DATENSCHUTZ IST UNS WICHTIG!

Bitte erteilen Sie uns die Zustimmung, Ihre Daten zur internen Analyse zu verwenden. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung.

Zum Inhalt

Investmentfonds im Dauertest: Rohstoff-Aktienfonds - Top five - Boom bei Rohstoffen

  • Rohstoffe boomen derzeit
  • Hohe Gewinne und hohe Verluste möglich
  • Sehr unterscheidliche Performance

Schöne Gewinne am Rohstoffmarkt

Die Finanzmärkte erleben zurzeit eine Krise. Auch sichere Rentenfonds bringen keine Superrenditen. Einen Bereich gibt es aber, wo Anleger in den letzten Jahren schön verdienen konnten: die Rohstoffmärkte. Viele Staaten, die wie China und Indien früher zur „Dritten Welt“ zählten, haben ihre Industrieproduktion massiv ausgebaut. Das heizt die Nachfrage nach Rohstoffen an. Für die Suche nach neuen Lagerstätten und die Förderung sind aber hohe Investitionen nötig. Die Rohstoffproduzenten können daher die Nachfrage nicht kurzfristig durch eine Erhöhung der Fördermengen ausgleichen. Dies lässt die Preise stark ansteigen.

Gute Nerven gefragt

Anleger können beim Boom in unterschiedlicher Form partizipieren. Rohstoffderivate sind eine sehr riskante Möglichkeit. Vereinfacht gesagt handelt es sich um Wetten auf steigende oder fallende Preise.

Zertifikate

Eine andere Möglichkeit sind strukturierte Investments, auch Zertifikate genannt. Hier kommt zu den Unvorhersehbarkeiten der Marktentwicklung noch die Ausgestaltung der Produkte dazu, die man im Blick haben muss, ehe man sich für dieses Produkt entscheidet. Dem gegenüber steht der Vorteil, dass sich Profis um die Veranlagung kümmern. Ungemanagte Zertifikate gibt es ebenfalls, hier hängt die Performance von der Entwicklung des jeweiligen Index ab.

Akten und Aktienfonds

Aktien von Rohstoffproduzenten und Rohstoff-Aktienfonds sind weitere Möglichkeiten. Bei Investmentfonds ist das Risiko breiter gestreut als beim „direkten“ Aktienkauf. Bei beiden Varianten entscheiden nicht nur die Rohstoffpreise über die Rendite, sondern auch die Entwicklung der Unternehmen, in die investiert wird, spielt eine Rolle. Ändern sich die Rohstoffpreise, wirkt das als Hebel, wie folgendes Beispiel zeigt: Der Preis von Rohstoff X steigt um 10 Prozent von 500 auf 550 Euro. Die Gestehungskosten von 400 Euro bleiben aber gleich hoch. Der Produzent verzeichnet dadurch einen Gewinnanstieg von 100 auf 150 Euro oder 50 Prozent! Allerdings wirkt dieser Hebel auch in umgekehrter Richtung.

Bisher nur Gewinner

In unserem Fondsvergleich sind 13 Rohstoffaktienfonds gelistet. (Wir führen die 5 besten an.) Österreichische Fonds sind keine darunter. Bemerkenswert: Innerhalb unseres fünfjährigen Betrachtungszeitraums wurden eventuelle Verluste immer ausgeglichen. Aber Achtung: Alle Fonds liegen in den hohen Chance/Risiko-Klassen 9 und 10. Diese Kennzahlen besagen, dass Anleger binnen eines Jahres 40 beziehungsweise 50 Prozent des eingesetzten Kapitals verlieren können. Und: Die Höhe der Gewinne unterscheidet sich gewaltig. Auf Fünf-Jahres-Sicht die höchsten Renditen (33,8 % p.a.) fuhr der MLIIF World Mining A2 ein. Das Schlusslicht, der DWS Rohstoff-Fonds, schaffte im gleichen Zeitraum nur 16,9 %, also ziemlich genau die Hälfte.

Boom lässt nach

Noch etwas zeigt der Blick auf die Tabelle der Rohstoff-Aktienfonds: Der Boom hat an Kraft verloren. Dies erkennt man daran, dass sich die Wertentwicklung im letzten Jahr (Tabellenspalte Wertentwicklung 1 Jahr) gegenüber dem Fünf-Jahres-Zeitraum deutlich reduziert hat. Ob das nur eine kurzfristige Konjunkturdelle oder der Beginn eines Abschwungs ist, kann erst die zukünftige Entwicklung zeigen. Bei den Spitzenfonds fällt die Differenz geringer aus – sie haben offenbar stabilere Aktienwerte im Portefeuille.

Nur als Beimischung sinnvoll

Wer vor fünf Jahren auf Rohstoffe gesetzt hat, ist also fein heraußen. Ein Neueinstieg sollte aber gut überlegt werden. Das Auf und Ab der Rohstoffmärkte können nur finanzkräftige Investoren locker wegstecken. Für Otto Normalanleger bedeutet das: Rohstoffaktienfonds haben in einem breit gestreuten Anlagemix durchaus ihre Berechtigung. Allerdings nur als geringfügige Beimischung, das heißt, wenn auch ausreichend stabile Veranlagungen getätigt wurden.

Dazu ein Blick in die jüngere Geschichte: Gold erlebte Anfang der 1980er-Jahre ebenfalls einen Boom. Doch dann fiel der Goldpreis und grundelte sehr lange auf niedrigem Niveau.

Rohstoff-Aktienfonds: Testkriterien

Unsere deutsche Schwesterorganisation Stiftung Warentest hat für die Fonds-Info ein aufwendiges Prüfverfahren entwickelt, das wir für Österreich adaptiert haben. Bei gängigen Performance-Vergleichen ist oft nur der Wertzuwachs zwischen zwei bestimmten Stichtagen angegeben. Das kann ein falsches Bild erzeugen, wenn dieser Zeitraum zufällig untypisch verlaufen ist.

Fünf Jahre Beobachtung

Unsere Fonds-Info analysiert die Fonds - das ist sehr wichtig - über einen Zeitraum von fünf Jahren, und das Monat für Monat. Für das Prüfkriterium "relative Wertentwicklung" vergleichen wir die Fonds jeden Monat mit dem Durchschnitt der jeweiligen Fondsgruppe und bewerten sie nach einem Punkteschema.

Bessere Messmethode

"Stark überdurchschnittliche" und "überdurchschnittliche" Fonds haben sich also besser geschlagen als andere Fonds der gleichen Gruppe, und das über einen Zeitraum von 60 Monaten. Denn nicht nur die Wertentwicklung, sondern auch die Wertstabilität eines Fonds zählen bei unserer Beurteilung. Die breite Bewertungsbasis macht dieses Modell aussagekräftiger, als wenn der Wertzuwachs zwischen zwei Stichtagen verglichen wird.  

Woraus setzt sich das "Konsument"-Testurteil zusammen?

Wir analysieren die Qualität eines Fonds anhand von zwei zentralen Faktoren: a) der Wertentwicklung des Fonds und b) seiner Stabilität.

  • Gewinn, Verlust: Bei der Wertentwicklung (Gewinn, Verlust) bewerten wir die Entwicklung des Fonds im Vergleich zur durchschnittlichen Wertentwicklung aller Fonds derselben Fondsgruppe.
  • Stabilität: Hier teilen wir den Beobachtungszeitraum in 49 jeweils zum Untersuchungsstichtag endende Zeiträume (Dauer: mindestens 12 Monate) und berechnen dafür jeweils die relative Wertentwicklung; dann errechnen wir aus diesen Einzelwerten das arithmetische Mittel.

Vergessen Sie die wunderbaren absoluten Zahlen bei der Performance (Wertentwicklung) von Fonds. Die Frage lautet: Wie gut ist das Wertergebnis im Vergleich zum Durchschnitt der Branche? Wie dauerhaft ist das Ergebnis? Ist es eine Eintagsfliege oder mehr? Das "Konsument"-Testurteil bewertet die vom Fonds erbrachte Wertentwicklung in Relation zum Durchschnitt der Fondsgruppe vergleichbarer Fonds. Weiters berücksichtigt das "Konsument"-Testurteil die Stabilität der erbrachten Wertentwicklung. Und dann setzt das "Konsument"-Testurteil die relative Wertentwicklung ins Verhältnis zur Stabilität. Das ergibt ein ehrlicheres Bild der Qualität eines Fonds als reine Performance-Vergleiche.

Gewichtung:   Die Wertentwicklung geht mit 75 und die Stabilität mit 25 Prozent in unsere Bewertung ein. Die Bewertung bewegt sich zwischen 0 und 100 Punkten. Der Durchschnitt der einzelnen Fondsgruppen liegt immer bei 50 Punkten.

Wir sortieren die Fonds in der Tabelle nach dem "Konsument"-Testurteil: "Gute" sind oben, "schlechte" sind unten.

Berechnung der Fonds-Wertentwicklung

Der Fonds wird über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht. Jüngere Fonds fehlen in unserer Aufstellung. Die Wertentwicklung des Fonds für jeden einzelnen Monat wird mit der Wertentwicklung des Fondsgruppendurchschnitts verglichen. Danach wird die Summe der positiven Abweichungen ins Verhältnis zur Summe aller Abweichungen gesetzt. Das Ergebnis ist eine prozentuale Bewertungszahl für die relative Wertentwicklung.

Die errechnete Punktzahl für die Wertentwicklung liegt zwischen 0 und 100.

Berechnung der Stabilität der Investmentfonds

Bei der Stabilität wird der arithmetische Mittelwert der Bewertungszahl für die relative Wertentwicklung für 49 jeweils zum Untersuchungsstichtag endende Zeiträume mit einer Dauer von mindestens 12 Monaten gebildet.

Eine nähere Erläuterung: Ausgehend vom Stichtag der Untersuchung existieren bei monatlicher Betrachtungsweise innerhalb des Untersuchungszeitraumes von fünf Jahren 59 weitere mögliche Einstiegszeitpunkte, davon 48 mit einer Anlagedauer von einem Jahr oder länger. Aus den insgesamt 49 Untersuchungszeiträumen wird die Stabilität der Bewertung zum Untersuchungsstichtag berechnet. Diese ergibt sich aus dem Mittelwert der für die 49 Untersuchungszeiträume ermittelten Punktezahlen für die relative Wertentwicklung. Also gehen zum Stichtag 31.1.2008 folgende 49 Zeiträume gleich gewichtet in die Stabilität ein: 31.1.2003 bis 31.1.2008, 28.2.2003 bis 31.1.2008, 31.3.2003 bis 31.1.2008, 31.1. 2007 bis 31.1. 2008. Die Bewertungszahl für die Stabilität liegt ebenfalls zwischen 0 und 100 Punkten.

Was sind Güteklassen?

Wir unterteilen die Fonds in fünf Güteklassen. Zu welcher Klasse ein Fonds gehört, ergibt sich aus der Punkteanzahl für das "Konsument"-Testurteil:

  • mehr als 65 Punkte: stark überdurchschnittlicher Fonds
  • zwischen 55 und 64,9 Punkten: überdurchschnittlicher Fonds
  • zwischen 45 und 54,9 Punkten: durchschnittlicher Fonds
  • zwischen 35 und 44,9 Punkten: unterdurchschnittlicher Fonds
  • unter 35 Punkte: stark unterdurchschnittlicher Fonds

Warum ist bei einigen Fondsgruppen keine Güteklasse angeführt?

Bei Fondsgruppen mit weniger als 20 Fonds gibt es keine Güteklassen. Denn es braucht eine gewisse Mindestzahl, um die Spreu vom Weizen zu trennen und um Gruppen zu bilden. Hier fehlen also Bewertungen wie z.B. "überdurchschnittlicher Fonds" etc. und wir bieten nur ein einfaches "Konsument"-Urteil ohne Güteklassen-Einteilung.

Der Fonds hat eine gute Wertentwicklung, die Bewertung ist aber deutlich schwächer - warum?

Sie finden in der Tabelle unterschiedliche Kennzahlen zur Einschätzung eines Fonds. Wir bewerten jedoch nur die (relative) Wertentwicklung und die Stabilität. Die anderen Informationen - Verlustanalyse, (absolute) Wertentwicklung über 1, 3 und 5 Jahre - fließen nicht in die Bewertung ein. Dies sind zusätzliche Informationen, die bei der Auswahl eines Fonds nützlich sein können.

Ein Fonds, der in den Spalten zur 1-, 3- und 5-Jahres-Wertentwicklung die besten Ergebnisse erzielt hat und auch in der Verlustanalyse gut dasteht, muss nicht automatisch ein gutes "Konsument"-Testurteil haben. Denn unsere Bewertung errechnet sich nicht ausschließlich aus den Renditeangaben (Wertentwicklung für 1,3 und 5 Jahre) und der Verlustanalyse(siehe Frage " Hängt die Bewertung mit der Wertentwicklung für 1, 3 und 5 Jahre zusammen?").

Der Begriff "Wertigkeit" hat im Test zwei Bedeutungen:

a) Da ist erstens die Wertentwicklung, die in die Berechnung eingeht. Dies ist die relative Wertentwicklung im Vergleich zur Vergleichsgruppe (= den anderen Fonds in dieser Fondsgruppe).

b) Da ist zweitens die Wertentwicklung, die in den letzten Spalten angegeben ist. Sie entspricht den Renditen der angegebenen Zeiträume (1, 3 und 5 Jahre). Es handelt sich hierbei um die absolute Wertentwicklung. Diese geht nicht in das "Konsument"-Testurteil ein.

Relative Wertentwicklung

Wir drücken die Wertentwicklung in Punkten aus. Sie wird dadurch ermittelt, dass in einem rollierenden Zeitraum von 5 Jahren, Monat für Monat, ein Vergleich der Wertentwicklung des Fonds mit der Wertentwicklung des Fondsgruppendurchschnitts vorgenommen wird. Das Programm, auf das wir aufbauen, prüft dabei bei jedem einzelnen Monatswert, ob dieser über dem Durchschnitt der Fondsgruppen liegt oder darunter. Danach wird die Summe der positiven Abweichungen ins Verhältnis zu allen Abweichungen gesetzt. Das Ergebnis wird in Punkten ausgedrückt.

Die relative Wertentwicklung zeigt nun an, wie gut der Fonds im Vergleich zum Markt abgeschnitten hat. Sie ist wichtig. Denn wir gehen davon aus, dass die absolute Performance in der Regel stärker von der allgemeinen Marktentwicklung beeinflusst wird als von der persönlichen Leistung des Fondsmanagers. Darum wird die absolute Performance in eine relative Performance im Vergleich zum Fondsgruppendurchschnitt umgerechnet - das lässt eine Aussage über die Qualität des Managements zu. Ist die Bewertung hoch, hat das Management den Fondsgruppendurchschnitt in der Vergangenheit regelmäßig geschlagen.

Zur absoluten Wertentwicklung

Die 1-, 3- und 5-Jahres-Wertentwicklungen stellen die Rendite (durchschnittliche Wertentwicklung) in diesen Zeiträumen dar. Sie werden in Prozent pro Jahr angegeben und dienen als zusätzliche Information, da es sich beim "Konsument"-Testurteil um relative Daten (im Vergleich zur jeweiligen Fondsgruppe) handelt. Die dargestellten Werte für die 1-, 3- und 5-Jahres-Wertentwicklungen stellen keine Prognose für die Zukunft dar.

Hängt die Bewertung mit der Wertentwicklung für 1, 3 und 5 Jahre zusammen?

Man kann von der Wertentwicklung für 1, 3 und 5 Jahre nicht direkt auf das "Konsument"-Testurteil schließen. Bei der Angabe der Wertentwicklung für 1, 3 und 5 Jahre handelt es sich um stichtagsbezogene Bewertungen für die einzelnen Zeiträume. Während dieser Zeiträume können die Fonds jedoch stark geschwankt haben, diese drei Unterzeiträume sagen nichts aus über die Wertentwicklung, die zwischendurch stattgefunden hat. Die Wertentwicklung für 1, 3 und 5 Jahre soll - da es sich bei unserer Bewertung um eine relative Bewertung im Vergleich zum Fondsgruppendurchschnitt handelt - ausschließlich der Illustration dienen.

Warum wird die Performance im Vergleich zum Durchschnitt der Fondsgruppen und nicht die Wertentwicklung verglichen?

Die absolute Performance eines Fonds ist in der Regel stärker von der allgemeinen Marktentwicklung beeinflusst als von der Leistung des Fondsmanagers. Daher wird die absolute Performance in eine relative Performance im Vergleich zum Fondsgruppendurchschnitt umgerechnet. Diese relative Performance fließt in die Bewertung mit ein.

Was sagt die "Bewertung der relativen Wertentwicklung für kürzere Zeiträume" aus?

Eine gute Bewertung über den 5-Jahres-Zeitraum sagt nicht aus, dass der Fonds auch in jedem Unterzeitraum gut gewesen sein muss. Daher wollen wir auch aufzeigen, wie die Bewertung des Fonds innerhalb einzelner Unterzeiträume der letzten 5 Jahre ausgesehen hat. Denn unser Gesamturteil ("Qualität des Fonds") bezieht sich immer auf den gesamten Untersuchungszeitraum von fünf Jahren.

Damit auch erkenntlich ist, wie die Bewertung der relativen Wertentwicklung in einzelnen (in Einjahresschritten unterteilten) Unterzeiträumen war, wird diese Bewertung für die Unterzeiträume 1, 2, 3 und 4 Jahre zusätzlich angeführt. Da sieht das Ergebnis möglicherweise etwas anders aus.

Beispiel Untersuchungsstichtag 31.12.2005: Bewertung 1 Jahr vom 31.12.2004 bis 31.12.2005; Bewertung 2 Jahre vom 31.12.2003 bis 31.12.2005; Bewertung 3 Jahre vom 31.12.2002 bis 31.12.2005; Bewertung 4 Jahre vom 31.12.2001 bis 31.12.2005.

Die Berechnungsweise für 1, 2, 3 und 4 Jahre ist - abgesehen von der Länge der betrachteten Zeitperiode - identisch mit der Methode für 5 Jahre.

 

Diesen Beitrag teilen

Facebook Twitter Drucken E-Mail
Zum Seitenanfang