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Investmentfonds - Auf der Wartebank

  • Bescheidene Zuwächse bei Rentenfonds
  • Aktienfonds weiterhin im Keller
  • Beratung verbessert

Sieger sehen anders aus

Sieger sehen anders aus. Wir schreiben das Jahr vier unseres Fondstests. Die Aktienfonds, Shooting Stars der ersten Stunde, stecken nach einem weiteren Krisenjahr an den Börsen noch immer tief in der Verlustzone. Die Rentenfonds hingegen haben weiter zugelegt, insgesamt sind die Erträge aber eher bescheiden. Selbst der Spitzenreiter, der Volksbank Interbond, hat es seit 1999 lediglich auf eine Jahresrendite von 4 Prozent gebracht. Dabei wurden uns seinerzeit im Verkaufsgespräch 8 Prozent jährlich in Aussicht gestellt. Übrigens sahen die Berater seinerzeit die Anlagezukunft generell zu rosig.

Unterschiedliches Fonds-Management

Auffallend: Die Unterschiede in der Performance der ertragreichen Fonds. Wie es scheint, sind einige Fondsmanager trotz ungünstiger Ausgangslage erfolgreicher als andere. Bemerkenswert finden wir die Aufholjagd des "Superior 2" (ein Mischfonds von Schelhammer & Schattera): ein Kursgewinn von 13 Prozent in zwölf Monaten.

Zur Erinnerung: 1999 haben wir Investmentfonds erworben (sechs „sichere“ Renten- und vier „ertragreichere“ Aktien-/Mischfonds, Ankaufswert 7267 Euro). Seither ziehen wir jedes Jahr Bilanz. Gleichzeitig testen wir die Fondsberatung in den Filialen.

Kommt die Trendwende?

Der Testsieger des Vorjahres, der Volksbank-Interbond, konnte seine Spitzenposition erfolgreich behaupten und führt die Riege der Rentenfonds an. Der Wert des Depots beläuft sich aktuell auf 8617 Euro (plus 19 Prozent seit Mai 1999). Betrachtet man die Wertsteigerung im Detail, wirkt unser Sieger heuer leicht angeschlagen. Trotz positiver Performance konnte in zwölf Monaten lediglich ein Zuwachs von 121 Euro erzielt werden (plus 1,5 Prozent). Zum Vergleich: Raiffeisen-EuroPlus-Rent und Austrorent legten im gleichen Zeitraum um fünf Prozent zu!

Kapitalsparbuch kann mithalten

Aber: Trotz einzelner Erfolge brachten unsere fünf anderen Rentenfonds seit 1999 nicht mehr Ertrag als ein gut verzinstes Kapitalsparbuch. Von einer als „höherwertig“ angepriesenen Anlageform hätten wir uns bislang mehr erhofft. Dabei ist die von manchen Experten erwartete Trendwende noch gar nicht eingeläutet. Steigt das allgemeine Zinsniveau wieder, kommen die Kurse der Rentenfonds unter Druck. Anleihefonds werden es bei steigenden Zinsen wahrscheinlich schwerer haben.

Verlust bei Aktienfonds

Die Aktienfonds stecken noch immer in der Verlustzone. Würden wir jetzt die Fondsanteile verkaufen müssen, wären Verluste von bis zu einem Drittel des Ankaufswertes hinzunehmen. Vom vor vier Jahren eingesetzten Kapital von 7267 Euro sind derzeit lediglich 4932 Euro (BAWAG P.S.K. Global Stock) bzw. 4762 Euro (BAWAG P.S.K. Europa Blue Chip Stock) auf dem Depot. Dies entspricht einem Verlust von 32 bzw. 34 Prozent! Anleger, die wie wir vor vier Jahren in Aktienfonds eingestiegen sind, werden wohl noch einige Zeit auf ihren Papieren sitzen bleiben müssen, um nicht mit einem dicken Minus auszusteigen.

Umschichten kostet

Erfreulich: Die Fondsberatung in den Filialen hat sich verbessert. Bezüglich der weiteren Vorgangsweise wurde uns in den meisten Fällen korrekt geraten, im Fonds zu bleiben. Teils wurde auf die hohen Spesen einer Umschichtung hingewiesen. Achtung! In der Beratung wird generell mit zu hohen (Brutto-)Renditen operiert. Fragen Sie immer nach dem, was der Fonds nach Abzug aller Spesen und Steuern tatsächlich bringt (= Nettoverzinsung).

Nur für die Bank ein Geschäft

Nur ein Negativbeispiel ist erwähnenswert. In der Erste Bank wurde uns empfohlen, zwecks höherer Rendite kurzfristig in den ESPA Bond Europe-High Yield, einen Anleihefonds mit risikoreicheren Anleihen (Schuldner mit geringerer Bonität), zu wechseln. Dieser könnte – nach einem Jahr – wieder abgestoßen und der Gewinn "mitgenommen" werden. Zwar wurde auf das erhöhte Risiko hingewiesen, doch dieser Vorschlag ist allein aus Spesensicht völlig unattraktiv (es fallen insgesamt zweimal An- und Verkaufsspesen an) und lediglich für die Bank ein gutes Geschäft.

Erste und Raiffeisen informierten vorbildlich

Die Informationspolitik bei BA-CA, Bawag/P.S.K. und Constantia fanden wir in den letzten Jahren äußerst mangelhaft. Anleger wurden über Fondsumbenennungen und Fusionen sehr dürftig unterrichtet, während die Erste Bank und Raiffeisen NÖ-Wien vorbildlich über Änderungen informierten.

Fazit: Die Rentenfonds sind zwar alle im Plus. Aber um die Renditeversprechen einzulösen, müssten sie noch ordentlich zulegen. Wie so oft in den letzten drei Jahren orten Börsengurus gerade jetzt wieder Signale für einen Aufschwung. Bei Rentenfonds stehen daher die Zeichen auf Sturm, weil das Zinsniveau ansteigen könnte. Aber: Ein nachhaltiger Trend ist nicht in Sicht. Besitzer von Aktienfonds sollten auf alle Fälle zuwarten. Bei Anleihefonds sollte man die Situation zumindest sehr genau beobachten.

Investmentfonds

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