebensversicherungen sind immer wieder interessant und für viele Leser sicher eine wichtige Entscheidungshilfe. Was ich aber trotzdem vermisste, war ein Hinweis auf die Möglichkeit oder Sinnhaftigkeit von Prämienfreistellungen bei bereits lang laufenden Versicherungsverträgen!

Dkfm. Herbert Pfriemer
E-Mail
(aus Konsument 9/2010)

Die Prämienfreistellung ist eine Möglichkeit, allerdings muss die Sinnhaftigkeit im Einzelfall geprüft werden, weil die Verwaltungskosten weiterlaufen.

Die Redaktion

Absicherung nötig

Meiner Meinung nach sind Lebensversicherungen besser als ihr Ruf. Wie soll beispielsweise ein junger Vater von einem Tag auf den anderen 30.000 Euro aufbringen, um seine Hinterbliebenen abzusichern? Dass Risikoschutz nicht gratis ist, ist auch verständlich.

Woher soll der Versicherer wissen, wann die versicherte Person verstirbt und welche Prämiensummen er bis dahin eingezahlt hat? Deshalb verstehe ich Ihre Kritik im Artikel nicht.

Stefan Zorgovsky
E-Mail
(aus Konsument 9/2010)

Unsere Kritik richtet sich gegen kombinierte Er- und Ablebensversicherungen. Hier ist der Ertrag gering und vor allem der Schutz im Todesfall nicht ausreichend. Daher raten wir allen, die Angehörige zu versorgen haben, zu einer reinen Ablebensversicherung mit möglichst hoher Versicherungssumme.

Die Redaktion

Betrogen

Gratulation zu Ihrem Bericht zu Lebensversicherungen. Ich bewundere, dass Sie dies überhaupt aufgegriffen haben. In der derzeitigen Situation liefern Kunden ihr gutes Geld in die Schlünde der Versicherungen, ohne angemessene Gewinnbeteiligung.

Als allgemein wichtiges Thema sehe ich den Mangel an Kontrolle und die nicht vorhandenen Verpflichtungen zur Offenlegung von Abschlusskosten, Verwaltungsgebühren, Anteilen für Ablebensversicherung wie von Garantieverzinsungen oder Gewinnbeteiligungen.

Von meinem Versicherer fühle ich mich regelrecht betrogen. Bei Abschluss meiner Lebensversicherung 1990 hatte man mir eine Rendite von ca. 81 % über 20 Jahre versprochen (als Garantieverzinsung, nicht als mögliche Gewinnbeteiligung), schließlich aber nur 72 % bestätigt und dann ca. 37 Prozent gezahlt.

Eine Klage ist wenig chancenreich, weil es zu den Versprechungen bei Vertragsabschluss nur handschriftliche Notizen der Vertreter gibt.

Dr. Josef Thayer
Salzburg
(aus Konsument 9/2010)

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