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Haushaltsversicherungen - Anpassungsprobleme

Bei der Schadensübernahme durch die Versicherer gibt es immer wieder unliebsame Überraschungen. Die Polizzen bieten nicht so umfangreichen Schutz, wie die Kunden annehmen.

Wasser läuft über, brennendes Öl verrußt die gesamte Küche, ungebetene Gäste räumen die Wohnung aus – der ganz gewöhnliche Alltag kann mit einer Vielzahl an Ärgernissen aufwarten, die uns nicht nur aus dem Konzept bringen, sondern auch finanziell ans Eingemachte gehen.

Schäden an beweglichen ­Gegenständen

Daher zählt eine Haushaltsversicherung zum Standardrepertoire für jeden Wohnungs- und Hauseigentümer oder -mieter. Sie deckt Schäden, die an beweglichen ­Gegenständen wie Teppichen, Möbeln oder Geräten in den eigenen vier Wänden entstehen, und zwar durch Brand, Explo­sion und Blitzschlag, durch Sturm, Hagel, Schneedruck, Felssturz, Steinschlag oder Erdrutsch, durch austretendes Leitungswasser, aber auch Schäden, die durch Einbruch, Beraubung oder Vandalismus entstehen.

Weiters ist mit gewissen Einschränkungen Glasbruch versichert. Auch die Aufräumungs- und Reinigungskosten nach einem Versicherungsfall sind gedeckt.

Wichtig: Privathaftpflicht

Fast immer ist mit der Haushaltsversicherung auch eine Privathaftpflichtversicherung kombiniert, die sich üblicherweise erst dann angenehm ins Bewusstsein drängt, wenn sie nach Schäden an Dritten in Anspruch genommen werden kann. Solche Schäden können auch durch den im Haushalt lebenden Partner oder die eigenen Kinder verursacht werden. Kinder sind bis zum 25. Lebensjahr mitversichert, wenn sie im gleichen Haushalt leben.

Schreiben Sie uns!

Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie Ihrem Haushaltsversicherer einen Schaden meldeten? Hat die Firma problemlos geleistet oder jegliche Leistung abgelehnt, und wenn ja, warum?

Schildern Sie uns Ihre  - positiven wie ­negativen - Erfahrungen bei der Abwicklung von ­Haushalts- oder Privathaftpflichtschäden: per E-Mail an leserbriefe@konsument.at oder per Post an Redaktion KONSUMENT, Linke Wienzeile 18, 1060 Wien.

Schriftliches oder Gefühltes

Schriftliches oder Gefühltes

Das Gefinkelte an Versicherungen ist, dass sie wirklich nur das versichern, was in den etwas umständlich abgefassten Polizzen angeführt ist. Wenn also nur Leitungs­wasser genannt ist, dann ist bei einem ­Wasserschaden auch nur solches versichert, Schäden in der eigenen Wohnung aufgrund der übergelaufenen Badewanne sind jedoch aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

Ärger ist gleich, egal aus welcher Quelle

Die Versicherten hingegen legen den ­Deckungsschutz oft rein gefühlsmäßig ­etwas weiter aus, schließlich ist der Ärger bei einem Wasserschaden in jedem Fall gleich, egal aus welcher Quelle. Bei der Schadensabwicklung führt das notge­drungen immer wieder zu Diskrepanzen: Warum zahlt der Versicherer in dem einen Fall und im anderen nicht? Wieso zahlt er nur so wenig? Und darf er die Leistung wirklich komplett ablehnen, wo doch jahrelang Prämien gezahlt und keine Schäden gemeldet wurden?

Was geht und was nicht?

Um das Verständnis dafür zu erhöhen, was im Schadensfall im Allgemeinen geht und was nicht, werden wir in den nächsten Ausgaben von KONSUMENT jeweils einen ­Beispielfall herausgreifen und darstellen, warum die Versicherer Schäden ersetzten oder auch nicht.

Gut muss nicht teuer sein

Gut muss nicht teuer sein

Unabhängig davon gibt es aber einige ganz allgemeine Erkenntnisse, die vor ungüns­tigen Rahmenbedingungen schützen und dafür sorgen, dass die Haushaltspolizze kein Reinfall wird. So zeigt sich bei Markterhe­bungen und Vergleichen immer wieder, dass es bei gleichen Leistungen starke Prämien­unterschiede gibt: Für eine 90-m2-Wohnung (normale Ausstattung, ohne Selbstbehalt, ­ohne Glasbruch) muss man mit einer Jahresprämie von ca. 100 bis 250 Euro rechnen.

Gute Leistung mit güns­tiger Prämie

Auch bei der Höhe der Versicherungs­summen geht die Schere ordentlich auseinander – und das Bemerkenswerte daran ist: Eine hohe Versicherungssumme ist nicht gleichbedeutend mit einer hohen Prämie. Gute Leistung ist also auch zu güns­tigen Prämien zu haben, sofern man nicht das erstbeste Angebot abschließt. Wer das trotzdem gemacht hat, kann mithilfe eines unabhängigen Maklers prüfen lassen, wo er mit seiner Prämie liegt, und dann frist­gerecht vor Ablauf der Polizze kündigen und zu einem günstigeren Angebot wechseln.

Unpassende Versicherungssumme

Ein wesentliches Ärgernis im Schadensfall, das sich leicht ausschalten lässt, sind Über- oder Unterversicherung. Dabei ist Erstere noch das geringere Übel: Bei einer Überversicherung ist die Versicherungssumme zu hoch angelegt und kann selbst im schlimmsten Fall nicht voll ausgeschöpft werden. Sei es, weil die Wohnung kleiner ist als angegeben oder weil die Ausstattung weniger luxuriös ist oder sich im Laufe der Jahre auf ein bescheideneres Maß reduziert hat. Die unangenehme, aber nicht dramatische Folge ist, dass man unter Umständen jahrelang eine zu hohe Prämie zahlt.

Problem Unterversicherung

Problem Unterversicherung

Weitaus unangenehmer kann sich eine ­Unterversicherung auswirken: Hier besteht das Problem, dass die Versicherungssumme von einer zu niedrigen Quadratmeterzahl oder einer zu niedrigen Ausstattungskategorie ausgehend festgelegt wurde. Im Schadensfall wird dann vom Versicherer eine Einschätzung der (beschädigten) Werte vorgenommen – und plötzlich stellt sich heraus, dass die Versicherungssumme zum Beispiel um die Hälfte zu niedrig war! Das bedeutet dann, dass der Versicherer auch nur die halbe Schadenssumme übernimmt.

Wichtig ist daher, auf eine angemessene Versicherungssumme zu achten (siehe ­"Schritte zur Optimal-Polizze“). Neuere Verträge enthalten üblicherweise schon einen „Unterversicherungsverzicht“, mit dem sich der Versicherer verpflichtet, im Schadensfall nicht auf den Einwand der Unterversicherung zurückzugreifen.

Zweijahres-Check

Vor allem bei lang laufenden Polizzen sollte man sich vor bösen Überraschungen bei der Schadensabwicklung schützen, indem man die eigenen Risiken etwa alle ein bis zwei Jahre auf ihre Aktualität hin überprüft. Umzug, Umbau, Neubau oder eine neue Einrichtung in Küche oder Bad, aber auch der Ausbau von Keller und Dachgeschoß oder wertvolle Neuanschaffungen lassen unter Umständen völlig neue Rahmen­bedingungen entstehen, was die Versicherungssumme betrifft.

Unterversicherung oder Überversicherung

Werden keine entsprechenden Anpassungen vorgenommen, liegt eine Unterversicherung vor. Um­gekehrt gilt: Kleinerer Wohnraum oder der Verkauf wertvoller Ausstattungsstücke reduzieren das Risiko und führen zu einer Überversicherung, wenn sie nicht an den Versicherer gemeldet werden. Bei einem Wechsel des Versicherers ist eine genaue Bestandsaufnahme, gegebenenfalls unter Mithilfe eines Versicherungsberaters oder Maklers, ohnehin selbstverständlich.

Extra zu vereinbaren

Neben den in fast allen Polizzen fix gedeckten Risiken lassen sich je nach angebotener Variante folgende Punkte dazuversichern:

  • indirekter Blitzschlag (z.B. bei sehr wertvollen Geräten, in gewitterträchtigen Regionen)
  • Katastrophenschutz bei Hochwasser, Überschwemmung, Rückstau, Lawinen, Vermurung, ­Erdbeben, Regenwasser oder Schnee (in den gängigen Polizzen sind diese Risiken meist nur bis zu kleineren Summen wie etwa 4.000 Euro mitversichert)
  • Wasserschäden an Malereien und Tapeten (oft durch die Hausversicherung nicht gedeckt)
  • Wasser aus Aquarien oder Wasserbetten
  • Diebstahl von Kinderwagen
  • Ökoschutz (Entsorgungskosten von Sondermüll nach einem Versicherungsfall)
  • Tiefkühlbehälterinhalt
  • Cerankochfelder
  • persönliche Gegenstände nach Einbruch ins Auto
  • Tätigkeitsschäden im Rahmen der Haftpflicht
  • Mietsachschäden im Rahmen der Haftpflicht
  • Schadenersatzansprüche von Angehörigen im Rahmen der Haftpflicht

Schritte zur Optimal-Polizze

Fast jede Polizze lässt sich an einer oder mehreren Ecken besser auf das persönliche Profil zuspitzen. Das bringt entweder weniger Prämie oder passendere Leistungen bei einem Schaden.

Versicherungssumme richtig ansetzen. Je Quadratmeter gehen Versicherungsmakler bei einer durchschnittlich wohnlichen Ausstattung von rund 1.000 Euro aus. Um nicht unterversichert zu sein, empfiehlt sich eine pauschalierte Versicherungssumme mit Unterversicherungsverzicht. Extras wie bestimmte Wertgegenstände erfordern oft eine Höherversicherung und eine spezielle Aufbewahrung.

Haftpflicht-Summe nicht zu niedrig. Der heutige Richtwert liegt (angesichts gestiegener Unfall­kosten) bei mindestens 1 Mio. Euro. Erhöhungen sind oft ohne größere Aufschläge möglich.

Selbstbehalt reduziert Prämie. Wer kleine Schäden (z.B. 100 Euro) selbst übernimmt, wird mit einer niedrigeren Prämie belohnt.

Bei Zusatzleistungen sparen. Ein solides Grundpaket, das die wirklich wichtigen Risiken abdeckt, reicht meistens. Die Herausnahme der Glasbruchversicherung beispielsweise senkt die Prämie deutlich.

Zusammenfassung

  • Unentbehrlich. Eine Haushaltsversicherung, gekoppelt mit einer Privathaftpflicht, gehört zur Grundausstattung jedes Haushalts.
  • Unpassend. Viele Polizzen weisen bei genauerer Betrachtung eine Unter- oder Überversicherung auf, was in Schadensfällen immer wieder zu herben Enttäuschungen bei den Versicherten führt.
  • Unwesentlich. Schon beim Abschluss darauf achten, was wirklich in der Polizze drinnen sein soll und wo sich durch einen Ausschluss relativ leicht die Prämie reduzieren lässt.
  • Unumgänglich. Regelmäßige Polizzenchecks (alle ein bis zwei Jahre) sorgen dafür, dass auch bei Neuanschaffungen oder Umbauten der Versicherungsschutz in vollem Ausmaß gewährleistet ist.

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