Investmentfonds im Dauertest: Geldmarktfonds Euro - Geldparkplatz für Zwischendurch

  • Für kürzere Anlagedauer geeignet
  • Kaum Risiko, aber auch bescheidene Erträge
  • Kosten im Auge behalten

Für kurzfristige Veranlagung

Auch wer Geld hat, kann Sorgen haben: Da bekommt man eine größere Summe in die Hand – sei es, weil die Lebensversicherung ausbezahlt wurde oder die Wohnung endlich verkauft ist. Dieser Betrag soll wieder ertragreich veranlagt werden. Doch wo „parkt“ man sein Geld, bis die optimale Anlageform gefunden ist, vor allem zu besseren Konditionen als beim Gehaltskonto oder einem täglich fälligen Sparbuch?

Stabile Erträge bei geringem Risiko 

Eine Möglichkeit lautet: Geldmarktfonds. Diese Fonds eignen sich auch für eine kürzere Anlagedauer. Geldmarktfonds Euro investieren in Euro-Anleihen mit kurzen bis sehr kurzen Restlaufzeiten. Damit wirken sich Zinssatzsteigerungen rasch aus und auch der Wert des Fondsanteils steigt. In Zeiten wie den unseren, wo Marktinsider mit Zinserhöhungen rechnen, kann das ein Vorteil sein. Ein weiteres Plus: Sie schreiben nur selten rote Zahlen. Euro-Geldmarktfonds weisen die Chance-Risiko-Klasse 1 auf, das heißt, dass binnen eines Jahres mit nicht mehr als 2,5 Prozent Wertverlust zu rechnen ist. Allerdings bedeutet es auch, dass die Erträge nicht in den Himmel wachsen: Die Wertentwicklung österreichischer Euro-Geldmarktfonds lag in den letzten Jahren mit extrem niedrigem Zinsniveau zwischen 2,0 und 2,5 Prozent pro Jahr.

Wenig Unterschied bei der Performance

Die Renditen der Geldmarktfonds orientieren sich am Zinsniveau für kurzfristige Kapitalanlagen. Die Fondsmanager haben also nur begrenzten Einfluss auf die Entwicklung. Da der Wert der im Fonds enthaltenen Papiere nicht stark schwankt, verzichten wir – anders als bei anderen Fondsmärkten – in unserer Tabelle auf den aufwendigen Vergleich samt Testurteil und geben nur die Wertentwicklung an.

Mindestens 3 Jahre

Auch in anderer Hinsicht nehmen Geldmarktfonds eine Sonderstellung ein: Alle sonstigen Investmentfonds werden fünf Jahre lang beobachtet, ehe sie in unserem Fondstest gelistet werden. Geldmarktfonds werden schon nach drei Jahren am Markt in die Wertung genommen. Gerät ein Euro-Geldmarktfonds aber einmal in die Verlustzone, wird er ausgelistet. 

2 Prozent Ertrag jährlich 

In nebenstehender Tabelle  veröffentlichen wir jene Euro-Geldmarktfonds, die in den letzten drei Jahren 2 Prozent jährlichen Ertrag oder mehr eingefahren haben. Alle Fonds österreichischer Provenienz finden sich hier.

Statt eines Sparbuches

Unter bestimmten Umständen sind Geldmarktfonds eine Alternative zum Sparbuch. Dafür sollte man aber bereits über ein Wertpapierkonto (Depot) verfügen. Um einige Monate einen Geldmarktfonds zu halten, zahlt es sich nicht aus, ein Depot zu eröffnen.

Rentenfonds 

Wer einen Euro-Geldmarktfonds kaufen will, fährt oft mit einem Fonds seiner Hausbank besser. Denn für „hausfremde“ Fonds verlangen Banken üblicherweise höhere Spesen. Fast jede größere österreichische Bank (beziehungsweise die mit ihr verbundene Fondsgesellschaft) hat einen Geldmarktfonds im Sortiment. Ist dies nicht der Fall, kann man auch einen Rentenfonds Euro mit sehr geringem Risiko von seiner Hausbank wählen. Die Fonds dieser Gruppe stellen wir in „Konsument“ 7/06 vor.

 

Auch hier wird oft ein Ausgabeaufschlag verlangt. Den muss ein Fonds aber erst verdienen, ehe an Gewinne zu denken ist. Einen Anhaltspunkt findet man in den Spalten „Minimum 1 Monat“ und „Minimum 3 Monate“, wo jeweils die geringste Wertentwicklung in den letzten drei Jahren vermerkt ist. Ein Fonds mit 0,75 Prozent Ausgabeaufschlag, der monatlich nur 0,1 Prozent an Wert gewinnt, hat also im schlechtesten Fall erst nach acht Monaten seinen Ausgabeaufschlag „eingespielt“. Bei ausländischen Geldmarktfonds wird oft kein Ausgabeaufschlag verlangt.

 

Beachten sollte man auch die fondsinternen Kosten. Sie sind in der Kennzahl TER (Total Expense Ratio) dargestellt. Diese Kennzahl muss im vereinfachten Fondsprospekt veröffentlicht sein und sollte möglichst niedrig liegen. Spesen schmälern den Fondsertrag. Im Vergleich zu Aktien- oder Mischfonds sind die fondsinternen Spesen jedoch gering. 

Maximal drei Jahre

 

Trotz der Vorteile von Geldmarktfonds: Andere Anlageformen versprechen auf längere Sicht höhere Ertragschancen. Länger als ungefähr drei Jahre sollte man einen Geldmarktfonds daher nicht behalten.

Investmentfonds: So lesen Sie die Tabelle

ISIN: International Securities Identification Number, Internationale Wertpapierkennnummer, das zuverlässigste Fonds-Identifikationsmerkmal; die Namen sind oft stark abgekürzt. Die Buchstaben zeigen die Herkunft des Fonds an: AT = Österreich, DE = Deutschland, LU = Luxemburg.

Art: T = thesaurierender Fonds (jährliche Erträge werden automatisch wiederveranlagt); A = Fonds mit jährlicher Ausschüttung. Wird ein Fonds in beiden Varianten angeboten, ist nur die thesaurierende angeführt.

Chance-Risiko-Klasse: Die Fonds sind nach der Wahrscheinlichkeit eines Verlustes innerhalb eines Jahres eingeteilt. Risikoklasse 1 bedeutet, dass der Fonds höchstwahrscheinlich nicht mehr als 2,5 Prozent Verlust im Jahr erreicht.

Index: Um die Qualität der Fonds besser einordnen zu können, ist auch der Index des Marktes dargestellt.

Investmentfonds: Mehr zum Thema

Für Einsteiger, Fondsbesitzer und Anlageprofis. Die Testergebnisse von 2300 Investmentfonds finden Sie in unserer „Konsument“ Fonds-Info, die jeden Monat aktualisiert erscheint. Übersichtlich in Gruppen zusammengefasst und nach Bewertung gereiht – so ist es für Sie ganz einfach, sämtliche in Österreich zugelassenen Fonds zu vergleichen, die seit fünf Jahren auf dem Markt sind. Der fünfjährige Beobachtungszeitraum und die aufwendige Analyse garantieren höchstmögliche Genauigkeit und Objektivität. Eine detaillierte Vorstellung der  Fonds-Info finden Sie unter: Extra Ihr Geld, Menüpunkt „Investmentfonds“.

Für Interessenten: Aktuelle Einzelausgabe : € 25,– (plus Versandspesen € 2,54) Für Profis: Fonds-Info Abo (12 x im Jahr):  € 200,– Der Versand erfolgt ausschließlich per Post.

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