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Investmentfonds: Renten und Aktien - Mitten im Regen

  • Hohe Verluste bei Aktienfonds
  • Rentenfonds unterschiedlich erfolgreich
  • Saftige Spesen

Herbstzeit ist Erntezeit

Das gilt nicht nur für Landwirte. Auch für Anleger ist es Zeit, auf die „Früchte“, sprich Wertzuwächse, ihrer Veranlagungen zu schauen. Spätestens zu Jahreswechsel wird schwarz auf weiß feststehen, wie sich der jeweilige Investmentfonds übers Jahr entwickelt hat. Auf unseren Testdepots hat sich seit dem letzten Jahr einiges getan. Die Rentenfonds haben leicht zugelegt. Dramatisch hingegen die Situation bei den Aktienfonds. Infolge des Dauer-Börsentiefs schlitterten die Aktien- und Mischfonds noch tiefer in die Verlustzone und haben mittlerweile zwischen 30 und 34 Prozent ihres Ankaufswertes eingebüßt.

Rangfolge mit leichten Änderungen

Leicht geändert hat sich die Rangfolge der Fonds. Nur der beste Fonds (Volksbank Interbond, ein internationaler Anleihenfonds) und der schlechteste (Bawag P.S.K. Global Stock, ein internationaler Aktienfonds) haben ihren ersten bzw. letzten Platz behalten.

Sechs sichere, vier ertragreiche

Zur Erinnerung: Seit 1999 überprüfen wir in regelmäßigen Abständen, ob die beim Ankauf versprochenen Renditen tatsächlich realisiert werden. Dazu haben wir zehn österreichische Fonds (sechs „sichere“ und vier „ertragreichere“) mit einer Einmalanlage von damals 100.000 Schilling (rund 7267 Euro) angekauft.

Rentenfonds als „sichere Häfen“

Wer auf risikoärmere Rentenfonds gesetzt hat, kann aufatmen. Alle Rentenfonds verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr eine Wertsteigerung, die Unterschiede sind jedoch enorm. Während der Capital Invest Mündel Bond gleich um 417 Euro zulegte, weist der ähnlich ausgerichtete Sparkassen Mündel Rent lediglich ein Plus von 112 Euro aus. Die positive Entwicklung seit dem letzten Jahr kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wertentwicklung des Capital Invest Mündel Bond seit 1999 bei weitem nicht die Wertentwicklung der bestplatzierten Fonds erreicht. Betrachtet man die jährliche Wertsteigerung seit dem Ankauf, so zeigt sich, dass diese bei vier von sechs Rentenfonds unter 2,6 Prozent bleibt. Hier hätte jedes einigermaßen gut verzinste Sparbuch mithalten können. Nur der neuerliche Performance-Sieger Volksbank Interbond kommt auf akzeptable 4,8 Prozent.

Aktien- und Mischfonds im Keller

Dramatisch sind die Verluste bei den Aktienfonds. Von der Ankaufssumme von 100.000 Schilling (rund 7267 Euro) sind jetzt umgerechnet nur mehr um die 5000 Euro übrig. Der Hypo Invest konnte von 2001 auf 2002 seine Verluste mit 915 Euro begrenzen und stieg heuer zum „besten“ der Aktienfonds auf. Wie es scheint, haben derzeit nicht einmal Blue Chips (= Aktien von Unternehmen mit höchster Bonität) eine Chance. Der Bawag P.S.K. Europa Blue Chip Stock büßte gegenüber dem Vorjahr rund 23 Prozent (1523 Euro) an Wert ein.

Kleine Spesenbeträge, große Wirkung

Insgesamt sind die Spesen beim Produkt Investmentfonds deutlich angestiegen. Neben den Ausgabeaufschlägen haben viele Banken happige Verkaufsspesen eingeführt (bis zu 0,75 Prozent vom Verkaufswert). Die Volksbank Wien verrechnet zusätzlich Ankaufspesen. Dazu kommen Gebühren für das Wertpapierdepot.
Wir haben eine Musterrechnung mit einem Depot, das drei Investmentfonds mit einer Anlagesumme von je 3000 Euro enthält, durchgeführt. Die Berechnungen wurden unter der Annahme durchgeführt, dass die Wertpapiere zeitgleich angekauft und nach vier Jahren zeitgleich verkauft werden. Aufgrund der An- und Verkaufsspesen ist die Spesenbelastung bei der Volksbank Wien um 135 Euro höher als bei einer Bank, die keine derartigen Spesen verrechnet, wobei die Rechnung beispielhaft mit den Konditionen der Oberbank durchgeführt wurde. 

Achtung Umsatzsteuer: Die meisten Spesenlisten werden in Nettobeträgen geführt. Der Hinweis „zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer“ auf die meisten Spesensätze findet sich oft nur dezent in einer Fußnote (positive Ausnahmen: Raiffeisen Wien und Steiermärkische, die die Bruttospesen ausweisen).
Anders als etwa beim Sparbuch ist jede Transaktion bei Fonds mit Kosten verbunden. Vor allem Mindestspesensätze drücken bei kleinen Anlagebeträgen massiv auf die Rendite. Jede Ein- und Auszahlung wird neben prozentuellen Gebühren auch mit Mindestspesen belegt, die bei kleinen Behebungen bzw. Einzahlungen die Rendite „auffressen“. Wer über einen Fonds kleinere Beträge ansparen will, fährt üblicherweise mit einem Fondsparplan besser. Auch sind hauseigene und inländische Fonds meist günstiger zu haben als ausländische. „Fremde“ Spesen (sie werden bei der Order von Auslandsfonds von Fremdbanken weiterverrechnet) sind besonders heimtückisch, weil im Vorhinein nicht bekannt.

Kompetente Beratung tut Not

Bezüglich der unter dem Jahr zugesandten Information fehlt es den meisten getesteten Fondsanbietern an einem transparenten, kontinuierlichen und anlegerfreundlichen Informationskonzept. Als gut ist nur der Ansatz der Volksbank Wien zu bezeichnen, bei der die nötigen Informationen übersichtlich auf einem Blatt zu finden sind. Weiters sendet die Volksbank Wien die Jahresberichte bzw. die Halbjahresberichte des Investmentfonds zu. Außer der Volksbank Wien übermittelt nur Schelhammer & Schattera diese Berichte unaufgefordert.

Unbefriedigende Beratung

Auch die Beratungssituation ist nach wie vor unbefriedigend. Trotz mehrfacher Kritik sind außer Pauschalaussagen („der Fonds hat sich gut/schlecht entwickelt; schwierige Börsenlage“) keine fundierten Fachinformationen zu erhalten. Positiv: Die meisten Banken rieten dazu, den Fonds zu behalten. Problematisch hingegen die Empfehlung der Raiffeisenbank Wien, die zu einem Umstieg in einen riskanteren Fonds mit höherem Aktienanteil riet. Begründet wurde dies damit, dass die Kurse von Rentenfonds zur Zeit sehr hoch seien und ein Sinken zu erwarten wäre. Jedoch hatte unsere Testperson beim Veranlagungsgespräch ausdrücklich eine sichere Anlageform gewünscht, die bei einem Fonds mit Aktienanteil nicht mehr gegeben ist.
Die P.S.K schlug vor, neue Anteile der Aktienfonds zuzukaufen, um Verluste „früher“ ausgleichen zu können. Das kann gut oder schlecht ausgehen.

Versprechen nicht erfüllt

Fazit im Jahr 3 unseres Langzeittests: Die beim Ankauf in Aussicht gestellte Performance (bis zu sechs Prozent bei den Rentenfonds, bis zu zwölf Prozent bei den Aktienfonds) hat bislang kein Fonds erreicht. Man darf gespannt sein, wie sich unsere Fonds in den nächsten Jahren weiterentwickeln.

 

Investmentfonds 2002

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Weder aus Asien, den USA noch von den europäischen Börsen gibt es derzeit Signale für eine nachhaltige Trendwende. Seit fast zwei Jahren fallen die Aktienindices auf neue Tiefststände. Seit dem Platzen der Technologie-&-Internet-Blase grundelt die US-Konjunktur auf Sparflamme dahin. Statt einer dringend notwendigen Erholung erhielt der US-Aktienmarkt durch die Bilanzmanipulationen und Pleiten bei Enron und WorldCom einen neuerlichen Dämpfer. Zu Redaktionsschluss drohende militärische Auseinandersetzungen mit dem Irak sorgen auch nicht gerade für eine Beruhigung der Finanzmärkte.

Wo ist der "Silberstreif"?

Wenig rosig auch die Aussichten für den europäische Aktienmarkt. Zwar orten manche Analysten in ihren Prognosen für die nächsten Monate „Silberstreifen am Horizont“. Für Aktienfonds-Inhaber, die gerade ein Drittel ihres Investments verloren haben, ist dies aber nur ein schwacher Trost. Die Rentenfonds haben auch heuer wieder vom anhaltenden Kursverfall auf den Aktienmärkten profitiert und leicht zugelegt.

Nicht verkaufen, aussitzen

Keinesfalls sollte man sich jetzt zu Panikverkäufen hinreißen lassen. Die meisten Fonds mit
Aktienanteil lassen sich derzeit nur mit Verlust verkaufen. Außerdem fallen neue (teure) Verkaufsspesen an. Durchhalten und auf bessere Börsenzeiten warten, ist derzeit die beste Anlagestrategie.

Spesen beachten. Wegen der hohen Nebenkosten sind Investmentfonds bei kleinen Ansparbeträgen und kurzer Veranlagungsdauer unattraktiv. Vor allem ausländische Fondspapiere können teuer kommen.

Kein schnelles Geld. Fonds sind wegen der unsicheren Kursentwicklung und der hohen laufenden Kosten nur als längerfristige Anlageform (mindestens 5 Jahre) zu sehen. Wer das zu investierende Geld in absehbarer Zeit benötigen wird, sollte lieber auf eine grundsätzlich spesenfreie und risikolose Anlageform wie etwa das Sparbuch zurückgreifen.

Unterschiedliche Spesen. Die Spesen differieren teilweise enorm. Man sollte sich jene Bank als depotführende aussuchen, bei der die Kostenbelastung für den entsprechenden Anlagewunsch am geringsten ist. Allerdings: Ein Wertpapierübertrag zu einer anderen Bank kann mit hohen Spesen belastet sein.

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